Heute beginnt die Weltklimakonferenz in Dubai. Ein guter Anlass, das Buch „Der Mensch-Klima-Komplex“ vorzustellen. Der Autor Hans von Storch ist Insider, hat selbst an Berichten des UN-Klimarates IPCC mitgeschrieben – und warnt vor Klimaalarmismus und politischer Instrumentalisierung des Themas.
Wir müssen uns wieder warm anziehen. Zum einen wegen des derzeit ziemlich eisigen Wetters. Aber auch im Vorgriff darauf, dass uns nun bis – mindestens – 12. Dezember tagtäglich aus Presse, Funk und Fernsehen das anstehende Verglühen unserer Erde vorgeführt werden wird, die „Klimakatastrophe“ wird uns wieder frei Haus geliefert. Wie alle Jahre zur Vorweihnacht, zur regelmäßigen Klima-Konferenz der Vereinten Nationen, COP (United Nations Framework Convention on Climate Change, Conference of the Parties). Die 28. ist es dieses Jahr und sie findet in Dubai statt.
Es ist schon schwierig. Zwischen der von nahezu allen Medien verbreiteten Stimmung eines menschengemachten Weltuntergangs einerseits und der Ablehnung jeglicher Verantwortung des Menschen für die Entwicklung des globalen Klimas, die sich vor allem in den sozialen Netzen verbreitet, gibt es in unserer – mental – aufgeheizten Atmosphäre wenige kompetente und hörbare Stimmen vom Menschen, die in der Diskussion einen kühlen Kopf behalten. Hans von Storch gehört zu ihnen, seit vielen Jahren. Sein kürzlich erschienenes Buch „Der Mensch-Klima-Komplex“ kann all jenen durch die kommenden zwei Wochen hindurchhelfen, die Wert auf eine differenzierte Sicht legen.
Der Autor, bis 2015 Uni-Professor in Hamburg und Leiter des Instituts für Küstenforschung in Geesthacht, hat selbst an Berichten des UN-Klimarates IPCC mitgeschrieben, der von alarmistischer Seite stets als Kronzeuge für die anstehende Apokalypse herangezogen wird – dies allerdings nur deshalb, weil die Protagonisten sich hierbei stets systematisch der erschreckendsten aller angebotenen IPCC-Szenarien bedienen.
Wetterextreme gab es immer schon
Von Storch hat keinen Zweifel am menschlichen Einfluss auf die Erderwärmung, dennoch legt er in seiner Arbeit seit Jahrzehnten Wert vor allem auf die Notwendigkeit der Anpassung, kritisiert die heute vorherrschende Eindimensionalität, den alleinigen Focus auf die Verhinderung weiteren CO2-Ausstoßes. Anpassung allerdings ist allein durch technologische Entwicklungen möglich und durch entsprechende attraktive Angebote des Westens an den Rest der Welt, was jeweils einer starken Wirtschaftskraft bedarf. Sie ist sowieso unausweichlich: „Klima ist und bleibt gefährlich, mit oder ohne Klimawandel“.
Der Autor hat großen Zweifel an den allzu ambitionierten Ansprüchen gut vernetzter Paläoklimaforscher, die das Klima von vor Jahrhunderttausenden zu rekonstruieren vorgeben und damit die erdzeitalterübergreifenden Alleinstellungsmerkmale der heutigen Erderwärmung belegen wollen. Die berühmt-berüchtigte „Hockeyschlägerkurve“, an der sich diese Diskussion besonders festmacht, und die einen über Äonen global fast konstanten Temperaturverlauf belegen soll, bevor der Graph zu Beginn der Industrialisierung beinahe senkrecht nach oben springt, lehnt er in der dargestellten Form ab.
Auch was die Klimafolgen angeht, distanziert sich von Storch von denen, die jeden Starkregen, jede Dürre dem Ausstoß menschengemachter Treibhausgase zuschreiben: „Tatsächlich kann man derzeit erleben, wie jedes Wetterereignis mit signifikanten Folgen für Menschen und die Gesellschaft immer dem Klimawandel zugesprochen wird, ganz so, als habe es in Zeiten vor dem Klimawandel solche schrecklichen Wetterextreme nicht gegeben.“ Die Ausführungen von Storchs hierzu sind auch deshalb dankenswert, weil sie – und dies wird von den Medien durchgehend außer Acht gelassen – allen Forschungen und Zusammenfassungen entsprechen, wie sie vom IPCC bisher zusammengetragen wurden.
Was man kritisch sehen muss
Die Klimadebatte ist besonders hierzulande wie wenige andere seit Jahrzehnten eingebettet in gesellschaftliche Auseinandersetzung, als Ursache wie auch Folge der politischen Spaltung. In dem Zusammenhang beklagt von Storch eine ganze Reihe kritischer Tendenzen:
- Instrumentalisierung der Perspektiven nachteiliger, menschlich verursachter Klimaveränderungen für politische und wirtschaftliche Zwecke
- Die Autorität des wissenschaftlichen Wissens wird genutzt, um politisch opportune Aussagen in „Wahrheiten“ zu transformieren und so den politischen Prozess auf die Frage der Umsetzung zu reduzieren (Entpolitisierung von Entscheidungen)
- Herabstufung anderer gesellschaftlicher Herausforderungen, die als Folge eines vorgeblichen Ursprungsproblems „Klimawandel“ dargestellt werden
- Wissenschaft wird „post-normal“, das heißt, Wissenschaft gilt dann als „gut“, wenn sie die gesellschaftlich erwünschten („richtigen“) Schlüsse legitimiert, nicht wenn sie methodisch solide vorgeht
- (…) Das politische Konzept vom Klima wird zum Vehikel zur Konstruktion politischer Macht
Das Buch ist geschrieben von einem Insider aus dem Bauch des Wals des klimawissenschaftlichen Komplexes. Er hat den Blick besonders auch auf die daraus folgende politische Agenda. Man könnte ihn mithin – im Anklang des Namens eines allzu hoch angesehenen Potsdamer Institutes (PIK) – als Klimawissenschaftsfolgenforscher bezeichnen. Gut verständlich für jeden ist „Der Mensch-Klima-Komplex“ auch noch geschrieben. Das Buch zur Klimakonferenz.
