Achgut.tv / 18.04.2022 / 06:00 / 166 / Seite ausdrucken

Broders Spiegel: Wir sind Kriegspartei

Deutsche Politiker streiten über neue Waffen für die Ukraine, aber wollen keine Kriegspartei sein. Ist nicht schon Kriegspartei, wer Rüstungsgüter liefert? Muss der Kanzler nicht endlich etwas Konkretes zu unseren Kriegszielen sagen?

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Theodor Breit / 18.04.2022

@Markus Knust : „Einwurf in Ihre Fantasiewelt…“ Ich habe nicht von einem neu erstarkenden Deutschland gesprochen. Sondern dass der Westen zumindest reagiert hat. In viel weitreichenderer Form als vorher von vielen erwartet worden ist. Inwieweit der Westen nun wehrhafter wird, wissen weder ich noch Sie. Das bleibt abzuwarten. Ihre Kritikpunkte sind berechtigt. Dass der Westen immer mehr Selbsthass entwickelt, mag stimmen. Länder wie Russland sind aber weit mehr vom Selbsthass getränkt. Größenwahn ist ein eindeutiges Symptom dafür. Es reicht meiner Meinung nicht, nur das Schlechte zu sehen und zu bejammern. Man muß auch Alternativen entwickeln, um dem Zerfall entgegensteuern zu können. Egal, ob diese nun umgesetzt werden oder wir weiter dem Stumpfsinn verfallen. Fatalismus ist für mich keine Option.

Wolfgang Nirada / 18.04.2022

Ich höre immer nur “WIR”... wir sollen solidarisch sein uns impfen lassen den Gürtel enger schnallen und frieren… Auf meinem Lieblings-Tshirt steht (Nein nicht “wer wenn nicht wir” sondern) “N’Scheiss muss ich”... Und Kriegspartei bin ICH auf keinen Fall… Ich habe nicht das geringste gegen Putin und noch weniger gegen den Rest der Russen… Einer Umfrage nach sind gerade noch 18% der deutschen Bevölkerung bereit dieses Land mit der Waffe in der Hand zu verteidigen - und zu denen gehöre ich zu 100% nicht (mehr) dazu… Macht mal…ihr schafft das…

Arne Ausländer / 18.04.2022

@ A.Ostrovsky: Warum sollte ich Sie für Frau Schönfelder halten? Auch sonst erkenne ich mich im von Ihnen gezeichneten Bild nicht. Ist es Ideologie, wenn ich dagegen ankämpfe, daß viele meinen, eine der in der Öffentlichkeit posierenden Parteien müsse Recht haben? Oder für “das Gute” stehen? Ich konnte doch schon von der DDR aus gut erkennen, daß im Westen auch sehr vieles nicht dem theoretisch verkündeten Ideal entsprach. Oder dann in Jugoslawienkrieg 1991-95, wo sich die formal feindlichen Offiziere abends am Telefon über den “Spielverlauf” austauschten. Wo vom (westlichen) Saloniki aus die “bösen” Serben ebenso versorgt wurden, wie auf anderen Wegen die “guten” Kroaten. Und zum aktuellen Krieg, wo habe ich da mit “Völkerrecht” argumentiert? Wo doch (spätestens) seit 2014 klar ist, daß dies keinen interessiert? Habe ich nicht mehrfach deutlich geschrieben, daß meiner Einschätzung nach Putin dem Westen den gewünschten Krieg liefert, der zwar prinzipiell zur russischen Langfrist-Strategie paßt, aber kaum im aktuellen russischen Interesse liegt. Aber wann hätte Agent Putin das jemals interessiert? Was ich am Beispiel der Vernachlässigung Sibiriens auch schon begründet hatte.—Wenn das faktenunabhängige Ideologie sein sollte… anders, als das von Ihnen wohl beim Militär Gelernte… ja, was soll ich Zivilist da noch sagen? (Sind Sie eigentlich verwandt mit Nikolai vom gehärteten Stahl?)

