BYD, der weltweit größte Hersteller von Elektroautos, steckt in Schwierigkeiten. Viele seiner Fahrzeuge bleiben unverkäuflich stehen, die Preise sinken, und viele Händler schließen. Droht ein zweites Evergrande?
Das chinesische Geschäftsmodell (westliche Erfindungen im großem Still billiger zu produzieren und den Weltmarkt damit zu fluten) funktioniert nur bei wachsendem Konsum. In China gab es zwar in den letzten Jahren gewaltiges Wachstum beim E-Autoabsatz, aber der Markt ist nun gesättigt. Der chinesische Hersteller BYD produziert allerdings immer weiter und immer mehr und überholte im Jahr 2024 im Volumen, wenn auch noch nicht in der Qualität, den E-Auto-Pionier Tesla. Nun gibt es Absatzschwierigkeiten. Ende Mai hatte die Firma über 340.000 unverkaufte Autos, etliche Händler mussten bereits schließen, meldet handelsblatt.com.
Das Unternehmen versucht, der Situation mit niedrigeren Preisen und erhöhten Exporten zu begegnen. Ihr Einsteigermodell „Seagull“ kostet nur noch etwa 6.800 Euro. BYD plant auch, 800.000 Fahrzeuge ins Ausland zu exportieren, was doppelt so viel ist wie bisher. Sie nutzen dafür sechs Frachtschiffe und außerdem Tricks, um Einfuhrzölle zu umgehen: Die Autos werden in China kurz zugelassen und dann als Gebrauchtwagen deklariert, obwohl sie neuwertig sind. In Deutschland ist BYD nur bei Mietwagen eine Größe, Privatkunden vermeiden die Marke weitgehend.
Der Konzern steht vor Herausforderungen wie Preisverfall, vollen Lagerbeständen und geringem europäischen Interesse. Die Risiko-Elektrostrategie könnte an ihre Grenzen stoßen. In der Branche wird bereits der Vergleich mit dem Immobilienkonzern Evergrande getroffen. Dieser baute, in Erwartung ungebremsten Wachstums, tausende Wohnungen und Häuser, die keiner kaufte und ging daran bankrott, was die gesamte chinesische Wirtschaft zeitweise ins Schlingern brachte.
