Achgut.tv / 25.06.2018 / 06:20 / 20 / Seite ausdrucken

Broders Spiegel: „Die EU wird diese Krise nicht überleben“

Nein, dieser Satz bezieht sich ausnahmsweise nicht auf die Migrationskrise, die die EU derzeit auch nicht in den Griff bekommt, sondern auf die Euro- und Schuldenkrise, über die merkwürdigerweise kaum einer redet, obwohl doch gerade Italien Kurs auf den Staatsbankrott nimmt. Und im Gegensatz zu Griechenland kann Italien den Euroraum und damit letztlich auch die EU schon in den Abgrund reißen. Tröstlich ist vielleicht nur, dass die Italiener diese Krise überleben werden, nur die EU in ihrer heutigen Verfasstheit wahrscheinlich nicht. Doch statt sich dem Problem zu stellen, wird es lieber schöngerechnet und schöngeredet. Das wiederum ist ja bei der Migrationskrise nicht anders. Nur kann die derzeit nicht so leicht übersehen werden, wie die Euro- und Schuldenkrise.

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Dirk Ahlbrecht / 25.06.2018

Was mich betrifft, so kann ich nur sagen: Ganz fest die Daumen drücken, das der EU-Wahnsinn recht bald ein Ende hat!

Werner Arning / 25.06.2018

Nicht die Italiener sind besorgt über EU und Euro, sondern besorgt sind die Deutschen. Die Italiener besitzen ihre Eigentumswohnung, das beste Essen der Welt und ihre Improvisationsfähigkeit. Schulden beängstigen sie nicht übermäßig und das Schicksal der EU liegt ihnen eher nicht am Herzen. Franzosen, Griechen, Italiener haben allerdings gelernt, wie man sich deutschen Ängste und Sorgen zunutze machen kann. Wie man von ihnen profitieren kann. Je größer die Angst bei den Deutschen, desto größer auch ihre Zahlungsbereitschaft. Und womit kann man sie am besten ängstigen? Genau, indem man den Teufel des Populismus an die Wand malt. Da öffnet sich das Portemonnaie wie von Wunderhand. Nur die Deutschen machen diesen Hype um Europa und die EU. Die Südländer sehen es pragmatisch. Nützt es mir, ist es gut. Nützt es mir nicht, will ich es nicht. Für sie handelt es sich nicht um eine Grundsatzfrage oder um Ideologie. Nein, die Italiener werden sich zu helfen wissen, wenn alles den Bach runter geht. Auf ihren Ansprüchen sitzenbleiben, werden die Deutschen. Und zwar auf materielle wie auf ideologische Art.

Dietmar Schmidt / 25.06.2018

Lieber Herr Broder, Sie haben wahrscheinlich recht, aber ich hoffe als überzeugter Europäer, dass Sie nicht recht haben.

Frank Schlünsen / 25.06.2018

Ach wär das schön… gerne zurück zur EWG und den ganzen anderen Unsinn als Fehler der Geschichte vergessen…

Helmut Driesel / 25.06.2018

Geld ist eine tote Sache, es ist konstruiert und seine Macht ist von der Art der toten Dinge. Daher kann man monetäre Probleme eher reparieren, ähnlich wie bei einer Maschine. Soziale Verwerfungen dagegen muss man versuchen auszuheilen, das ist viel schwieriger und weniger vorhersehbar. Im Prinzip entstehen auch die finanziellen Probleme durch ihre sozialen Aspekte. Denn alles geliehene und frisch geschöpfte Geld verschwindet ja nicht aus der Welt, sondern es ist noch da und gehört eben anderen. Nicht denen, die die Schulden angehäuft haben. Somit auch nicht dem Staat. Theoretisch, das ist ja das Kalkül der Linkspartei, könnte jeder Staat seinen Reichen so viel von ihrem Eigentum wegnehmen, wie zum Abbau seiner Überschuldung nötig wäre. Das wird aber nicht geschehen, solange in nahezu allen Ländern die Oberschicht an der Macht ist. Auch und gerade in Italien oder Griechenland nicht. Man versucht deshalb immer, sich zwischen den Extremen hindurch zu laborieren. Da ist viel mehr Raum für gestalterische Freiheit, als der kleine Mann auf der Straße sich vorstellen kann. Freilich geht beim Laborieren auch gelegentlich was schief. Es muss aber nicht. Es sei denn, hundert Milliardäre wünschen sich das. Bei denen ist die Zeit, wo das Wünschen noch geholfen hat, nämlich noch nicht vorbei.

