Einer der öffentlichkeitswirksamsten Effekte der politischen Korrektheit ist die mittlerweile um sich greifende Umbenennung von Namen im öffentlichen Raum. Besonders bekannt ist die Tilgung aller Bezeichnungen, die das Wort „Mohr“ in sich tragen. Egal ob Apotheke, Gasthof oder Straße – der angeblich abwertende Begriff für schwarze Menschen soll laut Tugendwächtern möglichst schnell und nachhaltig aus dem Stadtbild verschwinden.
Einen grotesken Höhepunkt erreichte die Debatte schon 2020, als der aus Nigeria stammende Andrew Onuegbu für Schlagzeilen sorgte, weil er sich weigerte, sein Kieler Restaurant „Zum Mohrenkopf“ umzubenennen. „Ich brauche keine Weißen, die mir sagen, wann meine Gefühle verletzt sind“, so Onuegbu damals. Er machte außerdem auf die Geschichtsklitterung aufmerksam, die auch den Tugendfuror im Falle der „Mohren-Beseitigung“ begleitet: „Mohrenkopf ist im Mittelalter in Deutschland positiv besetzt.“ Auf seiner Homepage heißt es: „Der Mohrenkopf wies im Mittelalter diejenigen Häuser aus, die als Fürstenherberge dienten. Außerdem galt er als besonderes Zeichen für eine hervorragende Küche und eine zuvorkommende Bewirtung.“
Ähnlich argumentierte im selben Jahr auf Achgut auch Ulli Kulke, als die Debatte um die mittlerweile umbenannte Berliner Mohrenstraße aufkam. Den Vorwurf, dass der um 1700 entstandene Straßenname als Diskriminierungsmittel ersonnen worden sein, hält Kulke für absurd. Er führt stattdessen wahrscheinlichere Entstehungstheorien an, wie die Vermutung, dass der Name auf eine Delegation aus der brandenburgischen Kolonie Großfriedrichsburg (dem heutigen Ghana) zurückzuführen sein könnte, welche 1684 vier Monate in einem Gasthof vor den Toren Berlins einquartiert worden war (und die spätere Mohrenstraße auf ihrem Weg zum Schloss des Großen Kurfürsten benutzte). Auch die Benennung nach in dieser Zeit in der Straße lebenden Afrikanern erscheint denkbar. Kulkes Überzeugung, dass der Begriff „Mohr“ damals mindestens von Ambivalenz, wenn nicht sogar von Wertschätzung gekennzeichnet war, wirkt plausibel.
Bekanntlich ist die Berliner Mohrenstraße mittlerweile Geschichte, sie wurde im August des vergangenen Jahres in Anton-Wilhelm-Amo-Straße umbenannt. Neuerlich erklärte Ulli Kulke, warum der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Deutschland wirkende afrikanische Gelehrte nur bedingt als besserer Namenspatron taugt: „Er war ein hochinteressanter Mann, aber er war nie in Berlin.“ Zu allem Überfluss hat der aus dem heutigen Ghana stammende Philosoph und Jurist auch noch eine Schrift mit dem Titel „Disputation über die Rechtsstellung des Mohren in Europa“ verfasst.
Aus heutiger Sicht kein Auszeichnungswürdiger?
Offensichtlich kann nur verlieren, wer historische Persönlichkeiten ohne zeitlichen Kontext und nach heutigen Maßstäben eines „weltanschaulichen Reinheitsgebots“ beurteilt. Dies zeigt sich erneut bei einer weiteren, in diesem Jahr anstehenden Umbenennung einer Berliner Adresse. Die in Berlin-Tiergarten liegende Kluckstraße soll in Anita-Augspurg-Straße umbenannt werden. 1935 wurde die Straße nach Alexander von Kluck (1846–1934) benannt, einem Oberbefehlshaber der Armee des Deutschen Kaiserreichs im 1. Weltkrieg. Das Problem: Von Kluck soll „nach Kriegsende weiter Verfechter von Militarismus und Fürsprecher der Diktatur“ gewesen sein, wie es im Stadtmagazin „mittendran“ heißt. Der Tagesspiegel nennt den kaiserlichen Kommandanten gar einen „Demokratieverächter“.
