Peter Grimm / 31.12.2017 / 06:00 / Foto: Pixabay / 31 / Seite ausdrucken

Berliner Frauen feiern in der größten Burka der Welt

Es gab einmal eine Zeit, als alle verantwortlichen Politiker Stein und Bein schworen, dass es in Deutschland keine No-go-Areas gäbe und man es auch nicht zulassen würde, dass solche Gebiete entstünden. Man hörte dieses Versprechen auch noch zu der Zeit, als Katrin Göring-Eckardt sich freute, dass die Deutschen so viele „Menschen geschenkt“ bekämen und gleichzeitig bedauerte, sich selbst um keines der Geschenke kümmern zu können.

Heute klingt das alles irgendwie anders. Katrin Göring-Eckardt macht erklärtermaßen nun lieber Politik für Bienen und Schmetterlinge und die Deutschen durften kulturelle Neuerungen in ihren Alltag aufnehmen. Vor zwei Jahren hätten sie sich bei dem Wort Taharush noch gefragt, ob es sich um ein exotisches Gericht handelt. Heute reicht das Alltagsarabisch der meisten immerhin schon so weit, zu wissen, dass damit der Angriff einer Gruppe junger Männer auf eine Frau gemeint ist.

Der Angriff dient vor allem sexueller Triebbefriedigung und Machtdemonstration, doch in Abwandlung der heimatlichen Tradition wurde es auf deutschen Straßen und Plätzen praktischerweise auch noch mit der Umverteilung von Hab und Gut verbunden. Seit der Silvesternacht vor zwei Jahren gehört die alljährliche Frage, ob und wo speziell Frauen noch sicher und unbeschwert im öffentlichen Raum feiern können, so fest zum Jahreswechsel, wie einst das Bleigießen.

Seit einige der mit viel Naivität, wohlmeinender Blindheit und Kuschelgetier aufgenommenen vermeintlich Schutzsuchenden zeigten, dass sie im Namen Allahs und seines Propheten Ungläubige umbringen möchten, bereicherten Beton-Sperranlagen um Rummelplätze und Weihnachtsmärkte unser Leben. Und jetzt kommt noch das Frauenfestzelt hinzu, also das Zelt, in dem Frauen bei open-Air-Veranstaltungen vor sexuellen Übergriffen geschützt sind. Diese Sicherheitszonen werden gerade für die Silvesterparty am Brandenburger Tor in Berlin aufgebaut und hier ist die sogenannte „Women´s Safety Area“ eben in großen Zelten.

Es ist kein Aufschrei hörbar

Welch ein gesellschaftlicher Fortschritt. Während vor zwei Jahren in Köln die Frauen, die von Gruppen junger Männer arabischer und nordafrikanischer Herkunft überfallen, belästigt, vergewaltigt und ausgeraubt worden sind, nirgends Schutz fanden, gibt es für sie heutzutage extra Sicherheitszonen. Die Zelte sind extra bewacht, drinnen kümmern sich Helfer und die Polizei wartet für eventuelle Anzeigen direkt nebenan. Hinter der Zeltwand ist es für Frauen sicher, auch wenn draußen bestimmte Gruppen junger Männer gerade ihre Kultur auszuleben versuchen.

So sieht sie aus die neue Welt, daran können auch notorische Nörgler, wie der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, nichts ändern. Der Einwand, dass der Staat mit der Einrichtung solcher Sicherheitszonen eingesteht, dass er außerhalb dieser Schutzbereiche nicht mehr hinreichend für die Sicherheit aller Bürger sorgen kann, ist natürlich nicht ganz von der Hand zu weisen. Allerdings verfängt das nur bei Menschen, die sich noch an den Anspruch des Staates erinnern, für die sichere Bewegungsfreiheit aller seiner Bürger im gesamten Hoheitsgebiet zu sorgen.

