Berliner Inquisition, Ende eines Ketzers

Der Verfassungsschutz-Chef wird wohl der Berliner Inquisition zum Opfer fallen. Er ist ein Ketzer, der es wagte, Skepsis gegenüber der offiziellen Wahrheit zu äußern. Die Wahrheitssysteme sind die neue Glaubenskongregation, nur dogmatischer.

Viele Millionen Menschen, auch in Deutschland, richten ihren Glauben und ihre Moral nach dem "KKK" aus – selbst Leute, die eben zusammengezuckt sind, weil sie nicht gleich verstanden, dass ich mit "KKK" den Katechismus der Katholischen Kirche meine, glauben zumindest offiziell das, was das Lehramt der Katholischen Kirche ihnen zu glauben vorgibt. (Ob sie es auch inoffiziell, und ob sie überhaupt wissen, verstehen und wiederholen könnten, was sie alles glauben, das ist eine andere Frage.)

Heute ist es im Westen einigermaßen gefahrlos, nicht an die Lehre der Kirche zu glauben und das auch praktisch zu bekennen (außer, man arbeitet in einem der kirchlichen Wohlfahrtskonzerne, da kann es komplizierter sein).

Im Mittelalter konnte es einen durchaus das Leben kosten, sich etwa nicht zur Lehre der Dreifaltigkeit zu bekennen. Nach der Lehre der Kirche drehte sich die Sonne um die Erde und der Mensch war vor einigen tausend Jahren von Gott geschaffen worden, und wer das bestritt (wie etwa Galileo Galilei bzw. Charles Darwin), der musste fürchten, seines wissenschaftlichen und sonstigen Lebens nicht mehr froh zu werden.

Ein CDU-Politiker, dem es trotz seines Amtes als Ministerpräsident gelingt, politisch wie ein Sommerlochhinterbänkler aus dem Was-macht-eigentlich?-Land zu wirken, ein solcher Herr also hat jüngst davon gesprochen, dass die Protestierenden von Chemnitz einen »Angriff auf unsere Wahrheitssysteme« verüben.

Realität in die Köpfe der Unbedarften pumpen

Nun ist „Wahrheitssystem“ kein wirklich neuer Begriff (auch Kunstrichtungen oder Mengen kohärenter Logiksätze können „Wahrheitssysteme“ darstellen), aber doch ein obskurer, zumindest im politischen Alltag. Die Bedeutung eines Wortes entsteht durch eine Kombination aus – unter anderem – der Absicht des Sprechers, der zu erwartenden Deutung und des Verwendungskontextes. Was jener CDU-Mann mit "Wahrheitssystem" meint, ergibt sich recht eindeutig, wenn man sich anschaut, was jene, die er erwähnt, angreifen: Haltungsjournalisten und vor allem die Öffentlich Rechtlichen, die Abend für Abend eine eigene, merkel-freundliche Version der Realität in die Wohnzimmer und Köpfe der Unbedarften pumpen.

Doch, "Wahrheitssystem" ist mehr als nur ein paar regierungsnahe Medieninstanzen. Das heute täglich aus gutem Grund angegriffene Wahrheitssystem ist eine Art zu denken, in welcher die Realität zugunsten eines vorgegebenen quasi-offiziellen Narrativs verbogen wird. Die Hohepriesterin des neuen Wahrheitssystems ist die alternde Angela Merkel, ihre subalternen Priesterlein sind Gutverdiener wie Claus Kleber und Dunja Hayali.

Bücher, die gegen das Wahrheitssystem der katholischen Lehrmeinung verstießen, kamen damals auf den Index Librorum Prohibitorum; Bücher und Autoren, die heute gegen das Berliner Wahrheitssystem verstoßen, werden z.B. von der Spiegel-Beststellerliste weggesäubert (siehe etwa achgut.com, 21.7.2017), sie werden „digital verbrannt" und aus Katalogen entfernt, oder die Kanzlerin persönlich erklärt sie – ohne sie gelesen zu haben, für „nicht hilfreich".

Alle Erfahrung lehrt: Wo es gegen Bücher geht, geht es bald gegen Menschen, und es sind nicht nur Bücher, welche unbequeme Wahrheiten aussprechen.

