Saudi-Arabien will als weltoffen wahrgenommen werden und seinen internationalen Einfluss steigern. Doch die Zahl der Hinrichtungen dort hat sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt.
In diesem Jahr wurden bereits 239 Todesurteile in Saudi-Arabien vollstreckt. Erst vor wenigen Tagen gab es weitere 17 Hinrichtungen – ein neuer Negativrekord.
Die Anzeige erschien 2015. Eine Stellenanzeige auf dem Jobportal der saudi-arabischen Regierung kam nüchtern daher. Das Sozialministerium suchte neue Mitarbeiter, besondere Qualifikationen oder Berufserfahrung waren nicht gefordert. Das künftige Gehalt wurde nicht genannt. Erst auf den zweiten Blick offenbarte sich, worum es ging: Gesucht wurden Männer, die "die Todesstrafe vollstrecken, auch die Strafe für Diebstahl". Die Bewerber sollen also verurteilte Straftäter je nach Urteil entweder enthaupten oder ihnen Gliedmaßen amputieren. Die ausgeschriebenen Henkers-Stellenwaren rasch besetzt. Es fanden sich genügend Bewerber. Seither konnten, wie von der Scharia-Behörde gefordert, die Urteile wieder vollstreckt werden. Die Henker verrichteten ihr grausames Handwerk. Jahr für Jahr. Immer häufiger. 2024 wurden in Saudi-Arabien 345 Menschen hingerichtet - fast jeden Tag einer. Eine Bilanz des Grauens.
Nach einer Zählung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wird die Zahl der Hinrichtungen im Jahr 2025 deutlich überschritten. Seit Jahresbeginn wurden bereits 239 Menschen hingerichtet, darunter 161 wegen Drogendelikten sowie 136 ausländische Staatsbürger. Erst vor wenigen Tagen hat die saudi-arabische Scharia-Justiz binnen weniger Stunden weitere 17 Todesurteile vollstreckt – ein neuer Negativrekord.
„Diese Zahlen sind historisch und beispiellos. Sie widersprechen den Versprechen von Kronprinz Mohammed bin Salman. Er hatte angekündigt, die Hinrichtungen auf Mordfälle zu beschränken. Doch die Zahlen entlarven diese Versprechen als falsch“ kritisiert Julia Duchrow, Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International. Für sind solcherlei Aussagen nichts als Augenwischerei: „Das Image, das sich Saudi-Arabien gibt, entspricht nicht der Realität."
Willkür streng konservativer Scharia-Richter
Tatsache ist: Noch nie wurde eine so hohe Zahl an vollstreckten Todesurteilen in Saudi-Arabien dokumentiert. Die Todesstrafe droht unter anderem für Mord, Drogenhandel und Waffenschmuggel die Todesstrafe. Es werden Geständnisse genutzt, die durch Folter erpresst wurden. Es sind 'incommunicado-Inhaftierungen' (also nicht registrierte und kommunizierte Verhaftungen), in U-Haft kein Zugang zur Familie, kein Zugang zum Anwalt. „Es sind oft Entscheidungen und Urteile, die auf grob unfairen Vorgaben getroffen wurden”, sagt Taha al-Haji. Der saudische Menschenrechtsanwalt lebt in Berlin und kritisiert seit Jahren die Hinrichtungspraxis in seinem Heimatland. Die Angeklagten, sagt er, sind der Willkür der streng konservativen Scharia-Richter weitgehend hilflos ausgeliefert: „Es sind zum Teil politische Anklagen - wegen der Teilnahme an Demonstrationen, Hochverrats und der Aufwiegelung der öffentlichen Meinung. Darüber hinaus wurden Todesurteile gegen Personen aufgrund ihrer politischen Ansichten oder Kommentare in sozialen Medien verhängt”, kritisiert der Anwalt.
Obwohl Saudi-Arabien im Rahmen seines "Vision 2030"-Reformprogramms gesellschaftliche und soziale Veränderungen anstrebt, die sich positiv beispielsweise auf Frauenrechte auswirken sollen, gibt es keinen freien politischen Diskurs, Medien stehen unter rigider staatlicher Kontrolle. Die Scharia, das islamische Recht, ist die Grundlage der Rechtsordnung, und Menschenrechte werden unter Vorbehalt ihrer Vereinbarkeit mit der Scharia gewährt. Für Meinungsfreiheit, oppositionelle Gedanken ist hier kein Raum. Die Königs-Oligarchie akzeptiert keinen Widerspruch, verfolgt jede Opposition.
