Georg Etscheit / 14.12.2020 / 12:00 / Foto: Pixabay / 65 / Seite ausdrucken

Bewerbung als Intendant des Saarländischen Rundfunks

An die 

Vorsitzende des Rundfunkrates

des Saarländischen Rundfunks

Frau Gisela Rink

Funkhaus Halberg

66100 Saarbrücken

Sehr geehrte Frau Vorsitzende des Rundfunkrates des Saarländischen Rundfunks, 

liebe Frau Rink,

ich möchte mich hiermit auf die am 12. Dezember in der „Süddeutschen Zeitung“ ausgeschrieben Position der/des Intendantin/Intendanten des Saarländischen Rundfunks in aller Form bewerben.

Ich freue mich, dass der Rundfunkrat für dieses Amt „eine Persönlichkeit mit starkem Gestaltungswillen, Integrationskraft und hohem diplomatischen Geschick“ sucht. Ich versichere, über alle genannten Fähigkeiten ausnahmslos zu verfügen. Gestalten wollte ich schon immer gerne und Integrationskraft habe ich bewiesen, indem ich mich als in Deutschland als Sohn deutscher Eltern geborener Deutscher nahtlos in die multikulturelle Gesellschaft integriert habe. Besonderes diplomatisches Geschick wurde mir bisher zwar nicht nachgesagt, aber ich bin gerne bereit, auch im Alter von bald 59 Jahren noch dazuzulernen. Ich hoffe, dass mir daraus kein Nachteil bei meiner Bewerbung für das Amt der/des Intendantin/Intendanten des Saarländischen Rundfunks erwächst.

Die „föderalen Strukturen und die daraus resultierenden Herausforderungen“ sind mir nicht erst seit der Corona-Krise umfassend vertraut. Dass ich mich „nachdrücklich“ mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk identifiziere, steht außer Frage. Ich habe immer pünktlich meinen Rundfunkbeitrag bezahlt und möchte ihn in Zukunft, wenn möglich, sogar bar entrichten, was meiner Wertschätzung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk besonderen Ausdruck verleihen würde, denn in diesen Zeiten geht ja nichts über Cash auf die Kralle, nicht wahr? 

Seit meiner Kindheit habe ich die Sendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks intensiv verfolgt, darunter „Raumschiff Enterprise“, „Was bin ich?“ und „Warten aufs Christkind“. Während meiner Studienzeit absolvierte ich mehrwöchige Praktika beim Hessischen Rundfunk sowie in Ihrem wunderschönen Funkhaus auf dem Halberg, dessen Kantine mir seither in bester Erinnerung ist. Ich verfertigte zahlreiche Radiobeiträge, die sogar gesendet wurden, an die ich aber mich leider im Einzelnen nicht mehr erinnern kann. Ich stellte dabei außerordentliche Kreativität und Belastbarkeit unter Beweis. 

Dass der Saarländische Rundfunk als „tragende Säule des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ fungiert, ist mir seither persönlich bekannt. Ich lernte in dieser Zeit auch die Großregion SaarLorLux kennen und lieben, insbesondere die Metropole Saarbrücken mit ihrer, wie Sie zutreffend schreiben, „besonderen  Geschichte im Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Luxemburg“. Ich spreche leidlich Französisch und besitze Anteile an mehreren in Luxemburg registrierten Aktienfonds. Außerdem schätze ich seit jeher saarländische Politiker/innen wie Oskar Lafontaine, Heiko Maas und Annegret Kramp-Karrenbauer, die dem Saarland und der Großregion SaarLorLux eine wichtige Stimme im nationalen wie internationalen Politikbetrieb gegeben haben. Bei meiner Wahl zur/zum Intendantin/Intendanten des Saarländischen Rundfunks würde ich Heiko Maas sofort zum Ehrenintendanten vorschlagen. 

Weil mir die Großregion SaarLorLux und insbesondere das Saarland so am Herzen liegen, möchte ich mich als Intendantin/Intendant des Saarländischen Rundfunks dafür einsetzen, dass die Fernsehserie „Familie Heinz Becker“ sowie der Saarbrücken-Tatort mit Kappl (Maximilian Brücker) und Deininger (Gregor Weber) alsbald wieder aufgelegt werden. Dass ein waschechter Bayer, der sogar Tuba spielt, bei der Kripo Saarbrücken ermitteln konnte, ist ein Beweis für die beispielhafte Integrationskraft Ihres Senders, die ich weiter stärken und entwickeln möchte.

