Derzeit beschäftigen sich wieder einmal viele Publikationen mit den neuen Rechten. Engagierte Kämpfer gegen rechts haben sich auch vor fünf, vor zehn, vor fünfzehn und vor zwanzig Jahren mit den neuen Rechten beschäftigt, allein deshalb muss es sich ja im aktuellen Fall um die ganz neuen Rechten handeln. Und in der Tat ist man heute mit Aussagen rechts, mit denen man seinerzeit noch links sein konnte. Und wer sich darüber beschwert, zum Rechten gebrandmarkt worden zu sein, beweist nach Meinung derer, die die Gesinnungs-Etikettierung vornehmen, erst recht, dass er zu den Rechten zählt. Dieser Irrwitz lässt sich eigentlich nur ertragen, wenn man immer mal wieder einen klugen Gedanken eines klugen Menschen genießt und sich ansonsten in Gelassenheit übt.
"Antifa ist Faschismus ohne schlechtes Gewissen". Vielen Dank Herr Broder, dass Sie in Ihrem Beitrag auf dieses inhaltlich so ungemein zutreffende Zitat des bayerischen Kabarettisten Sigi Zimmerschied aufmerksam gemacht haben. Es wirkt übrigens noch eindrücklicher, wenn man die Biographie von Zimmerschied ein klein wenig kennt. Zimmerschied eckte nämlich schon in seinen jungen Jahren bevorzugt und ganz gehörig mit Honoratioren und Institutionen seiner Passauer Heimat an, die sicher unverdächtig sind, dem liberalen, geschweige denn dem eher linken Lager anzugehören.
Die SZ hat wie die anderen ab den 68ern das Kind der Werte mit dem Naziwasser ausgeschüttet. Ein wenig Lauge hat man sich gelassen. Von irgendeinem Dreck muss man ja leben.
Wenn man in sozialen Netzwerken bereits als "Rechter" attackiert wird, nur weil man es als liberaler Mensch gewagt hat Hildegard Hamm-Brücher zu zitieren, dann ist es eigentlich Zeit zu gehen. Nur wohin?
Nach dem Kommando "Augen links!", stehen für den, der von links kommt, alle rechts. Das ist so.