Das Berliner Bezirksamt Mitte hatte die Umbenennung Ende letzten Jahres auf Anregung der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen. Angestoßen wurde das ganze durch die Landesarbeitsgemeinschaft Schwule Juristen am 23. Juni 2021. Über Alexander von Kluck heißt es beim Bezirksamt Mitte: „Nach Kriegsende forderte er eine Revision der Versailler Verträge und leugnete die Alleinschuld des Deutschen Reiches am Ersten Weltkrieg. Er stand der ersten parlamentarischen Republik als Anhänger der Dolchstoßlegende diffamierend gegenüber. In seinem gesamten Werk schlägt sich eine revisionistische, nationalistische, militaristische und antidemokratische Haltung nieder, sodass er auch als geistig-politischer Führsprecher einer Diktatur in Deutschland bezeichnet werden kann. Im Falle einer Beibehaltung des Namens kann das Ansehen Berlins Schaden nehmen.“
Dass ein vom Kaiser ausgezeichneter und in den Adelsstand erhobener Militär des Jahrgangs 1846 große Sympathien für die Monarchie hegte und oben aufgeführte Ansichten vetrat, dürfte eigentlich niemanden verblüffen. Und dass ausgerechnet die Nazis die ehemalige Magdeburger Straße 1935 nach ihm umbenannten, mag den Eindruck verstärken, dass von Kluck aus heutiger Sicht kein Auszeichnungswürdiger ist. Ob ihn das zu einem „geistig-politischen Führsprecher einer Diktatur in Deutschland“ macht, sei dahingestellt. Bereits 2019 wurde ein im westfälischen Halle befindlicher von-Kluck-Platz umbenannt. Im Antrag der Grünen Fraktion an den Rat der Stadt Halle von 2018 heißt es als Begründung:
„Alexander Heinrich Rudolph von Kluck trug als Oberbefehlshaber der 1. Armee im 1. Weltkrieg die Verantwortung für einen großen Teil der verheerenden Schlachten auf französischem Boden. Der Überfall der 1. Armee auf Frankreich fand unweit unserer heutigen Partnerstadt Ronchin statt und richtete unsägliches Unheil an. Ein zu Ehren dieses Herrn von Kluck benannter Platz ist unzeitgemäß, in räumlicher Nähe zum Ronchinplatz fast schon ein Affront.“
Dem Antrag wurde stattgegeben und auch die von den Grünen vorgeschlagene Umbenennung akzeptiert – nach einer im Ort alteingesessenen jüdischen Familie, deren Mitglieder fast alle in der NS-Zeit zu Tode kamen. Heute erinnert der Haller „Familie-Isenberg-Platz“ an Opfer des Holocausts.
„Das Sexualleben dient in der Natur dem Zweck der Erhaltung“
Die Personalie, an die die Berliner Kluckstraße ab dem 23. Mai erinnern soll, erscheint dagegen pikanter. Auch die neue Namensstifterin Anita Augspurg (1857–1943) war wie von Kluck eine Vertreterin des deutschen Kaiserreichs, allerdings diametral anders orientiert: Nach einer Lehrerinnenausbildung in Berlin nahm sie Schauspielunterricht und war an verschiedenen deutschsprachigen Theatern tätig, bevor sie 1887 ein Fotoatelier in München eröffnete – gemeinsam mit ihrer damaligen Lebensgefährtin Sophia Goudstikker.