Insofern fühle ich mich ideal dafür geeignet, die „Zukunft des Saarländischen Rundfunks als souveräne Landesrundfunkanstalt“ zu sichern und gegen alle Übernahme- und Abwicklungsversuche standhaft zu verteidigen, wobei ich sogar bereit wäre, mich mit dem grünen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Herrn Kretschmann, anzulegen. Was wäre unsere Medienlandschaft ohne solch kleine aber ohoe Sender wie Radio Bremen oder den Saarländischen Rundfunk! 

Über die in der Stellenausschreibung genannten Wünsche an die/den Bewerber/in für das Amt der/des Intendantin/Intendanten des Saarländischen Rundfunks hinaus möchte ich mich im Falle meiner Wahl zur/zum Intendantin/Intendanten des Saarländischen Rundfunks dafür einsetzen, dass der Saarländische Rundfunk auch weiterhin bei geringerer Reichweite deutlich mehr MitarbeiterInnen beschäftigt als Radio Bremen als Anstalt vergleichbarer Größe. Außerdem möchte ich garantieren, dass die Beschäftigten des Saarländischen Rundfunks auch in Zukunft besser bezahlt werden als viele Menschen in vergleichbaren Positionen der öffentlichen Verwaltung. 

Ich halte es überdies für skandalös, dass die MitarbeiterInnen des Saarländischen Rundfunks jeden Tag auf den immerhin 280 Meter hohen Halberg fahren müssen, was einen erhöhten Treibstoffverbrauch zur Folge hat und eine nicht unerhebliche zusätzliche Belastung mit ionisierender Höhenstrahlung. Ich würde mich als Intendantin/Intendant des Saarländischen Rundfunks für den Neubau eines Funkhauses im Flachland einsetzen.

Zuletzt begrüße ich es, dass Sie Vielfalt „wertschätzen“. Ich bin selbst homosexuell und wäre nach meinen Recherchen wohl die/der erste offen schwul lebende Intendantin/Intendant des Saarländischen Rundfunks, wenn nicht der gesamten ARD. Ich bin zunächst noch keine Frau oder Transgender, aber was nicht ist, kann ja noch werden. In diesem Fall wäre ich die/der erste Intendantin/Intendant des Saarländischen Rundfunks, die/der/das sich im Amt einer Geschlechtsumwandlung unterziehen würde. Der Außendarstellung des Saarländischen Rundfunks und der Großregion SaarLorLux als Schmelztiegel im Dreiländereck Deutschland, Frankreich Luxemburg im Rahmen der europäischen Integration wäre das sicher förderlich.

Bis zu meiner Wahl zur/zum Intendantin/Intendanten des Saarländischen Rundfunks

verbleibe ich hochachtungsvoll,

Georg Etscheit

Foto: Pixabay

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Leserpost

netiquette:

Thomas Drachsler / 14.12.2020

Hervorragende Bewerbung eines gebildeten Mannes mit Esprit, die im „offen schwul lebend“ ihren Höhepunkt erreicht und für die Auswahlentscheidung fast eine Ermessensreduzierung auf Null indiziert. Herr Etscheit wird‘s. Außer, ein transsexuellexx, muslimischexxx People of Colour mit richtiger Parteibuche wirft seinexxx Hut in den Ring.

Friedemann Dussler / 14.12.2020

So wird das nichts.Völlig überqualifiziert.

Gabriele Klein / 14.12.2020

@Cissek ne das Parteibuch kann man doch immer noch nachreichen.  Für eine Kurzbewerbung wo es erst mal gilt zu streuen ist das völlig ausreichend, so lernte ich das zumindest mal.

Gabriele Klein / 14.12.2020

@? Schimmelpfennig:  Was meinen Sie jetzt damit…. Also ich finde nichts dabei wenn sich z.B. jemand über “Schüler innen äußert”.  Oder darf man sich nur über Schüler draußen äußern?  Oder, meinen Sie vielleicht dass man sich nur draußen über Schüler äußern darf aber nicht innen? Also ob innen oder außen ist doch völlig egal, Hauptsache man verstehts.

Gabriele Klein / 14.12.2020

@ A. Rühl. Moment, Herr Rühl,  ......auch witzige Hühner finden ab und zu ein Korn,... Not macht erfinderisch.  Wenn es ein Taxifahrer ohne jeden Schulabschluss in den deutschen Bundestag schafft dann sollten wir es auch in den deutschen Rundfunk schaffen, ganz egal ob als Klempner, Schneider, oder Fußpfleger..Jeder wird gebraucht und sollte sich bewerben. Denn, Alles oder Nichts lautete einst die Show und damit wären wir entweder bei Deutschland’s feinem Rundfunk oder seinen unfeinen Straßen….....  Sie haben die Wahl.

