Roger Letsch / 15.12.2019 / 17:00 / Foto: Pixabay / 14 / Seite ausdrucken

Brexit: Angsttriebe in Medien und Politik

Es hat nicht lang gedauert, bis unsere Qualitätsmedien umschalteten: von „Labours Aufholjagd“ am Donnerstag über die Schockstarre nach 22 Uhr Greenwich Time bis zu den neu erwachten staatstragenden Bedenken am Morgen danach. Wer den ganzen Donnerstag frei von Nachrichten verbracht hat und erst am Freitag wieder in den monodirektionalen Strom einbog, musste den Eindruck gewinnen, die Briten hätten nicht etwa ein Parlament gewählt, sondern stattdessen ihren EU-Austritt auf unbestimmte Zeit verschoben. Am 1.2.2020 nämlich, wenn (wie jeder weiß, der den Wahlausgang verfolgt hat) die Briten die EU verlassen haben werden – und wofür kann man Futur II sicherer verwenden –, steht ihnen nach Meinung zahlreicher Bedenkenträger in Ämtern und Medien die eigentliche Brexit-Hürde erst noch bevor. Denn es müsse ja noch die vereinbarte Zeit bis zum Dezember 2020 genutzt werden, um das finale, endgültige und allumfassende Abkommen mit der EU über dies und das und den ganzen Rest abzuschließen.

Bis dahin bleibe ohnehin alles wie bisher und den „echten Brexit“, also den im Dezember 2020, den werde es wohl nicht so schnell geben. Wenn überhaupt jemals! Das Mercosur-Abkommen habe ja auch 20 Jahre gebraucht…! Zu komplex sei die zu verhandelnde Materie, zu kurz die Zeit. Und da Boris Johnson ohnehin ein Lügner und Betrüger sei, werde er wohl, ohne mit der Wimper zu zucken, seine Versprechen vergessen und in Brüssel um eine Verlängerung der Verhandlungen bitten – und somit Großbritannien bis zum Sanktnimmerleinstag ein verstörtes, verhuschtes Anhängsel der EU bleiben. Nimm das, Albion! Warum vertraust du dein Schicksal auch deinen gewählten Politikern an, statt deutschen Medienstrolchen und Berufseuropäern, wie es sein sollte!

Was für ein Unfug, was für ein unwürdiges mediales Spiel. Die versammelte Journallie verbeißt sich hier in denselben Stock, an dem schon die amerikanischen Demokraten seit drei Jahren hängen, weil sie die nach einer vergeigten Wahl veränderten Gegebenheiten einfach nicht auf den Schirm bekommen.

Brexit: Keine Verlängerung, kein Aufschub

Denn es wird keine weitere Verschiebung des Brexit geben. Es gibt auch kein „Hard Brexit“ Schreckgespenst mehr, das im Dezember 2020 lauert. Im Dezember 2020 wird der Brexit bereits seit zehn Monaten Geschichte sein. Drops gelutscht, Kater gekämmt, aus die Maus. Es gilt der Deal, den Johnson mit der EU ausgehandelt hat, was insbesondere den Status Nordirlands und Grenzkontrollen innerhalb der irischen Insel betrifft. Für alles andere gibt es zunächst, und bis etwas Besseres verhandelt wurde, den Reset auf einen Status, mit dem die halbe Welt ihre Handelsbeziehungen regelt: WTO-Standards. Die gelten nämlich automatisch.

Es ist gewissermaßen wie mit einem deutschen Energielieferanten: Wenn sie ihren alten Vertrag kündigen und noch keinen neuen Vertrag haben, springt ihr lokaler Grundversorger ein. Hungerrevolten sind in London also nicht zu erwarten, was sicher nicht alle Medienschaffenden in Deutschland freuen wird. Die Vorstellung, es könne außerhalb von EU-Richtlinien, Sowjet-Ratsbeschlüssen und Proporz-Regeln ein Seelenheil geben, rauscht den Brüsseler Bürokraten und ihren Presse-Souffleuren leider gar nicht erst durch den Kopf. Und dies, obwohl die EU selbst mit eben dieser Hälfte der Welt nach eben diesen WTO-Regeln munter Handel treibt.

