Die Bundespolizei zieht sich aus dem Frontex-Einsatz mit Griechenland zurück. Begründung: Das Personal werde anderweitig benötigt. Ist Deutschland die „Drecksarbeit“ des Schutzes der EU-Außengrenzen nicht mehr so wichtig?
Seit 2016 sind etwa 20 Beamte der Bundespolizei Teil der Mission „Joint Operation Poseidon Leros“ der EU-Grenz- und Küstenwache in der griechischen Ägäis, die den griechischen Behörden bei der Bekämpfung von Schleusern und illegaler Einwanderung helfen.
Die deutsche Bundespolizei, die dem Bundesinnenministeri untersteht, hat nun mitgeteilt, ihre Beteiligung an der Frontex-Operation im Mittelmeer bis auf Weiteres auszusetzen, meldet sz.de. Als Grund werden nur lapidar „personelle und taktische Bindungen“ angegeben. Weitere Nachfragen an die Bundespolizei, Frontex und die griechischen Behörden wurden nicht beantwortet.
Der Zeitpunkt ist denkbar schlecht gewählt, denn gerade der Sommer ist wegen des guten Wetters die Hochzeit der Schleuser auf den Mittelmeerrouten, währendd ie EU-Außengrenzen dort ohnehin schon unzureichend gesichert sind. Offiziell fordert die Bundesregierung bekanntlich immer wieder mehr Schutz der Außengrenzen. Nach Angaben der Bundespolizei soll der Einsatz im September wieder aufgenommen werden.
