Gute Beziehungen mit Paris
Lieber Kredite statt Spenden
Ich habe in diesem armen Land (erfreulicherweise gibt es keine Bodenschätze, die in anderen Ländern für blutige Konflikte sorgen) wunderbare Menschen kennengelernt, z.B., Künstler, Journalisten, Wissenschaftler, Ärzte, Priester, Voodoo-Priester, Unternehmer, Bauern, Bürgermeister auf dem Land. Die Beniner haben eine besondere Fähigkeit zur ironisch-distanzierten Selbstbetrachtung und Humor. Wenn sie etwa die Stadt Ganvie mit ihren Lagunen und schilfgedeckten Pfahlhütten als „Venedig Afrikas“ bezeichnen, geschieht das mit einem guten Schuss Ironie und mit einem Augenzwinkern. Humor und Gelassenheit sind vielleicht auch die Schlüssel zu dem vergleichsweise sehr friedlichen Zusammenleben der Ethnien in diesem kleinen Land.
Ich freue mich, wenn ich über zuversichtlich stimmende Entwicklungen in Afrika berichten kann – und nicht über Missstände, die zu neuen Migrantenströmen führen. Der Trend ist in allen Schichten der Bevölkerung sichtbar. Benin darf weiterhin – mit einer loyalen Armee – als gut funktionierende Demokratie auf unserem Nachbarkontinent gelten. Trotz stabilem gesamtwirtschaftlichem leichten Wachstum seit Mitte der 1990er Jahre zählt Benin noch immer zu den armen Ländern der Welt. Das Land hängt vorwiegend von Einnahmen aus dem Hafen von Cotonou (Transitknotenpunkt für Nachbarländer) und Baumwollexporten ab.
„Das Land ist ein kleiner Markt, genießt aber einen guten Ruf. Es setzt sich Ziele und erreicht sie. Es befindet sich im Wandel, und das merkt man“, sagt Étienne Giros, Präsident des Cian (Conseil français des investisseurs en Afrique). Er vertritt etwa 170 Unternehmen (vom Mittelstand bis zu CAC-40-Konzernen), die in Afrika investieren und zusammen einen Jahresumsatz von rund 60 Milliarden Euro auf dem Kontinent erzielen.
Foto: Statue von Tassi Hangbe, der Amazonenkriegerin, die das weltweit einzige rein aus Frauen bestehende Militär des Königreichs Dahomey anführte. Sie waren von 1700 bis 1904 im Einsatz. Die Statue befindet sich auf der „Esplanade des Amazones“, einem öffentlichen Platz in Cotonou, dem wirtschaftlichen Zentrum der Republik Benin.
Beitragsbild: Yemi festus - Own work, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Hochinteresant. Afrika ist riesig und offenbar ist es der Entwicklung eines Landes dort überaus zuträglich, wenn es wenig bis keine Bodenschätze vorweisen kann. Die Plünderer gehen dann woanders hin und lassen das Land in Ruhe. Was wiederum dann gar nicht erst zu Abwehrmaßnahmen gegen die Plünderer führt, die wiederum ganz anderen die Tür öffnen, wie z.B. dem Islam seit geraumer Zeit. Man muss Afrika nicht als Rohstoffquelle sehen, sondern als Kontinent voller potentielle Alliierter. Dann funktioniert es. Was natürlich beim Konflikt mit dem radikalen Islam als allererstes die Nationen in Afrika auf der Landkarte erscheinen lässt, wo die Frauen historisch eine wichtige Rolle gespielt haben. ;-)
@sybille eden : >>Das Embargo, dass die USA verhängt haben hat ja einen Grund, und zwar einen, von denen die sozialistischen Symphatisanten auch hier auf der Achse nicht wissen wollen. Der Grund ist, dass nach der sogenannten „Revolution“ von Fidel Castros Regierung sämtliche US – Amerikanischen Firmen und Niederlassungen entschädigungslos enteignet wurden !<<
## Sowas wäre ja unter freiheitlichen Verhältnissen völlig undenkbar. Auch die einfache Absetzung eines CEO in einem Unternehmen, das einem gar nicht gehört, aufgrund eines Gesetzes von 1952 ist unvorstellbar. Oder eine „Treuhand“-Gesellschaft, die das zerbrochene Geschirr für eine D-Mark verhökert. Egal wie man es nennt, und welchen unglaublichen „juristsichen“ (fast hätte ich huristisch geschrieben) Rahmen man dem Begriff gibt. es ist auf jeden Fall ein Grund für Sanktionen der Amerikaner. Das muss man dem Amerikaner schon zugestehen, dass ihnen alles gehört. Und was ihnen nicht gehört, können sie ja immer noch sprengen.
Fazit: Sie haben mich überzeugt. SO geht es nicht!
Vielen Dank, Herr Seitz, für den interessanten Artikel. Ich habe noch einmal Wikipedia bemüht. Da gibt es einige deutlich bedenkliche Darstellungen. Die Bevölkerungsentwicklung und die Staatsverschuldung stimmen eher pessimistisch.
Zu der „reinen Frauenarmee“ in Dahomey: der Hintergrund zu dieser Maßnahme – auch Frauen ins Militär zuzulassen – ist kein Ruhmesblatt afrikanischer Geschichte. Zudem sind die Personen auf den seltenen Gruppenfotos der Frauenarmee alles andere als weiblich zu bezeichnen. Allein auf dem Foto bei Wikipedia zu „Schlacht von Paouingnan“ sind zehn biologische Männer und zwanzig Kriegerinnen zu sehen. Auch das Wikipedia-Foto bei „Dahomey-Amazonen“ zeigt eine bunte Mischung zwischen Männern und Frauen. Richtiger ist wohl, dass es ein reines Frauenregiment gab, welches im männlichen Dahomey-Militär integriert war und somit einzigartig zu jener Zeit war. Diese „Frauenarmee“ (Regiment) unterstand einigen männlichen, höheren Militärrängen
Interessant wäre es, die Voraussetzungen für die Entwicklung stabiler Demokratien in Afrika zu untersuchen. Armut ist anscheinend kein Hindernis, aber wenn es vor allem am „Nationalgemüt“ der humorvollen Beniner liegt, sieht es für andere Länder vielleicht nicht so gut aus?
Ich lese jeden Beitrag von Volker Seitz gern. Vielen Dank auch für diesen hoffnungsvollen Artikel.
Bevölkerungsdichte 119 Einwohner pro km²
Bevölkerungsentwicklung + 2,5 % (Schätzung für das Jahr 2023)[2]
Ob das wohl gutgehen kann? Und Nigeria etwa gleich daneben. dw:/de/weltbev%C3%B6lkerungskonferenz-in-nairobi-neuer-anlauf-f%C3%BCr-frauenrechte … .
Zitat: Weltbevölkerungskonferenz: Neuer Anlauf für Frauenrechte.
Tim Schauenberg
12. November 2019
Wenn Frauen gesünder leben können und weniger Kinder bekommen, hat das positive Effekte auf die gesamte Gesellschaft. Auf der Weltbevölkerungskonferenz in Nairobi will man deshalb alten Zielen neue Impulse geben. Das sagt die UNO – leider ein Sauhaufen, beherrscht genau von denen. Selber schuld.