Doch zurück zu den Bedenkenträgern bei DLF und Co. Wie sollen die Briten ihren Arbeitsmarkt regeln, wenn sie kein Freizügigkeitsabkommen mit der EU haben? Was ist mit dem Markt für Dienstleistungen? Den Fischereirechten? … Es scheint, als betrachte man in Köln, Berlin und Brüssel all diese Aspekte soeben zum allerersten Mal und frage sich voller Bangen, was wohl aus den armen Insulanern werden soll, wenn die Brüsseler Bürokratie sie nicht mehr beim Atmen unterstützt. Ein Leben ohne europäische Union mag ja vielleicht möglich sein, aber es ist doch sicher sinnlos!

Oder anders herum: Was soll nur aus dem Brüsseler Weltbedeutungsanspruch werden, wenn in Sichtweite ein Land nicht mehr nach der Gemeinschaftspfeife tanzt? Der Brexit mag nun zwar entschieden sein, aber lasst ihn uns unter allen Umständen medial in die Unendlichkeit verlängern. Denn niemand geht so ganz, wie man so sagt. Darum trauere, bettle und verhandle einfach weiter. Solange die EU definiert, was den Briten fehlen muss, wird der Ärmelkanal nicht breiter. Nur weiter die Tatsachen ignorieren und hinter jeder durchschrittenen Tür hastig eine weitere aufbauen.

Wie tief kann man eigentlich noch sinken? Come on, EU. Gain Dignity. Man sagt nicht „Piss off“ und hängt dann am Bein des Ex-Partners, weil der vor dem Verlassen des gemeinsamen Hauses noch die Spülmaschine ausräumen soll. Ende Januar liegt der Schlüssel unter der Fußmatte und fertig. Die dann zu führenden Verhandlungen haben nicht mehr das Ob und Wenn des Brexit zum Gegenstand, sondern Art und Umfang der Zusammenarbeit danach.

Zwischenfrage: warum wurden die angeblich so knappen Fristen für die Verhandlungen zum künftigen Verhältnis zwischen London und Brüssel vertraglich überhaupt fixiert, wenn jetzt schon und noch vor dem Austrittstermin festzustehen scheint, dass sie nicht einzuhalten sind? Und warum erfährt der erstaunte Leser erst jetzt davon? Ist es nicht vielmehr so, dass hier versucht wird, die Mitgliedschaft der Briten durch Wortgirlanden bis in die Unendlichkeit zu verlängern? Ich vermute, das würde Brüssel gut passen: Die Briten zahlen ja bis Dezember noch, sitzen aber nur noch am Katzentisch. Warum nicht jetzt schon mal die Verlängerung dieses angenehmen Provisoriums ins Spiel bringen?

Das Druckmittel „irische Grenze“ ist vom Tisch

Doch es nützt natürlich alles nichts, auch DLF, Spiegel und n-tv werden abwarten müssen, was die Verhandlungen ergeben, die nach dem Brexit stattfinden werden. Möglicherweise wird man sich in bestimmten Punkten überhaupt nicht einigen können, während andere Punkte unstrittig sind. Die EU betont gern, dass man ein Handelsabkommen nur in Kombination mit Personenfreizügigkeit erhalten könne – aber das ist eine Lüge. Wären Kombinationen in Stein gemeißelt, würde es etwa mit China, Kanada oder den USA überhaupt keine Handelsabkommen geben. Keines dieser Länder (und auch sonst keines außerhalb der EU) lässt sich aus Brüssel vorschreiben, wie es etwa seine Einwanderungsgesetze ausgestalten soll.

Aber vielleicht werden Verhandlungen ab Februar sogar EU-untypisch schnell über die Bühne gehen. Denn das Druckmittel „irische Grenze“ ist vom Tisch, der Austritt vollzogen und die EU nur noch eine Ärmelkanalbreite von einem potenziellen Steuerparadies entfernt. Drohende Macht- und Steuerverluste wirken bekanntlich beflügelnd, besonders im Vergleich mit dem in demokratischen Wahlen geäußerten Volkswillen.