Trotz der schlechten Menschenrechtsbilanz ist Saudi-Arabien weltweit alles andere als isoliert. Deutsche Unternehmen schätzen saudische Geschäftsspartner. Mit ihnen macht die Wirtschaft gute Geschäfte. Saudi-Arabien ist nach den Vereinigten Arabischen Emiraten Deutschlands zweitwichtigster Handelspartner im arabischen Raum, das Handelsvolumen wächst kontinuierlich. Geliefert werden Maschinen, Fahrzeuge, chemische, elektrotechnische, feinmechanische und optische Erzeugnisse. Man sitzt in Zukunft auf den weiteren Ausbau der Wirtschaftskooperation. Die deutsche Wirtschaft ist durch das German Saudi Arabian Liaison Office (GESALO) in Riad vertreten und mit der Gemischten Wirtschaftskommission (GWK) besteht ein gemeinsames Forum, dem Regierungs- und Wirtschaftsvertreter angehören. Kurzum: eine Win-Win-Situation. Solide deutsche Produkte, solvente saudische Kunden. Menschenrechtsdebatten sind hier störend. Das konstatiert auch Julia Duchrow: „Die neue Bundesregierung muss trotzdem beim Thema Saudi-Arabien auch Menschenrechtsverletzungen ansprechen. Und es muss auf jeden Fall angesprochen werden, dass die Todesstrafe geächtet gehört…”.
Dafür, dass die Zahlen heruntergehen, gibt es bislang keine Anzeichen. In Saudi-Arabien sind bislang nicht nur mehr Menschen hingerichtet worden als ein Jahr zuvor, es sind auch mehr Menschen zum Tode verurteilt worden. Düstere Aussichten.
Helmut Ortner hat bislang mehr als zwanzig Bücher, überwiegend politische Sachbücher und Biografien veröffentlicht. Zuletzt erschienen: „Heimatkunde –Politische Essays“ und „Widerstreit: Über Macht, Wahn und Widerstand“.
Beitragsbild: Iran Human Rights
„Trotz der schlechten Menschenrechtsbilanz ist Saudi-Arabien weltweit alles andere als isoliert. Deutsche Unternehmen schätzen saudische Geschäftsspartner.“
Genau und deshalb findet die Fußball-WM 2034 auch dort statt und jeder Fußballheini feiert das, ungeachtet ob der Fußball oder Köpfe rollen. Alles ein großes Geschäft, da schaut man großzügig über Menschenrechte hinweg. Es gibt ja unter den Fußballanhängern genug Fanatiker, die zu allem bereit sind.
So tickt die Welt bzw. die Erdlinge, sie sind korrupt, verlogen und heuchlerisch und alle wollen nur das Geld und dafür gehen sie über Leichen ohne jegliche Moral. Nein nicht alle sind so, aber ein ganz großer Teil und die Politiker sind nicht anders, deswegen kann mich das System mal und die meisten Leute auch …
Von welchem Gericht wurden eigentlich die in Gaza gefangen Gehaltenen zur Geiselhaft verurteilt, sofern sie nicht inzwischen ohnehin bereits verreckt sind. Dafür gibt es in unserer Gesellschaft Verständnis. Und unsere Regierung schlägt sich auf die Seite der Hamas. Dieser Artikel erscheint zu früh. Oder – je nach Perspektive auch denkbar – womöglich zu spät.
Die Tatsache, dass die Machthaber in SA oder in den VAR oder sonstwo auf der Welt geschaeftlich interessiert sind bzw fuer sie gute Geschsefte abschliessen wollen, wird hierzulande natuerlich sehr gerne „ missverstanden “. Mir ist eine Abkehr vom Wahabismus nicht bekannt. Die gibt es nicht und wird es auch nicht geben. Man sollte hier die Kategorien nicht durcheinanderbringen. Selbstverständlich gilt , egal , was die Herren wirtschaftlich oder „ sportlich “betreiben , der Islam in seiner intensiven Verfassung nebst Scharia weiter gilt und Anwendung findet. Lediglich dann, wenn die Muslime ( noch ) nicht die Macht in einem Staat innehaben , halten sie sich vornehm zurück. Danach wird es sehr ernst. Nichts Neues unter der Sonne, aber auch in diesem Punkt lassen es die sehr geschaetzten Liberalkonservativen laufen , bis es zu spät ist. Dann rollen die Köpfe auch hier.
