Jens Kegel, Gastautor / 23.07.2022 / 16:00 / Foto: Pixabay / 14 / Seite ausdrucken

Bequem ist demokratiefeindlich

Moderne totalitäre Systeme können erfolgreich in einem schleichenden Prozess installiert werden, weil sie mit evolutionär tief verwurzelten Eigenschaften des Menschen arbeiten. Bequemlichkeit, kleinschrittige Gewöhnung, Verlust-Aversion, einem völlig untauglichen Gedächtnis.

Mächtige, egal wie sie ihre Regierungsform bezeichnen, wollen an der Macht bleiben. Das möglichst lange, ohne Querelen, nervende Diskussionen, Argumentationen – den Grundlagen demokratischer Gesellschaften, welche diesen Namen auch wirklich verdienen. Mächtige wollen ganz einfach bleiben, wo sie sind, ohne Widerstand der Untertanen. Egal, wie sie dahin gelangt sind – von Gottes Gnaden, qua Geburt oder Wahl. Damit dies möglichst lange so bleibt, nutzen Mächtige – früher eher unbewusst und auf der Basis von Erfahrungen – die psychischen Eigenschaften des Menschen. Heute, im 21. Jahrhundert, dürfen wir mit Sicherheit davon ausgehen, dass Mächtige dies bewusst und gezielt tun. Nicht unbedingt, weil sie besonders schlau sind, sondern weil im Hintergrund die Spezialisten agieren, welche ihnen dies strategisch raten. 

Nach und nach könnten moderne totalitäre Systeme erfolgreich in einem schleichenden, scheinbar unbemerkten Prozess installiert werden, weil sie mit evolutionär tief verwurzelten Eigenschaften des Menschen arbeiten. Bequemlichkeit, kleinschrittige Gewöhnung, Verlust-Aversion, einem völlig untauglichen Gedächtnis, kurz: mit Phänomenen, die gut erforscht sind.

Wenn ich an der Kasse mit Bargeld oder, im Notfall, mit der Karte zahle, bin ich schon heute von gestern. Der bärtige Dreißiger zückt locker (cool) sein Handy und hält es an eine Maschine, ohne Karte. Draußen bittet er dasselbe Gerät, ihm einen Weg zu weisen. Dies ist nur eine von bereits unzähligen Aktivitäten, die wir kleinen Geräten überlassen haben. 

Eine Zäsur in der Geschichte der Menschheit

Nun gab es zu allen Zeiten Menschen, die dem Fortschritt sehr skeptisch bis ablehnend gegenüberstanden. Maschinenstürmer, Automobilhasser, Computerzerstörer. Technischer Fortschritt ruft immer Skeptiker auf den Plan, die irgendeine diffuse oder gezielte Angst vor dem Neuen haben, welche sich aber in den meisten Fällen als falsch erwies. Ich hoffe letzten Endes, dass ich dazugehöre und meine Ängste dem Hirn eines alten weißen... Sie wissen schon... entsprungen sind.

Neues, egal wie einfach oder kompliziert, ist in den Händen der Menschen schlicht ein Werkzeug. Ein Taschenmesser lässt sich verwenden, um den Wurm aus dem Apfel zu pulen oder einem anderen Menschen eine tödliche Stichwunde zuzufügen. Atome kann man spalten, um Energie zu erzeugen oder Menschen auszulöschen. Ein Handy kann mir den kürzesten Weg weisen oder zeigen, wo sich ein anderer Mensch gerade befindet, was er gerade sagt. Das Neue ist also erst einmal neutral. Warum also das Lamento?

Die neue Technik, von der ich hier nur einen Bruchteil erwähnte, stellt eine Zäsur in der Geschichte der Menschheit dar (Hallo, Alexa, definiere Zäsur). Uns Unbekannte wissen, wo wir sind, was wir wie wann tun, möchten… Die neue Technik spielt mindestens zwei Phänomenen in die Hände, die evolutionär uralt sind. Das eine, Habituation, Gewöhnung. Wenn etwas neu ist, ist es noch wunderbar und manchmal aufregend. Fast immer aber erleichtert sie unseren ohnehin informationsüberfluteten und damit widernatürlichen Alltag. Innerhalb weniger Wochen oder spätestens Monate gewöhnen wir uns daran und integrieren das Neue in unseren Alltag. 

