
Ja, Herr Frosch, das frage ich mich auch, wie man mit den Risikogruppen umgehen soll. Vor allem wundere ich mich, wie aus - bis vor kurzem - fitten und aktiven Senioren (es sind ja Gott sei Dank nicht alle krank oder gebrechlich) plötzlich “schutzbedürftige” Personen werden, für die es am besten ist, wenn sie sich dem betreuten Denken unterwerfen. Vor einigen Wochen haben sie noch ehrenamtliche Tätigkeiten ausgeübt, Sport getrieben, sind gewandert und haben die Enkel bespaßt, damit deren Eltern arbeiten konnten. Sie haben auch oft und gerne für den Umsatz in Restaurants, Museen und Theatern gesorgt und die Reiseveranstalter glücklich gemacht. Wenn man sie nun, wie Boris Palmer vorschlägt, erstmal aus der Gesellschaft “herausnimmt”, (wie Problemwölfe), dürfte sich das in diesen Bereichen durchaus bemerkbar machen. Ganz abgesehen davon ist es für die geistige und körperliche Gesundheit älterer Menschen nicht von Vorteil, wenn man sie nötigt, ihre Zeit im Lehnstuhl zu verbringen. Von diesem ist der Weg ins Beatmungsbett dann relativ kurz, wenn man Pech hat.
@Wilfried Frosch: Kann es sein, daß der Mensch bis ins hohe Alter hinein durchaus in der Lage ist, ein selbstbestimmtes Leben zu führen? Muß er angesichts einer Bedrohung Jemanden haben, der ihm sagt, wie er sich zu verhalten hat? ++ Der überwiegende Anteil der “Risikogruppe” sollte selbst eine Entscheidung treffen, wie er sein Leben schützen kann. Z.B. beim Rausgehen einen Mundschutz tragen und sich regelmäßig die Hände waschen. Oder Menschenansammlungen und Nähe vermeiden. Oder die Kinder/Enkel bitten, einzukaufen. Oder in verkehrsarmen Zeiten den Einkauf selbst zu tätigen. Damit wäre “das Risiko” zwar noch nicht auf Null, aber doch schon erheblich verringert. Ist es nicht das, was man von einem Menschen verlangen kann, der in Corona eine Bedrohung seines Lebens erkennt? Braucht’s dafür eine Anordnung “von oben”? Die dann noch übrig Bleibenden sind auf unsere Fürsorge angewiesen. Darauf, daß wir uns für sie risikobewußt verhalten. ++ Wo liegt Ihr Problem?
Operative Hektik ersetzt die geistige Windstille. Wer da gegen den Mainstream schwimmt, der wird gnadenlos niedergemacht. Dessen Reputation geht gegen Null. Wir rümpfen die Nase über`s Mittelalter, sind aber nicht besser -nur subtiler, früher hat die Kirche die Ketzer verbrannt , unser Leben bestimmt, heute sind wir demokratischer, heißt denunzieren , als Inkompetent hinstellen, heißt Fake News. Die veröffentliche gefilterte Meinung kann keinen Widerspruch dulden oder nur hinnehmen . Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen, Handelsvertreter ihre Produkte und unsere Volksvertreter , wenn verkaufen die denn. Sich selbst als Retter alternativlos? Leider wären sie im Zivilleben nicht einmal eine Erwähnung wert, zugedeckt mit dem Mantel der Schweigens! Und wenn sie nicht gestorben sind, dann profilieren und retten sie sich noch heute.