Es kann und darf kein Heil geben jenseits der EU, und deshalb schrecken wohlmeinende Europäer auch nicht davor zurück, die Separatismus-Karte zu spielen. Von der „Wiedervereinigung Irlands“ ist heute wieder viel zu lesen und zu hören in Deutschland, auch die Schotten hätten London bei der Unterhauswahl ein „klares Signal“ in Richtung Unabhängigkeit gesandt und Wales strebe ebenfalls danach. Was für ein Geplapper. Aber gut, spielen wir die Sache kurz durch und vergessen für einen Moment, dass die EU den zahlreichen separatistischen Bewegungen in anderen Mitgliedstaaten alles andere als wohlgesinnt ist. Den Katalanen etwa machte man schnell klar, dass sie im Fall ihrer Unabhängigkeit von Madrid nicht damit rechnen können, die EU-Mitgliedschaft quasi als Erbe behalten zu dürfen. Kämen aus Brüssel wohl andere Rauchzeichen, wenn Spanien aus der EU austreten wollte? Sehr wahrscheinlich.

Für Schottland, Wales und Nordirland bedeutet der Brexit, dass sie genau wie England am 31. Januar 2020 die EU verlassen werden. Unabhängigkeitsbestrebungen hin oder her. Es wird keine weiteren Referenden geben bis dahin, und es ist auch ausgeschlossen, dass die EU-Mitgliedschaft für Teile Großbritanniens erhalten bleibt oder „ruht“. Raus heißt raus. Ich will hier nicht bewerten, wie gut oder schlecht etwa die Abspaltung von Schottland wäre, das ist eine Angelegenheit, die die Briten unter sich ausmachen müssen. Ich stelle nur fest, dass so etwas ein langer Prozess ist, denn die Teile Großbritanniens sind weit enger miteinander verzahnt als die Mitgliedstaaten der EU (zum Glück noch). Erst bei vollendeter Unabhängigkeit und einer glaubhaften Konsolidierung könnte überhaupt erst der Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt werden.

Schnellstmöglich neue Probleme finden

Auch Schottland müsste den ganzen, quälend langen Beitrittsprozess durchlaufen, wie jeder andere Beitrittskandidat vorher. Jedes einzelne Kapitel, Abkürzung ausgeschlossen. Auch vor der Unabhängigkeit mit den Verhandlungen zu starten, ist unmöglich, denn jede Art territorialer Konflikt schließt die EU-Mitgliedschaft aus (so sagen wir es zum Beispiel den Türken und der Ukraine). Es könnte amüsant sein, zu beobachten, wie sich die EU für die Unterstützung separatistischen Gelüste vor dem UN-Sicherheitsrat zum Beispiel vor Russland rechtfertigen würde, das die EU für die Unterstützung der Separatisten im Donbass und auf der Krim verurteilte. Ein Schelm, wer da Doppelstandards am Werk sieht.

Das Gerede vom Zerfall Großbritanniens ist also nichts anderes, als für die „Lösung EU“ schnellstmöglich neue Probleme zu finden und den Briten zum Abschied entweder noch einen Tritt zu verpassen oder sich für die folgenden Verhandlungen ein gewisses Erpressungspotenzial zu erhalten, indem man etwa Schottland und Nordirland mit Versprechungen dazu bewegen möchte, die Seiten zu wechseln. Ob dies wirklich im Interesse der Schotten oder Iren sein kann oder hier voller Zynismus ein „Vereintes Europa” durch das Auseinanderreißen europäischer Staaten gebaut werden soll, mag der Leser selbst beurteilen.

Auch ich bedaure sehr, dass die Briten die EU verlassen, kann aber sehr gut verstehen, warum sie aus dieser EU nur noch raus wollten. Das letzte bisschen Überzeugungsarbeit dürfte das gigantische Geld- und Industrievernichtungsprogramm „Green Deal“ geleistet haben, das die soeben ernannte Kommissionspräsidentin von der Leyen vorgestellt hat. So viel Protektionismus und Abschottung ist selbst für die EU eine völlig neue Qualität.

Jede Veränderung der EU geht heute in Richtung Zentralismus, Gigantomanie und Selbstüberschätzung. Mit den Briten hat nun das wichtigste Land den Club verlassen, das für einen anderen, einen realistischeren Weg stand. Die noch verbleibenden Länder, die sich dem Brüsseler Größenwahn in den Weg stellen könnten, sind entweder zu klein, um gehört zu werden, zu feige wie Deutschland oder bereiten sich, wie die Visegrad-Staaten, bereits auf „Plan B“ vor.

