Es fällt nicht schwer, der Republik einen unruhigen Herbst vorauszusagen. "Wir sind die zweite Welle" hieß eine Parole auf der Berliner Großdemonstration vom 1. August 2020.
Es gibt Menschen, die glauben zu wissen: Corona ist eine unglaubliche Bedrohung für die Welt. In diesem "unglaublich" steckt ein gewisses Drohpotenzial – sowohl gegen diejenigen, welche die Bedrohung für real, als auch für jene, die sie für irreal halten. Was, wenn sich beide irren? Nicht möglich, sagt die Logik. Doch auch die Logik muss bei unsachgemäßer Verwendung weichen. Wer behauptet das? Die Logik, Dummerchen.
Daher möchte man am liebsten von jedem, der sagt oder schreibt, Corona sei … ach Sie wissen schon –, wissen, wie genau er das meint: Corona sei (a) eine Bedrohung für Individuen, die daran wie an zig anderen Krankheiten erkranken können, (b) eine Bedrohung, nach Maßgabe des pandemischen Geschehens, für die Weltgesellschaft im Ganzen, (c) eine Bedrohung für die Bürgergesellschaft, wo immer auf der Welt sie existiert, soweit sie aus (oder mit) medizinischen Gründen zum Verzicht auf elementare Grundrechte genötigt wird.
Nein, ich gedenke diese Punkte hier nicht zu diskutieren, sie wurden und werden an vielerlei Orten diskutiert, man muss nur nachlesen wollen. Doch es bleibt dabei: Erst wenn diese Frage geklärt ist, kann man rational über politische Vorgänge reden. Dann aber, ja dann müssen auch die Karten, sprich: Kenntnisstände aller Seiten auf den Tisch und gegeneinander abgeglichen werden. Bevor das geschieht, bleibt jene Bedrohungsrede Angstrede und damit befangen in einem Genre, gegen dessen allzu ausgiebige Handhabung Leute, wie man sie am Samstag in großer Zahl in Berlin zu sehen bekam, aufzubegehren scheinen.
Niemand kann wissen, ob die Berliner Demonstranten die Mehrheitsgesellschaft abbilden. Das zuzugeben fällt schwer, besonders wenn einer das Anliegen teilt, das ihm hinter der "Querdenken"-Bewegung zu stehen scheint. Mehrheiten müssen politisch errungen werden. Festgehalten zu werden verdient jedoch die Wahrnehmung, dass die überwältigende Mehrheit der Demonstranten nach Alter, Geschlecht, bekundeter Meinung und – aggressionsfreiem – Verhalten zum Spektrum der "ganz normalen Leute" gerechnet werden durfte: einer Spezies also, von der man demnach ohne großes Risiko behaupten darf, sie sei müde der Diskrepanz zwischen politisch-medialer Panikmache und den allmählich in die Köpfe einsickernden Informationen über das Virus samt Test- und Auswertungspraxen, entsprechend missvergnügt über die offensichtliche Irrationalität der getroffenen Maßnahmen und die damit einhergehenden Einbußen an Lebensqualität und ökonomischer Prosperität.
Eine Vorstellung davon, wie in diesem Land regiert wird
Es sind dies Leute, die von Angstschürern für dumm verkauft werden und nicht länger für dumm verkauft werden wollen. Wer das neue Buch des Mikrobiologen Bhakdi in den Händen dieser Leute gesehen hat, der ahnt, dass hier eine neue Volksbibel umläuft, deren Leser darauf bestehen werden, in einer naturwissenschaftlich informierten und faktenbasiert entscheidenden Republik zu leben und nicht in einem angstflatternden Hühnerstall, in dem Vokabeln wie "Covidioten" und "Coronaleugner" den Ton vorgeben und, allen Aufklärungsseiten im Netz zum Trotz, aufgewirbelter Schmutz an die Stelle von Argumenten getreten ist.
Wer immer diese Menge auf die Beine gebracht hat, trägt eine große Verantwortung: nicht nur gegenüber Polizei und Justiz, nicht nur für sich, nicht nur für die "Botschaft", sondern für das Land selbst.
Denn es ist sicher: Wer so oder so ähnlich über die Regierenden denkt wie vermutlich die Masse der Demonstranten, der wird sich, einmal der eigenen Stärke bewusst, kaum mit dem vordergründig kommunizierten Ziel zufriedengeben, die aktuellen Corona-Maßnahmen vom Tisch zu nehmen. Vermutlich hat er nicht einmal etwas gegen Maßnahmen an sich – nur adäquat und verhältnismäßig sollen sie sein. Zu Seltsames ist seit Ausbruch der Pandemie geschehen, zu viele Ungereimtheiten haben das Licht der Öffentlichkeit erblickt und werden in den alternativ genannten Medien bis an die Grenze des Erträglichen durchgehechelt, zu vieles an unausgeräumten, durch prominente Äußerungen genährten Verdächten steht mittlerweile im Raum, um von Parteischützen und Medien fortdiffamiert zu werden. Die nach Berlin gereiste Durchschnitts-Demonstrantin, falls es dergleichen geben sollte, hat offenbar eine gewisse Vorstellung davon, wie in diesem Land regiert wird, und sie findet: nicht gut.
