Wenn Jan Böhmermann recherchieren lässt, dann liest sich eine Anfrage, als sei er keine öffentlich-rechtliche Fernsehnase, sondern der Staatsanwalt persönlich. Anbei ein kleines selbstentlarvendes Beispiel, just for the record.
Markus Krall ist ein öffentlichkeitswirksamer Unternehmensberater und Autor. Von September 2019 bis November 2022 war Krall Mitglied und Sprecher der Geschäftsführung der Degussa Goldhandel GmbH. Als umtriebiger Zeitgenosse mit unbotmäßigen politischen Ansichten war es nur eine Frage der Zeit, bis er ins Visier der deutschen Linienrichter geraten würde. Der Mann soll zerstört werden. Vorgeworfen werden ihm beispielsweise seine Kontakte zu Hans-Georg Maaßen und die Tatsache, dass er im Verfahren gegen die sogenannten Reichsbürger um den schillernden Prinzen Reuß als Zeuge (!) vernommen wurde. Die mediale Aussortierung ist schon länger im Gang, aktuell nimmt Jan Böhmermann einen neuen Anlauf. Wie das geht, können Sie anhand des folgenden Schriftwechsels gewissermaßen im Ansatz verfolgen. Jan Böhmermann hat Dr. Markus Krall, mutmaßlich für seine Spartensendung, die am 01.09.2023 im ZDF ausgestrahlt wird, eine „Presseanfrage“ geschickt. Böhmermanns Mitarbeiterin spricht von „Recherche“. Das ist mutig, aber lesen Sie selbst, hier der Wortlaut der Anfrage:
Datum: Donnerstag, 24. August 2023 um 17:28
An:
Betreff: Bitte um Stellungnahme ZDF Magazin Royale
Sehr geehrter Dr. Krall,
im Rahmen einer Recherche für das ZDF Magazin Royale möchte ich gerne folgende Fragen an Sie richten:
Über eine schnelle Beantwortung dieser Anfrage würde ich mich freuen - spatestens jedoch bis Montag, 28. August 2023, 17 Uhr.
1. Welche Gründe wurden Ihnen Ende 2022 von der Degussa Sonne Mond Goldhandel GmbH für Ihre Freistellung genannt?
2. Sie standen in Kontakt mit Heinrich XIII. Prinz Reuls und anderen Mitgliedern seiner Reichsburger-Gruppe, dazu habe ich folgende Fragen:
2.1 Wie haben Sie Heinrich XIII. Prinz Reuß kennengelernt?
2.2 Wie stehen Sie dazu, dass Sie im mutmaßlich geplanten Schattenkabinett von Heinrich XIII. Prinz Reuß die Rolle des Wirtschafts- und Finanzministers einnehmen sollten?
2.3 Was konkret meinten Sie, als Sie Heinrich XIII. Prinz Reuß schrieben, er habe alles Nötige getan, damit das Heilige Deutschland wieder Struktur annehmen kann"?
2.4 Wann hatten sie das letzte Mal Kontakt zu Heinrich XiII. Prinz Reuß:
2.4.1 Wenn Sie keinen Kontakt mehr zu Heinrich XIII. Prinz Reuß pflegen: Weshalb, von welcher Seite und wann wurde dieser Kontakt beendet?
3. Woher und seit wann kennen Sie Hans-Georg Maaßen und in welchem Verhältnis stehen Sie zu ihm?
3.1 Aus welchen Gründen haben Sie Hans-Georg Maaßen nach der Hausdurchsuchung im Dezember 2022 angerufen?
3.2 Lassen Sie sich von Hans-Georg Maaßen anwaltlich vertreten?
Mit freundlichen Grüßen
xx
Redaktionsleitung
Markus Krall hat auf Twitter dazu, vor Ausstrahlung der Sendung, wie folgt reagiert (Auszug, kompletter Text hier auf Twitter)
„Der öffentlich-rechtlich alimentierte Kasper Böhmermann ‚recherchiert‘...