Die Autorität der Kirche hinterfragt

Im Text „Eine anständige Kanzlerin würde um Entschuldigung bitten" habe ich beschrieben, wie Merkel und die sie stützende Linke den Begriff "Hetzjagd" umdefinieren, damit sie auch Ausfallschritte ohne Kontext darunter subsumieren können.

Es gab einen hochrangigen Funktionär, der es wagte, die Orwellsche Umdeutung der Fakten zumindest zu hinterfragen: Hans-Georg Maaßen, Präsident des Verfassungsschutzes. Er wollte untersuchen und hinterfragen, was Kanzlerin und Linke für "wahr" erklärt haben – das Äquivalent dazu, im Mittelalter die Existenz Gottes oder die Autorität der Kirche zu hinterfragen.

Maaßen wurde von den Vertretern des Berliner Wahrheitssystems angegriffen, wie Häretiker eben angegriffen werden, damals wie heute. Man forderte den beruflichen Scheiterhaufen, sprich die öffentliche Entlassung mit Schmach und Schande.

Bei welt.de (Junge, Junge, haben die gute Kontakte!) heißt es:

Die Kanzlerin ist demnach der Auffassung, der Behördenleiter sei nicht mehr tragbar, weil er sich in die Tagespolitik eingemischt habe. So bewertet Merkel die Äußerungen von Maaßen in der „Bild“, in der dieser sich skeptisch darüber geäußert hatte, ob es in Chemnitz tatsächlich zu „Hetzjagden“ gegen Flüchtlinge und ausländisch aussehende Mitbürger gekommen sei. 

Der Behördenchef muss wohl gehen, weil er Skepsis an der per Kanzlerdekret verkündeten Wahrheit geäußert hatte. Aus Fakten wird Wahrheitssystem, aus Rechtsstaat wird Merkelsystem. Dass Merkels politische Zeit abgelaufen ist, das wissen alle außer ihr und ihren mächtigen Helfern, doch auf dem Weg nach draußen will sie noch so viele Möbel umwerfen wie möglich. (Einige vermuten, dass auch der Innenminister bald von der heiligen Merkelschen Inquisition gegangen werden wird, siehe etwa @steinhoefel, 17.9.2018.)

Merkel und ihre öffentlich-rechtlichen Helfer führen Deutschland in ein neues Mittelalter, wo die Wahrheit nicht herausgefunden, sondern politisch verkündet wird – während in den Straßen, ganz wie im Mittelalter, wieder das Recht von Faust und Messer einzieht.

Für Deutschland muss man nur den Zar austauschen

Maaßen muss gehen, hört man, weil er Skepsis an der von Merkels Wahrheitssystem verkündeten Wahrheit hatte. Im alten Russland gab es ein Sprichwort, habe ich gehört: Wenn der Zar zu Mittag sagt, es sei Nacht, dann sieh nach den Sternen! – Für Deutschland muss man nur den Zar austauschen: Wenn das Wahrheitssystem zu Mittag sagt, es sei Nacht, dann sieh nach den Sternen!

Merkel hat sich entschieden, dass Maaßen gehen muss, heißt es also. Es ist die Zeit der erweiterten Sprichwörter!

  • Dänemark: Wahrheit ist immer obdachlos – und bald arbeitslos.
  • China: Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd – und einen neuen Job.
  • BILD: Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht – und der Mutige braucht anschließend einen neuen Job.

Die Maaßen-Angelegenheit erinnert mich an den früheren Bundespräsidenten Köhler. Er fühlte, dass er zurücktreten musste, nachdem er in einem Interview die Banalität verkündet hatte, dass Deutschland via Militär auch seine Handelswege freihält. 

Doch es gibt ja nicht nur Herren, die an der offiziellen Wahrheit gescheitert sind. Es gibt auch die Erfolgreichen, welchen es gelang, ihre Gedanken an den Wächter des Wahrheitsystems vorbeizumogeln. "Satiren, die der Zensor versteht, werden mit Recht verboten", sagte Karl Kraus, und erst recht heute, wo das, was als "Satire" gehandelt wird, eigentlich nur Propaganda ist und Verhöhnung der Opposition bis hin zum Griff in die ganz braune Klamottenkiste, gerade heute gilt der Kraussche Spruch für alle regierungskritische Wahrheit.