@Fritz kolb, sie scheinen ja richtig blutrünstig zu sein, sich gleich mehrfach am Ort des Geschehens zu laben. Wie oft sind sie seit 1982 noch hingereist?
Andere Länder, andere Sitten. Es geht wohl hier keinem was an, was andere Länder wie auch handhaben. Wem das nicht paßt, sollte sich gleich vor Ort begeben und die Kritik dort vortragen. Mit den entprechenden Konsequenzen. Es ist nicht nötig seine Abreise jedem ungefragt mitzuteilen.
Ja, und? Kommt Ihnen das nicht bekannt vor? „…Urteile, die auf grob unfairen Vorgaben getroffen wurden“ sic. „…der Willkür ….ausgeliefert / …zum Teil politische Anklagen“. Warum muß ich da „Ballweg“ denken? Oder „Reichsbürger“? Oder „Höcke“? Der einzige Unterschied besteht doch darin, daß es in Deutschland keine Todesstrafe mehr und noch kein Scharia-Gericht gibt. # Wie weit sind „wir“ auseinander, wenn auf einer „Linke-Versammlung“ die Erschiessung „von Reichen“ ungestraft geäussert werden kann? # Gibt es einen Grund sich über Saudi-Arabien zu echauffieren – bloß weil deutschen Drogenhändlern im Görli Stellplätze zugewiesen, in Saudi-Arabien die aber einen Kopf kürzer gemacht werden? Ist das ja vielleicht ein Grund, warum islamisch geprägte Verbrecher so gerne nach Deutschland emigrieren? Bei Diebstahl heißt es nicht „Hand ab“, sondern nur „du, du,du“. Und statt Kopf ab gibt’s einen Standplatz im Görli. Hauptsache ist doch, er findet sich pünktlich zur Beantragung des deutsche Passes oder zur Abholung des Bürgergeldes ein.
Julia Duchrow. Duchrow? Ich hab’s doch gewußt! Wo bin ich denn auf der Achse bloß gelandet, daß diese Dame hier zitiert wird. Gibt es denn gar keine Brandmauer mehr? Julia Duchrow ist eine deutsche Christin in der Tradition der Deutschen Christen. Ihre Judenfeindschaft lebt sie zur Zeit als Generalsekretärin der antijüdischen Vorfeld-Organisation Amnesty International aus. Mit der Organisation, die von honorigen Leuten wie Gerd Ruge und Carola Stern (deutsche Sektion) gegründet wurde, hat das heutige Amnesty nichts mehr zu tun, dank ‚Aktivisten‘ wie Duchrow. Man soll ja Kinder nicht für Eltern haftbar machen; aber in diesem Fall sind zusätzliche Informationen ganz hilfrich. Duchrows Vater ist der prominente linke Theologe Ulrich Duchrow, ein Israel-Feind reinsten Wassers. Das sympathisierende Bolschwiki-Pedia weiß: ‚… Als Reaktion auf das Kairos-Palästina-Dokument von 2009 entstand in Deutschland ein „Kairos-Palästina-Solidaritätsnetz“. Duchrow verfasste und veröffentlichte im Oktober 2016 dessen Aufruf, sich der BDS-Kampagne gegen Israel anzuschließen. Der Aufruf behauptete eine „jüdische Kolonisierung“ Palästinas und einen Missbrauch der Holocaust-Erinnerung zur Vertreibung und Unterdrückung der Palästinenser. Die „Wittenberger Erklärung“ vom Januar 2017 sprach sich gegen jeden Antisemitismus aus und rief zugleich alle Kirchen dazu auf, BDS zu unterstützen … .‘. Interessenten können bei den Bolschis noch Genaueres lesen. Fazit: Duchrows sind LUPENREINE Antisemiten und gehören zu deren modernistischen Zweig, die ihren fanatischen Judenhaß als ‚Israel-Kritik‘ und ‚Antizionismus‘ tarnen. In den 30-er Jahren wäre für beide Duchrows bei den DC-Funktionären ein Ehrenplätzchen freigewesen. Damals ‚Kauft nicht bei Juden!‘; heute BDS. Ulrich Duchrow ist ein Schuft, der das berüchtigte Eisenacher Institut Zeit seines theologisch Wirkens ideel fortgeführt hat! Natürlich forscht er nicht mehr über die Juden-, sondern vornehm über die Israel-Frage.