Achgut.tv / 08.10.2018 / 06:19 / 47 / Seite ausdrucken

Broders Spiegel: Seehofer ist Karl Valentin

Die Bundesregierung beschäftigte sich in den letzten Monaten mit sich selbst und kam nicht so recht zum Regieren und trotzdem hat das Land weiter funktioniert. Vielleicht bräuchten wir eigentlich gar keine Bundesregierung. Doch manches würde einem vielleicht doch fehlen. Horst Seehofer beispielsweise. Immer wenn er bei einer Pressekonferenz einen Witz macht, über den er anschließend nur selbst lacht, erkennt man seine wahre Qualität: Seehoferder ist der Karl Valentin unserer Tage. 

Oder nehmen wir Peter Altmaier, der jetzt überall im Land bei den Bürgern um Verständnis für neue Stromtrassen wirbt. Jahrelang wurden Windräder gebaut, ohne dass es jemanden kümmerte, dass es das Netz gar nicht gibt, um die erzeugten Strommengen zu eventuellen Verbrauchern von Nord- nach Süddeutschland zu leiten. Dagegen sind doch die Bürger von Schilda, die das Licht in Eimern in die Häuser holen wollten, harmlose Gesellen. Die wirklichen Witzbolde sitzen im Kabinett. Und dass das Land trotz ihres Wirkens noch halbwegs funktioniert, das ist nicht nur ein Phänomen, sondern darauf kann man als Deutscher richtig stolz sein.

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Archi W. Bechlenberg / 08.10.2018

Seehofer ist kein Klon von Karl Valentin. Ein Clown ja, ein Pausenclown. Einer, der Zeit totschlägt, bevor andere das Programm weiter bestreiten. Sein reales Vorbild ist ohne jeden Zweifel Fozzy Bär aus der Muppetshow. Der konnte ebenso herzhaft und einsam über seine eigenen Witze lachen wie Bayerns Problembär Horst. Und dazu noch mit den Ohren wackeln. Daran muss Seehofer noch arbeiten.

Albert Sommer / 08.10.2018

Ach Herr Broder, wie würden wir das alles nur ertragen ohne ihr herrlich ironisches Schandmaul. Um es mit dem berühmten Satz einem der menschlichsten und sympathischsten, ehemaligen deutschen Entertainer auf den Punkt zu bringen -DAS WAR SPITZE

Wolfgang Richter / 08.10.2018

Die Räder im Lande haben sich auch munter gedreht, als wir nach der letzten Wahl zum BT für ein halbes Jahr quasi keine Regierung hatten. Und daran hat sich faktisch seit der Selbstinthronisierung der Berliner Masochistentruppe auch nichts geändert. Und Murksels Peterchen konnte schon nicht “Flüchtlinge”, warum sollte er jetzt “Strom” können. Grundsätzlich hat sicher jeder abhängig Beschäftigte in seinem Berufsleben die Erfahrung gemacht, wie unbeschwert und erfolgreich man werkeln kann, wenn Chefs sich nicht einmischen oder gar außer Hause sind. Ds sollte erst recht in Bezug auf die Berliner Kabarettisten klappen.

A. Witzgall / 08.10.2018

@Karin Adler, haben wir ein Glück, dass niemand hier mitliest :) Aber es ist zu köstlich, ihre “klare Kante” zur Kenntnis zu nehmen. Ich stelle mir gerade Achgut als kombinierte Dating-Seite vor, mit Ihrer Moderation würden wir auch noch den Spiegel abhängen (ha, witziges Wortspiel) Vielleicht ist ja auch mal so ein kleiner Flirt erlaubt. Ich fand es prima, wie Sie schreiben und schöne Grüße an den Max, den Strammen :))

Marc Blenk / 08.10.2018

Lieber Herr Broder, eines ist doch offensichtlich: Dass da eine fast komplette Politikergeneration nicht nur die Demokratie zu Schanden geritten hat, sondern all das gefährdet, was Generationen aufgebaut haben. Klar können Fehler passieren, logisch Situationen falsch eingeschätzt werden… Nur gab es seit 1949 keine Ära, in der die herrschende Politik in Deutschland mehr Probleme geschaffen, als Vorhandene gelöst hat. Wir stehen, so mein Eindruck, vor einem großen Umbruch. Wie groß er wird, musss man sehen. Aber die Mitte der Gesellschaft formiert sich immer mehr. Und schizophrener Weise zeigt sich das am deutlichsten daran, wie wenig noch bürgerliche Mehrheitsmeinung in gewohnheitsmäßig herrschender Politik und Medien Akzeptanz und Repräsentanz findet. Der Bürger lernt, sucht sich neue Vernetzungsmöglichkeiten und Informationsquellen und vor allem dürstet ihn immer mehr nach Geist, der die offiziellen und althergebrachten Quellwasser längst verlassen hat, die vergiftet wurden durch seltsame politökonomische Entwicklungen und Voraussetzungen, sowie ideologischer Festzurrungen und Kaperungen. Wo nur noch die eine Meinungen gilt,  kann Geist nicht zuhause sein. Da er aber niemals totzukriegen ist, schwirrt er eine Weile umher und sucht sich neue Blütenfelder… Eines dieser kräftigen und nahrhaften Wiesen ist die Achse des Guten. Soviel Pathos muss sein. Gerade an einem Tag der Demokratie wie huet, wo Frau Lengsfeld und Sie ihr einen Dienst erfüllt haben, der sich auszahlen wird und als ein wichtiger Baustein einzuordnen ist bei der Wiederherstellung echter demokratischer Verhältnisse. Der Geist atmet wieder freier.

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