Thomas Rietzschel / 28.01.2018 / 18:47 / Foto: Conny / 3 / Seite ausdrucken

Deutsche Bank: Boni oder ich kündige mir

Wer in den oberen Etagen der Deutschen Bank unterkam, wurde für seine Leistung seit jeher ordentlich entlohnt. Zum fixen Gehalt kamen „variable Vergütungen“, sogenannte Boni, die in die Millionen gehen konnten, vorausgesetzt, es gab Geld für die Aktionäre. Davon kann heute keine Rede mehr sein. Seit drei Jahren schreiben die Deutschbanker rote Zahlen. Das Unternehmen ist, wie der Fondsmanager Ingo Speich sagt, „ein Sanierungsfall“. Die Aktionäre sind auch 2017 wieder leer ausgegangen. Nicht so die „Top-Manager“. Sie lassen sich abermals Bonuszahlungen von mehr als einer halben Milliarde Euro überweisen.

Dabei steht selbst für die derart Beschenkten das eigene Versagen außer Frage. Was sie sich jetzt zugesprochen haben, wollen sie nicht als eine Prämie dafür einstreichen, dass sie besonders gut gewirtschaftet haben, sondern als „eine Investition in die Zukunft“. Der Vorstand hat sich, so die FAS, selbst damit gedroht, dass die „besten Leute Reißaus nehmen“ würden, sollten sie die geforderten Zahlungen nicht erhalten.

Auch so kann man in die eigene Tasche wirtschaften. Selbsterpressung auf höchster Ebene. Nachdem sie das Klassenziel zum wiederholten Mal nicht erreicht haben, gönnen sich die Sitzenbleiber eine „variable Vergütung“, nur damit sie nicht hinschmeißen. Boni als Handgeld für das Durchhalten.

Statt sich nach neuen Köpfen umzusehen, belohnt die Deutsche Bank diejenigen, die bereits hinreichend bewiesen haben, dass sie es nicht können. Wenigstens weiß man dann, woran man ist: Deutsche Finanzwirtschaft 4.0! Ein Schelm, der sich jetzt an die Verhältnisse im politischen Berlin erinnert fühlen mag. 

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Leserpost

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Dietmar Schmidt / 28.01.2018

Auf die Deutsche Finanzwirtschaft 4.0 folgt die Deutsche Politik 4.0. Besser geht es nicht, ist doch große Klasse. Die Zukunft ist gesichert.

Karla Kuhn / 28.01.2018

“Statt sich nach neuen Köpfen umzusehen, belohnt die Deutsche Bank diejenigen, die bereits hinreichend bewiesen haben, dass sie es nicht können. Wenigstens weiß man dann, woran man ist: Deutsche Finanzwirtschaft 4.0! Ein Schelm, der sich jetzt an die Verhältnisse im politischen Berlin erinnert fühlen mag. “ Damit bestätigt doch die Deutsche Bank sich selber, daß sie nicht rechnen kann, oder ? Es gibt doch jede Menge Banker-Nachwuchs, der sicher sehr gut qualifiziert ist, warum sucht die DB nicht danach ? Bin ich froh kein Kunde der Deutschen Bank zu sein !! Und wenn, dann würde ich sofort jeden Cent abholen. Das ist ja ein Irrsinnswitz.

Gernot Radtke / 28.01.2018

In der Tat: Pfuscher allüberall. Der Merkelstaat in voller Aktion. Alles wird auf den Kopf gestellt. Sogar das Wasser läuft bergauf.

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