
Der Witz ist doch, was die verschiedenen Gruppen wollen. Die Iren in Irland wollen, dass Nordirland zu ihnen kommt. Die Katholiken in Nordirland wollen das auch. Die Protestanten in Nordirland wollen genau das nicht. Und was will die Regierung in London? Das ist unklar, wie ich finde. Ich fürchte, sie würde Nordirland gerne an Irland los werden. Weil das Gebiet mehr kostet als es bringt. Wobei bei einem Anschluss von Nordirland an Irland die Frage ist: Was machen die Protestanten? Am besten für Irland wäre es, wenn sie “ins Mutterland zurückkehren”, also nach GB gehen würden. Wenn sie es aber nicht tun, hat Irland ein Minderheitenproblem. Das kann genauso unschön werden wie das Problem früher schon in Nordirland für die Briten war.
“Norwegen. Ein glückliches, reiches Land, eng angelehnt an die EU, aber eben nur angelehnt und souverän. Ohne Selbstüberschätzung, aber weltweit vernetzt”. Ich wünschte, wir Deutsche würden uns diesem Norwegen anschließen können. Dann blieben uns nicht nur Fehleinschätzungen erspart wie beispielsweise: “... eine solche neue Nachbarschaft nach skandinavischer Art kann es aber nur geben, wenn Boris Johnson in Rente und Brüssel in sich geht.”
Nach all den düsteren Prophezeiungen der EU-Befürworter frage ich mich, wie Grossbritannien überhaupt noch ohne EU-Mitgliedschaft existieren kann. Müsste es nicht längst zusammengebrochen sein? Die fähigsten Köpfe ausgewandert, den Londoner Finanzplatz verloren, Arbeitslosigkeit steigend in schwindelnde Höhen, innere Sicherheit am Boden? Unfassbar, dass all dies nicht eingetreten ist, nicht wahr? Die blanke Wahrheit ist: die EU heult immer noch den Beiträgen eines der wenigen Nettozahler nach und klappert weiterhin vor Ärger mit den Zähnen, dass es jemand wagen konnte, dem Verein höchstberechtigt Good-Bye zu sagen. Was dem zahnlosen Brüsseler Tigerchen bleibt: Versuche des Nachtretens, peinlich und den wahren Charakter dieses Beamtenapparats einmal mehr entlarvend. Immerhin: GB hat das geschafft, wozu Deutschland der Mumm fehlt, nämlich ein Ende mit Schrecken dem Schrecken ohne Ende vorzuziehen.
Lieber Herr Bonhorst, dieser Text ist - gelinde gesagt - wirr. Es ist doch ganz klar, dass - Irland hin oder her - allein aufgrund der Geographie GB und der Rest Europas, von mir aus auch die EU, niemals geschieden werden können, so wie man das auch immer zu scheidungswilligen Eltern sagt, die - über die Kinder - lange Jahre verheiratet bleiben im tatsächlichen Sinn. Hier sind es nicht die Kinder, sondern die Geographie, die sich in menschenüberschaubarer Zeit wohl eher nicht ändern wird. Okay. Und an der kann nun auch der PM Johnson (und jeder andere) nichts ändern, die EU aber auch nicht. Was wollen Sie uns sagen? Ich begreife den ganzen Sinn dieses Textes nicht.
Herrn Bonhorst, eigentlich wollten Sie darauf hinaus, dass Großbritannien ein Vorbild für das sozialistische Norwegen sei. Die Briten hatten sich jedenfalls nicht von der Wehrmacht besetzen lassen. Seit wann sind Leute ohne Rückgrat Vorbild? Nigel Farage hat sich aus der Politik verabschiedet mit den Worten: “There is no going back - Brexit is done.” Und da sind auch keine widerlichen Mauscheleien angedacht. Die Grenze Israels ist auch eine “Wurschtelei” und die EU diesbezüglich feindlich gegen Israel. Eher das eine Betrachtung wert. Sollte aber BoJo nicht mehr sein, kommt ein anderer Churchill. Und wenn die “gute alte EU” implotieren, umso besser auch für die Souveränität der Schweizer.
Geht das nicht etwas konkreter? Welche Grenzkontrollen soll den GB überhaupt durchführen zwischen Nordirland und der Hauptinsel? Wenn die Briten nicht kontrollieren wollen, kann man sie ja auch nicht zwingen. Andererseits hat die EU das Interesse, Zollkontrollen für die Importe aus GB durchzuführen. Dann sollen sie das doch machen.
Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.