Mehr freiwillige Datenpreisgabe war nie

Wir müssen uns nur in unserer Wohnung, unserem Haus umsehen und hundert Jahre zurückgehen. Dann wird klar, wie rasant sich unser Leben veränderte und bequem wurde dank Neuerungen. Noch nie aber gab es eine Technik, die uns zu einem offenen Buch für Unternehmen und Regierungen macht, selbst wenn diese Unternehmen jenseits des Atlantiks residieren. 

Heute sind wir dem Herzinfarkt nah, wenn wir ohne Handy das Haus verlassen. Denn hier ist einfach alles drin. Wir überlassen freiwillig (!) Konzernen unsere Daten – aufgrund unserer Bequemlichkeit. Menschen zeigen Unbefugten freiwillig, ob sie sich einen oder mehrere „Pikse“ abgeholt haben. Arzt-Geheimnis? Datenschutz? Schnee von vorgestern. Mehr freiwillige Datenpreisgabe war nie. Warum? Weil das freiwillige Herausrücken unserem Gehirn in die metaphorischen Hände spielt. Die Neuronen des bewussten Denkens sind faul. Darum versuchen sie, wo immer möglich, Energie zu sparen. Es ist viel einfacher und verschwendet keine Denkenergie, das Handy an die Kasse zu halten, als mit Geldscheinen oder Münzen zu hantieren. 

Doch nicht nur das Handy und alle Geräte, die offline gar nicht mehr funktionieren, auch der kommende elektronische Impfpass mit allen hochsensiblen Daten im Miniformat wird extrem einfach und für uns bequem zu verwenden sein. Vor allem aber für Regierungen und Konzerne jeglicher Couleur. Bereits beim Durchqueren einer Kontrollstelle an Flughäfen, in Restaurants, Kliniken… wird jemand wissen, ob wir uns einer Maßnahme der Regierenden gebeugt haben oder nicht. 

Bequemlichkeit nützt den Mächtigen

Und dass von dem euphemistisch als „Impfpass“ deklarierten Überwachungsinstrument mehr Daten als der sogenannte Impfstatus abrufbar sein werden, ist keine dystopische Vorstellung, sondern gewollt. Der Impfstatus ist das trojanische Pferd. 

Dass Bequemlichkeit auch jenseits der Technik Mächtigen nützt, zeigen andere Beispiele: Es ist viel bequemer, den plakativ vereinfachenden Aussagen im Wahlkampf zu glauben, als Parteiprogramme zu lesen. Es bedarf viel weniger geistigen Aufwands, einer auf allen Kanälen laufenden Angstmaschine zu folgen, als alternative Informationen zu finden, diese zu werten, zu bewerten. Vor allem aber, diese als konträr zu offiziellen Verlautbarungen zu begreifen. Es ist einfacher, bei Wahlen ein Kreuz dort zu zeichnen, wo man es schon immer getan hat, dem Arzt zu vertrauen, dem schon die Eltern vertrauten, der Tagesschau alles zu glauben, weil diese Sendung so schön kurz und scheinbar seriös berichtet. 

Wenn wir nun parallel dazu unser katastrophales Bildungssystem betrachten, scheint es fast, als werde aus einem planlosen Nebeneinander von Tatsachen Methode. Je weniger Menschen wissen… je weniger sie gelernt haben, auf der Basis von Fakten und Wissen, nicht auf Nur-Meinungen, zu argumentieren… je weniger Zusammenhänge sie aufgrund nicht vorhandenen Wissens herstellen können, umso leichter kann man sie lenken. Als Katalysator bzw. Brandbeschleuniger und zugleich Folge des Missbildungssystems fungiert das staatlicherseits geförderte Phänomen „Meinung ohne Wissen statt Meinung auf der Basis von Wissen“. Wer die richtige Haltung zeigt, braucht keine Fakten mehr, um diese zu begründen. 

Möglichkeiten, von denen die Stasi nicht mal geträumt hätte

Neben der evolutionsbiologisch sehr nützlichen Bequemlichkeit können Mächtige die Verlust-Aversion nutzen. Wenn wir etwas bekommen, Materielles, Ideelles, erzeugt dies Emotionen wie Freude, Genugtuung, Spaß. Wenn man uns das nun Gewohnte wieder wegnimmt, sind die darauf folgenden Emotionen ungefähr doppelt so stark: Frust, Ärger, Wut… Genau dies aber wollen wir vermeiden und tun darum alles, zu behalten, an das wir gewöhnt wurden. 

