News-Redaktion / 07.06.2020 / 16:00 / Foto: Frank Burkhardt / 17 / Seite ausdrucken

Bonner Virologe Streeck will „mehr Mut”

Der Virologe Hendrik Streeck plädiert dafür, während der Sommermonate die Chance zu nutzen, eine Teilimmunität in der Bevölkerung aufzubauen, die dann den weiteren Verlauf der Pandemie abschwäche, meldet general-anzeiger-bonn.de. „Wir sollten uns über den Sommer ein bisschen mehr Mut erlauben“, habe der Bonner Professor der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Derzeit würden Studien zeigen, dass bis zu 81 Prozent der Infektionen asymptomatisch verliefen. Das heißt, die Infizierten hätten keine oder kaum Symptome. „Die Zahl der Covid-19-Erkrankten auf den Intensivstationen ist derzeit rückläufig“, wird Streeck zitiert. „Es besteht eine Chance, dass wir über den Sommer die Anzahl der Personen mit Teilimmunität erhöhen können.“ Die Hoffnung auf einen Impfstoff könnte sich hingegen als trügerisch erweisen, weshalb man sich darauf einstellen müsse, mit dem Virus zu leben.

„Was wir sehen ist, dass auch Menschen mit asymptomatischen Verläufen eine Immunität oder Teilimmunität aufbauen“, habe Streeck erläutert. „Wir wissen noch nicht, ob es eine schützende Immunität ist, aber sie bauen zumindest Antikörper gegen das Virus auf, und da kann man davon ausgehen, dass das zumindest einen Teilschutz ergibt. Wenn wir jetzt während der Sommermonate solche Infektionen zulassen, dann bauen wir eine schleichende Immunität in der Gesellschaft auf, die dann am Ende diejenigen schützt, die auch einen schwereren Verlauf haben können.“

Bemerkenswert sei auch, dass die Kitas in den Niederlanden schon vor fünf Wochen geöffnet hätten und dies nicht zu größeren Ausbrüchen geführt habe. Man müsse also offenbar durch die Öffnung von Kitas und Schulen keine Verschärfung der Pandemie befürchten.

Foto: Frank Burkhardt CC BY 2.5 via Wikimedia Commons

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Leserpost

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Maria Dreiling / 08.06.2020

Kann es in diesen Tagen zweierlei Lungenembolien mit -Entzündungen geben? Eine mit Corona und eine ohne Corona?

Wolfgang Richter / 07.06.2020

@ Mike Loewe - In den Niederlanden ist auch Einkaufen ohne Maulkorb möglich, Zur Einhaltung der obrigkeitlichen Regeln wird am Eingang der Läden auf die Abstandsregeln hingewiesen. Dafür gibts für jeden einen Einkaufswagen oder ein Körbchen, worüber die Gesamtzahl der Kunden reglementiert wird. Daß die Leute im Laden dann beim Suchen ihrer Produkte -wie immer- kreuz und quer laufen, interessiert gar niemanden mehr, Auflage erfüllt und fertig. Ich habe nicht dazu gehört, daß es dort höhere Infektionsraten gab als z.B. hierzulande mit Maulkorb.

R. Nicolaisen / 07.06.2020

Es stinkt so entsetzlich in diesem Land. Denn die große (Wir-sind-Mehr)heit macht sich immer wieder in die Hose und wechselt sie nie.

Wolfgang Richter / 07.06.2020

@ Karla Kuhn - Während der “gefährlichen Zeiten” nahm diese kaum jemand zur Kenntnis. Das wurde im “REich der 5. Jahreszeit” noch frühlich auf engsgtem Raum geschunkelt und gebützt, um dem Gott des Karnevals zu huldigen, die Politgranden, die sich inzwischen eine Zwangs- und Quarantänemaßnahme nach der nächsten ausdenken (lassen) munter in den 1. Reihen, überall da, wo man in eine Kamera grinsen konnte (Herr, gib uns heute unsern Laschet oder eine Abstands-Reker) , um Bürgernähe (natürlich keine Volksnähe) zu bekunden. Und Fußballstadien waren Anfang März noch bis auf den letzten Platz besetzt. Wer damals vor Corona-Infektionen warnte, war der Volldepp. Wer heute zum Ende des Unsinns wagt, ohne Maske irgendwo in der Öffentlichkeit aufzutauchen, läuft Gefahr, wieder beschimpft zu werden, jetzt als Asozialer, der seine Mitmenschen offenbar absichtlich der Todesgefahr aussetzt, Ausnahme der Maskenlose hat einen dunkleren Teint und seinen Paß gegen ein Smartphone getauscht. Ich hoffe, letzteres ist trotz des aktuellen Anti-Trump-Hate-Hypes noch von der Nettiquete gedeckt.