Wer heute aussprechen möchte, was wirklich passiert und was wichtig ist, der muss auch den Slalom fahren können zwischen den Wachtposten der Wahrheitssysteme.

Ich denke, also bin ich

In seinen Meditationen über die erste Philosophie legt der Philosoph René Descartes  (1596–1650) ein Argument vor, warum alles, wirklich alles, inklusive der eigenen Existenz und der Existenz Gottes anzuzweifeln sei. Auch über die Philosophie hinaus ist der Schluss bekannt, zu dem Descartes gelangt: Ich denke, also bin ich. (So präzise formuliert er es allerdings anderswo, namentlich später in den Prinzipien der Philosophie und bereits zuvor im Discours de la Méthode.)

An den Meditationen fällt ein gewisser Bruch auf, auch – wenn man ehrlich ist – in der Argumentqualität. In den ersten beiden Meditationen führt Descartes aus, warum alles bezweifelt werden kann, doch aus der Tatsache des Denkens, also des Denken-Könnens, lässt sich zumindest schließen, dass jemand da ist, der denkt – und dieses Denken ist das, was ich Ich nenne.

Im den folgenden Meditationen nun rollt Descartes seinen eigenen vollständigen Zweifel zurück und begründet, warum es eben einen Gott geben muss und warum dieser doch nicht angezweifelt werden kann. Die Argumente sind eher dünn, zumindest im Vergleich zum fulminanten und weltverändernden Zweifel der ersten Meditationen. – Man fragt sich: Sah Descartes das nicht?

Die banale Antwort auf die Brüchigkeit des Gottesbeweises in den Meditationen wäre: Descartes hat eben auch nur mit Wasser gekocht. So ist das eben. – In diesem Fall würde, meine ich, solche Banalität uns in die Irre führen.

Meine These ist: Descartes sah, dass seine Pro-Gott-Argumentation deutlich schwächer war als seine eigene Anti-Gott-Argumentation zuvor. Doch Descartes wusste, dass seine Argumentation gegen Gott weit weniger Verbreitung finden würde, wenn er nicht auch irgendeine Argumentation für die Existenz eines Gottes nach christlichem Muster mitliefern würde.

Wie ein Schmuggler, der teure Diamanten in einfache Kleidung einnäht, so muss der Mensch, der eine gefährliche Wahrheit ausdrücken möchte, sie häufig in ihr eigenes Gegenteil einnähen.

Wenn die Gehirngewaschenen „Nazi! Nazi!“ brüllen

In postfaktischen Zeiten sagt man nicht "X ist der Fall und hier sind Argumente Y und Z", sondern "Wer X sagt, ist ein Nazi, ganz besonders wenn er Argumente Y und Z bringt"; so hat man zugleich seinen Job gerettet und ist der falschen "Haltung" unverdächtig – und doch hat man die Wahrheit X samt der stützenden Argumente Y und Z in die Debatte eingebracht.

Wenn einer, der die Wahrheit sagt, wieder mal dafür gestürzt und abgestraft wird, hören wir die Fanatisierten und Gehirngewaschenen, wie sie applaudieren und "Nazi! Nazi!" brüllen – dabei sind gerade sie es, die in ihrem gedankenlosen Mitläufertum den echten Nazis von damals am meisten ähneln.

Der Reformator Jan Hus wurde von den damaligen Wahrheitssystemen zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Wenn Maaßen gehen wird, werden sie von ARD über SPD und Kanzleramt bis ZDF darüber jubeln. Man möchte den merkeltreuen Hurra-Brüllern zurufen, was der verurteilte und gefesselte Jan Hus einem Menschlein zugerufen haben soll, das Holz zu seinem Scheiterhaufen dazulegte: O sancta simplicitas! – Oh heilige Einfalt!

Die Worte sind älter als Jan Hus, die Einfalt ebenso, doch die Wahrheitssysteme sind ewig. Wohl dem, der es versteht, die Wahrheit an den Wahrheitssystemen vorbei zu erzählen – Mitgefühl und Respekt allen, die es nicht verstehen und dennoch versuchen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf dushanwegner.com.