Konkret: Die Macht-Trinität aus Unternehmen, Regierungen und regierungskonformen Medien kann die Menschen an bequeme Handlungen gewöhnen. Sie gewöhnen sich an bargeldloses Zahlen. Corona war auch hier ein grandioses Einstiegsargument. Wir bekommen also etwas, das, oberflächlich betrachtet, unseren Alltag erleichtert. Wenn jedoch das Bargeld dann endgültig abgeschafft wurde, bemerken wir es vielleicht nicht einmal, weil wir es ja sowieso schon kaum noch verwendeten.

Wir gewöhnen uns an Autos, die wissen, wo wir sind und wie schnell wir fahren. Wir gewöhnen uns an Überwachungssysteme, die offiziell dazu dienen, Maut zu kassieren. Wir gewöhnen uns an Politiker, die lügen und betrügen. Wir gewöhnen uns an Handlungen, die diametral zu den im Wahlkampf gemachten Aussagen laufen. Wir gewöhnen uns an Unterschriften beim Paketdienst, an elektronisch übermittelte, sensible Daten bei der Steuer, der Volkszählung. Wir gewöhnen uns daran, unsere Identität in immer mehr Lebensbereichen offenzulegen. Wenn diese Daten dann – wie in China – verwendet werden, um uns per Sozial-Kredit-System zu lenken, ist es viel zu spät.

Noch lebende offizielle und inoffizielle Stasi-Mitarbeiter müssen ob der neuen Möglichkeiten in Jammern und Wehklagen ausbrechen: „Wenn wir das damals schon…“ Ihre Nachfolger in Ämtern und Behörden brauchen nicht mehr auf staubigen Dachböden zu hocken oder Wanzen in Lampen oder Telefonen zu installieren, denn wir selbst tragen diese freiwillig mit uns herum. 

Wir lassen uns vom Wesentlichen ablenken

Das dritte natürliche Phänomen, welches die Mächtigen gezielt nutzen können, ist unser schwaches, lückenhaftes Gedächtnis. Menschen, die arbeiten (ja, davon soll es tatsächlich noch einige geben), haben gar keine Zeit oder mentale Kraft, Aussagen der Mächtigen von heute mit Aussagen vor einem halben Jahr zu vergleichen. Viele wissen morgens nicht mal mehr, was sie am Abend vorher im Fernsehen gesehen haben. Unser Oberstübchen ist auf die Gegenwart und maximal kürzeste Zukunft gerichtet (Jens Spahn, was war der eigentlich noch mal?). Darum vergessen und verformen wir ständig die Vergangenheit. Zugleich sind wir komplett überfordert, um die Adlerperspektive einzunehmen. 

Und hier helfen natürlich die Medien, die mit den Mächtigen in derselben Yacht sitzen. Sie heben am laufenden Band Unwichtiges, Lapidares hervor, was zwar die menschliche Sensationslust befriedigt, aber uns gezielt vom Wesentlichen ablenkt. Ist es gewollt, dass wir dadurch das Wesentliche ausblenden, weil unsere Kapazität für neue Informationen einfach begrenzt ist, dass wir sowohl den Überblick als auch den Fokus für das wirklich Wesentliche verlieren?

Jedenfalls können die wirklich bedeutsamen Entscheidungen auf Bundes- und EU-Ebene, welche Demokratie und staatliche Souveränität weiter aushebeln, unter dem Schaum der albernen Nichtigkeiten fast unbemerkt passieren.

Was können wir tun?

Genau hier werde ich zum Pessimisten. Nur ein geringer Teil der Bevölkerung, der langsam ausstirbt, hat im Wortsinne erlebt, wie man in einem totalitären System existiert. Der überwiegende Teil kennt dies nur vom Hörensagen. Er betrachtet Freiheit und Demokratie, egal, wie gut oder schlecht sie ausgeformt sind, als Naturzustand. Das kann man ihnen nicht verübeln, denn auch das gehört zur Rubrik Gewöhnung. Aber sie wollen nicht glauben, dass wir uns schon auf dem Weg zu einem neuen totalitären System befinden könnten und dies auch noch freiwillig unterstützen. Was also tun, sprach Zeus (und natürlich Hera)?

Wachsam bleiben, Individualität, Würde und persönliche Integrität bewahren. Dabei helfen verschiedene Methoden. Eine ist bekannt aus dem Coaching: Umbenennen, Reframing. Diese Methode bringt uns dazu, einen Sachverhalt in einem anderen Licht, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Bezeichnen wir also das Handy als „Flachwanze“, Alexa als „Agentin“, die Kasse im Supermarkt als „Kaufverhaltensanalysierer“, einschlägige Medien als „Fokusverschieber“ oder „Einluller“… der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Wenn wir diesen ersten Schritt gegangen sind, sehen wir die neue schöne Technik und das aufgebauschte Ablenkungs-Theater auch von ihren potenziell gefährlichen Seiten.

