Rainer Bonhorst / 07.03.2016 / 20:00 / 2 / Seite ausdrucken

Bonhorsts Bonbons (3): Der Ladenhüter

Genug gechillt und gechattet? Hier schlagen wir spaßeshalber für unterschätzte deutsche Wörter eine Bresche. Vorzugsweise für zusammengesetzte.

Der Laden ist ein eher kleiner Verkaufsraum, der angenehm altmodische Gefühle weckt. Er ist das Gegenteil des riesigen, musikverseuchten Kauferlebnis-Supermarkts. Eine Ware, die den Laden hütet, ist wie ein Mensch, der das Bett hütet. Sie (er) sollte auf Dauer nicht bleiben, wo sie (er) ist. Kaufmännisch betrachtet, ist ein Ladenhüter eine Belastung. Er ist wie ein Stau auf einer Autobahn. Beharrung, wo Bewegung erwünscht ist. Andererseits ist ein Hüter eine angenehme Erscheinung, denn wer möchte nicht behütet sein? Ein Laden, der den einen oder anderen Hüter mitschleppt, ist ein geduldiger, menschlicher Laden. Der Supermarkt ist ungeduldig und erträgt keinen Ladenhüter. Was kein Renner ist, gilt als Penner und fliegt raus.

 

 

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Leserpost

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Rudolf Dietze / 08.03.2016

Habe so eben ihre Schatztruhe und weitere entdeckt und mich am Humor erfreut.  “die vor Wichtigkeit gestressten Mittelmanager” “Mittelmanager”  das Wort hebe ich mir besonders auf. In den 90er liefen die durch unsere Straßen einen Kasten in der einen und in der anderen Hand den Hörer. Mein Gott waren die wichtig! Danke Herr Bonhorst

Hjalmar Kreutzer / 07.03.2016

Lieber Herr Bonhorst, danke für das “spaßeshalber”, was in den letzten Tagen hier auf der Achse manchmal fast zu verschwinden scheint. Ja die Zeiten sind ernst, aber waren sie das nicht immer? In welcher Zeit ist noch mal die “Feuerzangenbowle” entstanden? “Auf einer Glatze Locken drehen” schrieb mal einer über das Feuilleton, ich müsste nachschlagen, wer. Sie zeigen so schön, wie das aussieht, nicht wie es geht, da der Magier seine Tricks dem faszinierten Zuschauer nicht verraten wird. Freundliche Grüße.

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