Dies gehörte zwar bis vor nicht allzu langer Zeit noch zum Selbstverständnis des hiesigen Gemeinwesens, aber wirkt dennoch wie aus einer anderen Zeit. Sonst müsste es doch einen Aufschrei geben, dass heutzutage Sicherheitszelte für Frauen nötig sind und dieser Aufschrei müsste doch mindestens so laut sein, wie der von 2013, als es darum ging, dass ein alternder Minister zuerst zu tief ins Glas und dann zu tief in den Ausschnitt seiner Barhockernachbarin geschaut hatte. Aber es sind nur die üblichen Nörgler an der schönen neuen Willkommenswelt zu hören.

Vielleicht hätte man den Zelten auch den schönen Namen „#metoo-area“ geben können, um auch jene einzubinden, die Frauen vordringlich vor weniger handfesten Bedrohungen schützen möchten.

Doch müssen wir ja mit den jungen Männern mit ihren Prägungen aus der islamischen Welt leben. Sie sind ja nun mal da, wie es die Kanzlerin, die sie willkommen hieß, einst sagte. Es kommen auch immer mehr und keiner will wieder gehen. Kaum einer wird auch dazu gezwungen. Also müssen wir doch Lösungen finden.

Politik lässt eine Schutzzelt-Konjunktur erwarten

Das Schutzzelt, das sicheres Feiern unter blickgeschützten Textilien bietet, ist nur eine Lösung. Das Prinzip ist richtig. Aber warum sollte nicht jede Frau ihr eigenes Schutzzelt nehmen? Man könnte es ihr an den Zugängen zu heiklen Plätzen anbieten. Dass es in der Form einem Niqab gliche, wäre in diesem Falle auch keine Unterwerfung. Es wäre nur eine Form der kultursensiblen Kommunikation, weil die jungen Männer so verstehen würden, dass die Frau unter dem Individualzelt kein Freiwild ist. Diese Bereitschaft zur aktiven Deeskalation würde das Zusammenleben doch enorm erleichtern, oder?

Das Schlimme ist, dass ich die letzten Zeilen satirisch gemeint haben kann. Dass sie einem bald auch als ernstgemeinte Textbausteine wiederbegegnen könnten, ist leider nicht ausgeschlossen. Der Weg ist so kurz, wie der von der Leugnung von No-go-areas zur Notwendigkeit spezieller Schutzzonen.

Also schauen wir nach vorn und entdecken die Chancen, so wie es sich am Anfang eines neuen Jahres gehört. Es könnte schließlich der Anfang einer Schutzzonen-Konjunktur sein. Schließlich müssen ja nicht nur Frauen geschützt werden. Ungefähr dort, wo zum Jahreswechsel die Frauenschutzzelte stehen, haben arabische junge Männer in der Adventszeit unter Anrufung Allahs Davidsterne verbrannt und den Juden den Tod gewünscht. Vielleicht würden sich auch für Juden Schutzzelte anbieten? Auch Schwule, die beispielsweise gern als sichtbar liebendes Pärchen öffentlich feiern möchten, müssen ja in bestimmten Gegenden um ihre körperliche Unversehrtheit fürchten. Hier böten sich Schutzzelte an geeigneter Stelle ebenfalls an. Auch bekommen sicher immer mehr Menschen in Deutschland ein besonderes Schutzbedürfnis, weil sie beispielsweise die Ehre einer traditionellen Großfamilie befleckt oder den Propheten mit einem zu lockeren Spruch beleidigt haben.

Die Schutz-Textilien haben sicher eine große Zukunft. Denn es ist nicht zu sehen, dass demnächst in Deutschland eine Politik gemacht wird, die einer Schutzzelt-Konjunktur entgegensteht.

Der Beitrag erschien auch hier auf sichtplatz.de

Foto: Pixabay

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Frank Pressler / 31.12.2017

So sehen sie also aus, die ersten Schutzmaßnahmen gegen Schutzsuchende.

Stefan Bley / 31.12.2017

Diese Zelte sind möglicherweise auch als mobile Blasen für unsere Gutmenschen gedacht. In diesen können sie dann abgeschottet von Realität und Aussenwelt, gleich der geschäftsführenden Mutti in ihrem Bundeskanzleramt, ungestört Silvester feiern. Ich wünsche der Achse für 2018 alles Gute. Bleiben Sie weiter dran und hören Sie nie auf die Finger in die Wunden zu legen.