Bernhard Büter / 07.06.2020

..welcher Mensch mit Verstand nimmt denn dieses Merkel- Desaster noch ernst? Lächerlicher geht es doch schon nicht mehr! Diese Politik der abgekauten Fingernägel im DDR- Look ist doch noch was für den Irrenarzt und für Nürnberger Prozesse Teil 2. Weg mit diesen sozialisten Politkriminellen!

Wolfgang Richter / 07.06.2020

@ Thorsten Hopp - Göttingen - Die behandlungspflichtigen Erkrankten medizinisch versorgen, ggf. auch im Krankenhaus oder in Quarantäne, wie früher halt, den Rest in Ruhe lassen, wäre zu einfach gedacht. Mit dieser Denke wären die Krisenstäbe arbeitslos, und die Verwaltung müßte sich wieder um ihre ureigenen Aufgaben kümmern.  Geht doch gar nicht - siehe die Lehrerschaft, von der sich zumindest einige (viele) bei vollem Gehalt gemütlich zu Hause eingerichtet haben, bei Bedarf über das selbst gestrickte Attest, irgendwas mit Risikogruppe zu haben, die bei auch nur angedachtem wieder aufzunehmendem Schulbetrieb offenbar mehr Bedenken von sich zu geben haben als zu vermittelndem Lehrstoff. Man glaubt, man lebt Comedy.

Andi Nöhren / 07.06.2020

Geschäftemacher aus der Pharmaindustrie schüren die Erwartung für eine baldige Impfmöglichkeit gegen dieses Virus, weil sie nicht lange auf dieses Milliardengeschäft warten wollen. Seriöse neue Impfstoffentwicklung dauert jedoch normalerweise mindestens 5 bis 7 Jahre. Wer vorher einen Impfstoff auf den Markt bringt, riskiert skrupellos aus Geschäftsgründen die Gesundheit von Menschen. Sicher werden sehr viele Menschen so doof sein und es nicht erwarten können, baldmöglichst einen Impfstoff injiziert zu bekommen, sobald ein solcher auf dem Markt ist.

B. Ollo / 07.06.2020

Den Vorschlag halte ich gelinde gesagt für überflüssig, eine Teilimmunität aufzubauen. Zur weitgehenden Normalität übergehen, ist natürlich sinnvoll.  Wenn kaum jemand krank ist, kann sich auch kaum jemand anstecken. Nachdem das Virus in Deutschland in den meisten Regionen fast weg ist, braucht man es wirklich nicht im Sommer wieder mutwillig verbreiten. Mag ja sein, dass kein Impfstoff kommt, aber es reicht ja auch, wenn es günstige, schnelle, sichere Tests für jedermann gibt. Das wiederum ist denkbar und realistisch. Dann könnte man sogar problemlos große Veranstaltungen in geschlossenen Räumen stattfinden lassen, wenn man direkt vorher den Leuten Tests für ein paar Euro ausgibt und diese unmittelbar nachweisen können, nicht erkrankt zu sein. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, gerade über längere Dauer, waren und sind ja nun das Hauptproblem. Problem erkannt, Problem gebannt. Wenn irgendwo lokal, wie in Göttingen etc. ein Ausbruch ist, kann man dann trotzdem gezielt sperren.

Torsten Hopp / 07.06.2020

Bevor wir Kitas und Schulen vollständig öffnen, bitte den Pandemiechef Prof. Lauterbach fragen. Der wollte doch jeden zum “Austrocknen” des Virus bis heute einsperren. Dafür widmet ihm die FAZ heute eine ganze Seite. Mehr Mut? Das zeigt Göttingen. Man findet Infizierte und sperrt -ohne Rücksicht um den medizinischen (Klinik-)Stand- alles wieder zu. Die öffentliche Verwaltung ist vollständig verängstigt und verunsichert. Wie soll das weitergehen?

Johannes Schuster / 07.06.2020

Wenn er mehr Mut will, es gibt für Kinder mit einer ins Erwachsenenalter getragenen Angststörung Anlaufstellen und Spieltherapie. Dann gehen wir mit ihm und Drosten ins Schwimmbad und sie dürfen dann, wenn sie eine Pommes zur Belohnung bekommen haben in der Runde erzählen, wie sich das anfühlt, wenn man Angst überwindet. Dieses Virologen und ihre Ängste, in vielen Dingen ist das halt schon a bissl einschlägig.

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