Fundstück / 07.11.2013 / 17:10 / 2 / Seite ausdrucken

Brüssel ist das neue Rom…

... minus Sonne, Sklaven und Kolosseum. Alles andere ist so, wie man es aus dem Film kennt: das satte Machtgefühl einer Elite, die mit einem Fingerzeig über das Schicksal von Millionen von Menschen entscheidet; die lächelnde Herablassung für die Provinzen, aus denen das Geld kommt, das man dann im Zentrum des Imperiums in Ströme von Gold verwandelt. Von Brüssel aus gesehen, ist die Krise, von der überall die Rede ist, eine Wolke am Himmel. Allen, die am Euro zweifeln, kann man nur empfehlen, hier ein paar Tage zu verbringen - sie finden zu ihrem Glauben zurück. Früher hätte man im Süden abgewertet, um mit dem Norden mithalten zu können, jetzt werden eben die Löhne und Renten gekürzt, erklärte mir ein hochrangiger Parlamentarier beim Mittagessen. Und wenn die Leute nicht mehr mitmachen und ihre Wut auf die Straße tragen? Dann demonstrieren sie halt, antwortete er achselzuckend. Sollen sie doch Revolution machen: Alle fünf Jahre gibt es einen Schuldenschnitt. Solche Gespräche führt man am besten bei sizilianischen Weißwein und irischem Rind.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/jan-fleischhauer-ueber-das-leben-als-eu-abgeordneter-a-932353.html

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Leserpost

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Marek Tilgner / 08.11.2013

Gut -Sonne stimme ich größtenteils zu. Aber für Sklaven und Kolosseum haben die bereits Substitutionen konstruiert. In der EU ist das Kolosseum die Fußballarena, nebst dazugehörender Übertragung im Bezahlfernsehen (egal ob staatlich oder privat). Die Sklaven sind durch den Niedriglohnsektor ersetzt worden. Ansonsten ist dieser Analyse natürlich nichts hinzuzufügen.

Dr. Nathan Warszawski / 07.11.2013

Jedes Volk verdient die Regierung, die es hat.

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