Dushan Wegner (geb. 1974 in Tschechien, Mag. Philosophie 2008 in Köln) pendelt als Publizist zwischen Berlin, Bayern und den Kanaren. In seinem Buch „Relevante Strukturen“ erklärt Wegner, wie er ethische Vorhersagen trifft und warum Glück immer Ordnung braucht.

Foto: BMI/Sandy Thieme CC BY-SA 3.0 de via Wikimedia Commons

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Sepp Kneip / 18.09.2018

Frau @Schachtschneider, wissen Sie schon mehr? Was Ihr Großvater von all dem halten würde, kann doch hier keine Rolle spielen. Man kann hier, wie Herr Wegner,  durchaus von einer inquisitionsähnlichen Vorgehensweise sprechen. Man will ihn weg haben. Egal, wie.

Marcus von Aberncron / 18.09.2018

“Lèse-majesté” ist schön, aber über soviel Würde verfügt Frau Dr. Merkel gar nicht. Anmaßung, Selbstherrlichkeit u. Chuzpe charakterisieren diese infantile Trotzreaktion vielleicht besser (“Der Maaßen hat mein Luftschloss kaputtgemacht. Öffentlich!”). Wie auch immer. (Immer diese lästige Merkelzentrierung.) Diese kindisch-narzistische Reaktion haben ja bereits zwei Wirtschaftsfachleute beschrieben, die einen weitgehend fachkenntnisfreien Vortrag von Frau Dr. Merkel auf dem Davoser Forum “verrissen” haben u. i.d. Folge bei Veranstaltungen “marginalisiert” wurden ....  Zudem lohnt eine re-lecture der Ausführungen von Frau Prof. Gertrud Höhler. Die Dame hat bereits vor der durch die Bundeskanzlerin forcierten Migrationskrise profunde Hinweise auf den (“postdemokratischen”) systemgefährdenden Führungsstil von Frau Dr. Merkel gegeben, die sich auf frappierende Weise bewahrheiten ...

HaJo Wolf / 18.09.2018

Frau Sabine Schachtschneider, danke für Ihre Kommentare. Sie sind hervorragend…. geeignet als Paradebeispiel für grüne Faktenverleugnung, -verdrehung und Intoleranz. Die von Ihnen genannten “Fakten” sind nichts als inquisitorische Behauptungen. So führte man vor ein paar Hundert Jahren Hexenprozesse. Und wenn Ihr Großvater DER Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider ist, dann kennen Sie seine Auffassung sehr schlecht.

Gabriele Kremmel / 18.09.2018

Frau Schachtschneider, wie stehen Sie denn zu den Fakten über die Behauptung der Hetzjagd in Chemnitz, zu der sich Herr Maaßen korrigierend geäußert hat und für die nach wie vor keinerlei Beweise vorliegen?

Sabine Heinrich / 18.09.2018

@ Herrn Gottfried Meier : Es sollte mich nicht wundern, wenn demnächst William Goldings “Animal Farm” und George Orwells “1984” - in den 70er Jahren noch Pflichtlektüre beim Deutsch- und Anglistikstudium - demnächst auf den Index kommen. Staatsgefährdend, die beiden Werke - in der heutigen Zeit! Herr Maaßen hat meine Hochachtung! Dass eine derartige Hetzjagd auf einen Menschen, der eine von der Regierung abweichende Meinung äußert, in unserer (ehemaligen) Demokratie stattfinden könnte, hätte ich mir nie träumen lassen! Leider wachen die meisten Menschen immer noch nicht auf, da sie durch die für sie zugänglichen Medien gehirngewaschen sind. Wer keinen Zugang zum Internet hat, hat kaum eine Chance, vom Mainstream abweichende Informationen und Meinungen zu bekommen. Willkommen in der DDR 2!

