Im Jahre 2023 wurde ein Heilbronner Bäcker von der städtischen Anti-Diskriminierungsberatung, kurz adi.hn, abgemahnt, weil er Krapfen mit „diskriminierenden Dekorationen“ angeboten habe. Die Figuren, mit denen die Berliner vulgo Krapfen vulgo Kreppel verziert waren, zeigten neben (gelben) Chinesen und (weißhäutigen) Cowboys auch, wie es hieß, „Darstellungen schwarzer und indigener Menschen“. O-Ton der Stelle, die aufgrund einer Kundenbeschwerde, man kann auch von Denunziation sprechen, tätig geworden war: „Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass sich Darstellungen dieser Art stereotypen Bildern bedienen. Es handelt sich um eine Reproduktion kolonialistischer Vorstellungen und einer Geschichte von Unterdrückung und kultureller Aneignungen.“ Der Bäcker wurde aufgefordert, das Dekomaterial „diskriminierungssensibel“ abzuändern.
Heilbronn ist eine mittlere Großstadt am Neckar in Baden-Württemberg, die linksgrünen Wokisten nicht zuletzt deshalb ein Dorn im Auge ist, weil hier der reichste Mann Deutschlands residiert. Er heißt Dieter Schwarz und gebietet über die Einzelhandelsketten Lidl und Kaufland. Mit 46,5 Milliarden Euro Vermögen führt er laut eines Rankings des Manager-Magazins die Riege der deutschen Superreichen an. Hinter ihm folgen mit einigem Abstand die BMW-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt mit geschätzten 36 Milliarden Euro. Zwar zählt Schwarz über die nach ihm benannte Stiftung zum größten Gönner seiner Heimatstadt, was jedoch die Gleichmacher nicht daran hindert, ein begehrliches Auge auf ihn und seinesgleichen zu werfen. Schließlich weiß der Staat ja viel besser, was man mit so viel Geld anstellen kann.
Panzer kaufen zum Beispiel, nutzlose Windräder subventionieren oder voll funktionstüchtige Atomkraftwerke abreißen wie jenes in Neckarwestheim unweit von Heilbronn, das am 15. April 2023 als letztes deutsches AKW abgeschaltet wurde. Nicht zu vergessen natürlich Antidiskriminierungsstellen. Hauptgeldgeber der vom Stadtjugendring getragenen Heilbronner Anti-Diskriminierungsberatung ist das von dem Grünen Manfred („Manne“) Lucha geführte Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg, das die adi.hn aktuell mit 60.000 Euro pro Jahr fördert. Die geforderte kommunale Kofinanzierung in Höhe von 20.000 Euro pro Jahr teilen sich Stadt und Landkreis Heilbronn je zur Hälfte. Bislang.
Der Heilbronner Bäcker, der von der adi.hn abgemahnt wurde, heißt Ralf Hermann. Bei ihm in der Mauerstraße 20 wird seit 100 Jahren Brot und Kuchen gebacken, was auf eine gewisse Durchhaltefähigkeit schließen lässt. Die bewies der Mann auch in Sachen Berliner vulgo Krapfen vulgo Kreppel. Er ließ sich nämlich von den amtlichen Tugendwächtern nicht einschüchtern und bot weiterhin seine politisch inkorrekten Gebäcke feil. Der Unbeugsame kann die Aufregung um seine harmlosen Faschingsküchle laut „Heilbronner Stimme“ nicht ganz nachvollziehen: „Was soll daran problematisch sein? Ich diskriminiere niemanden“, sagt er. Und sollte sich jemand diskriminiert fühlen, könne die Person gerne bei ihm vorbeikommen, um das Thema zu diskutieren. So geht Meinungsfreiheit. Und so geht Verkaufsförderung. Vergangenes Jahr waren die inkriminierten Gebäcke ein wahrer Verkaufsschlager – 1.800 Stück gingen bei Herrmann über die Ladentheke. Doch um Profit gehe es ihm nicht, sondern ums „Prinzip“. So viel Mut und Beharrlichkeit wünschte man sich auch andernorts.
