Über die größten Herausforderungen und Probleme, wie Zuwanderung und innere Sicherheit wird immer noch allenfalls verhalten gesprochen. Deutschland will weltweit Konflikte lösen, ist aber nicht in der Lage, die Konflikte im eigenen Lande überhaupt erst einmal klar zu benennen. Wer das tut, begibt sich auf ein publizistisches Minenfeld, denn die Stigmatisierung als Rechter, Rechtspopulist oder gar Rechtsextremist kommt schneller als jemals zuvor. Die Ankläger fühlen sich offenbar ertappt.
Beitragsbild: Tim Maxeiner
Gestern bin ich wirklich zornig geworden. Im Briefkasten lag ein Brief des CDU- Schatzmeisters. Die übliche Bitte um Spenden, die von Zeit zu Zeit in die Post gegeben wird. Als ich die Einleitung las, platzte mir der Kragen. "Die letzten Jahre waren gute Jahre für Deutschland" , hieß es da. Als erster Satz. Wobei- ich habe das so schnell zerknüllt und in den nächsten Papierkorb geworfen, daß ich mir im Nachhinein gar nicht mehr sicher bin, ob da überhaupt "Deutschland" stand. Vieleicht stand da auch "unser Land" oder so ähnlich. Aber wie man so dreist lügen kann, angesichts der katastrophalen Lage, das zeigt die Realitätsferne der CDU-Granden in grellem Licht.
Wenn man mit Mitbürgern über die Situation in Deutschland spricht, fällt eines auf : Die etwas älteren sehen sie eher kritisch, die eher jüngeren sehen sie nicht so kritisch. Liegt an der Lebenserfahrung der Älteren, daran, dass sie sich nicht so leicht etwas vormachen lassen? Die Älteren sind häufiger der Meinung, dass der, der Ansprüche stellt, zuvor auch etwas geleistet haben sollte, oder zumindest kurz nachdem ihm etwas gegeben wird, mit der Rückerstattung, einem Erkenntlich zeigen beginnen sollte. Und sie sind der Meinung, dass Menschen, die zu ihrem Schutz zu uns kamen, wieder zurückgehen, sobald es die Verhältnisse in ihrem Land zulassen. Die Älteren halten nichts von Geben ohne Gegenleistung. Denn sie wissen, dass das Leben so nicht funktioniert. Und sie ahnen, dass es illusorisch ist, dass die jungen, bildungsfernen Männer sich jemals in Lohn und Brot befinden werden. Die Älteren ahnen, wie sich die jungen Männer dann alternativ beschäftigen werden, dass sie niemals Sozialversicherungsbeiträge zahlen werden, dass sie möglicherweise den arbeitenden Menschen ihr Leben lang auf der Tasche liegen werden. Und die Älteren wissen, dass das Arbeitspotential dieser Männer viel sinnvoller beim Wiederaufbau ihrer Länder zum Tragen käme. Die Jüngeren, oft groß geworden in Verwöhnung und in dem Gefühl eines als für selbstverständlich angesehenem ausreichenden Vorhandenseins materieller Güter, sehen kein Problem darin, zu verschenken, was sie nicht erarbeitet haben. Sie schütten aus, aus der nie enden werdenden Muttermilch von Mutter Staat. Wohl bekomm‘s.
Ich höre Unglaubliches aus meiner Umgebung: Ein ehem. Hauptmann der Pz.-Truppe (?) sagte mir wörtlich ins Gesicht und das ganz ohne Verlegenheit: "Wozu für diese Schweinebande noch den Buckel hinhalten?" Der Truppendienst wird anscheinend nur noch wegen des Soldes und der Zusatzvergütung wegen des Auslandseinsatzes aufrecht erhalten. Wenn man davon ausgeht, dass bestenfalls 15 % kämpfen würden und der Rest Logistik macht, verfügt der Bund noch über rund 25 Tausend Personen als Kampftruppen. Dies ohne das Wichtigste an moderner Technik. Aus dieser einfachen Betrachtung geht hervor, in welchem Umfang die Jahre seit Schröder, Fischer, Merkel und Co. verschwendet worden sind.
Was denken Sie, Herr Broder? Aussitzen ad infinitum...oder doch ad finitum? Und was, wenn diese finis erreicht bzw. ueberschritten worden ist?
Haben die Leute wirklich schon „verstanden“? Ich sehe immer noch überall glühende Merkel-Fans, die ernsthaft glauben, dass wir im „besten Deutschland aller Zeiten“ leben, ein Satz übrigens, den ich zuletzt vor etwa 10 Jahren auch noch unterschrieben hätte. Seitdem hat sich das Bild leider gründlich verändert. Heute bin eher entsetzt, dass Heinrich Manns Roman „Der Untertan“ jemals wieder mehr als nur ein historisches Zeitbild aus der Kaiserzeit sein könnte...
Ja, Herr Broder, das ist genau das, was mich in Harnisch bringt: Man hält mich für blöd. Im Gegensatz zu Ihnen glaube ich allerdings, dass die breite Masse dumm ist. Wie lässt es sich sonst das Nichtstun der Bevölkerung und das Wiederwählen unfähiger Politiker erklären??? Mit Lethargie? Mit Naivität? Mit Desinteresse? Mit Ignoranz oder Dekadenz? Danke jedenfalls für Ihr Engagement und das Ihrer Kollegen . Ihre gemeinsame Erklärung 2018 ist ein Silberstreif am Horizont.
Ich hoffe, Sie können es nachvollziehen, wenn ein derart ignorantes Verhalten gegenüber dem Bürger, das zudem zu existenziellen "Verwerfungen" bereits geführt hat, nicht gerade simple Einfalt und edle Zurückhaltung nach sich zieht.