Theodor Breit / 18.04.2022

@Terence B. Pickens: „>Eine Intervention der Alliierten [ Beistandspakt ]  nach dem 1/9/1939 hätte den Krieg erstickt<. - - - Theo, ich empfehle, historisches Informationsdefizit schließen . .“ Diese Empfehlung gebe ich gerne zurück. Die deutsche Militär-Macht war zu diesem Zeitpunkt noch sehr schwach, und die Westgrenze praktisch ohne nennenswerte Verteidigung, so dass die Alliierten problemlos in Deutschland hätten einmarschieren können. Alle Kräfte waren in Polen zentriert. So jedenfalls die Meinung der Militärhistoriker.

lutzgerke / 18.04.2022

@ Ilona Grimm Trösten Sie sich, meine werden auch nicht öffentlich. Praktisch haben wir es überall mit gleich mehreren Spaltungen zu tun. Das sind die krassen Themen. Lesen Sie doch mal den Bericht auf der Tagesschauseite zu den Östermärschen. Die Friedensbewegung ist in die falsche Richtung marschiert und gehört jetzt zur 5. Kolonne Moskaus. Überall wird die Luft dünn, besonders oben. Nicht nur die alternativen Medien zerfallen, alles zerfällt. Auch die Jubelpresse verliert ihre Macht. Ausgejubelt.  

Arne Ausländer / 18.04.2022

@Arthur Sonnenschein: Nicht die Appeasement Politik der Briten hat Engländer gerettet, sondern der Umstand, daß die gesamte Nazistrategie in den Briten so grundsätzlich Verbündete sah, daß Realitäten daran nichts ändern konnten. Die Zerstörung der Lady-Godiva-Stadt Coventry war eine kulturhisorische Barbarei, aber militärisch sinnlos. Die Hafen von Liverpool blieb intakt. Wie auch der Suezkanal (von El-Alamein war er gut erreichbar) und Gibraltar. Rudolf Heß wollte (anders als der Rest der Bagage) nicht begreifen, was wirklich gespielt wurde. Aber wer Rußland angreift, ohne zuvor ein feindliches England im Rücken auszuschalten, will doch nicht siegen (wie denn?), nur morden (für wen?).—Egal, wie es nun in der Ukraine ausgeht, der bisherige Widerstand hat uns wohl schon jetzt vor einer gefährlichen Dynamik Rußlands geschützt, vorerst. Oder hat man schon vergessen, daß die vorbereitenden Manöver auch massiv Richtung Ostsee zielten? Wie viele Manöver zuvor. Lieber spricht man von westlicher Bedrohung Rußlands. In den 1990ern gab es durchaus entsprechende Planspiele. Aber seit über 20 Jahren ist mir nichts dergleichen bekannt, nicht mal als russische Propagandafälschung. Und die Ukraine hatte nicht mal Sperren an der Krim gebaut (wie man jetzt sah) oder etwa die Brücke nach Kertsch zerschossen. Oh ja, welch ein gefährlicher Gegner für das kleine, schwache Rußland! Das muß man schon verstehen. Auch daß gezielte Liquidierungen von Zivilisten unvermeidlich sind (und gleichzeitig nicht stattgefunden haben). Wie schon 1918-1920, 1939/40 und 1944/45. Nein, ich meine in keinem Fall die Tötung realer Gegner oder Verbrecher. Ich meine das, was Trotzki “roten Terror” nannte: prophylaktisch nach einem Einmarsch ein paar hundert Bürger zu erschießen, “um sich Respekt zu verschaffen”. Wenn auch andere sich ähnlich verhielten, was wird dadurch besser?