Gabriele Kremmel / 31.12.2017

Freiheit für die Aggressoren, Kasernierung für die Jagdbeute - wahlweise in Schutzzonen, mobilen Schutzzonen (Burka) oder gleich zu Hause. Wir reden von Deutschland 2017/2018, auch wenn man es kaum glauben kann. Mehr gibt es nicht zu sagen.

Wilhelm Sacker / 31.12.2017

Sehr gut! Das unsere Gesellschaft sich verändert, müsste inzwischen allen auffallen. Diese Veränderung geschieht zwar nur langsam („in Trippelschritten“), aber eben unaufhaltsam. Da wir Deutschen mit der größten Erbsünde aller Erdbewohner belastet sind, bleibt uns Hilflosen scheinbar nur das ständige Wegducken und Tolerieren anderer Lebensentwürfe. Wenn das nicht mal tragisch endet, wenn das Pendel der Geschichte wieder in die andere Richtung ausschlägt. Insgesamt alles sehr traurig und ärgerlich. Was kann man nur machen? Auswandern??

Hartmut Laun / 31.12.2017

So kann es kommen. Merkel-Deutschland ruft nach Schutzbedürftige und sie kommen in großer Zahl. Kaum sind die Schutzbedürftigen im Land, werden aus den Bewohnern im Land Schutzbedürftige die Schutz vor den Schutzbedürftigen suchen müssen. Merkel-Deutschland im Koma.

Jürgen Wächter / 31.12.2017

Das beschriebene Schutzzelt-Szenario wird sich nicht einstellen. Die “Respect”-Armbändchen von Köln und der damit einhergehende Schutzzauber werden sich mittelfristig durchsetzen.

Rudolf George / 31.12.2017

Der öffentliche Raum, in dem sich Frauen frei bewegen können, wird nun also eingeschränkt. Ja, ich weiß, dass das nicht die offizielle Lesart ist. Es ist aber das faktische Ergebnis solcher Maßnahmen. Denn man stelle sich nur vor, dass es zu einem Vorfall im Bereich außerhalb der „Schutzzone“ kommt. Wie wird die Reaktion sein? Natürlich: „was macht ihr doofen Weiber denn da draußen, für euch gibt es doch den Sicherheitsbereich. Selber Schuld!“ Man erkennt: das Problem wird auf die Frauen abgewälzt, mehr noch, sie werden als Verursacherinnen gebrandmarkt. Rhetorische Frage: an welche Kultur erinnert das? Aber nein, das I-Wort darf ein Rechtschaffender nicht in den Mund nehmen, das würde ja wie bei den Leuten mit dem P aus Dresden klingen. Von den sogenannten Qualitätsmedien erwarte ich daher eher eine positive Rezension der Zeltmaßnahme, gekoppelt mit dem Hinweis, dass man auch auf dem Oktoberfest ein Frauenzelt einrichten sollte, denn dort war das Problem angeblich ja lange vor 2015 schon virulent. Prosit Neujahr, Aufbruch in eine „neue Zeit“. Oder doch bloß in ein neues Zelt?

Wilfried Cremer / 31.12.2017

Künstler können manchmal wie Propheten sein. Christo war die Vorandeutung. Und hinter allem steht der schwarz verpackte Würfel der Verwüstung.

Hubert Bauer / 31.12.2017

Angela Merkel will der ganzen Welt in Deutschland Schutz gewähren und schafft es nicht mal in Deutschland ein paar tausend Quadratmeter zu schützen.

Herbert Müller / 31.12.2017

Sehr geehrter Herr Grimm, diese Zelte, bzw. Burkas sind doch nur Teil der Integration derer, die schon länger hier leben. Freuen wir uns doch auf diese bunte, einfältige Vielfalt, die in 2018 noch vervielfältigt werden muss. In diesem Sinne wünsche ich allen ein frohes Jahr 2018.

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