Ein zweiter Weg: Immer wieder in persönliche Klausur gehen, raus aus dem Alltags-Wahnsinn und das eigene Handeln in einem anderen Kontext reflektieren. Das Argument „Keine Zeit!“ ist bei näherer Betrachtung ein Scheinargument. 

Mir ist klar, dass sich mit diesen Mitteln das neue totalitäre System nicht verhindern lässt. Sie können uns aber helfen, uns selbst treu zu bleiben, unsere Menschenwürde zu bewahren. Auch eine Lehre, die sich aus vergangenen totalitären Systemen ziehen lässt. 

 

Dr. Jens Kegel ist in der zweiten deutschen Diktatur aufgewachsen. Seit zwanzig Jahren ist er selbstständig und trainiert und coacht Führungskräfte. Zugleich arbeitet er als Autor, Texter und Ghostwriter. 

 

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Hans-Peter Dollhopf / 23.07.2022

Das Erklären sozialer Phänomene ist inzwischen - es geht um den Zeitraum der letzten Jahrhunderte - relativ oft erfolgreich gelungen. Soziologie war damals, bis vor einiger Zeit,  einfach “anders”. Und die Helden dieser Wissenschaft in jener Zeit keine Idioten, so wie die Betreiber der Veranstaltung heute. Was früher besser war? Die Qualität des Denkens. Hey, unsere inzwischen abgeschalteten Atomkraftwerke wurden noch von Dr. Ing. Rechenschieber mit Rechenstab konstruiert! Das Analoge hat etwas Innovation Antreibendes in sich. Nicht zu verwechseln mit der Praxis, im Behördenapparat im Jahre 2022, wenn immer weiter veraltete Methoden der Datenverarbeitung in Benutzung sind: Da geht es einzig und nur um die Begründung, warum die vielen Mitarbeiter benötigt werden! Sonst würde die Behörde ja vollkommen zusammenbrechen unter dem Bearbeitungsaufwand, oder? Das will man doch nicht?

Ulla Schneider / 23.07.2022

Im Hintergrund die Spezialisten….. jaja Sie haben Recht. Die Dipl.-Psychologen haben ein neues Arbeitsfeld seit längerer Zeit entdeckt. Dort kann man so schön mit “Massen” arbeiten und verdient recht gut. Was denken Sie, wie das “13seitige Angstpapier “entstanden ist?  Das stammt nicht aus den gewählten Gehirnen, dazu braucht’s die “Berufsverräter” beratend an der Seite stehend.

S. Hartmann / 23.07.2022

Liebe Güße an alle Entscheidungsträger*-/Innen, die sich auf eine Corona-Demenz berufen werden. Schauen Sie auf “wir-haben-mitgemacht”! Fürsorgliche Bürger haben auf dieser Plattform Ihre Äusserungen hinterlegt.  Da werden Sie geholfen beim Erinnern!

Emmanuel Precht / 23.07.2022

Ich hab kein Mobiltelefon. Hatte nur beruflich eins. Ich bin weder beim Fratzenbuch noch sonstwelchen “Sozialen” Medien registriert und war es nie. Ich bin der Feind, der Unbekannte. Wohlan…

Peter Mielcarek / 23.07.2022

Die Sauhunde von der WHO versuchen gerade, die Affenpocken zur gemeingefährlichen Krankheit, die die gesamte Welt bedroht,  zu erklären. Bald lauft ihr alle im Ganzkörperkondom herum und ihr werdet wie immer alle mitmachen. Viel Spass

S. Andersson / 23.07.2022

Hahaha… sehr schön! Medial klappt alles und es gibt keine Probleme. Zum Glück ist die reale Welt ein wenig anders und jeder kann dafür sorgen das es in die richtige Richtung geht. Die ganzen Daten müssen aber verarbeitet werden und da kommt das kleine Problem hoch welches jeder schon kennen gelernt hat…. Ooopsi… wir müssen ein Update machen. Nun gesellt sich der etwas blöde Umstand dazu das diejenigen die Programmieren nicht immer zu den hellsten gehören und u. U. als Kellerkind gross geworden sind. Da fehlt ganz einfach Lebenserfahrung & Co. Aber das was alle begreifen müssen ist tatsächlich das der Untertan dafür sorgen muss das es keine „Grenzen“ der Barzahlung geben darf … das ist für viele sonst eine tödliche Situation. Also…. entfernt die Geld & Machtgeilen Spinner…. dann klappt das auch wieder…. mit Freiheit.

