News-Redaktion / 11.12.2020 / 13:00 / 0 / Seite ausdrucken

Berichtete der Spiegel falsch über seinen Ex-Chefredakteur?

Der frühere Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer ist gerade zum MDR-Programmdirektor in Leipzig gewählt worden und kämpft nun mit Hilfe des bekannten Medienanwalts Christian Schertz gegen den Spiegel um seinen guten Ruf, wie abendblatt.de berichtet.

Ende Oktober hatte sich der Spiegel bekanntlich von seinem früheren Star-Reporter Hans Leyendecker und dessen Enthüllungen für eine Spiegel-Titelgeschichte zum Tod des RAF-Terroristen Wolfgang Grams im Jahr 1993 öffentlich distanziert. Es sei falsch, dass es damals einen gezielten „Todesschuss“, quasi eine Art Hinrichtung, gegeben hätte. Vor 27Jahren war diese Titelstory ein Politikum und hatte letztlich auch den Rücktritt des damaligen Bundesinnenministers Rudolf Seiters zur Folge.

In der Aufarbeitung der Geschichte dieser Titelgeschichte spielte auch ein Wortprotokoll eines Telefongesprächs von Leyendecker mit einem anonymen Anrufer eine wichtige Rolle. Als diese lange als verschollen geltende Tonband-Abschrift 2015 auf Umwegen wieder beim Spiegel aufgetaucht sei, war Brinkbäumer Chefredakteur. Investigativ-Redakteur Gunther Latsch habe nun behauptet, er hätte nach Durchsicht des Schriftstücks eine Liste von 43 Fragen erstellt, die er Leyendecker habe vorlegen wollen und Brinkbäumer darüber persönlich informiert. Dieser hätte eine aktuelle Berichterstattung damals jedoch abgelehnt und entschieden, vorläufig nichts zu unternehmen. Brinkbäumer hingegen habe nach der Veröffentlichung der Spiegel-Darstellung der damaligen Vorgänge erklärt, er hätte damals weder mit dem Mitarbeiter aus dem Haus über das Thema gesprochen noch eine Entscheidung getroffen. Über den Berliner Medienanwalt Christian Schertz habe der künftige MDR-Programmchef dem abendblatt.de-Bericht zufolge seinen Ex-Kollegen zudem eine förmliche Gegendarstellung geschickt und sie zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung aufgefordert. Komme das Nachrichtenmagazin dem nicht nach, wolle man vor Gericht beweisen, dass die Spiegel-Darstellung falsch sei. Brinkbäumers Kernaussage laute: Der Eindruck, er hätte die brisanten Unterlagen „im Archiv begraben wollen“, wäre falsch. Latsch hingegen bleibe bei seiner Darstellung und berufe sich zudem auf einen Dokumentar, mit dem er die Fragen zusammen entwickelt hätte.

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