Achgut.tv / 11.06.2018 / 06:00 / 22 / Seite ausdrucken

Broders Spiegel: Trump kann es nur falsch machen

Donald Trump macht eigentlich alles falsch. Schon seine Wahl zum US-Präsidenten galt seinerzeit als Betriebsunfall im Politikbetrieb, und von diesem haben sich viele seine Staatenlenker-Kollegen immer noch nicht erholt. Auch deutsche Meinungsbildner haben diesen Schock noch nicht überwunden, denn Trump tut Ungeheuerliches: Er versucht, das umzusetzen, was er im Wahlkampf versprochen hatte. Gerade für deutsche Politiker und Medien scheint das irgendwie unanständig zu sein.

Dabei kann Trump nichts richtig machen: Er will Kim Jong-un treffen? Dann lässt er sich vom Diktator vorführen? Er hatte überlegt, das Treffen abzusagen? Dann verweigert er den Dialog. Er sorgt für Unfrieden und Spannungen, egal was er tut. Trump kann einfach nichts richtig machen.

Das ist ein wenig so, wie mit den Juden im Weltbild eines Antisemiten. Auch die können einfach nichts richtig machen, egal was sie tun. Sind sie reich, dann sind sie Blutsauger, doch sind sie arm, dann sind sie faule Parasiten. Irgendwie ist Donald Trump der Jude unter den Politikern, oder?

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Leserpost (22)
Leo Hohensee / 11.06.2018

Hallo Herr Broder, Sie haben Recht. Die Missachtung gegenüber dem demokratisch gewählten Präsidenten der USA ist latent. Sie wird teilweise als aggressive Feindschaft vorgetragen. So war auf WDR 5 Radio am 4.6. mittags in der Sendung Tagesgespräch (Leitung Anja Backhaus) unerträgliches zu hören. Unter dem Thema „Brauchen wir Philosophie im Alltag?“ kommen Anrufer zu Wort z.B. bei Minute 32,4 ein Herr, der ausführt:  ….“wir haben ja einen Herrn Trump. ….. es gab von der Kirche sogar das Recht zum Tyrannenmord. Wie wäre es denn mit Mord am Idioten?“  Oder bei Sendeminute 40,0 sagte eine Frau, die schon hervorgehoben hat, dass sie Fahrrad fährt und Vegetarierin ist: ……“was Herrn Trump anbelangt … Tyrannenmord wäre ganz gut, tschuldigung.“ Sie, Herr Broder, stellen ja die Frage „was ist bloß los in diesem Land?“  - unfassbar -

Steffen Kallinowsky / 11.06.2018

Muss ich mit Herrn Trump jetzt Mitleid haben? Wird der “Arme” immer falsch verstanden und erfährt keine gerechte Bewertung seiner Versprechen bzw. Ziele? Egal was er tut. Kommt jetzt neben dem “alternativ/ linken Betroffenheitsgesülze” über Trump das “konservativ-transatlantische, pro-Trump-Gejammer” über die Ungerechtigkeit der Trump-Kritiker. Der Mann soll nicht quasseln (twittern) sondern tun! Wo ist die Mauer? Wann geht es los? Wieso über Zölle verhandeln, wo er doch seinen Wählern diese schon zugesagt hat. Wer groß spricht muss groß liefern - sonst bleibt er erst einmal was er ist - ein Schwätzer! Dumm, dass in Demokratien zwischen den Wahlkampfversprechen von Politikern und deren Umsetzung, Kompromisse und Hindernisse liegen. Das Begreifen dieser Zusammenhänge ist nicht für jeden verständlich… Donald Trump ist bestimmt nicht der “Jude” unter den Politikern, aber sicherlich der größte Ankündiger.

S. Salochin / 11.06.2018

Das Problem der deutschen Politik ist, Trump mag „der Jude“ der Weltpolitik sein und tatsächlich ist die Ablehnung von Trump völlig unabhängig von dem was er tut oder sagt und ob er damit etwas für die Menschen erreicht, den er es versprochen hat oder nicht. Er ist aber vor allen Dingen „ein Jude“ (und seine Tochter ist ja tatsächlich zum Judentum konvertiert und sein Schwiegersohn heißt Jerald Kushner), der eben den großen roten Knopf hat (der auch noch funktioniert) und den das Geschrei aus Europa überhaupt nicht interessiert. Er ist eben eigentlich kein herkömmlicher Politiker, sondern ein 10 Milliarden schwerer Immobilienmogul, den die Medien jahrzehntelang hofiert haben, der aber seinen Ruhm nicht dadurch begründet, sondern sich selbst durch Geschäfte reich gemacht hat. Deswegen funktionieren die herkömmlichen Tasten nicht, auf den seine Gegner herumdrücken. Pat Condell hat im amerikanischen Vorwahlkampf über Trump gesagt, er sei vielleicht nicht der beste Kandidat (das musste immer dazu gesagt werden), aber er habe eine Sache, die ihn stärker mache als alle seine Gegner: Er sage einfach die ungeschminkte Wahrheit. Und das elektrisiere seine Anhänger. Er hat offenbar recht gehabt und das ist vielleicht auch der Grund, warum er sich nun an seine Versprechen hält. Sehen wir der schockierenden Wahrheit ins Gesicht: Der Mann ist möglicherweise einfach ehrlich.  Für mich klang Trump schon im Wahlkampf immer so, als ob er wirklich ernst machen wollte. Das macht ihn besonders für unsere europäischen Staatschefs auf herkömmliche Weise unbezwingbar. Außerdem ist Trump auch wenn er nur noch amerikanischer Patriot sein will, von seiner Herkunft halber Deutscher, das sollte man nie vergessen. Das hat Folgen für seine Disziplin, seine politische Rechtschaffenheit und seine Unbeirrbarkeit. Weil aber Deutschland seinen Großvater nicht mehr ins Land lassen wollte, weil der nicht gut genug war, bedeutet das für Merkel nicht unbedingt Gutes :))

Maja Schneider / 11.06.2018

Treffender geht es wieder mal gar nicht, sehr geehrter Herr Broder. Auf den Vergleich muss man erst mal kommen: “Trump ist der Jude der Politik” Man spürt die Entrüstungsstürme geradezu körperlich bei, sollte man auf die Idee kommen, dieses Zitat in eine Diskussionsrunde einzubringen! Einen Versuch ist es allemal wert!

Reinhard Schilde / 11.06.2018

Gerade unsere Politiker sollten ihre Klappe halten und sich mal an die eigene Nase fassen, bevor sie über Trump herfallen. In dem sie ihn auf Teufel komm raus schlecht reden, lenken sie doch nur von ihrer eigenen Unfähigkeit ab. Der Mann ist ganz sicher kein Sympathiebolzen, aber mir gefällt seine geradlinige Art und ich bin ebenso der Meinung, dass er eine ganze Menge richtig macht. Da können sich unsere Pappnasen in Berlin mal eine Scheibe von abschneiden. Er versucht zumindest, seine Versprechen zu halten, unsere Politiker geben sich ja nicht mal im Ansatz die Mühe, den Anschein zu erwecken, das zu tun.

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