Es mag seltsam klingen, aber ich glaube, dass sich der Euro durch den Brexit noch ein wenig Zeit erkauft hat. Die Anwesenheit der dann unabhängigen Briten mit ihrem Pfund könnte disziplinierend wirken und auch den immer ungenierteren Griff in die Tasche der Bürger abschwächen. Vielleicht ist das aber auch mehr Hoffnung als Gewissheit.

Für die EU, wie wir sie kennen, die sich immer tiefer ins Leben jedes einzelnen Europäers schraubt, dürfte der Brexit aber der erste Sargnagel sein. Schon heute würden die Wähler EU-weit so gut wie jedes Referendum über die weitere Vertiefung und den Umbau zur Transfer- und Schulden-Union ihren Politikern um die Ohren hauen, was übrigens der Grund dafür ist, dass man solche Referenden nirgends durchführt. Die Akzeptanz des politischen Wasserkopfes EU ist nur erkauft. Erkauft mit Ämtern und Apanagen, mit Subventionen und Bestechungen, kurz: mit viel Steuergeld.

Was die EU zusammenhalten wird, wenn das Geld knapp oder der Euro implodiert ist, weiß niemand. Die „Idee eines geeinten Europas“ vielleicht? Eine schöne Idee, gewiss, aber sie zahlt nicht die Miete. Die Frage jedenfalls, ob man für diese schöne Idee die Brüsseler Bürokraten überhaupt braucht, stellen sich nicht nur die Briten.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Roger Letschs Blog Unbesorgt

Foto: Pixabay

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Markus Viktor / 16.12.2019

Nehmen wir an, die Amerikaner hätten sich am 2. Weltkrieg nicht beteiligt und uns nicht vom Totalitarismus befreit, dann wäre Kontinentaleuropa immer noch teils deutsch-nationalsozialistisch, teils bolschewistisch, mit 1 Ausnahme: Britannien, das der Eroberung getrotzt hätte. Brexit avant la lettre. Heute haben wir ein erbärmliches Europa, dass sich die Dominanz der Nazi-Nation, die nur durch amerikanisches Einschreiten aus ihrem Amoklauf gegen ganz Europa geschossen wurde, nicht mit klarsten Worten und Taten verbittet, was eine Mindestvoraussetzung für eine freie und sinnvoll bejahbare EU wäre. Rückfall in die Schwachsinnigkeit der Europäer, mit der sie sich den 1. Weltkrieg geleistet hatten. Selbst Britannien opponiert nicht offen gegen die widerliche Dominanz der Nazi-Nation. Mich und viele andere hätten die mit der Gnade der späten Geburt ohne das amerikanische Eingreifen längst vergast, wiewohl ich kein Jude bin, aber Aussprechen unangenehmer Wahrheiten hätte genügt. Anderseits gibt es zahlreiche echte Errungenschaften in Europa, die durchaus zu großen Teilen erfolgreiche Überwindung der Despotie. Ob es jemals gelingen wird, vom Januskopf Europas den totalitären Teilkopf abzuschlagen? Die Totalitären fürchten das, und verbrüdern sich mit dem koranfaschistischen Despotenpack. Nach dem tausendjährigen Reich der zweitausendjährige Islam heutiger Eurodespoten. Zur Hölle mit Ihnen! Und das werden wir schaffen! Denn die totalitären Europäer wie Muslime sind genuin dumm – echt wahr!

Dr. Roland Mock / 15.12.2019

Also ich finde, das eigentlich Bemerkenswerte ist, daß unsere „linksliberalen“, sprich linken, Medien auf den Sieg eines Kommunisten gehofft hatten. Im eigenen Land gegen die „Rechten“ (die AfD und den versprengten Rest der Konservativen in der CDU) hetzen. Die meines Wissens weder irgendwo Autos abgefackelt noch politisch Mißliebige aufgeklatscht oder die Polizei mit Brandsätzen attackiert haben. Das haben Corbyns kommunistische Gesinnungsgenossen von der Antifa getan. Aber in England soll ein offen antisemitischer Marxist (sprich: Kommunist) die Wahlen gewinnen. Unsere Medien (rühmliche Ausnahmen: die „Achse“, „Tichys Einblick“, manchmal auch „ Cicero“) raffen es nicht, sie werden es nie raffen. Sie liegen notorisch neben der Realität. Und diese ganze „liberale“ Journalistengilde: ungebildete loser vor dem Herrn.

armin wacker / 15.12.2019

Zunächst Mal Glùckauf Boris Johnson. Make Great Britain great again. Endlich hat diese würdelose Scharade ein Ende. Ich sehe Die Insel als neue Schweiz, nur souverän er.