Joachim Lucas / 25.06.2018

Wenn der Satz zutrifft: Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht, dann befinden wir uns im tiefsten Gestrüpp. Wie die Schuldenkrise genau ausgeht, kann mir keiner sagen (auch nach vielen Gesprächen mit Leuten, die es wissen könnten). Vier Szenarien sind denkbar. 1. Schuldenschnitt. Das merkt dann jeder Lebensversicherte oder wer sonstwie vom Kapitalmarkt abhängt, praktisch alle. 2. WIR stehen gerade dafür. Folge: Willkürliche Gundschuldeinträge auf Immobilien zur Besicherung der Kapitalbeschaffung an den Märkten und Bargeldabschaffung, um an alles ranzukommen. 3. Auflösung der Währungsunion. Jeder kümmert sich selbst um seine Schulden mit anschließenden Absturz an den Kapital- und Devisenmärkten. 4. Währungsschnitt unter Beibehaltung der individuellen Schulden und Schnitt beim Vermögen. Wahrlich keine schönen Aussichten! Also weiterwurschteln, Augen zu und durch!

Martin Wessner / 25.06.2018

Ihre Frage ist richtig. Warum will Island oder auch Schweden und Polen nicht Mitglied im Euro-Währungsverbund werden? Gute Ideen wurden in der Geschichte der Menscheit doch immer kopiert. Warum wollen die kultur- und sprachnahen Mittel- und Südamerikaner von Mexico bis Chile nicht eine südamerikanische Union(SAU) bilden und als Gemeinschaftswährung den “$üdamericano” einführen? Oder warum wollen die als besonders kopier- und nachahmungssüchtigen geltenden ostasiatischen Länder nicht die die Ostasiatische Union(OAU) gründen und als Gemeinschaftswährung den “Asiato” einführen? Zudem mahnen bei uns EU-Apolegeten ständig in den diversen Talkshows mit furchtvollen Unterton an, dass Deutschland mit seinen 83 Millionen Einwohnern zu klein für diese Welt ist und sich als Nation ohne den Zusammenschluss mit anderen Staaten in dem Bündnis der Europäischen Union nicht gegen Riesen wie die USA oder China behaupten könnte. Nur frage ich mich immer verwundert, wie Zwerge wie Neuseeland, Uruguay, Israel, Island, die Schweiz oder Singapur das sehr wohl schaffen, ohne unbedingt Mitglied in der EU sein zu müssen? Die EU wird wie andere nordamerikanische, südamerikanische, afrikanische, orientalische oder asiatische bilaterale Interessensgemeinschaften mutmasslich auch in den nächsten 50, 100 oder 500 Jahren alle diversen Krisen überstehen. Man tut sich zusammen und baldovert etwas aus. Das hat der Mensch, weil es zweckmässig ist, immer getan und er wird es deshalb auch in ferner Zukunft so weiterführen. Nur der “Titanic-Dollar”, sprich der Euro als Währung, der wird die nächste Weltwirtschaftskrise(Rezession) garantiert nicht überstehen. Da bin ich absolut mit Ihnen der gleichen Meinung.

beat schaller / 25.06.2018

Lieber Herr Broder, ganz genau so sehe ich das auch. Ich staune allerdings immer wieder, wenn ich mit den Anlageberatern der Banken spreche, wie deren Beurteilung immer noch positiv ist. seit der letzten Finanzkrise traue ich dieser erneuten Entwicklung längst nicht mehr. Eigentlich bin ich erstaunt, dass es noch nicht passiert ist, dass auch noch nirgendwo ein Anfang von galoppierender Inflation zu sehen ist. Es ist einfach nur am Kochen. Nachdem aber die EZB kürzlich erneut nicht den Mut hatte, die Aufkäufe von Schund papieren in gigantischer Grösse aufzugeben, hat sich mein Bauchgefühl dramatisch verschlechtert.  Vielleicht sind wir einfach zu skeptisch oder haben in der Schule ab der zweiten <klasse im Rechnen gut zugehört. Sie haben recht, niemand spricht darüber, und niemand will über irgend ein Problem eine Aufklärung. BANF, EU, neue Gesetze, Diesel, Umweltschutz, Energiewende etc. überall kommen die “Wände ” in grossem Tempo entgegen!  Der Mehrheit in der Bevölkerung ist wohl der Verstand abhanden gekommen und sie fühlen sich vor der Flimmerkiste in ihren Sesseln noch allzu wohl.  Das kann nicht gut gehen. b.schaller

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