Quentin Quencher / 07.06.2020 / 15:00 / 17 / Seite ausdrucken

Bilderstürmer gegen das Bürgertum: Die Antifa

Die gegenwärtigen Krawalle, die Plünderungen, Zerstörungen, hauptsächlich von der Antifa oder ihr nahestehenden Gruppen begangen, sind im Grunde "Politischer Ikonoklasmus", eine Art Bildersturm gegen das "Social Distancing" des Bürgertums – dies bitte nicht verwechseln mit der räumlichen Distanzierung als Mittel zum Infektionsschutz gegen Viren oder Krankheiten. Das Bürgertum hat nämlich ein natürliches Bedürfnis nach sozialer Abgrenzung gegenüber anderen sozialen Klassen und schafft physische wie soziale Mauern um sich herum, schützt damit sich selbst und die ihm Nahestehenden, sein Hab und Gut ebenfalls. Das eigene Auto muss auch unter diesem Aspekt, dem Bedürfnis nach Abgrenzung, gesehen werden. Ebenso ist die Vorliebe für bestimmte Wohngebiete, Schulen oder Universitäten, ja sogar die Wahl ihre Arbeitsplätze oder Berufe sind von Aspekten des Social Distancing durchzogen.

Bürgerliche Ehrvorstellung, Normen und Symbole waren schon immer der Diffamierung ausgesetzt, dagegen wurde opponiert, es wurde verächtlich gemacht, in allen Bereichen, bis hin zur Sexualmoral, bei den 68ern beispielsweise. Jede Zeit hatte ihre eigenen Proteste gegen die Bürgerlichkeit. Dies zeigte sich immer in der Ablehnung der bürgerlichen Symbole oder Lebensarten. 

An den Symbolen dieser bürgerlichen Abgrenzung vergehen sich nun die Krawallbrüder und Krawallschwestern, zuerst an den Dingen die sich leicht zerstören lassen, Autos durch Feuer, Glasscheiben durch Steine. Für sie ist es Klassenkampf gegen das Bürgertum, gegen dessen Symbole, und ist durchaus mit der klassischen Bilderstürmerei zu vergleichen und hat wenig mit linken Revolutionen, wie wir sie aus der Geschichte kennen, zu tun. Ihr Vandalismus ist das untrügliche Zeichen dafür.

Elias Canetti, bei dem ich immer nachschlage, wenn ich mir Gedanken um gesellschaftliche oder politische Phänomene mache, meint zur Zerstörungssucht:

 „Die Zerstörung gewöhnlicher Art, … ist nichts als ein Angriff auf alle Grenzen. Scheiben und Türen gehören zu Häusern, sie sind der empfindlichste Teil ihrer Abgrenzung gegen außen. Wenn Türen und Scheiben eingeschlagen sind, hat das Haus seine Individualität verloren. Jeder kann dann nach Herzenslust hinein, nichts und niemand darin ist geschützt. In diesen Häusern stecken aber gewöhnlich, so glaubt man, die Menschen, die sich von der Masse auszuschließen suchen, ihre Feinde. Nun ist, was sie abtrennt, zerstört. Zwischen ihnen und der Masse steht nichts. … Man kann sie holen.“

Der Gegner der Antifa ist das Bürgertum, mit Antifaschismus haben die Aktionen der Antifa rein gar nichts zu tun. An bürgerlichen Symbolen reagieren sie sich ab, wollen die Grenzen, die sich das Bürgertum durch sein "Social Distancing" aufgebaut hat, einreißen und zerstören. Die Antifa ist antibürgerlich und linksradikal, gibt vor, den Faschismus zu bekämpfen, doch das ist nur Augenwischerei, ihr Feind sind die Bürger, welche sich in der gegenwärtigen Gesellschaft eingerichtet haben und ihren Status schützen.

Anmerkung: Natürlich können auch Menschen wie Bilder oder Symbole sein, diejenigen die sinnbildlich für etwas stehen. Vertreten diese die bürgerliche Lebensweise, manche Politiker etwa, dann fallen sie der Zerstörungswut der Antifa zum Opfer. Dies ist ebenfalls »Politischer Ikonoklasmus«, oder einfach Terrorismus. Aber das lässt sich eh kaum auseinanderhalten.

Beitrag auch auf Quentin Quenchers BlogGlitzerwassererschienen.

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Leserpost

netiquette:

sybille eden / 07.06.2020

Danke Herr Quencher, aber man muss nicht unbedingt zum Bürgertum gehören oder ein bürgerliches Leben mit entsprechenden Outfit führen, um ein Feinbild der Antifa zu sein.        Das sind doch heutzutage auch altmodische Klischees,würde ich sagen. Mein Sohn z.B. ist Rockmusiker, (semiprofessionell) und absolut nicht bürgerlich, aber ein ordnungsliebender, disziplinierter und zielgerichteter Mensch. Das alleine reicht heute und beim linksextremen Klientel schon, um als Feindbild zu gelten.  Er ist gottseidank ein überzeugter Liberaler und hatte dadurch in den letzten Jahren öfters “Reibereien” mit dieser Szene, in der   sich leider auch viele linksextreme “Musiker” tummeln.Es reicht denen aber durchaus schon,  “nur” ein unpolitischer Hippie zu sein .