Frank Dom / 15.12.2019

Die Lernresistenz der Journaktivisten gegenüber realen Erfahrungen ist irgendwie surreal.

Wolfgang Lechner / 15.12.2019

Sehr geehrter Herr Letsch, ich spiele seit Freitag jeden Tag einmal die Hymne “Land of Hope and Glory” und singe dazu den Text. Bei Gelegenheit werde ich mir den Titel auch als Klingelton einstellen. Die Briten geben mit Hoffnung und mein Optimismus bekommt wieder Auftrieb. Schau ma moi! Grüße Wolfgang Lechner

Giovanni Brunner / 15.12.2019

Liebe Ach Gut Leute, seid mir nicht böse, aber ich Sch…. einen Haufen auf diesen Drecksladen, am besten er implodiert und das möglichst bald! Vereintes Europa - ja - aber ohne Europäische Union - da bin ich ganz bei den Briten. Meine Güte, und ich stimmte seinerzeit für den Beitritt.

S. Marek / 15.12.2019

Lieber Herr Roger Letsch, ich sehe es sehr ähnlich, nur bin ich kein Quentchen optimistisch im Bezug auf die EU Bürokraten weil deren oberste “Persönlichkeiten” einfach Totalversager sind die nur durch Mauscheleien nach oben gespült wurden. Leider werden die Hauptzahlungsmeister die ersten sein die es vor den Latz kriegen. Entweder wachen diese endlich noch auf oder gehen weiterfeiernd wie auf der Wirtschaftsmacht Titanic unter. Das abseilen der Rettungsbote ist voll am laufen und der Andrang enorm.  Es geht wie im echten Leben lange nicht mehr human, Frauen und Kinder zuerst, zu, sondern wer mehr Kohle und Hirn hat der seilt sich einfach ab. Auch die Visegrad-Staaten schauen, daß sie noch so viel Schmuck mitnehmen wie es geht um dann auf denen für sich reservierten Boten vor dem in die Tiefe ziehendem Wirbel rechtzeitig abzuhauen. Die Neuankömmlinge werden den Rest noch richtig ausweiden.

Wolfgang Kaufmann / 15.12.2019

Seit Beginn des Euro kauft sich Brüssel für immer mehr Geld immer mehr Zeit und ist doch der Lösung des Problems ferner denn je. – Nach der Theorie der unsichtbaren Hand sollte jedoch jede überschaubare Gruppe ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Wenn jeder an sich denkt, ist allen geholfen. Habsburg hat nicht funktioniert, der Sowjetstaat nicht, Jugoslawien nicht; Belgien, Spanien, UK könnten folgen. – Auch diese EU wird zerbröseln. Und selbst wenn 27 Länder ausgetreten sind, werden wir in unverbrüchlicher Treue an den Endsieg eines Europa glauben, in dem die Deutschen das Sagen haben, nur weil sie den Laden bezahlen. Dass ihnen keiner mehr zuhört, merkt diese frühvergreiste Nation gar nicht.

