Von Marei Bestek.
Möchte ich dem Bettler vor meiner Haustür helfen, so muss ich meinen eigenen Geldbeutel öffnen. Ich darf aber nicht bei meinem Nachbarn klingeln, um ihn aufzufordern, dass er sich doch bitte um des Bettlers Wohl kümmern soll. Genau dieses Verhalten lässt sich aber gerade in Deutschland beobachten. Es gibt die „Bahnhofsklatscher“ und „Willkommensaktivisten“, selbst meist wohlalimentierte und gut abgesicherte Bürger, die erwarten, dass nun die gesamt-deutsche Bevölkerung die von ihnen geforderte Masseneinwanderung mitträgt. Getreu dem Motto: „Zahlen sollen die anderen!“. Sie vergessen dabei, dass es Deutsche gibt, für die der enorme Zustrom von Menschen ein Kampf um Arbeitsplätze, Wohnraum und ein Leben am Existenzminimum bedeutet. Auch vergessen sie genau diejenigen zu fragen, die sich letztendlich wirklich um Integration, Sicherheit und Kosten kümmern müssen, also unsere Lehrer, Sozialarbeiter, Polizisten und nicht zuletzt die Steuerzahler. Komischerweise sind das aber genau die Gruppen, die in der anhaltenden Flüchtlingseinwanderung eine Überforderung sehen. Auch nicht gefragt werden unsere Kinder und die nachfolgenden Generationen, auf deren Schultern für unbestimmte Zeit die Last der Staatsverschuldung liegen wird und auf die in Zukunft Kulturkämpfe, Integrationslasten, Kulturverfall, Bildungsabfall und vermehrte Sicherheitsprobleme zukommen werden. Nein, unsere Bundesregierung kann uns nicht dazu drängen, das Leben von Migranten auf unbestimmte Zeit zu finanzieren und es als Akt der Nächstenliebe ausgeben. Aus „Hilf selbst!“ wird also: „Fordere Dinge nur und lasse sie Dritte durchführen und bezahlen.“ Wer nicht selbst aktiv wird und direkte Hilfe leistet, sondern Nächstenliebe nur fordert und auf andere abwälzt, der ist bestimmt nicht der edle Ritter, für den er sich ausgibt.
Morgen in Teil 3: Was hätte St.Martin ohne Mantel gemacht?
Teil 1 finden Sie hier
Marei Bestek (25) wohnt in Köln und hat Medienkommunikation & Journalismus studiert.
Liebe Frau Bestek, bin von Ihren Gedanken zum Thema "Nächstenliebe" sehr beeindruckt. Denn sie können einem Christenmenschen aus seinem Dilemma helfen: Einerseits fühlt der Christenmensch sich selbstverständlich ( christlicher ) Nächstenliebe verpflichtet, spürt andererseits, dass mit " grenzenloser " Nächstenliebe niemandem wirklich geholfen ist. Und letzteres zeigen Sie unaufgeregt und sachlich allein durch Analyse des Begriffs der Nächsten(!)liebe auf. Dankbar bin ich Ihnen auch für den ( für mich neuen ) Blickwinkel, dass die " Bahnhofsklatscher " die Willkommenskultur im Prinzip auf dem Rücken Dritter zelebrieren, von Ihnen " Bitte nicht beim Nachbarn klingeln " genannt. Ich freue mich auf die Fortsetzung.