Sabine Schönfelder / 18.09.2018

Zu all dem Brimborium, das die Altparteien veranstalten, um einen staatsschützenden Obersten ihrer ideologischen Ausrichtung zu platzieren, ist es nicht uninteressant, das selbstgefällige, überhebliche, von jeglichem Bezug zur Bevölkerung befreite Benehmen der Führerin Merkel zu erörtern. Madame fühlt sich ganz groß, wenn Sie en passent Ihre Richtlinienkompetenz von ihrer linken Presse verkünden läßt, während sie, ganz staatsfraulich in Tunesien, die freundlich- interessierte Entwicklungshilfetante aus Deutschland gibt. Das braucht sie. Das entschädigt sie für Seehofer und die demütigenden Angriffe der AFD im Bundestag, die es wagen, n o c h , ihr unverblümt die mit aller Macht fehlgeleitete Katastrophenpolitik darzulegen. Das muß sich die Königin nicht bieten lassen. Ihre linken Schwadronen werden von ihr so gepampert; sie reagieren reflexartig, wenn der linken Mutti, der linken Ideologie und den linken Machenschaften Gefahr drohen könnte. Nie standen sie besser da, die linken Ideologen.  Kein linker Politiker konnte bislang soviele Linke hinter sich vereinigen. Das gelang Merkel, und die Stimmen der CDU brachte sie auch noch mit. Die Linken stellen den gesamten linken Medienkomplex zu Verfügung, einen Staatsfunk,  dafür macht Merkel aus der BRD eine grüne DDR. Das ist der Deal. Der nächste Schritt ist die Vernichtung der Kritiker, der AFD. Leute seid wachsam!    

Sabine Schachtschneider / 18.09.2018

Bleiben Sie bitte sachlich, sehr geehrter Herrn Wegner. Hier geschieht keine Inquisition. So etwas sollte einem klugen Mann nicht als Unterstellung dienen, sondern die Fakten. Diese liegen auf dem Tisch. Vermutlich wird es eine Doppelspitze im Bundesamt für Verfassungsschutz künftig geben, wobei Herr Maaßen durchaus das Zeug hat, die Position des Frühstücksdirektors zu bekleiden. Mein verstorbener Großvater, Prof.Dr.Jur. Schachtschneider, hätte mit einer derartigen Lösung bestimmt kein Problem gehabt.

Sepp Kneip / 18.09.2018

Der Vergleich mit Jan Hus trifft den Nagel auf den Kopf. Jan Hus hatte seine Überzeugung und den Mut sie auszusprechen. Die Erfahrungen, die Hus mit dem Papsttum und der Kirche gesammelt hatte, stimmten nicht mit dem überein, was er der Heiligen Schrift entnehmen konnte. Er rasselte genau so mit der Alternativlosigkeit der kirchlichen Obrigkeit zusammen, wie Maaßen mit den alternativlosen Lügen Merkels. Nun bleibt Maaßen zwar der Scheiterhaufen erspart. Aber seine Abservierung ist im Grunde nichts anderes. Ja, Deutschland ist tatsächlich ins Mittelalter zurück gefallen. Oder sogar noch weiter zurück in die Zeit Jesu. Die damaligen Rufe: “Kreuzige, kreuzige ihn” führten zu dem gleichen Ergebnis wie die heutigen Rufe “Nazi, Nazi”. Heute zwar nicht mehr zum leiblichen Tod, aber zum politischen. Eine Option bleibt Maaßen noch. Als (ehemaliger) Chef der Verfassungsschutzbehörde dürfte er doch in der Lage sein, die eklatanten Verfassungsverstöße Merkels genau aufzulisten und zu präsentieren. Was da herauskäme, wäre in normalen Zeiten als Hochverrat und Staatsstreich geahndet worden.  Und heute?

M. Haumann / 18.09.2018

Gibt es denn in diesem moralisch heruntergekommenen Land wirklich keinen einzigen Mann mit Ehre und Anstand mehr, der dem verdienten Beamten Maassen in dieser hochöffentlich inszenierten Intrige beisteht? Was ist wenigstens mit den Sicherheitsdiensten, keine Loyalität, keine Dankbarkeit, nichts mehr?