Markus Kranz / 07.06.2020

In Wirklichkeit ist es einfach der alte kalte Krieg, der nie aufgehört hat. Daher auch der Hass auf Amerika, Israel und Westeuropa. Das Problem ist nur, dass die Sowjetunion zusammengebrochen ist & die Linken keine positive Alternative anzubieten haben. Ihre Vision ist die Zerstörung des Westens - was danach kommt, wissen sie gar nicht.

Michael Kunkel / 07.06.2020

Da fällt mir Saskia Eskens Zitat ein: “58 - und immer noch Antifa” Die SPD, frühere Arbeitnehmerpartei, ist nun auf dem besten Wege das Bürgertum zu zerstören. Gleich hinterher folgt die CDU, die mit Barbara Borchardt eine entschiedene Gegnerin des Grundgesetzes ins Verfassungsgericht Mecklenburg-Vorpommerns beruft. Der CSU Anstandswauwau bellt kurz auf, muss aber sofort - husch ins Körbchen.

Günter H. Probst / 07.06.2020

Daß sich die Schläger-, Zerstörungs- und Plünderbanden der NeoFa aus dem staatlich finanzierten Lumpenproletariat rekrutieren, ist kein Geheimnis. Und sie handeln im Interesse der gegenwärtig Herrschenden; was sich schon daran zeigt, daß diese Schläger fast nie ermittelt und verurteilt werden. Worin besteht aber das Ziel der Herrschenden, wenn sie ihr Lumpenproletariat auf die arbeitenden und besitzenden und Steuern bringenden Bürger losläßt? Während früher die staatliche Macht eingesetzt wurde, um das Lumpenproletariat in Schach zu halten, wird sie jetzt eingesetzt, um die Kritiker einzuschüchtern oder auszuschalten. Einen Sinn ergibt das Ganze nur, wenn das Ziel darin besteht, die Strukturen dieser Gesellschaften zu erschüttern und sie irgendwann zu zerstören. Ich bezweifel, ob die jetzt an der Zerstörung arbeitenden Maoisten und Stalinisten wissen, daß sie nach der Zerstörung nicht mehr oben sitzen werden.

Wolfgang Kaufmann / 07.06.2020

Mit kindlichem Trotz reagieren Loser in dem Moment, wo sie merken, dass sie Loser sind. Spüren, dass sie nichts können, nichts wissen und im echten Leben keine Chance haben, außer allenfalls im Heißluftwettbewerb des medialen Dummschwätzens. – Dazu kommt die chiliastische Hoffnung, es würde von allein alles besser, wenn man nur erst mal das Bestehende zerschlägt. – Letztlich aber sind es verweichlichte und effeminierte Schneeflöckchen, die nie auf etwas verzichten mussten, die sich nie etwas erarbeiten mussten, für die Leistung und Ausdauer Fremdwörter sind; die mit materieller Überversorgung aufwachsen und mit mütterlichen Helikopterdiensten gepampert und gekauft werden. – Wehe, ein Vater packt das Vesper in bourgeoise Materialien, etwa Brot in die Plastiktüte, Apfel in Aluminiumfolie oder Eier in nicht recycelbare Naturschale, dann meldet sich sofort die Inquisition in Form der Lehrerin; den Sack schlägt sie, aber den klassenfeindlichen Esel meint sie. – Gute, begehrenswerte, proletarische Produkte sind hingegen Nike und Apple, Gucci und Rolex und was sich das Lumpenprekariat in Amiland sonst gerade aus den Läden zusammenplündert.

Jürgen Probst / 07.06.2020

Sie schreiben: “...mit Antifaschismus haben die Aktionen der Antifa rein gar nichts zu tun.” Wie wahr! Nein - es ist der Neid der Verlierer. Sie wissen, sie werden es nie zu etwas bringen, sie wissen, in ein paar Jahren sind sie noch viel mehr Sozialfälle als jetzt schon. Sie wissen, dass sie nie zu denen gehören werden, die es zu einem “normalen” Leben bringen werden. Sie wissen, wenn die Mädels älter werden, werden sie nicht diese Verlierer nehmen, sondern diejenigen, mit denen es eine Zukunft gibt. Liebe Antifa, Ihr seid Verlierer und dass wisst Ihr sogar!

A.Ziegler / 07.06.2020

Antifa = Neofa Punkt. Grün = antihuman, Links = Lüge. Sozialismus = Totalitarismus + Aufgabe aller bürgerlichen, moralischen Werte. Wer glaubt, wie manche (noch?) Bürgerliche,  linke Themen besetzen zu wollen, um sie den Linken wegzunehmen, vergisst, dass genau solche Mitläufer als erste liquidiert werden. Nützliche Idioten.

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