Gastautor / 02.06.2018 / 11:00 / Foto: M.I.Ulyanova / 6 / Seite ausdrucken

Brüder in Marx: eine schrecklich nette Familie

Von Theodor Landowski. 

In Russland heissen die Enkel von Lenin, Stalin, Chrutschow und Breschnew "Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF) (im Original     Коммунистическая партия Российской Федерации - КПРФ). Die Partei hat 157.000 Mitglieder (Stand 2016) und sieht sich als Nachfolgerin der KPdSU in Russland. Der Parteivorsitzende Gennadi Sjuganow bezeichnet die „Fortführung von Stalins Werk“ als Aufgabe der KPRF.

In den übrigen Staaten Ost- und Mitteleuropas hat der Wolf vielerorts Kreide gefressen. In der Konsumgüterindustrie würde man von "rebranding" sprechen. Umbenennung, wenn der bisherige Markenname "verbrannt" oder hoffnungslos diskreditiert ist. Beispiel aus der Wirtschaft: Nach der Lehman-Pleite wurde der "belastete" Name "Citibank" in Deutschland aus dem Verkehr gezogen. 

Beispiel aus der Politik: Die Kommunisten in zahlreichen Ländern von Ost- und Mitteleuropa nennen sich heute vielfach Sozialisten oder gar Sozialdemokraten. Die "Bulgarische Sozialistische Partei(kurz BSP) ist eine politische Partei im EU-Land Bulgarien. Sie ist die Nachfolgepartei der Bulgarischen Kommunistischen Partei (BKP). In Ungarn, wo im Jahr 1956 die Sowjetkommunisten einen Volksaufstand (wie zuvor 1953 in Ost-Berlin und 1968 in Prag) blutig niederwälzten, firmieren die früheren Kommunisten als "Ungarische Sozialistische Partei" (ungarisch: Magyar Szocialista Párt). In Polen agieren die "historisch Belasteten" als Sojusz Lewicy Demokratycznej. Und – Dreistigkeit siegt – in Litauen und Rumänien segelt man als "Sozialdemokraten". "Lietuvos socialdemokratų partija" heisst der frühere Ableger der KPdSU in der früheren litauischen Sowjetrepublik. Und die Enkel von Ceaucescu betreiben ihr Geschäft unter der Bezeichnung "Partidul Social Democrat (PSD), was in die deutsche Sprache übersetzt wohl Sozialdemokratische Partei bedeutet.

Besonders pikant: In der sog. "Progressiven Allianz" haben sich die sozialdemokratischen Parteien von Deutschland (SPD), Österreich (SPÖ) und der Schweiz (SP) mit den zuvorgenannten Post-Kommunisten zusammengeschlossen. Sehr progressiv.

Siehe hier zu auch Ulli Kulkes Beitrag "Wehret den Anfängen? Längst zu spät"

Foto: M.I.Ulyanova via Wikimedia Commons

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Karla Kuhn / 02.06.2018

“Der Parteivorsitzende Gennadi Sjuganow bezeichnet die „Fortführung von Stalins Werk“ als Aufgabe der KPRF.” Nochmal 20 Millionen Menschen ermorden ?? Wahrscheinlich hat Putin deshalb so viele Wähler aktiviert, weil die eben nicht mehr kommunistisch regiert werden wollen. Herr Hofman, Ihre Frage ist mehr als berechtigt. Es ist ja nicht nur die ehemalige SED/PDS, das schlimmste Beispiel- für mich !! -ist die Agit Propagandistin. Ohne diese Frau hätten wir wahrscheinlich das ganze Asyldilemma nicht, denn ein vorausschauender Bundeskanzler, der geschworen hat, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, hätte niemals einfach die Grenzen geöffnet und Millionen Menschen einströmen lassen, vor allem einen großen Teil ohne Papiere und viele, wie sich bisher rausgestellt hat mit großer krimineller Neigung und viele “Gefährder” ( vermenschlichte Terroristen ?), die zum Teil vollalimentiert werden müssen. Wahrscheinlich wäre auch dieser unsägliche BAMF Skandal nicht geschehen. Den Faden kann jeder selber für sich weiterspinnen.

