
Ein sehr nachdenklicher und nachdenkenswerter Artikel zu einem Thema, bei dem sich jeder, auch hier in diesem Medium als Autor oder Leserbriefschreiber, immer wieder hinterfragen muss, wie weit man gehen kann, ohne den Anderen nicht mehr als Mensch zu sehen. Denn Hass ist eine (Er-)Regung, die das Gegenüber entmenschlicht. Gibt es eigentlich einen rechtfertigenden Grund für Hass? Ich meine: Nein, auch wenn Hassen selbst nicht strafbar ist. So wie es der muslimische Ehemann oder der Pariser Kulturredakteur, die beide ihre Ehefrauen durch Terroristen verloren hatten, zum Ausdruck brachten. Der Eine erklärte, die Täter zu lieben, der Andere versicherte, dass die Terroristen nicht seinen Hass bekämen. Was diese beiden zumindest intuitiv verstanden haben, dass ihr Hass nicht nur die Täter , sondern auch sie sich selbst entmenschlichen würden. Die Beispiele, die der Autor zum “Hass aus Vernunft” beibringt, sind eher vom Zweck her betrachtet. Unbestritten kann Hass Kräfte freisetzen, um Bösewichte zu bekämpfen. Hassgesteuertes Verhalten neigt aber häufig zum ungerecht werdenden Übermaß. Die äußersten Grenzen dieses “Übermaßverbotes” in unserem Staat setzt das Recht. Die zwischenmenschlichen, nicht strafbewehrten setzt der Anstand. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns als emotionslose Zombies in unseren gesellschaftlichen Umgebungen bewegen sollen. Denn dazu gibt es sehr viele Spielarten, wie man sich mit Gegnern und auch Feinden auseinandersetzen kann, ohne Hass zulassen zu müssen. Nachtrag zum Volksver-hetzungsparagraph 130 StGB: Entscheidendes Tatbestandskriterium ist nicht nur die Verunglimpfung einer Bevölkerungsgruppe, sondern vor allem die Gefährdung des inneren Friedens.
Nach meiner Ansicht wäre die Behauptung von Nietzsche, dass es nur einen Christen gab, und der starb am Kreuz (Der Antichrist), wahr, falls das „Jesus-Drama“ tatsächlich stattgefunden haben sollte, was aber sehr fraglich ist. Einen Mensch, der meint Christ zu sein, soll man wohl so verstehen, dass er „seinem Jesus“ in dem zu „folgen“ versuchst, was die von den Amtskirchen behaupteten Schriftsteller der vier „kanonischen Evangelien“ dem angeblich existent gewesenen „Jesus“ an diversen und angeblich authentischen Aussagen „in den Mund gelegt“ haben. Ein Mensch kann „seinem Jesus“ aber nur „folgen“, wenn er gewillt ist, dessen Bedingungen zu erfüllen, denn er soll gesagt haben: „So jemand zu mir kommt und hasset nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein“ (Luk., K. 14, V. 26). Wenn ein Mensch diesen Satz ernst nimmt, so müsste er seine Liebe, die er zu den genannten Personen seines sehr nahen emotionalen Umfeldes natürlicherweise in hohem Maße und auch zu sich selbst empfinden wird, solange als nicht vorhanden leugnen und in sich bekämpfen, bis ihr Platz durch den geforderten Hass eingenommen worden ist.
Noch vor 20 Jahren hätte man beim Wort “Hasskriminalität” an ein von totalitären Mächten erfundenes Kriminalisierungsinstrument gedacht. So schnell kann´s gehen.
Oh, oh hier irrt die große Meisterin der logischen Brüche und des bewussten Missverstehens gesellschaftlicher Erscheinungen und Vorgänge, Carolin Emcke. Die “lynchwütige Meute” hat nicht “explizit töten” wollen. Die lynchwütige Meute hat getötet. Nämlich Daniel Hillig (aus Afghanistan?, Bin ich nicht mehr aktuell?).
Die neue Gleichung lautet doch: Kritik = Hass.
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