Jürg Casanova / 18.09.2018

Je länger je mehr hat man das Gefühl, dass die gewählten (!) Politikerinnen ihr Amt nur noch ausüben, um Andersdenkende mit immer perfideren Mitteln zu bedrohen, einzuschüchtern und fertigzumachen. Die haben ihre eigentlichen Aufgaben schon längst aus dem Auge verloren, denn was sie in ihren eigenen Programmen für die Wähler formuliert haben, interessiert sie die Bohne. Nur der Kampf gegen rechts ist noch wichtig. Vor Andersdenkenden, eigentlich Lebensstoff für jede Demokratie, verfallen die Etablierten in den Kampfmodus, fabulieren und delirieren von «Angriffen auf unsere Wahrheitssysteme» und merken in ihrem Wahn nicht, dass die wirkliche Gefahr ganz woanders lauert. Im Falle der zu erwartenden Absetzung von Maassen wird sich Merkel einmal mehr über bestehende Gesetze und Gepflogenheiten hinwegsetzen, und ihre ihr aus der Hand fressenden Funktionäre werden applaudieren, wenn wieder ein Stück Demokratie vor die Hunde geht, wobei sie natürlich meinen, sie würden sie retten, obwohl sie nur ihren fürstlich bezahlten Posten nicht räumen wollen. Unliebsame Gedanken muss man heutzutage nicht durch reale Bücherverbrennungen zu beseitigen versuchen, es genügt, sie in den Buchhandlungen von den Verkaufstischen wegzuräumen, in den Bestsellerlisten sie gar nicht erst auftauchen zu lassen (aktuell das Buch von Sarrazin, ich musste mich richtig durchfragen und wurde ziemlich schnippisch behandelt!) und darüber hinaus Kommentare in den sozialen Medien durch die Wachhunde der selbsternannten Sprachreiniger entfernen zu lassen. Die Antifa, die Kampftruppe fürs Grobe der GroKo und vor allem der Grünen, hat ihre Zukunft noch vor sich, sie wird ganze Arbeit leisten, wo immer sie gefragt ist. Was übrigens die Vertreterinnen der Letzteren vor laufenden Kameras von sich geben, ist an geistiger Dürftigkeit kaum noch zu unterbieten.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Dushan Wegner, Gastautor / 19.12.2021 / 14:00 / 29

Du sollst keinen Ratschlag geben! 

„Haltet gern an, wenn ein Fußgänger über die Straße möchte“, so sagte damals der Fahrlehrer zu uns, „aber gebt dem Passanten kein Handzeichen, dass er…/ mehr

Dushan Wegner, Gastautor / 16.12.2021 / 10:00 / 39

„Keine roten Linien“: Der Geist ist aus der Flasche

Scholz will im Krieg gegen Covid auf „keine roten Linien“ achten. Aha. Man will den Bürgern die Freiheit nehmen, um ihnen die Freiheit zurückzugeben? Das…/ mehr

Dushan Wegner, Gastautor / 04.12.2021 / 10:00 / 75

Meine Angst ist erschöpft

Einst bedeutete Angstfreiheit, dass man seine Angst durch Mut überwand. Heute gibt es noch einen Weg, keine Angst mehr zu haben: Man stumpft einfach ab…/ mehr

Dushan Wegner, Gastautor / 29.11.2021 / 16:00 / 14

Was machen Ihre Ziele?

Früher nannten wir einen Menschen „planlos“, wenn er so viele verschiedene Pläne verfolgte, dass diese einander neutralisierten. Heute, in Zeiten der Panik, sind erschreckend viele…/ mehr

Dushan Wegner, Gastautor / 08.11.2021 / 17:00 / 12

Klüger Chips essen

Wichtige Regel: Wenn du Chips isst, dann iss sie nicht direkt aus der Tüte, sondern schütte zuerst einige davon in eine kleinere Schale! Freiheit ist…/ mehr

Dushan Wegner, Gastautor / 05.11.2021 / 16:30 / 13

Abendtanker, Morgentanker

Es gibt zwei Arten von Menschen: Die einen, die am Abend tanken, und die anderen, die am Morgen tanken. – Zu welcher Gruppe gehören Sie?…/ mehr

Dushan Wegner, Gastautor / 22.10.2021 / 15:00 / 9

Erst informieren, dann reformieren

Es ist charmant, wenn jemand die Welt auf den Kopf stellen will – vorher aber sollte er von dem, was er verändern möchte, ein Minimum…/ mehr

Dushan Wegner, Gastautor / 30.09.2021 / 16:30 / 10

72 Stunden Einzelhaft

Stell dir vor, du bist gehörlos, und deine Kommunikation mit der Welt läuft über Facebook. Plötzlich wird dir der Account gesperrt und du verstummst. Jemand…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com