Felix Perrefort / 08.10.2019 / 16:00 / 5 / Seite ausdrucken

Blume auf richtigem Dampfer

Es gibt zwar kein richtiges Leben im falschen, dafür jedoch den Falschen, der das Richtige tut: Michael Blume, der sich auf Achgut.com einiges an Kritik gefallen lassen musste, ist gerade an einer guten Sache dran. Hier und dort wäre zwar etwas zu bemängeln, doch kleinlich rumzunörgeln ist nicht angebracht, wenn die Stoßrichtung vernünftig ist: 

Der Antisemitismus-Beauftragte von Baden Württemberg wirft der Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser“ vor, sie fördere Judenhass und bediene eine „breite Querfront des israelbezogenen Antisemitismus“. 

Der taz nennt Blume zwei Hauptkritikpunkte an der Ausstellung: Sowohl die „Hunderttausendfache Vertreibung von Jüdinnen und Juden aus der arabischen Welt“ als auch die „mörderische Geschichte des „arabisch-deutschen Antisemitismus“ würden ausgeblendet. 

Zu dieser Debatte gibt es ein sehr ausführliches PDF der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Stuttgart, „Der Mythos Nakba – Fakten zur israelischen Gründungsgeschichte“. Lesenswert auch der 2001 erschienene Jungle-World-Artikel von Justus Wertmüller:

Wer „Nakba“ unhinterfragt übernimmt (...), spricht die Sprache der Al-Husseinis, Arafats, Saids oder die der Pirkers und anderer völkischer deutscher Kommunisten, denn er gebraucht diesen rhetorischen Marschflugkörper aus der Werkstatt palästinensischer Intellektueller, um zwei unvergleichliche Ereignisse miteinander zu identifizieren.

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Gereon Stupp / 08.10.2019

@Christoph Friedrich Wurden tatsächlich Araber von Juden vertrieben und ermordet? Daß die Shoah, die wir und sonst niemand zu verantworten haben,  wesentlichen Anteil an der Gründung des Staates Israel hat, steht außer Frage. Und daß die Ansiedlung von Juden (aus aller Welt) in diesem neuen Staat im britischen Mandatsgebiet Palästina für die dort bereits lebenden Menschen nicht unbedingt Quell zur Freude gewesen ist, scheint mir logisch. Welchen Grund aber sollten diese Juden gehabt haben, die dort lebenden Araber zu verfolgen? Ich möchte Sie freundlich bitten, ihren Satz hinreichend zu belegen. Er ist zu ernst, um ihn einfach so stehen zu lassen, und zwar in jeder Hinsicht.

Christoph Friedrich / 08.10.2019

Unrecht wird nicht durch anderes Unrecht zu Recht. Die Ermordung und Vertreibung vieler Palästinenser war ein schlimmes Unrecht - ein Unrecht, das bis heute vieles vergiftet. Israel und auch das Judentum insgesamt wären gut beraten, sich damit eingehender auseinanderzusetzen - vielleicht könnte daraus doch ein Weg zum Frieden in Nahost gefunden werden.

sybille eden / 08.10.2019

Werter Herr Perrefort, gut wenn sie auch mal was positives von “unserem” Beauftragten berichten. Aber EINE Schwalbe macht noch keinen Sommer ! Die nächste Israelhetze wird nicht lange auf sich warten lassen !

Thomas Holzer, Österreich / 08.10.2019

Auch bedenkend, daß es die “Palästinenser” als Palästinenser erst seit 1968 “gibt”, davor wurden sie schlicht und einfach Araber genannt, und bezeichneten sich auch selbst als solche

Robert Korn / 08.10.2019

Zum Nakhba-Mythos: “Die Araber behaupten, sämtliche Flüchtlinge seien entweder gewaltsam vertrieben oder durch Terrorakte so eingeschüchtert worden,  dass sie nicht zu bleiben gewagt hätten. In Wirklichkeit hatte der Massenauszug der Araber aus Palästina andere Gründe. In vielen Fällen,  wie zum Beispiel in Haifa, folgten sie den Befehlen ihrer Führer,  die sie zum Verlassen ihrer Heimstätten aufgefordert hatten, damit sie nicht zu Opfern der bevorstehenden militärischen Operationen gegen Israel würden… Das stärkste Motiv für die Massenflucht aber war die feste Überzeugung der Flüchtlinge,  dass die Armeen der benachbarten arabischen Länder binnen weniger Tagen die Zionisten ins Meer werfen und Palästina… zurückerobern würden. ” Wolfgang Bretholz “Aufstand der Araber ” 1960 Kurt Desch Verlag, S. 196. Ein absolut lesenswertes Buch eines landeskundigen Augenzeugen

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