Gabriele Klein / 14.12.2020

Danke für den Hinweis der offenen Stelle. Ich suche auch dringend einen Nebenjob, damit ich mein Quetschgeld finanzieren kann.  So langsam werden meine Ressourcen nämlich knapp. Ich nehm an man kann diesen Intendanten Job von zu Hause aus erledigen. Denn, ich muss mich für die Straßenmeisterei rufbereit halten,  da ich keinen Dienstleister fand der nach satzungsgemäßem sparsamem Bewässern der Straße (damit nichts staubt!) fegt,. Auch fand ich niemand d. gegenüber Eis auf pickelt, u. sorgt dass niemand rutscht , ohne Salz, Split Asche, Sand zu streuen oder einen Schneehaufen aufzutürmen .  Niemand will das zur vollsten Zufriedenheit von Nachbarn und Ordnungsamt erledigen. Ja, und jetzt hab ich n Problem weil ich niemand find sowas überhaupt und schon gar nicht auf Rechnung zu machen. Sollte aber das mit dem Intendanten Home Office je nicht klappen wär dies meinerseits kein Hindernis. Denn, ich könnte sicher in der Reichweite des Senders jemanden ausmachen der gegen Rechnung ins Ländle reist zum Fegen u.  Gras rupfen vor meinem Garten. Hinzu käme Winterdienst alle 2 Jahre überall da gegenüber, wohin mein runder Garten zeigt. u. er zeigt ziemlich weit.. Das ist notwendig damit nichts passiert (aber nur zwischen 7:00 und 20:00 Uhr !! ) .  Also mit mir bekäme der Saarländische Rundfunk nicht nur eine hochkarätige Intendantin* sondern er hätte auch zum Wirtschaftswachstum u. Abbau v.. Arbeitslosigkeit im Saarland beigetragen. Auch die Sicherheit auf Deutschlands Straßen würde durch so eine Entscheidung erhöht, , denn , ich komm zum rupfen zwar runter, aber nicht mehr hoch und wäre dann, bis der Malteser käme,  ein Mensch auf der Fahrbahn.. Ein Dienstleister aus Saarland bedeutet somit ein Hindernis weniger auf Deutschlands Straßen. Keine Angst,  meine Lohnvorstellung bleibt bescheiden, Ich würde das mit dem “Service aus Saarland” bei meinen Reisespesen unterbringen, da sollte sowas nicht weiter ins Gewicht fallen, beim Rundfunk…........

Gabriele Schäfer / 14.12.2020

Sehr geehrter Herr Etscheit, vielen Dank für Ihre ausführliche und anerkennenswerte Bewerbung. Wir haben aber noch eine Frage an Sie: „ Haben Sie eine empfindliche Nase? Wenn ja, werden Sie den Muff und Mief in unserer Sendeanstalt nur schwer ertragen..Es riecht hier alles etwas „ alt“, da wir ein rückständiger Sender sind. Wir leben noch in den 70-igern Jahren und tun uns etwas schwer“ modern und fortschrittlich“ zu wirken. Wir haben auch Probleme mit „ Vettern….“...Aber hier kennt halt jeder…jeden…Das richtige rote Buch müssen Sie auch besitzen…Böse Zungen sagen über uns…“ wir würden noch mit Gas und Kohle unsere Filme drehen, deswegen nennen sie uns „ Gas-Sender“...Gefällt uns nicht… Lieber Herr Etscheit, wir werden uns Ihre Bewerbung „ wohlwollend“ anschauen..Hoffentlich haben wir Sie jetzt nicht erschreckt..Mit freundlichen Grüßen… „ Saarländischer Gas-Rundfunk..

Regina Lange / 14.12.2020

Super! Falls sich nicht noch eine diverse Person mit Migrationshintergrund und Erfahrungen mit rassistischen Anfeindungen findet, kriegen sie den Job bestimmt. Ich drücke sämtliche Däumchen!

Michael Schweitzer / 14.12.2020

Bin auch in Not,aber nur cash auf die Kralle.wie Büloch.Sende dann SOS.Selten so gelacht.

Christina S. Richter / 14.12.2020

Lieber Etscheit, wenn nicht Sie wer sonst!!! Ich drücke Ihnen alle Daumen und perfektionieren Sie bitte die Feinheiten im Vorstellungsgespräch analog der Kommentare! Sie schaffen das!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und danke, ich habe köstlich und sehr laut gelacht - genau mein Humor!

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