Da schießen dann viele Anliegen zusammen. Bald könnte sich zeigen: Das Thema "SARS-CoV-2" hat das Zeug dazu, die verheerende Links-Rechts-Polarisierung von Politik und Gesellschaft im Dienst einer nicht mehr so großen Koalition und einer nicht mehr so erfolgreichen Kanzlerin zu überspringen und, auf mittlere Sicht, zu depotenzieren. Die in der Regierungsverantwortung stehenden Parteien dürften also, dessen kann man sicher sein, Gefahr wittern und fürs erste mit dem üblichen Mix aus entdifferenzierender Propaganda und administrativer Hartleibigkeit reagieren.
Aber schon die Grünen werden sich überlegen müssen, ob sie als brave Hygiene-Partei einen Teil ihrer Klientel drangeben wollen, ohne dafür angemessen entschädigt zu werden. Ob die Liberalen noch einmal festen Boden unter die Füße bekommen, weiß zur Stunde kein Mensch. Bloß fliegen … es ist kein Verlass aufs Fliegen, in ökologischer und politischer Hinsicht nicht und schon gar nicht im Hinblick auf die Ergebnisse der nachbereitenden Studien, an denen, dessen sei man sich sicher, kein Mangel herrschen wird. Eigentlich wäre es nicht schlecht, sich vor dem nächsten Talk zur Abwechslung auch einmal in der Sache kundig zu machen. Überhaupt wäre es nicht das Schlechteste, wenn in den Parteien gegenwärtig die Köpfe rauchten.
Es fällt nicht schwer, der Republik einen unruhigen Herbst vorauszusagen.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf Globkult.

Auf Stern online, dem Fachportal für echten Journalismus, gibt es jetzt einen „Faktencheck“, aus dem hervorgeht, das es in Berlin NICHT 1,3 Millionen Teilnehmer waren! Ob es denn nun wirklich nur 20.000 waren, darüber wird natürlich nicht berichtet.
Ruprecht Polenz twitterte: "Ruprecht Polenz@polenz_r · 3 Std. Corona-Gegner sind wir alle. Gegen #Coronavirus zu demonstrieren ist dasselbe, wie eine Kundgebung gegen schlechtes Wetter. Die Berliner Demonstranten sind #HygieneGegner. Das trifft ihr Anliegen (zB gegen Schutzmasken) besser." Er hat es noch nicht, der Ruppi. Genauer wäre: Es ist, als wenn man in der Sahara dagegen demonstriert, dass die Regierung bei Regen mit Strafen droht. Die angeblichen Hygienegegner sind ja für Hygiene. Deshalb halten sie die übergriffige Diktatur für absolut unhygienisch. Wer regiert eigentlich in der Sahara? Und wer ist dafür verantwortlich, dass die Zahl der Regentropfen in der Sahara noch unter der Zahl der echten Corona-Infizierten in Deutschland liegt, wenn man die falsch-positiven abzieht, die man auch gern als "symptomlose Symptomatik" bezeichnet? Kürzlich bin ich per Durchsage im Baumarkt aufgefordert worden "Bleiben Sie gesund!" Es war aber nicht von Androhung einer Strafe die Rede, wenn ich mich weigere. Trotzdem habe ich die Botschaft nicht verstanden. Um Gesund zu bleiben, müsste ich ja gesund sein. Dann würde ich aber keine Schutzmaske brauchen. Nur weil ich per Definition des Bundesministers für Schutzangelegenheiten NICHT gesund bin, muss ich doch Masken aufsetzen. Oder? Mal abgesehen davon ob so eine Maske einen Nutzen hat, aber es gibt doch kein Gesetz, auch kein Infektionsschutzgesetz, aus dem sich ZWANGSMASSNAHMEN GEGEN GESUNDE ergeben würden. Der Minister und seine Fans sind doch irgendwie... na sagen wir mal ... seltsam? Andere nennen das schwül-stig, aber so weit würde ich niemals gehen. Es sei denn, es wäre erwiesen, dass er mit einem Mann verheiratet ist, der zufällig Medienpropagandist ist. Da fehlt nun nur noch die Querverbindung zu Wirecard. Nein nicht beim Schutzminister, beim Frauenarzt! Solide Datenbasis auf jeden Fall. Das ist der rote Faden.