Bald darauf wurde Augspurg eine bekannte Aktivistin der damals aufgekommenen ersten Frauenbewegung. Sie war jahrzehntelang an verschiedenen feministischen Vereinen und Organisationen beteiligt, war etwa Vorsitzende des „Deutschen Verbandes für Frauenstimmrecht“. Außerdem begann sie 1893 ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Zürich, das sie 1897 in England im Alter von 40 Jahren abschloss. Somit wurde Augspurg zur ersten promovierten Juristin des deutschen Kaiserreiches, obwohl Frauen in Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch gar keinen Zugang zu Hochschulen hatten.
Während des Ersten Weltkriegs war sie Mitinitiatorin des Haager Frauenfriedenskongresses 1915 und verteilte als überzeugte Pazifistin und Demokratin mit ihren Mitstreiterinnen Flugblätter gegen den Krieg. 1923 beantragte sie mit ihrer Lebensgefährtin Lida Gustava Heymann die Ausweisung Adolf Hitlers. Sie kehrten von einer Auslandsreise, auf der sie während der Machtergreifung Hitlers 1933 weilten, gar nicht erst zurück. Die Nazizeit verbrachten die beiden somit im Schweizer Exil, wo beide kurz nacheinander 1943 starben.
Auch Anita Augspurg führte also ein hochinteressantes Leben und entspricht in vielfacher Hinsicht dem woken Geschmack, sodass ihre Erwählung zur Neubenennung der Berliner Kluckstraße zunächst kaum verblüffen kann. In der bereits zitierten Drucksache des Berliner Bezirksamts Mitte heißt es daher begeistert: „Sie setzte sich zeitlebens für die Verbesserung der Lebenssituation von Frauen und Mädchen ein, engagierte sich für einen umfassenderen Zugang zu Bildung und wirkte maßgeblich an der Durchsetzung des Frauenwahlrechts mit. Durch Ironie wandte sie sich in ihren Reden wortgewandt gegen das Patriachat, praktizierte einen konsequenten Pazifismus und Internationalismus und bewegte sich intellektuell in der Nähe der Philosophie Friedrich Nietzsches. Vorwürfe eugenischer Positionen von Anita Augspurg sind historisch nicht belastbar.“
Doch gerade der letzte Satz lohnt, einer Überprüfung unterzogen zu werden. Grundsätzlich versteht es sich von selbst, dass nicht einmal ein so progressiver Charakter wie eine Feministin der ersten Stunde knapp 170 Jahre nach ihrer Geburt noch dem aktuellen Zeitgeist genügen kann. Konkret weist auch Anita Augspurgs Schaffen aus moderner Sicht – logischerweise – ein paar unzeitgemäße Tücken auf. Etwa in ihrem 1911 veröffentlichten Aufsatz „Reformgedanken zur sexuellen Moral“, erschienen im Band „Ehe? Zur Reform der sexuellen Moral“, der von der bekannten Frauenrechtlerin Hedwig Dohm herausgegeben wurde. Dort heißt es unter anderem:
„Alle Spekulationen und Reformvorschläge sind daher müßig, die nicht von naturwissenschaftlicher Erkenntnis geleitet sind und den Weg: zurück zur Natur! einzuschlagen suchen. Das Sexualleben dient in der Natur dem Zweck der Erhaltung und Verbesserung der Art; im Kulturleben ist es Selbstzweck geworden und beherrscht bei sehr vielen Individuen während einer längeren oder kürzeren Lebensperiode den ganzen Menschen. Alsdann wirkt es regelmäßig depravierend, die Art verschlechternd oder zerstörend.“
„Platte, ordinäre, stupide Physiognomien“
Diesen Auszug überliefert Heide Soltau in ihrem Text „In den Fesseln der Geschichte. Liebe und Sexualität in der bürgerlichen Frauenbewegung der Jahrhundertwende“, veröffentlicht in der Schrift „Mitteilungen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft Nr. 8, Mai 1986“. Heute einzusehen auf der Homepage des Vereins, der sich dem Andenken des schwulen jüdischen Arztes Magnus Hirschfeld (1868–1935) verschrieben hat. Hirschfeld gehörte zu den Vätern der Sexualwissenschaften, untersuchte in seinen Arbeiten vor allem Homosexualität sowie andere „sexuelle Zwischenstufen“. Von 1899 bis 1923 gab er ein gleichnamiges Jahrbuch heraus.