Harald Hotz / 23.07.2022

Funktionen, die nicht benutzt werden, verkümmern. Das könnte für ein totalitäres Regime zum Problem werden. Schon heute läßt sich eine allgemeine Schrumpfung der Hippocampi im Gehirn nachweisen, d.h. wir werden langsam blöder, und das ist zum Großteil unserer Lebensweise und zunehmender Denkfaulheit geschuldet. Um aber dieses hohe zivilisatorisch-technisch-wissenschaftliche Niveau aufrecht zu erhalten, braucht es eine große Anzahl Bürger, die noch etwas auf die Reihe bekommen (z.B. Bauen von Flughäfen, Betreiben von Eisenbahnen, Planung und Betreiben von Energierversorgungsystemen, Planung und Ausführung von Hochwasserschutzmaßnahmen ...). Man muß also entweder die Intelligenz importieren oder eine Gruppe der Gesellschaft ganz explizit fördern. Das würde dann zu einer bei Huxley beschriebenen Differenzierung der Gesellschaft führen, zwischen Alpha-Plus Herren und Epsilon-Minus Knechten. Es würde mich nicht wundern, wenn nicht wenige unserer Weltenlenker durch “Schöne neue Welt” ebenso inspiriert wurden wie durch “1984” von Orwell. Das Problem für das Regime könnte allerdings darin bestehen, daß die übergroße Mehrheit derart schnell verblödet, daß nichts mehr funktioniert, die gesamte Zivilisation zusammenbricht und in den verfallenden Ruinen der Großstädte Menschen auf der Suche nach Nahrung Jagd auf Ratten machen werden. Hoffnung gibt indes die Tatsache, daß die Hippocampi die einzigen Regionen im Gehirn sind, die sich regenerieren und wachsen können, bis ins hohe Alter. Es lohnt sich also: - die gute Schule, das Lernen, das Nachdenken, das aktive Lesen, die Handschrift, das Sprechen und Diskutieren, das Selber-Nachschlagen/Recherchieren, das Entscheiden nach Sachstand und Verstand und nicht nur nach Meinugsumfrage und Beratergesäusel, und das Fahren nach Karte, nach Himmelsrichtung und Orientierungssinn statt nach Navi. Was die Sache in Schland leider sehr schwer macht ist, daß es inzwischen die Doofen in allen Disziplinen bis ganz nach oben geschafft haben.

Bastian Kurth / 23.07.2022

Mir kommt das Märchen von Schneewittchen in den Sinn, auch da war die Hexe nicht so dämlich, einen schrumpeligen Apfel zu vergiften sonst hätte das tumbe und arglose Schneewittchen den wohl auch nicht gegessen? Leute, wacht endlich auf! Wenn euch jemand Glückseligkeit verspricht oder ein tolles Leben, könnt ihr sicher sein, daß der nix Gutes von euch will!

Karsten Dörre / 23.07.2022

Preisgabe von Informationen bzw. Datenschutz wird mit sozial teilen, mit Solidarität verknüpft. Niemand merkt, dass das vermeintlich Gute gut verpackt missbraucht wird. Grundsätzlich stellt alles eine Symbiose aus Geben und Nehmen dar. Der Knackpunkt ist, wieviel man für die erforderliche Symbiose freigibt. Ich war heute in der Apotheke und kaufte etwas. Ich wusste, was ich wollte, und fragte nicht nach der Meinung der Apothekerin, ob die Ware für meine Zwecke dienlich sei. Die Symbiose bestand aus Ware anbieten, Ware annehmen, Geld übern Tisch wechseln. Das wars. Es bedurfte keiner weiteren Informationen, z.B. welchen Familienstand die Apothekerin hat oder ob ich gern angel.

Sam Lowry / 23.07.2022

Zweimal in meinem Leben habe ich umhilferufende Menschen am Fenster erlebt. Einmal beim Jahrhunderthochwasser in Koblenz-Neuendorf, und eben. Die Nachbarin auf der gegenüberliegenden Straßenseite. “Was ist?” - “Mein Fernseher geht nicht mehr!”. Nach 25 Jahren Erfahrung im EDV-Service drückt man zuerst den Power-Knopf, und siehe da: Bild und Ton. Ich verstehe diese “schöne” neue Welt nicht mehr, und die mich genausowenig. p.s.: Noch schnell die Telefonnummer der Seelsorge in ihren Briefkasten geworfen. Da ist sicher mehr kaputt…

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