Die Zahlenverfälschungen werden immer grotesker: im ZDF-Videotext steht jetzt nur noch »bis zu 17000«. Dazu das übliche Geblubber von Grenzen der Versammlungsfreiheit, Gefährdung, unverantwortliches Verhalten, und es seien »menschenverachtende Äußerungen« gemacht worden. Man stelle sich sowas mal vor! Das ist natürlich nicht zu tolerieren. So die Aussage von Ulrike Demmer, stellvertretende Regierungssprecherin. Und weil die nicht reicht, tuten Städtetag und Städte- und Gemeindebund ins gleiche Horn. Fast identischer Wortlaut (immerhin ohne die menschenverachtenden Äußerungen). Mich würde auch mal interessieren, wie die zu ihren Zahlen kommen. Anscheinend setzen die einen Zufallszahlengenerator ein, oder sie haben einen, der aufs Geratewohl irgendeine Zahl in den Raum schmeißt, und dann sagt ein anderer, ja, das passt, das schaut gut aus, das nehmen wir. So machen sie es mit den Testzahlen ja auch. Ich bin pessimistisch, was die Überwindung der Staatspropaganda betrifft.
Lieber Herr Schödlbauer, der 01.08. wird in die Geschichte der deutschen Demokratie eingehen.
@Emma W. in Broakulla – Meine ehrliche Gratulation. Die Sterblichkeit in Schweden fällt seit Mitte April linear, ganz ohne jedes Wiederaufflammen. Ähnlich sieht es in Holland, Italien und Spanien aus. – Anders Tegnell hatte also Recht und ich habe mich getäuscht. Herdenimmunität war eine gute Strategie; wenn sich sowieso über kurz oder lang jeder ansteckt, ist ein Lockdown für ein starkes Immunsystem sogar eher hinderlich.
Es war fast schon gespenstisch, als gegen 16:45 h die "schwarze Schar" aufzog und sich Schritt für Schritt des Podiums bemächtigte. - Nachdem die Veranstaltung zuvor ohne jede Schärfe verlaufen war und die Veranstalter wiederholt "Frieden und Freiheit" skandiert hatten, kippte die Stimmung merklich und wurde kämpferisch: "Wir bleiben hier" und "Wir sind das Volk", lauteten dann die Sprechchöre der mittlerweile friedlich sitzenden Demo-Teilnehmer. Die zuvor positive Stimmung war verflogen - und Hunderttausende wähnten sich wohl im falschen Film: War die Uniform der SS nicht auch schwarz...? Ein Reporter auf der Bühne ging von Polizist zu Polizist und fragte: "Ist Merkel in Sicherheit?" Mehr als zehn wollten darauf nicht antworten, bis es einer endlich mit einem "Ja" tat. - Ich hätte eine andere Frage gestellt, nämlich nach ihrem Diensteid: "Auf wen oder was haben Sie Ihren Diensteid geleistet? Auf die Verfassung oder schon auf die neue Führerin Merkel? Keine Ahnung, mich aber beschlich das Gefühl eines neuen Faschismus... mit neuen Schergen im "alten Anzug". Die Veranstalter ließen sich nach und nach vom Podium schicken, einige blieben sitzen und ließen sich wegtragen - und alles blieb ohne Gewalt. "Zu guter Letzt" wurde aber auch einer der Organisatoren, der immer deeskalierend gewirkt hatte, mein "Held des Tages" RA Markus Heinz, von der Polizei verhaftet. Warum...? Die Frage blieb unbeantwortet. (Ich habe die Demo von 14:45 h bis zum Schluss um 21:45 h live verfolgt.)
Dieses Thema berührt mein Herz und meinen Verstand. Ich habe mir den Livestream von Samuel Eckert am Samstag und am Sonntag angesehen. Sowas von beeindruckend und berührend! Meine Hochachtung an alle Demonstranten, die den Mut hatten, für ihre Grundrechte einzutreten und sich nicht einschüchtern ließen. Meine Hochachtung an die Veranstalter und Organisatoren. Meine Hochachtung an alle, die objektiv berichteten. Die MSM verbreiteten wie erwartet Lügen und Diffamierungen. Ebenso erwartbar waren die Reaktionen der Politiker der üblichen Couleur. Hier wird eindeutig mit zweierlei Maß gemessen. Bei BLM oder Clan-Beerdigungen (z.B. in Essen) schert sich niemand um die Einhaltung der "Corona-Maßnahmen"... Mir haben diese zwei Tage unsagbar viel Mut gemacht, und ich hoffe, es geht vielen so. Sie haben gezeigt, daß Deutschland noch nicht verloren ist. Ich werde meinen Beitrag leisten.