Heide Soltau drückte in ihrem Text von 1986 für den nach ihm benannten Verein jedenfalls ein gewisses Erstaunen über das biologistische Sexualverständnis der Frauenrechtlerin Anita Augspurg aus. Sie wird an dieser Stelle paraphrasiert mit: „Auch diese Autorin spricht von ‚Degeneration‘ und ‚Zügellosigkeit‘, beruft sich auf Darwin und die Gesetze im Tierreich und diagnostiziert eine Überspannung des Trieblebens, die ‚außerhalb des Rahmens der Zweckmäßigkeit der Natur' liege, wie es heißt. Die Natur habe beiden Geschlechtern verschiedene Aufgaben zugewiesen, das männliche sei das Werbende, das weibliche das Wählende. Das Verbrechen der Kultur bestehe darin, die Frau in ihrer Wahlfreiheit geknebelt zu haben. Im selben Maße, wie die Frau zum Objekt des Mannes degradiert werde, sei auch die Rassenkultur gefährdet. Das habe verhängnisvolle Folgen, denn ohne das wählende Korrektiv der Frau würde der Mann zügellosen Geschlechtsgenuß für sich in Anspruch nehmen und Kinder zeugen. ‚Platte, ordinäre, stupide Physiognomien‘ sind dann die Folge, ‚charakterlose Häßlichkeit ist die Norm, wohlgestalte, sympathische Züge sind die auffallende Ausnahme'.“
„Es handelt sich um eine Kopfgeburt der Radikalen Anita Augspurg“, befand Soltau vor rund 40 Jahren. „Umso erstaunlicher“ sei daran, dass derartige Äußerungen zur sexuellen Mäßigung Anfang des 20. Jahrhunderts eher vonseiten der gemäßigten Frauenrechtlerinnen zu erwarten gewesen wären. Die „Radikalen“ vertraten stattdessen in Sachen Erotik eine hedonistischere Auffassung.
Die kritische Rezeption für die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft stellt allerdings auch fest: Anita Augspurg entsprach mit ihren Ansichten dem damaligen naturwissenschaftlichen Standard, der noch ganz im Zeichen des von Charles Darwins Betrachtungen geprägten 19. Jahrhunderts stand. Der heute verschriene, „eugenisch“ anmutende Ansatz bot damals einfach ein modernes Gegenstück zum von der Kirche proklamierten christlichen Schöpfungsglaube. „Die andere Seite (erklärte) die Naturwissenschaften zum neuen Gott“, erläutert Soltau. Und dieser fortschrittliche Ansatz kam der Frauenbewegung sogar zupass, denn: „Hier wurde von Männerseite aus auf die wichtige Rolle des Weiblichen verwiesen. Hinzu kam, daß Darwins Lehre an der Potenz der Frau anknüpfte, nämlich an ihrer Gebärfähigkeit. Die natürliche Funktion der Frau für den Fortbestand der Gattung wurde damit nicht nur betont, sondern vor allem aufgewertet. Die Frau war nicht länger das passive Wesen, das sich dem Mann unterzuordnen hatte. Im Gegenteil, ihre Aktivität war gefordert.“
Mutterschaft als feministisches Privileg
Nach dieser Lesart wird „das selektierende Weibliche“ zu einer Art Standortvorteil der Frau. Damit läge in ihrer Hand auch der Fortschritt, solange man sie nicht in ihrer Wahlfreiheit behindere. Darin bestünde demnach also die wahre Emanzipation der Frau, die zugleich die von Anita Augspurg heraufbeschworene „Kulturkrise“ lösen würde. Auch das kann beziehungsweise konnte damals also Feminismus sein: Die von der zweiten Welle der Frauenbewegung ab den späten 1960er Jahren verunglimpfte Mutterschaft wurde ein halbes Jahrhundert zuvor noch als ein Privileg verstanden. Noch dazu von einer lesbisch lebenden Frau, die niemals Kinder bekam.
