Henryk M. Broder / 17.12.2017 / 16:15 / 4 / Seite ausdrucken

Bunte Republik Deutschland, fünfte Fortsetzung

In Berlin bekommt ein Intensivtäter, der seit zehn Jahren Polizei und Justiz beschäftigt, noch eine Chance. Ebenfalls in Berlin kommt es an zwei U-Bahnhöfen zu Störungen im Fahrbetrieb. Am Balinger Bahnhof wird der Rechtsstaat vorgeführt. In Deggendorf streiken die Flüchtlinge. In Nürnberg läuft eine Unterhose frei herum. In Mühldorf wird ein Mann zweimal verhaftet. Katja Riemann findet Eisbein unerträglich. In Mannheim müssen 18 Streifenwagen anrücken. In Köln wird gegen einen Familienvater wegen unterlassener Hilfeleistung erittelt. In Bonn bleiben 34 Messerstiche ungesühnt. In Augsburg lebt es sich besser als in Darfur. In München bleiben die Sozialarbeiter jetzt unter sich. In NRW bereitet sich die Polizei auf den Jahreswechsel vor. In Homburg stößt eine Frau mit einer Personengruppe zusammen. In Sachsen denkt die Caritas über den Einsatz von Sicherheitspiepern nach.

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Wilfried Cremer / 17.12.2017

@Viola H.: Es gibt auch Sätze, die mit Kleinbuchstaben anfangen, z.B.: “sie” heißt es in dem Fall nie, wenn schon Sie - oder du (früher Du)! Ansonsten: Sie haben wunderbar treffende Worte über den Autor geschrieben.

Heiko Stadler / 17.12.2017

Das ist der ganz normale obergrenzenfreie Wahnsinn, in dem die schon länger Regierende gut und gerne lebt.

Giovanni Olivier / 17.12.2017

Sie sollten das mal als Gesamtausgabe Frau Katrin Göring-Eckardt schicken, die sich doch darüber freut, dass wir all diese Menschen geschenkt bekommen, die unser Land nun drastisch verändern, worüber sie sich ja auch unbändig freut.

Viola Heyer / 17.12.2017

Bei Broders “bunter Republik” bin ich immer ganz hin- und hergerissen. Einerseits empfinde ich Wut und ab und an auch Angst, wenn ich lesen muß wie sich mein Land und vor allem meine Heimatstadt Berlin in so kurzer Zeit rasant zum Negativen verändert hat. Der Messermord in Berlin-Wilmersdorf geschah 200m von meiner Wohnung entfernt.  Auch ich hätte dem Raubmörder zum Opfer fallen können. Zum anderen bin ich dankbar, dass zumindest ein prominenter Journalist den Mut hat, den alltäglichen Wahnsinn zu dokumentieren und die Souveränität besitzt den Hass seiner Kritiker an sich abprallen zu lassen. Über die Absurditäten und die unerträglichen Folgen der Zuwanderung den Mantel des Schweigens zu legen ist und bleibt leider gängige mediale Praxis. Deshalb: Merci, Henryk, dass es sie gibt.

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