Hans von Storch. Der Mensch-Klima-Komplex. Was wissen wir? Was können wir tun? Zwischen Dekarbonisierung, Innovation und Anpassung. Dietz-Verlag 2023, 19.90 €
Ulli Kulke ist Journalist und Buchautor. Zu seinen journalistischen Stationen zählen unter anderem die „taz“, „mare“, „Welt“ und „Welt am Sonntag“, er schrieb Reportagen und Essays für „Zeit-Magazin“ und „SZ-Magazin“, auch Titelgeschichten für „National Geographic“, und veröffentlichte mehrere Bücher zu historischen Themen.
Beitragsbild: Raimond Spekking CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Wie wär s zum Thema auch mit dem Buch „Klimawandel“ von Prof. Werner Kirstein (studierte Physik, Klimageologie/Klimatologie), nix mit C02-Unsinn.
In 100 Jahren werden die Leute nur den Kopf schütteln, dass man ein homöopathisch zugemischtes Gas in der Atmosphäre für die Klimaprozesse auf diesem Planeten hauptsächlich verantwortlich macht.
Der Anteil des CO2 liegt zurzeit bei 0,413 Promille. Im einstelligen Promillebereich kann der Mensch noch arbeiten. Die Maximale Arbeitsplatzkonzentration liegt bei 5 Promille. Eine weitere Zehnerpotenz mehr ist mit dem Leben nicht mehr vereinbar. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Diese große Toleranz gegenüber CO2 lässt möglicherweise darauf schließen, dass während der Evolution doch erhebliche Schwankungen der CO2-Konzentration in der Atmosphäre auftraten und das Leben sich entsprechend anpasste. So soll die CO2-Konzentration vor 34 Mio. Jahren bei 1000 ppm bzw. 1 Promille gelegen haben. Im Jura (160 Mio. Jahre) sogar zwischen 1 und 2 Promille. Und damals entwickelte sich Flora und Fauna bestens. Weder kochten die Meere noch bestand das Festland nur aus Wüste. Wenn also die heutigen Klimamodelle die Wirklichkeit beschreiben, müssten sie auch für die Vergangenheit gelten. Aber kein Klimatologe kann erklären, warum im Jura nicht die Welt unterging.
Leider verwechseln die Klimahysteriker die immer bewegte Wissenschaft mit Religion.
Da behaupet doch tatsächlich der Vulkanforscher Boris Behncke, der seit 25 Jahren über die Ausbrüche des Ätna forscht, dieser würde in einer Stunde 20-mal mehr CO2 ausstoßen, als Deutschland im Jahr emittiert. Derzeit sind weltweit sechs Vulkane aktiv. Von mir nun eine Aufforderung an die Letzte Generation: „Ran an den Krater!“
Einen kühlen Kopf kann ich leider kaum noch bewahren, wenn ich unter Einbeziehung der durch seriöse Wissenschaft begründeten Zweifel am sektenartigen Klima-Aktionismus heute zur Kenntnis nehmen muß, daß unsere 250 Teilnehmer starke Klima-Kämpfer-Riege schon am Begrüßungstag der COP28 in völliger Maßlosigkeit die ersten 100.000.000 Dollar für irgend welche angeblich klimageschädigte Dritte rausgehauen hat (inwieweit dieser Paukenschlag wesentlich auf die Greenpeace-Leihgabe Morgan und ihre Minister-Chefin zurückgeht, kann man nur vermutet werden) – und all dies während unsere dilettantische Regierung unter anderem mit Kürzung der Sozialleistungen und, und, und … liebäugelt. Unfaßbar! Die USA zB werfen wesentlich bescheidenere 17,5 Mio. Dollar in den Ring – Großbritannien 60 Mio. Pfund und Japan 10 Mio. Dollar. Wir sind offenbar schon wieder einmal „Weltmeister“ … koste es, was es wolle!
Vor allem ist sicher: Menschen sind menschengemacht. Das Klima vielleicht. Deshalb ist Grenzschutz der beste Klimaschutz – damit nicht so viele „Klimaflüchtlinge“ hier auch noch alles versauen. Der Begriff „Klimaflüchtling“ verknüpft Klima und Flucht in nachgerade infamer Weise: So wird die Immigration als unvermeidlich dargestellt – und wer schuld am Klima ist dürfte doch klar sein, oder? Du musst also nicht einmal mehr sagen „Asyl“, sondern es genügt: Mir passt das Klima zuhause nicht. Verglichen damit ist die Sache mit der Grippe geradezu harmlos.
Was einzig hilft ist Anpassung. Und das geht umso leichter, je weniger Menschen die Erde bevölkern. Deshalb: Grenzschutz ist der beste Klimaschutz für uns. Die anderen müssen selber wissen, was sie eigentlich wollen. Aber auf eigene Kosten, klar.
Solange Wohnhäuser immer noch mit Unsummen „ wärmegedämmt “ werden, glaube ich kein Wort von der „ Erderwärmung“.
Offensichtlich fällt dieser simple Widerspruch niemanden auf ……….