Karl-Heinz Vonderstein / 15.12.2019

Fand das Gejammere der deutschen Medien von Anfang an, seit der Brexit vor dreieinhalb Jahren eine Mehrheit in Großbritannien bei der Abstimmung erreicht hatte, weit übertrieben.Die meisten der deutschen Medien wollen sich bis heute nicht damit abfinden, dass die Briten sich so entschieden haben.Und immer wurde seitdem der Eindruck erweckt, dass es den Briten ohne die Mitgliedschaft in der EU ökonomisch sehr schlecht ergehen werde.Was mich immer Schmunzeln ließ, wenn man bedenkt, dass die Briten nicht weniger mit den übrigen Teilen der Welt handelsmäßig verbunden sind wie Deutschland, besonders auch mit den ehemaligen Kolonien und jetzigen Commonwealth Staaten und aufgrund der besonderen Beziehung mit den USA.Außerdem wird es auch weiter intensiven Handel mit den EU Staaten, einschließlich Deutschland geben.Ich glaub, für die deutschen Medien stand immer viel mehr im Vordergrund, was der Brexit der deutschen Wirtschaft für Nachteile bringt, tun aber immer so als wenn Großbritannien nur Nachteile hätte.Man stellt die Entscheidung zugunsten des Brexit in den deutschen Medien immer so dar, dass nur deshalb eine Mehrheit sich dafür entschieden habe, weil Leute wie Boris Johnson und britische Nationalisten und Rechtspopulisten die Öffentlichkeit in Großbritannien belogen habe.Sind die britischen Bürger tatsächlich so dumm?Immerhin ein Land, was eine viel länger zurückreichende Demokratiegeschichte hat wie Deutschland.Man kann sogar sagen, dass die Engländer die moderne Demokratie erfunden haben.Dass es berechtigte Gründe für die Briten gegeben haben könnte, sich für den Brexit zu entscheiden, scheint für die deutschen Medien kein Thema zu sein.

Werner Kirmer / 15.12.2019

Der Dexit muss so schnell wie möglich kommen und die Grenzen dicht. Dann können Bauern, so es noch welche gibt und das deutsche Gewerbe aufatmen.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Roger Letsch / 11.08.2020 / 15:00 / 21

Vorsicht, “coronabockige” Bürger!

Die BILD fragt „Warum spaltet uns Corona?“ und der Ber­li­ner Psy­cho­loge Dr. Wolf­gang Krüger ant­wor­tet. Der Mann muss auch Berlin-Psy­cho­loge sein, denn seine Dia­gnose klingt…/ mehr

Roger Letsch / 02.08.2020 / 06:00 / 142

Nuhr? Löschen! Soooooofort!!!

Als die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG unter dem Slogan „Gemeinsam #fürdasWissen“ dazu aufrief, „…Text‑, Bild- und Video-Statements“ einzusenden, um „…die Überzeugung für eine freie und erkenntnisgeleitete Forschung in die Gesellschaft tragen“, konnte…/ mehr

Roger Letsch / 26.07.2020 / 19:55 / 10

Lieber Tagesspiegel,

es ist ja schön und gut, dass Du über Polizeigewalt in den USA berichtest, doch wenn es um George Floyd und Gewalt gegen Schwarze geht,…/ mehr

Roger Letsch / 25.07.2020 / 16:30 / 37

Ein „Like“ zuviel im Zwischenreich

Erinnert sich jemand, was Politmagazine wie Monitor oder Panorama in grauer Vorzeit auf Sendung und damit ans Licht brachten? Fälle von Behördenwillkür, Bestechlichkeit, Betrug, Absprachen…/ mehr

Roger Letsch / 21.07.2020 / 12:00 / 45

Wenn „Der Spiegel“ uns die Gewalt in New York erklärt

Als Bevelyn Beatty schwarze Farbe über den feinsäuberlich in Gelb aufgemalten Slogan „Black Lives Matter“ vor dem Trump-Tower in New York schmierte, wollten die Umstehenden ihren Augen…/ mehr

Roger Letsch / 16.07.2020 / 10:00 / 85

Die Zehn Gebote der Pioniere der Süddeutschen

Eigenartige Dinge geschehen gerade in der Presse, die uns in Deutschland wie in den USA gerade alles mitteilt, was es über Haltungsjournalismus zu wissen gibt.…/ mehr

Roger Letsch / 11.07.2020 / 06:25 / 68

Wie die PEN-Präsidentin die Redefreiheit ein bisschen verteidigt

Man wollte den eigenen Ohren nicht trauen, als Regula Venske, die Präsidentin des deutschen PEN, am 8. Juli 2020 im Interview mit dem Deutschlandfunk (nur Audio, das Interview wurde nicht…/ mehr

Roger Letsch / 09.07.2020 / 16:00 / 31

Dresden ohne Netz und doppelten Boden

An zwei Sonntagen im Jahr soll in Dresden-Neustadt das Internet abgeschaltet werden. So wurde es im Stadtteilparlament beschlossen, weil die FDP-Fraktion den Antrag stellte, die…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com