A. Ostrovsky / 18.04.2022

@Arne Ausländer : Und nun erzählen Sie mal einem Ossi, der damals 1989 selbst erkannt hat, dass es nicht möglich ist, einem Weltkrieg mit Nuklearwaffen auszuweichen, wenn das so weiter geht, und der auch erkannt hat, dass an “seinem” Sozialismus nichts zu retten ist, weil a) das Kräfteverhältnis keine Rettung erlaubt und b) letztendlich die eigene Regierung es vergeigt hat, erzählen Sie dem nun mal er müsse jetzt einen atomaren Weltkrieg riskieren, weil die Ukrainer, wenn sie kapitulieren, niemals die Krim wieder bekommen und ihre gottgleiche Regierung, die es vergeigt hat, verlieren könnten. Egal, was Sie da noch vorbringen, es überzeugt nicht. Und für die hohe Risikobereitschaft der NATO, die die Ossis niemals wollten - allenfalls als notwendiges Übel akzeptieren, wenn es der eigenen Sicherheit dient und nicht die eigene Sicherheit sträflich gefährdet - müssen wir jetzt die Kastanien aus dem Feuer holen für durchgeknallte Pläne, die niemals eine wirkliche Unterstützung hatten. Ich habe eigentlich immer klar ausgedrückt, dass ich die Ukraine nicht in der NATO möchte und dass für eine EU-Mitgliedschaft erstmal Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Ich habe auch immer erklärt, dass Deutschland keinen Anspruch auf die Krim hat und deshalb in diesem Konflikt neutral bleiben sollte. Diese Hysterie, wir müssten doch was tun, um der Ukraine bei ihrem Anspruch auf die Krim zu helfen, selbst wenn wir dafür einen Atomkrieg (wieder die Deutschen) provozieren, verstehe ich nicht. Die Ukraine ist NICHT unser militärischer Verbündeter. Wer das nicht unterscheiden kann, hat den Schuss nicht gehört!  Warum schreibe ich Ihnen das? Ich vermute, Frau Schönfeld, die wahrscheinlich mit Frau Schönfelder identisch ist, oder auch nicht (egal) lebt vermutlich entweder in Dunkeldeutschland oder sie stammt von dort. Wenn Sie nun meinen, dann wäre ja alles klar, Dunkeldeutsche eben, die man ohnehin schon längst zur Raison bringen muss, haben Sie völlig das Ziel verfehlt.

Ilona Grimm / 18.04.2022

@V.Kleinophorst: »Zwei mal ist die grüne Friedenspartei in der Regierung. Zack ist Krieg. Für den Frieden halt.« - - - Mit 16 Wörtern und 92 Zeichen alles gesagt, WAS IST! Das macht Ihnen so schnell keiner nach.

Bernd Keller / 18.04.2022

Nö. Ich bin nicht “wir”... Auch wenn ich in Belgien (welche auch brav Waffen liefern) wohne und hier keinen Ausweis nachgeworfen bekomme. Pardon, Herr Broder. Frau, Eigentum, Leben- dafür gerne, mit und trotz Impfextras - aber nicht für reiche démente alte Säcke und nicht für Schauspieler oder Frauen ohne jegliche Qualifikationen- außer keinen Penis zu haben. Ich hatte das Glück auf einige sehr nette gebildete Menschen zu treffen, von schwarz bis weiß, einige kennen Sie wohl auch (die Name spare ich mir), und bei einem gutem Wein die Nacht durch zu diskutieren… Raus aus dem Meinungskorridor! Einfach mal mit netten Leuten profan grillen und Flaschenbier trinken. Ist nett das der Gast sich dann als EU Grande entpuppt oder als ARD Korrespondent- und Klartext redet, aber mir ist der Bauer von gegenüber lieber. Das ist nicht mein Krieg.

Klaus Keller / 18.04.2022

Der Kanzler müsste sich fragen ob es sich Deutschland leisten kann das Russland diesen Krieg verliert. Im Moment opfern viele im Westen die mutigen Dummen dort die gegen die russische Armee kämpfen. Das Problem das ich sehe, ist die anschließende Destabilisierung eines Atomwaffenstaates wenn sie gewinnen. Es gibt noch einen Staat des ständig Präventivkriege in der Nachbarschaft führt. Der Staat den ich meine heißt Israel. Der Unterschied ist nur, wenn Israel verliert hört der Staat auf zu existieren. Das bedroht aber in erster Linie den Staat Israel selbst. Die drohende Zerschlagung Russlands wäre auch eine große Gefahr für Dritte. Mir wäre es lieber wenn der Status Quo beider mehr oder weniger erhalten bliebe. Ich opfere in diesem Sinn auch die Ukrainer für meine Zwecke. Ich würde sie aber nicht kämpfen lassen und ich würde schon gar nicht Waffen liefern um diesen Krieg zu verlängern. Es geht in der Ukraine nicht um Völkermord sondern nur darum ob eine russlandfreundliche Regierung im Amt ist. Mir wäre das lieber. Die NATO und die €U wird m.E. zunehmend zum kollektiven Risiko. Sie waren mal als Konzept der kollektiven Sicherheit entstanden. Das ist vorbei.

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