Sachsen-Anhalt hat gewählt und alle reden vom überraschenden Wahlerfolg der CDU. Dass dieser Wahl im Ausnahmezustand aber vieles fehlt, was zu einer freien und geheimen Wahl bislang dazugehörte, war hingegen nirgends ein Thema. Es sind eben leichte Wahlen, so wie es auch eine leichte Sprache gibt. Und weil der Ausnahmezustand in dieser Woche verlängert wird, wird wohl auch die Bundestagswahl wieder eine leichte Wahl.
Henryk M. Broders aktuelles Buch „Wer, wenn nicht ich“ befasst sich mit „Deutschen, Deppen, Dichtern und Denkern auf dem Egotrip“. Das Buch kann im Achgut.com-Shop bestellt werden. Die dritte Auflage ist ab sofort lieferbar.
Nach dem Vorliegen der ersten Prognosen fiel der Name AfD bei allen Kommentatoren überproportional häufig, fast schon reflexhaft. Auch die ersten Statements der Parteien-Vertreter lauteten ähnlich. Was müssen die alle eine Angst vor der gerne so genannten „Schwefelpartei“ gehabt haben. „Viel Feind, viel Ehr“, sagt ja auch der Volksmund. Ich würde mir sehr wünschen, das Ergebnis der BTW würde ähnlich lauten. Denn genau betrachtet haben CDU, AFD und FDP mit ca. 65% ein klares, konservatives Wahlergebnis erreicht, nahezu 2/3 der Wähler haben RRG-Fantasien eine klare Absage erteilt. Ein guter Tag für unser Land, meine Anerkennung und mein Dank an die Wähler in Sachsen-Anhalt.
Die AfD ist das klassische Stellvertreterobjekt für eine Ich – Bewältigung: Die Deutschen haben jetzt über Jahre hinweg gedacht, sie könnten sich aus dem Gravitationsfeld des Krieges herausbewegen. Und mit der potentiellen Energie der Moral haben sie eine innerliche moralische Fallhöhe entwickelt. Nun verkörpert eine Partei eine altbackene Welt, die noch am ehesten und vermeintlich an diese Schwere erinnert, die immerhin in dieser Energie der Moral steckt: Mit anderen Worten: Es stehen die dem alten Deutschtum am nächsten, die sich am meisten über die AfD erregen, andersherum ist aber die AfD nicht das Bessere nur weil sie von allen Verehrern totaler Staatsideen angefeindet wird. Einen Feind zu haben, bedeutet nicht auf der richtigen Seite zu stehen. Denn insgeheim neiden selbst die Linken einem Höcke den offenen Krankheitsverlauf, sie sind alle – von Links über Grün bis Rechts geschichtskrank, nur die einen quasten Puder drauf und die anderen kommen mit dem Stolz eines Schäferhundbesitzers bei der Machtergreifung eines warmen Beutels morgens beim Gassigehen. Wolfgang Menge hat das so herrlich auf den Punkt gebracht, wenn er bei Ekel Alfred den spießigen Sozi gegen den spießigen Altnazi auftreten ließ. Spießig, doktrinär und verbohrt waren beide und zwar paritätisch und die Tochter hatte sich ihren Vater geangelt, nur als Sozialist ohne den Anbauwintergarten des „nationalen“ solchen. Daraus kann man die Formel ableiten: Nazi ohne Wintergarten macht den perfekten Sozialdemokraten. Bescheidenheit im Reihenhaus macht den rechten Sozi aus.
Die AfD und ihr Personal müssen es schafften die Medienschranken zum großen Publikum hin zu durchbrechen. Wie das gegen die vereinte Volksfront gelingen kann, ich habe keine Ahnung. Nach der Dauerhetze wird seit kurzem gegen die AfD nach dem alten „Römischen Herrschaftsgrundsatz“ agiert:
Was nicht in Filmen, Bildern und Schriften von der AfD gezeigt und geschrieben steht, das ist nicht in der Welt.
Lieber Herr Broder, Ihre Enttäuschung kann ich sehr gut verstehen. Sie sollten sich noch offensiver zur AfD bekennen oder ein Amt übernehmen. Das bringt uns weiter.
So sehr ich bei Ihnen bin, Herr Broder: Ich verstehe nicht, warum offensichtliche Tatsachen wie das Notstands-Erhaltungs-Bestreben der Kanzlerin mit dem Begriff der Verschwörungstheorie in Verbindung gebracht werden, und sei es auch nur zur vorbeugenden Distanzierung. Es soll Wahlkampf durch ein verlängertes Corona-Regime gemacht oder sogar dadurch ersetzt werden – mit dem wesentlichen Aspekt der Versammlungsverbote. Was für andere Gründe gäbe es?
Hallo Herr Broder, die Linke ist keine nachfolgepartei der SED, sie ist die SED und hat sich nur einen neuen Namen gegeben.
Guten Morgen, Herr Broder. Ich las gerade „es ist nicht wichtig wer wählt, sondern wer zählt“. -- Ich bekam gestern eine offene Ankündigung der Wahlfälschungmit Bild aus einem Wahllokal: „ heute Wahlhelfer in SachsenAnhalt u.a. Team ist vorbereitet und wird gegebenfalls Stimmen der “fckafd„ entwerten“. Mit dem anschließenden Schlußsatz: „wählt Grün, denn nur so geht Demokratie und Umweltschutz“.
Nehmen wir mal an , daß dem so ist plus der gehäuften Zunahme an Briefwahlen. Wen wundert es dann noch, daß Trump auf die Barrikaden gegangen ist?