Dann kam der Baileys-Krapfen
Auch ohne aufmüpfige Deko sind frische Faschingskrapfen ganz und gar wunderbar. Meist tauchen sie schon ein paar Wochen vor den „tollen Tagen“ in den Auslagen der Bäcker auf. Mir schmecken die Krapfen mit klassischen Füllungen wie Aprikosen- oder Himbeermarmelade am besten, weil sie den feinen Hefegeschmack des Schmalz- beziehungsweise Siedegebäcks nicht erschlagen. Auch die Erfindung des Vanille- und Schokokrapfens – gefüllt mit Vanille- oder Schokoladenpudding –, habe ich begrüßt, auch ein Pflaumenmuskrapfen, erinnernd an böhmisches Hefebackwerk, erscheint mir sinnvoll und geschmacklich überzeugend.
Doch dann kam der Baileys-Krapfen mit einer auf dem irischen Sahnelikör basierenden Füllung nebst Glasur, der Tiramisu-Krapfen, der oft so voluminös gerät, dass man ihn nur mit Messer und Gabel essen kann oder ein blauer Krümelmonsterkrapfen, gefüllt mit Schokocreme und Smarties, nicht zu vergessen der Dubai-Krapfen, angelehnt an die gehypte Dubai-Schokolade mit Pistaziencreme und türkischem Engelshaar.
Mittlerweile wird wahllos alles in die wehrlosen Krapfen appliziert, was nicht bei drei auf dem Baum ist, bis hin zu pikanten Ausreißern wie dem jüngst von der Münchner Konditorei Kreutzkamm zusammen mit der Augustiner-Brauerei präsentierten Weißwurstkrapfen, bei dem ein Patty aus Wurstbrät zwischen zwei ungesüßte Krapfenhälften geschoben und mit Senf garniert wird. Ich hab's noch nicht probiert. Doch erinnert mich die Kombination ein wenig an jene mit Senf gefüllten Scherzartikel, die einem Kreppelkaffee zur Fastnacht im vertrauten Kreis die gewisse Würze gaben.
Übrigens steht und fällt die Qualität eines Krapfens mit der Frische des Fetts, in dem sie ausgebacken werden. Wichtig ist auch die richtige Temperatur beim Ausbacken, denn die Teigballen müssen einerseits vollständig durchgebacken sein, dürfen sich aber andererseits nicht mit Fett vollsaugen, was sie ungenießbar macht. Einen richtig gebackenen Krapfen erkennt man an seinem hellen Ring zwischen der sattbraunen Ober und Unterseite.
Was den Bäcker Hermann aus Heilbronn anbelangt, hat sich sein Durchhaltevermögen nicht nur pekuniär ausgezahlt. Vielleicht war es auch der gegen ihn gerichteten Aktion zu verdanken, dass der Heilbronner Gemeinderat im vergangenen November der adi.hn eine Verlängerung des städtischen Zuschusses verweigerte. Und zwar, man lese und staune, mit einer Mehrheit von CDU, AfD, FDP und einer unabhängigen Heilbonner Wählervereinigung (UfHN). Die Brandmauer, sie bröckelt, wenn auch vielerorts ganz leise und unauffällig.
„Nach der sehr knappen Ablehnung der Weiterfinanzierung der adi.hn durch CDU, AfD, FDP und UfHN im Heilbronner Gemeinderat können wir aktuell noch nicht sagen, ob oder wie wir die Arbeit der adi.hn für die Stadt Heilbronn ab 01.01.2026 fortsetzen können“, heißt auf der Webseite der Beratungsstelle „Wir müssen nun klären, ob oder welche Lösung es geben kann, um von Diskriminierung betroffenen Menschen in Heilbronn weiterhin eine unabhängige und überparteiliche Anlaufstelle anbieten zu können.“ Man könnte ja mal bei Dieter Schwarz anfragen, ob er bereit wäre, die 10.000 Euro zu übernehmen.