Woher kommt diese gedankenarme Konformität, diese Servilität gegenüber dem Mainstream, diese Unterwürfigkeit. Und dieser gnadenlose Denunziationsdrang, auch Menschen, diese sich nichts haben zuschulden kommen lassen, öffentlich an den Pranger zu stellen und vernichten zu wollen. Wie den Präsidenten des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Anm. der Red.), den dieser Wicht aus dem Amt gekegelt hat (siehe hier, Anmerkung der Red). Vielleicht sollten wir alle Mitleid mit Böhmermann haben, vielleicht könnte ihm ein guter Therapeut helfen. Ich meine das nicht ironisch, ich glaube, dass Böhmermann darunter leidet, Böhmermann zu sein. Wie sollte das auch anders sein. All dieser Hass, diese Bösartigkeit, das ganz kleine intellektuelle Kartenspiel. Aber ein Sendeplatz im ZDF, gegen unseren Willen finanziert, ist zur Therapie von Böhmermann eher ungeeignet. ‚Beim ZDF kotzt man doch im Strahl‘, sagte Harald Schmidt einst über Jan. Im Sender sind die Eimer voll".
Beitragsbild: Michael Schilling CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
„Histrionische Persönlichkeitsstörung“ scheint zu passen, auch wenn es eine wohlwollende Diagnose ist. Latein „histrio“ heißt auf deutsch: Schauspieler, Gaukler, Spielmann. Schauspielkunst spreche ich Böhmermann klar ab; aber Gaukler trifft den Sachverhalt. Ein bemitleidenswertes kleines Würstchen ist (oder hat?) er meiner bescheidenen Meinung nach. Ja, mir tut er wirklich leid. Hass und Hetze sind sein Lebenselixir, weil beides ihm Ruhm beschert. Ob seine Mutti ihn lieb hat??
Bin immer noch freudig erregt, dass Böhmermann mich auf seiner berüchtigten ersten „Liste“ geführt hat. So langsam ist man in wirklich guter Gesellschaft damit.
Ich meine, wenn Böhmermann an Herrn Dr. Krall eine solche Anfrage stellt, dann ist es besser und trifft Böhmermann viel empfindlicher gar nicht darauf zu reagieren.
Dumm nur, dass Böhmermann juristisch so gut beraten wird, mit solchen Provokationen an Herrn Krall und andere gerichtet, er sich keine strafrechtlich verwertbare Blöße gibt.
Ich werde den Artikel nicht lesen – weil ich Böhmermann nicht ertragen kann, nicht auf einem Foto und nicht, wenn überhaupt von ihm die Rede ist, selbst wenn, wie hier, ein kritischer Artikel zu erwarten ist.
Dieser Herr kann dem Dr. Krall nicht ansatzweise das Wasser reichen. Der ist gegen den nicht mal ein kleines Licht. Dieser Versuch einem Mann von so scharfem Intellekt auf billigste Art ans Bein pinkeln zu wollen entspricht genau dem unterirdischen Niveau von Journalismus, den der Staatssendebetrieb ARD/ZDF noch so auf die Beine bringt. Die halten diese Zirkusnummer wahrscheinlich für investigativ. Die Art wie dieser B. das macht entspricht deutlich dem Niveau einer Schülerzeitung . Ich verstehe wirklich nicht, warum sich Leute diesen Menschen im Fernsehen antun können. Der ist der Archetypus für die in allen Lebensbereichen stattfindende rasante Niveauabsenkung in Deutschland. Unbegreiflich.
Der Abgrund – Böhmermann geh weiter voran.
Ich hatte einen Traum. Ich sah das erbärmliche Würstchen JB wie einst Captain Ahab auf dem Rücken Moby Dicks gefessselt, in einer viel zu großen Nazi-Unifo steckend, bei jedem Taauchgang den rechten Arm nach vorn streckend und im Angesicht des Todes rufend, „ich bin doch ein Gottbegnadeter.“