Achgut.tv / 06.08.2018 / 06:25 / 41 / Seite ausdrucken

Broders Spiegel: Die Selbstkastrierung der deutschen Presse

Deutsche Journalisten diskutieren derzeit gern über schlechtes und gutes Framing. Sie sorgen sich, dass mit den falschen Begriffen eine falsche Stimmung erzeugt werden könnte, weshalb sie mit den richtigen Begriffen für die richtige Stimmung sorgen wollen. Das wäre dann gutes Framing. Doch woher kommt diese Sehnsucht nach sprachlicher Gleichschaltung? Gehört eine gewisse Wortgewandtheit nicht zu den Berufsvoraussetzungen? Wieso wünscht man sich dann Sprachregeln nach der Art einer Bundesschrifttumskammer, die viele Kollegen offenbar zu vermissen scheinen? Oder sind das heimliche Kastrationswünsche? Und warum die Begriffswahl „Framing“ ziemlich kurios ist, bekommen Sie im Video auch erklärt.

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Klaus Bloemker / 06.08.2018

“Jüdische Mitbürger” ist komisch, aber noch peinlicher ist, von “jüdischen Menschen” zu reden. Hauptsache ist, man sagt nicht ‘Juden’, weil die Nazis das gesagt haben. Der sprachlich-ideologische Nonsens war, von ‘unseren ausländischen / türkischen etc. Mitbürgern’ zu reden. - Mitbürger sind nur die, die auch die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Der Begriff ‘Mitbürger’ war ein gut gemeintes ideologisches Framing, um Ausländer nicht sozial auszugrenzen. - Spätestens, als ‘unsere türkischen Mitbürger’ Erdogan gewählt haben, ist den Leuten ihr ideologischer Frame vor den Augen gefallen.

Udo Kemmerling / 06.08.2018

Der “Frame”, in den unsere Qualitätsjournalisten uns sprachlich einpferchen wollen, hat bei mir schon seit Jahrzehnten einen Namen: OSTBLOCKDEUTSCH!

Karla Kuhn / 06.08.2018

“Kennen sie den Spruch “Wenn man nichts Gutes über jemanden sagen kann, sollte man lieber schweigen”? Der ist abgeleitet vom lateinischen Spruch “De mortui nil nisi bene”. Wenn das allgemeingültig wäre, müßten fast alle Boulevardjournalisten schweigend durch die Welt laufen ...” © Wolfgang J. Reus (1959 - 2006), deutscher Journalist, Satiriker, Aphoristiker und Lyriker. Gefällt mir sehr gut und ich finde, es paßt.

Karl-Alfred Büttner / 06.08.2018

Guten Tag, Herr Broder, könnte es vielleicht daran liegen, daß man als Redakter/Journalist in unserer Presselandschaft nur noch dann eine Chance auf Veröffentlichung hat, wenn man sich an gewisse ungesagte Regeln der geforderten political correctnes (sind aber sicher von den Regierenden klariert!) hält? Diesen Eindruck habe ich von unseren Öffentlich Rechtlichen Sendern sowie von alllen überregionalen Tageszeitungen - man sagt und schreibt nicht alles, was zur Wahrheit dazugehört, verschönt und läßt auch gerne unbequeme Nachrichten weg, die zur vollständigen Information dazugehören. Nicht nur, aber besonders dann, wenn es sich um unsere nicht eingeladenen, aber teilweise geliebten Zuzügler handelt…

Stefan Bley / 06.08.2018

Herr Broder, ich kann Ihnen versichern, daß bei der deutschen Journalie nichts abgeschnitten werden kann. Eier hat von denen nämlich längst keiner mehr. Eine solche kollektive Selbstaufgabe hat es zuletzt möglicherweise nur unter den Kritikern des NS-Regimes gegeben, damals um seine eigene Haut zu retten. Heute tun sie es anbiedernd um Teil des Systems moralischer Überhöhung sein zu dürfen.

P.Steigert / 06.08.2018

Kommissare für Propaganda und Agitation möchten die Mitglieder der deutschen Journalistenkaste eigentlich sein.

Andreas Rochow / 06.08.2018

Großartige Aktivisten-Journalisten: Wenn schon Englisch, dann richtig falsch! Für dieses Projekt ist ein zentraler Zwangsgebühren-Rundfunk mit seiner Meinungs- und Sprachmacht und und einem Heer bestbezahlter Selbstkastrierer und Sebstkastriererinnen geradezu ideal aufgestellt. Also dann främt mal schön, und zwar so lange bis die Letzten merken, dass sie vera….. werden.

Wolfgang Kaufmann / 06.08.2018

„[…] bis jetzt noch nicht freiwillig gleichgeschaltet haben“ – Vor allem haben sich die Deutschen bisher noch nicht genügend infantilisiert. Da bieten doch allen Ernstes zwei durchgeknallte Weibchen ihre Dienste als „Elfenbeauftragte“ und „Tierkommunikatorin“ an, um auf der Autobahn A2 bei Hannover Unfallursachen zu erforschen. Und das Amt sagt nicht: Ihr habt ein Rad ab! Sondern: „Wir sind eine offene Behörde, die allen Bürgern gerecht werden möchte und viele Aktivitäten unterstützt […] wenn die Frauen glauben, mit ihren Kräften etwas bewirken zu können, unterstützen wir das.“ – Ja, so geht Aufklärung, so werden besorgte Bürger ernst genommen!

Michael Birke / 06.08.2018

“Who Framed Roger Rabbit” fand ich als Film sehr lustig. Nicht lustig ist, wie konsequent unsere Medien es schaffen, über gewissen Personen (Trump) und Parteien (AfD) entweder gar nicht oder bei günstiger Gelegenheit natürlich negativ zu berichten. Wie man das nun nennt, Framing, Manipulation, ist mir dann doch eher egal. Nicht egal ist: Es wird gemacht! Die Zeitung, in deren Plus-Bereich Sie öfters zu Wort kommen, halt, ich habe vergessen, auf der Achse kann man Dinge noch beim Namen nennen, ich meine die WELT natürlich, die FRAMED momentan ganz schön. “VOR DER BAYERN-WAHL. Die Stunde der glücklichen Grünen. Nach der Landtagswahl könnte Bayern von einer Koalition aus CSU und Grünen regiert werden.” Als Mit-Bayer (Franke) ist mir diese grüne Dauer-Bombardement in letzter Zeit suspekt, draußen wird alles gelb, und in der Presse strahlen KG-E und Habeck über den grünen Klee. Die Grünen als natürlicher Koalitionspartner von CDU und CSU, das muss man den Leuten außerhalb von Kretschmannland natürlich erstmal überhaupt ins Bewusstsein bringen. Und das wird gerade gemacht.

Paul J. Meier / 06.08.2018

Ein Kollege der Schweizer NZZ hat es auf den Punkt gebracht: “Die Lust an der moralischen Selbsterhöhung ist in Deutschland mindestens so gross wie die zur Selbstanklage.” Und hieraus speisen unsere Mainstream-Medien ihr Sendungsbewußtsein mit einhergehendem Wettbewerb. Dass dies eine Grube ist, in die sie schon längst selbst gefallen sind und nicht mehr herauskommen, sieht man am aktuellen “Zeit"geschehen. Erst erzieht man die Leute und kriegt dann den Bumerang dieser Erziehung. Erst wenn diese Lust befriedigt ist, wenn diese Moralspirale explodiert ist, wird die postkoitale Depression einsetzen, dann werden sie sich was framen.  Früher gab es die Forderung nach der Pressefreiheit, heute braucht man eine Freiheit vor der Presse!

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