Obwohl sie eine Photovoltaik-Anlage auf einem Hausdach verschattet, darf eine etwa alte, geschützte Waldkiefer nicht gefällt werden. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden (Urteil der 24. Kammer vom 17. März 2026 / VG 24 K 46/24).
Der Kläger ist Eigentümer eines Grundstücks im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, das mit einem Einfamilienhaus bebaut ist. Vor dem Haus steht eine Waldkiefer mit einem Stammumfang von mehr als 2 Metern. Auf dem Dach seines Hauses hat der Kläger eine Photovoltaikanlage installiert. Er beantragte beim Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf die Erteilung einer Fällgenehmigung, da der Baum die Photovoltaikanlage auf dem Dach erheblich verschatte. Das Bezirksamt lehnte den Antrag ab.
Die 24. Kammer hat nun seine Klage abgewiesen. Die Waldkiefer auf dem Grundstück des Klägers gehöre nach Art und Größe zu den geschützten Bäumen. Das Bezirksamt habe die Fällgenehmigung zu Recht versagt. Die Fällung sei nicht ausnahmsweise zu erlauben. Zwar messe der Gesetzgeber dem Ausbau erneuerbarer Energien erhebliche Bedeutung bei. Er räume ihm aber jedenfalls in Fällen, in denen sich zwei verfassungsrechtlich geschützte Belange gegenüberstehen, keinen grundsätzlichen Vorrang ein. Der Naturschutz sei ebenso wie der Klimaschutz im Grundgesetz als Staatszielbestimmung vorgesehen.
Restlebenszeit von mehr als 100 Jahren
Im konkreten Fall sei das öffentliche Interesse an dem Erhalt der Waldkiefer höher zu gewichten als das Interesse des Klägers an einer verschattungsfreien Nutzung seiner Photovoltaikanlage. Der Baum sei vital und verkehrssicher, weise nur geringe Schäden auf und habe eine zu erwartende Restlebenszeit von mehr als 100 Jahren. Demgegenüber entspreche die aus der Verschattung folgende Minderleistung der Photovoltaikanlage höchstens dem Jahresverbrauch eines Drei-Personen-Haushalts (meinte das Gericht fast schon etwas despektierlich). Dass sich für den Kläger die wirtschaftliche Rentabilität seiner Anlage verringere, sei dagegen nicht in die Abwägung einzustellen, da es sich hierbei um keinen öffentlichen Belang handele.
Kurz gesagt: Selbst erneuerbare Energie rechtfertigt nicht automatisch das Fällen eines geschützten Baumes. Das Gericht hat offenbar bewusst eine Abwägung zwischen zwei Formen von „Klimaschutz“ vorgenommen. Da wäre zunächst einmal der Baum, der durch seinen Schatten der globalen Erwärmung bekanntlich direkt und unmittelbar entgegenwirkt. Und da wäre die Solaranlage, die auf dem Umweg über das Erneuerbare-Energiengesetz und eine Produktionsstätte in China Kohlendioxid einsparen soll.
Was die Auseinandersetzung aber über darüber hinaus lehrt: Offenbar ist die grundsätzliche Tatsache, dass ein Baum selbst eine Art „Solaranlage“ ist, ein wenig in Vergessenheit geraten. Mancher erinnert sich dunkel an den Biologieunterricht als er noch nicht von der Amadeu Antonio Stiftung befördert wurde: Bäume betreiben Photosynthese – sie wandeln Sonnenlicht direkt in chemische Energie um und bauen daraus Biomasse auf. Der „Biochemiker und Systemforscher“ Frederic Vester – übrigens ein Säulenheiliger der grünen Bewegung –, hat diese Sicht besonders anschaulich formuliert. In seinem Werk „Ein Baum ist mehr als ein Baum“ beschreibt er den Baum als hochkomplexe Energie- und Stoffmaschine.
Laut Vesters Berechnungen produziert eine ausgewachsene Buche jährlich etwa 6 Tonnen Sauerstoff und verarbeitet etwa 6,3 Tonnen CO2 (gespeichert wird aber nur ein Bruchteil davon) Aber immerhin: Die Buche erzeugt dabei über die Zeit rund 4.294 Kilogramm organische Substanz aus Licht, Wasser und Luft. Ein Baum bewegt jährlich etwa 30.000 Liter Wasser durch Boden und Atmosphäre (Verdunstung, Speicherung). Vester nennt Bäume deshalb ausdrücklich eine Art: „Photosynthesemaschine mit Milliarden biologischer Solarzellen“. Als Anhaltswert gelten etwa 1.850 Kilogramm CO2, die ein Baum für 1.000 Kilogramm Holzbiomasse bindet.
Ein Baum ist keine primitive Alternative zur Solaranlage – sondern eine hochintegrierte, selbstreparierende, multifunktionale Solaranlage, die seit Millionen Jahren läuft. Vielleicht sollten darüber auch die Windrad-Propagandisten nachdenken, die mittlerweile Schneisen in die schönsten deutschen Wälder schlagen. Motto: Bäume sind ein Eingriff in die Grundrechte erneuerbarer Energiequellen und müssen weg. Übrigens soll die Zahl der Straßenbäume in Berlin von heute 440.000 auf eine Million erhöht werden, stadtweit soll alle 15 Meter einer stehen, da wundert sich der Laie und der Fachmann sieht schwarz für die Solardächer. Geneigte Leser, die sich in dieser Sache nach mehr Licht sehnen, sollten zum Thema unbedingt die Achgut.com-Serie „Windkraft im Wald“ unseres Wald-Ökologen Professor Andreas Schulte ansehen.