Heide Soltau fällte für die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft vor rund 40 Jahren über Anita Augspurg ein gnädiges Urteil, denn immerhin habe sie sich trotz Darwin „gegen die herrschenden Verhältnisse gewandt und damit auch gegen die Ehe“, während die gemäßigten Frauenrechtlerinnen „mit Darwin für die bestehenden Verhältnisse (wenn auch in reformierter Form) waren“. Erstaunen drückt der Text darüber aus, dass auch Augspurg Frauen „Sexualität als authentisches Bedürfnis“ abspreche – stellt jedoch gleichzeitig klar, dass sie auch damit dem damaligen Zeitgeist und sogar der Mehrheitsmeinung der damaligen Frauenbewegung entsprach.
Nach diesem kleinen Exkurs entsteht der Eindruck, dass Anita Augspurg für heutige Verhältnisse durchaus veraltete oder befremdlich erscheinende Theorien vertrat, diese allerdings im historischen Kontext keineswegs als überdurchschnittlich radikal oder randständig bewertet werden können. Und nicht zuletzt Jahrzehnte vor dem Euthanasie-Grauen der Nazis publiziert wurden. Man muss auch in Augspurgs Fall festhalten, dass sie eben ein Kind ihrer Zeit war und auch als solches dachte, schrieb, fühlte und handelte. Diese Binsenweisheit lässt sich naturgemäß auf alle Epochen und nicht zuletzt auf uns Heutige übertragen.
In Bezug auf die Umbenennung der Kluckstraße lässt sich wohl festhalten, dass sowohl ein kaiserlicher Militarist als auch eine darwinistische Feministin eine eindeutig überholte Erscheinung der Vergangenheit darstellen. Aber gleiches ließe sich gewiss von allen Persönlichkeiten behaupten, die in der Regel posthum mit einer nach ihnen benannten Straße oder einem ihnen zu Ehren getauften Platz honoriert werden. Welcher der beiden den besseren Namenspatron besagter Straße in Berlin-Tiergarten abgibt, vermag ich an dieser Stelle nicht zu beurteilen. Wenn man sich zum Richter in Sachen „Lebenswandelkritik“ aufschwingt, sitzt man ohnehin schneller im Glashaus als einem lieb ist.
Beitragsbild: Montage Achgut.com/ Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz [1], CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons ,Atelier Elvira - http://portrait.kaar.at/Verschiedene%2019.Jhd/image20.html, Gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Gerd Maar : „@Michael Müller (Ffm): Das eigenmächtige Vorgehen von Klucks ohne Abstimmung mit der 2. Armee war sicher eine militärische Fehlentscheidung. Allerdings war der ursprüngliche Schlieffenplan mit seiner weiten nördlichen Umfassung von Paris sowieso undurchführbar. Insofern muss man die Hauptschuld dem Oberbefehlshaber Moltke geben, der keinerlei alternative Pläne hatte.“ Ja, da gebe ich Ihnen schon recht, dass da ganz kräftig von mehreren Leuten versagt wurde. Undurchführbarkeit ja oder nein, wenn alle richtig funktioniert hätten, lasse ich mal offen. Aber ich mag nun einmal so Leute wie Kluck nicht, weil diese sich im Rahmen eines Ego-Trips auf Kosten anderer selbstverwirklichen wollen. Und da kommt halt häufig ganz schöner Murks bei raus. Meiner Meinung nach war z.B. 2015 das Ding mit Merkel nicht einfach nur so ein naiver Akt der Nächstenliebe, sondern die wollte sich damit selbstverwirklichen: Merkel träumte davon, den Friedensnobelpreis zu bekommen. Davon bin ich felsenfest überzeugt.