Ferenc v.Szita - Dámosy / 02.06.2018

Eine kleine Ergänzung zur sozialistischen MSZP in Ungarn – welche übrigens ebenfalls Mitglied der sozialdemokratischen (!) EU-Fraktion S&D ist (also mitnichten weniger dreist als ihre rumänische Schwesterpartei). Was allerdings die wenigsten wissen: die einstige kommunistische Staatspartei MSZMP (Ungarische Sozialistische Arbeiterpartei) hatte sich anläßlich der politischen Wende 1989 aufgespalten, und zwar in eine vermeintlich ‚reformkommunistische‘ Partei, welche bis heute die besagte MSZMP ist sowie in eine orthodox-kommunistische MP (Ungarische Arbeiterpartei; ursprünglich wollte sie sich „Kommunistische Arbeiterpartei“ nennen, doch dies wurde ihr durch jenes Gesetz verwehrt, welches die Verwendung totalitärer Symbole und Bezeichnungen verbietet – denn anders als in Deutschland gilt in Ungarn dieses Gesetz für NS- sowie für kommunistische Symbole bzw. Parteinamen gleichermaßen!). Nun aber hatte die ach so ‚reformkommunistische‘ MSZP (aus nicht weniger belasteten ehemaligen Politkadern bestehend als die offen-orthodoxen Kommunisten) seinerzeit erwirkt, daß im Parteienregister ausschleißlich sie (!) als Rechtsnachfolgerin der ehemaligen Staatspartei eingetragen wurde, sodaß sie das gesamte Parteivermögen für sich abgriff, während die orthodox-kommunistische Arbeiterpartei MP sich lediglich mit ihrer dumpfbackigen Ideologie zufriedengeben durfte und finanziell gänzlich leer ausging. So war damals der politische Witz entstanden: „Die Arbeiterpartei erbte Karl Marx – die MSZP erbte Das Kapital“ ...und Letzteres im wahrsten Sinne des Wortes: etwa wenn man an die Millionengeschäfte und Machenschaften von Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány denkt, der in seiner Amtszeit 2004-2009 sich selbst sowie seine Clique schwerst bereichert, gleichzeitig aber Ungarn an den Rand des Staatsbankrotts getrieben hatte.

Dirk Jungnickel / 02.06.2018

Gruslig - aber die Dummen werden nicht alle, wie die richtige aber gammatikalisch fragwürdige Volksweisheit lautet. Das Problem dabei ist nur, dass in Krisenzeiten Sozialisten ( z.B. 1933 ) und Kommunisten an die Macht kommen. Also: Holzauge sei wachsam !

Werner Kieser / 02.06.2018

Wen wunderts? Kommunismus, Sozialismus, Nationalsozialismus usw. - sind keine Gegensätze, sonder Geschwister derselben Ideoologie - des Kollektivismus. Das Resultat ist immer dasselbe: Armut, Elend, Millionen Tote. Der wahre Gegner des Kollektivismus ist der Individualismus.

R.E.Rath / 02.06.2018

.....und bei uns sind viele „ehemalige“  Stalinisten, Maoisten und Kommunisten bei den Grünen in vorderster Linie „untergetaucht“ und missbrauchen das Anliegen der der Umwelt verpflichteten normalen Grünen. Schlimmer geht‘s nimmer.

Matthias Hofmann / 02.06.2018

Haben Sie das deutsche Beispiel vergessen oder bewußt weggelassen? Die Partei “Die Linke” steht über den Umweg PDS in direkter Nachfolge der SED. Und so sind Mitglieder der LINKEN, die in der damaligen DDR erfolgreich an den Kaderschmieden Marxismus - Leninismus studiert haben, heute wieder in Amt und (Würden).  Eine ehemalige Funktionärin der SED - Jugendorganisation FDJ schaffte es sogar in ein ganz besonderes Amt. Freilich ohne Würde.

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