Georg Etscheit schreibt auch für www.aufgegessen.info, den von ihm mit gegründeten gastrosophischen Blog für freien Genuss.

Wie viele Abmahnungen pro Stunde produziert so eine fleißige Meldestelle denn? Ich hoffe auch hier das Wort des Merz anbringen zu dürfen, auf dass sie mehr arbeiten. Auch Denunzianten braucht das Land!
Schön und gut.
Die Gebäckstücke sind aber keine „Krapfen“ – sondern Pfannkuchen!
Nie darf man was sagen.
suchen: „economy4mankind 120 wichtigste alternative Medien“ – Es gibt mittlerweile eine Vielzahl alternativer Blogs und Kanäle, die wirklich ganz erstaunliche Reichweiten haben. Achgut, beruhigt euch, ist längst eine Berühmheit und wird da tausend Mal gelobt und genannt.
Die Auswahl ist gut getroffen und mit humorigem Biß kommentiert. Die alternativen Medien sind eine Macht geworden. Die Angst der Kaste ist berechtigt.
Das ist gut zu wissen. Im Dunkelnetz ist voll was los. Das fällt uns nicht so auf, weil wir uns immer zwischen denselben 2 Links herumtreiben.
Ja, und mir ist heute die blaue Tintenpatrone ausgelaufen und hat rot, geld und schwarz völlig überdeckt. Ein Zeichen für meine nächste Wahl? Man weiß so wenig…
Verschiedene menschliche Ethnien zeigen weltweit verschiedene phänotypische Ausprägungen, das ist eben die Realität. Was soll daran böse sein, das abzubilden? Bäckereiprodukte sind letztlich auch nur Ausdruck von Design und beim Konditor sogar deutliche Kunstwerke. Also was genau ist falsch an der Abbildung verschiedener Menschen aus der Welt? Das tat Kunst schon immer. Oder glaubt heute noch irgendwer, seine Seele werde durch Abbildungen eingesperrt? Sind für diese Leute Fotos auch verboten? Ich frage ja nur, weil es nicht verständlich ist, aber vermutlich ist es nicht einfach dumm, es ist postmodern.
Wir versuchen verzweifelt Einzelfälle zu korrigieren und wollen nicht wahrhaben, daß der ganze Zug entgleist ist.
Wir haben das nicht mit Einzelfällen zu tun, sondern mit einer Kette von Fehlschlägen, die eigentlich zu Grundsatzfragen führen müßten: Sind wir auf dem richtigen Weg? Wo liegt die Fehlentscheidung, die zu den multiplen Dauerkrisen geführt hat?
Mit Schönheitsreparaturen ändert sich nichts. Selbst die Fassaden sind brüchig. Da hilft keine Reparatur, sondern nur noch die Kernsanierung.
Die Altpresse hat sich längst als 4. Gewalt verabschiedet und verdingt sich als Hofnarr. Die Perspektive ist vertunnelt und immer die Sicht des Parteienapparats. Leichte Kritik, die niemanden vergrauelt, und die wird dann sofort dann sofort mit der Suche nach äußeren Feinden entschärft.
Sie sagt nicht: Der Bruch ist von der Unfähigkeit des Personals verantwortet, sie ist das Donnergrollen des entgleisenden Güterzuges, dem sie sich hilflos ausgeliefert hat.
Auch auf die Käufer ist kein Verlaß. Die merken nicht mal, daß da gar kein Mehrwert drinnen steckt und sie mit Barzahlung die Fahrkarte gegen die Wand gekauft haben.
Unsere neuen Herrenmenschen von der hypermoralischen Inquisition stören sich an der Darstellung „schwarzer und indigener Menschen“? Tja, allerwerteste Genossen, „indigen“ sind manche Deutsche ebenfalls. Immer weniger zwar, aber noch sind wir da – auch, um Euch Eure Grenzen aufzuzeigen, Ihr Möchtegerne.