@Christoph Schwiers / „12.04.2026
Zur Kritik an Alexander von Kluck “(…)Nach Kriegsende forderte er eine Revision der Versailler Verträge und leugnete die Alleinschuld des Deutschen Reiches am Ersten Weltkrieg.(….)„
Recht hatte er, zu 100 %.
“(…) Der Überfall der 1.Armee auf Frankreich (…)„
Was für ein Überfall? Es gab weder im ersten noch im zweiten Weltkrieg einen Überfall auf Frankreich. Der erste Weltkrieg war ja das, was speziell Frankreich herbeigesehnt hat in dieser Konstellation der Einkreisung durch die Triple-Entente – leider ausfranzösischer Sicht sehr erfolgreich.
Nach Straßennamen mit deutschen Militärs des erstes Weltkriegs geht es dann sicher weiter mit älteren deutschen Militärs und Politikern. Blücher? Moltke?
Es hört nie auf, deswegen darf man auch keinen Millimeter nachgeben.“ --- Ich stimme Ihnen zu. Viele Deutsche sind leider auf die antideutsche Propaganda hereingefallen. Selbst Autoren der Achse kennen sich nicht besonders gut mit den beiden Kriegen aus, die man uns zu 100% seit Generationen erfolgreich in die Schuhe schiebt und auch weiterhin schieben wird.
Gesellschaftlicher Identitätsklau im Namen des selbsternannten Bessermenschentums. Und damit soll sich noch wer identifizieren, nach Aufforderung „von oben“ Gesundheit und Leben dafür riskieren?
„Man muss auch in Augspurgs Fall festhalten, dass sie eben ein Kind ihrer Zeit war und auch als solches dachte, schrieb, fühlte und handelte. Diese Binsenweisheit lässt sich naturgemäß auf alle Epochen und nicht zuletzt auf uns Heutige übertragen.“ – Nur linksgrün-woke Unterbelichtete kommen auf die merkwürdige Idee, vergangene Epochen und deren Menschen an ihren zeitgemäßen Vorstellungen zu messen. Ich wundere mich, dass noch kein Neandertaler von denen zum Nazi erklärt wurde. Wahrscheinlich liegt’s daran, dass sie gar nicht von denen wissen.
Zur Kritik an Alexander von Kluck „(…)Nach Kriegsende forderte er eine Revision der Versailler Verträge und leugnete die Alleinschuld des Deutschen Reiches am Ersten Weltkrieg.(….)“
Recht hatte er, zu 100 %.
„(…) Der Überfall der 1.Armee auf Frankreich (…)“
Was für ein Überfall? Es gab weder im ersten noch im zweiten Weltkrieg einen Überfall auf Frankreich. Der erste Weltkrieg war ja das, was speziell Frankreich herbeigesehnt hat in dieser Konstellation der Einkreisung durch die Triple-Entente – leider ausfranzösischer Sicht sehr erfolgreich.
Nach Straßennamen mit deutschen Militärs des erstes Weltkriegs geht es dann sicher weiter mit älteren deutschen Militärs und Politikern. Blücher? Moltke?
Es hört nie auf, deswegen darf man auch keinen Millimeter nachgeben.
Vielleicht sollte man ganz darauf verzichten, Straßen, Plätze, Universitäten etc. nach Personen zu benennen; die lästigen Umbenennungen nach jedem Wechsel der politischen Herrschaft könnte man so einsparen. Im geschilderten Fall könnte man der Straße doch einfach ihren ursprünglichen Namen von vor 1935 wiedergeben. An einer „Magdeburger Straße“ kann doch wohl niemand Anstoß nehmen.
@Michael Müller (Ffm): Das eigenmächtige Vorgehen von Klucks ohne Abstimmung mit der 2. Armee war sicher eine militärische Fehlentscheidung. Allerdings war der ursprüngliche Schlieffenplan mit seiner weiten nördlichen Umfassung von Paris sowieso undurchführbar. Insofern muss man die Hauptschuld dem Oberbefehlshaber Moltke geben, der keinerlei alternative Pläne hatte.