Beitragsbild: Pixabay

Den Verschattungsgrad in die erwarteten Erträge einzurechnen, ist übrigens eine Spezialisierung für Experten der Solarindustrie. Ebenso wie die geschickte Gruppierung von Solarpanelen, sodass nicht voll beleuchtete und verschattete Elemente im gleichen Kreis liegen.
HERRLICH! Vielen Dank!
Aber: „Bäume betreiben Photosynthese – sie wandeln Sonnenlicht direkt in chemische Energie um und bauen daraus Biomasse auf. Der “Biochemiker und Systemforscher„ Frederic Vester – übrigens ein Säulenheiliger der grünen Bewegung –, hat diese Sicht besonders anschaulich formuliert. In seinem Werk “Ein Baum ist mehr als ein Baum„ beschreibt er den Baum als hochkomplexe Energie- und Stoffmaschine.“
Auch Kiefern? Ich dachte immer, nur Belaubte. Vielleicht habe ich unrecht.
Ein Mann der seinen alten Baum weniger liebt als seine Photovoltaik, muss ein Vollidiot sein. Es geht solchen Leuten immer um „Abgreifen“, immer. Und um einen Vorwand, mehr Sonne auf der Terrasse zu haben. Umweltfreundlich ist davon keiner. Umweltfreundliche Leute tun, was sinnvoll ist und fahren ihr gewohntes Auto weiter. Sie freuen sich, dass etwas Schatten auf der Terrasse ist und jammern nicht wegen Hitze. Wenn sie gut leben, haben sie in ihrem Garten mehrere Bäume.
Gut geurteilt. Der Baum hat ein Recht auf sein Restleben. Wenn er stirbt, steht schon die zehnte Photovoltaik auf dem Dach oder eben keine mehr.
Der Wal auch, nur so nebenbei. Vielleicht sollte man ihm mal was zu Essen geben. Die Hochseefischer haben doch etwas Calamar oder? Der muss doch ausgehungert sein.
Danke für die vielen humorvollen Beiträge. Einen kleinen Tip für den Solaranlagenbesitzer, ersetze er die Verschattung durch den Baum mittels einer optimalen Beleuchtung seiner Solarpaneele, dann liefert die sogar Strom in der Dunkelheit. Übrigens auch ein ganz heißer Tipp für die Windanlagenbauer, Beleuchtung der Solar-Paneele bei Nacht mit überschüssigem Windstrom. Na, wer beißt an?
Eine Solaranlage im Schatten einer großen, dem Baumschutz unterliegenden Kiefer zu errichten, zeugt von bestenfalls untermittelmäßiger Intelligenz.
Aber die Fällgenehmigung gerichtlich einzuklagen, ist ein Beweis für Bildungsferne in kosmischem Ausmaß und einen IQ vom maximal 50.
Schon Goethe war ein radikaler Verfechter der Energiewende und wandte sich noch auf dem Sterbebett gegen die massive Verschattung von Solaranlagen durch Bäume: „Mehr Licht!“
>>Laut Vesters Berechnungen produziert eine ausgewachsene Buche jährlich etwa 6 Tonnen Sauerstoff und verarbeitet etwa 6,3 Tonnen CO2 (gespeichert wird aber nur ein Bruchteil davon).<<
## Ich will mich nicht an die Säulen der Heiligen lehnen. So fest sind die vielleicht nicht. Aber dieses Zahlensystem hat etwas von Ursachenanalyse eines Blackouts in Spanien. UND Portugal! Nicht vergessen, Eakt muss es schon sein. Dabei gibt es gar keinen Erhaltungssatz für Sauerstoff. Jedenfall keinen, der in Portugal gilt.
Aber ich habe mal in Soho am späten Abend eine Tonne gesehen, in der Feuer brannte, und wenigstens 10 pigmentierte Anglesen standen darum herum. Seitdem weiß ich, dass nicht alle Tonnen gleich sind. Es gibt auch noch gelbe.
@S.Buch : >>Da hätte sich der nur teilgrüne Kläger vielleicht schon mal vor der Installation seiner Solaranlage erkundigen sollen. Aber die Begeisterung für den grünen Strom war wohl zu groß. /// Zur Kollision der Erzeugung von Solarstrom mit Blick auf die Verschattung durch Straßenbäume: Inkonsistenz ist das linksgrüne Markenzeichen schlechthin – neben dem ebenfalls sehr beliebten Doppelstandard.<<
## Seit der Sache mit dem gelben Strom lassen die Schmerzen nicht nach. Eigentlich ist alles austherapiert, aber viele Leute sehen immer noch farbigen Strom, z.B. grünen. Vielleicht hilft noch Hypnose?
Ich habe den Strom gefragt, ob er durch Farbwechsel sagen kann, wie er sich fühlt, wie das Chamäleon. Er sagt, es ist ihm schietegal. Ää, einfach unfreundlich. Dabei habe ich ganz freundlich gefragt. Dabei hätte gerade er es nötig, endlich mal Farbe zu bekennen.
Sag mir wo du stehst, sag mir wo du stehst, und welchem Wääg du gehst???
Straßenbäume sind sowieso alle vergiftet, da muss man sich um deren Süchologie keine Gedanken machen. Die granteln. Aber wieso eine KIEFER an der Straße? Wer hat das erlaubt? Wo die Leute doch hinter die FICHTE sollen. Großstadtkinder, können eine Kiefer nicht von einer Fichte unterscheiden? Die wenigstens Ökos leiden mit der Natur, die wollen nur spielen. Scheinheilige.
Mein Solardings wird von einer Hausfassade verschattet. Zeitweise. Wenn ich da nun den Antrag stellen würde, das Haus zu fällen? Wie doof muss man denn sein? Einen Antrag??