Er ist nicht nur plausibel: er ist pragmatisch und intelligent. Aber ohne ausreichende Schutzmaterialien, die ja weltweit nicht vorhanden waren, kann man professionell keine Subpopulation schützen. Es lag an den verantwortlichen Politikern, dass sie aus der Pandemieübung vor 5 Jahren keine Konsequenzen gezogen haben. Und jetzt drehen sie halt durch. Das Schriftstück der Leopoldina mahnt in vorsichtigen Worten das an, was ein Robert-Koch-Institut seit 3 Monaten hätte leisten müssen: die Durchführung von systematischen, zeitlich eng getakteten Stichproben in der Bevölkerung zur Verfolgung der Virusausbreitung. Stattdessen gibt es eine “Angst”-App heraus und neurotisiert die Bevölkerung. Man kann es nicht fassen. Wir haben so viele gescheite Wissenschaftler in Deutschland, die gute Ideen einbringen könnten. Und wir haben vor allem viele Praktiker vor Ort, die ihre Erfahrungen teilen sollten.
Alleine zum Abschluss des Artikels den “Experten” Wodarg ins Spiel zu bringen, der es immerhin zu einem Eintrag in psiram gebracht hat (eine Prädikatsauszeichnung für Verschwörungstheoretiker und andere Verwirrte), entwertet den Rest. Sicherlich waren und sind Diskussionen über die beste Vorgehensweise nötig und sinnvoll. Aber sicherlich nicht mit solchen Irrlichtern. Ob es hinsichtlich der Intensivbetten tatsächlich zu Verwerfungen zu Lasten anderer Patienten gekommen ist, bleibt leider unbelegt. Genauso wie die Behauptung, alte Patienten seien gegen ihren Willen intensivmedizinisch versorgt worden.
Schon vor der Corona-Krise ist die Debattenkultur in D in einer für eine Demokratie unerhörten Weise insbesondere durch die einseitige Medienberichterstattung quasi abgeschafft worden. Wir müssen nur den Stil der Diskussion um Feinstaub, CO2, Klimawandel und und und betrachten. Auch dort wurde und wird mit Ausgrenzung, Diffamierung als Verschwörungstheoretiker, Fake-News bis hin zum Nazi-Vorwurf und persönlicher Ächtung gearbeitet. Der von den Medien forcierte Alarmismus führte letztlich zu einer Hysterisierung der Bevölkerung, dem die Politik nichts entgegengesetzt hat. Im Gegenteil, Virologen wie Drosten wurden ohne jedweden öffentlichen Widerspruch und ohne jegliches demokratisches Mandat zu quasi Entscheidern über die massive Einschränkung unserer Grundrechte. Ein unglaublicher Vorgang, der seinesgleichen in der neueren Geschichte sucht. Man darf gespannt sein, wie die Politik aus diesem selbstverschuldeten Dilemma wieder heraus kommt. Erschreckend auch die Sprachlosigkeit der Grünen und der FDP, der Parteien, deren Programm ja Freiheit sein sollte. Die Hoffnung, dass dieser Skandal des Jahrhunderts vorurteilsfrei aufgearbeitet wird, habe ich nicht, denn dann müssten die Verantwortlichen zugeben, dass sie sich geirrt haben. Und das gehört nicht zum Handwerkszeug von Politikern und Virologen.
Kleiner Nachtrag: “Aktuelle Studie” zu einer gerade grassierenden Seuche, die schon eine Woche alt ist, ist keine aktuelle Studie mehr. Wann werden die nächsten “hervorragenden Kollegen” denn nun eingeliefert? Waren die in Rückschau bei Gespräch dann auch schon etwas wirr? Ein lesenswerter Beitrag zur Sache ist unter “COVID-19 - eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zukünftigen politischen Entscheidungen” am 7. April, nahezu so aktuell wie die “aktuelle chinesische Studie”, in dem Schweizer Blatt “Die Mittelländische Zeitung” erschienen.
Vielen Dank, Herr Frank. Die “Helden” und “Lebensretter” werden noch nicht müde, denn mittlerweile geht es nämlich nicht mehr darum, eine Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern, sondern darum, das Virus einzudämmen. Dieser “Kampf” kann beliebig lang ausgedehnt werden und die Bevölkerung wird mehr und mehr verantwortlich gemacht: Steigen die Infektionen, ist es Eure Schuld.
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