„Bitte folgen Sie mir mutig zu einem religionswissenschaftlichen Tauchgang direkt zur dunkelsten Seite unserer Herzen.“ Diese Worte stammen aus der Einleitung des Buches „Warum der Antisemitismus uns alle bedroht. Wie neue Medien alte Verschwörungsmythen befeuern“ von Michael Blume. Sie finden sich auf Seite 32. Der Autor bezieht sich damit auf den Holocaust-Überlebenden und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel, der einst sagte, eine Gesellschaft könne dem Antisemitismus nur dadurch effektiv begegnen, indem sie die dunklen Seiten der eigenen Herzen untersuche. Nur in der ehrlichen Auseinandersetzung mit judenfeindlichen Ablagerungen im eigenen Denken und Handeln könne eine Hoffnung für die Zukunft stecken.
Genau diese Ehrlichkeit bringt Michael Blume mit seinem Buch jedoch nicht auf. Stattdessen zimmert sich Blume einen Begriff von Antisemitismus, bei dem so ziemlich alle Opfer sind. Hätte Blume die Worte Elie Wiesels ernst genommen, so hätte sein Buch heißen müssen: „Warum der Antisemitismus in uns allen ist“.
Statt zu zeigen, dass ein großer Teil der Gesellschaft in antisemitischen Bildern denkt, macht Michael Blume den größten Teil der Gesellschaft zu Opfern von Antisemitismus. Er verwendet dafür einen semantischen Trick. Zunächst einmal stellt er völlig korrekt fest, dass Semiten keine Rasse sind, sondern vielmehr eine mythologisch geschaffene Gruppe der Bibel. Er erklärt, der Begriff „Semit“ gehe auf die biblische Figur Sem zurück. Aus Sem, der mit seiner Frau, seinem Vater Noah, seinen Brüdern und deren Frauen die Sintflut überlebt haben soll, so will es die Legende, sei in späterer Generation Abraham hervorgegangen. Zudem, so betont Blume, gelten die Kinder Noahs als Erfinder der Buchstabenschrift.
Aus Sem sind somit alle abrahamitischen Religionen hervorgegangen. Auf Seite 106 erfahren wir daher, wer, laut Blume, alles zu den Semiten gehört, nämlich Juden, Christen, Muslime, Bahai, Humanisten, Marxisten, Nationalisten, eben alle, die das „lineare Zeitverständnis samt den Zukunftsverheißungen geerbt“ haben. „Der Antisemitismus beharrt dagegen auf dem zirkulären Zeitverständnis und erlebt den Fortschritt als drohenden Verfall.“
Wo bleibt die dunkle Seite in Blumes Herz?
Was für ein Blumenstrauß. Wer bisher glaubte, nur die circa 15 Millionen Juden der Welt seien Opfer von Antisemitismus, weiß nun, dass die knapp vier Milliarden Christen und Muslime auch dazu gehören. Laut Blume ist der Antisemitismus eine Reaktion auf die Entstehung des mystischen Bilds der Semiten. Besonders Juden seien für diesen Mythos verantwortlich, denn, so erklärt es Blume auf Seite 119: „Hebräisch und später Arabisch eignen sich also sehr gut für die Grundlegung und Erfahrung von Mythen eines bildlosen Monotheismus. Griechisch, Latein und alle weiteren vokalisierten Alphabete wie Deutsch und Englisch eignen sich dagegen für präzise und eindeutige Analysen, Philosophie und Wissenschaft.“
Ganz präzise in der für Wissenschaft, Philosophie und Analytik so geeigneten Sprache konkludiert Michael Blume auf Seite 169 auf deutsch, Juden seien zwar die Hauptopfer des Antisemitismus, jedoch „nicht, weil Jüdinnen und Juden bessere oder schlechtere Menschen gewesen wären, sondern weil sie den Semitismus in die Welt gebracht haben: die Alphabetisierung von Religion und Recht und damit die Grundlagen unserer längst globalen Zivilisation.“
Die Feinde dieser Semiten benennt Michael Blume auch: „Hitler, Eichmann, Stalin, Ahmadinedschad, Andres Breivik, Osama bin Laden, Al-Baghdadi, Robert Bowers, die Gebrüder Kouachi und abertausende weitere Antisemiten.“ Auf Seite 135 nennt Blume zudem Martin Luther einen „antisemitischen Hassprediger“. Mit der Beschreibung dieser Täter hat Michael Blume selbstverständlich recht, es fällt jedoch auf, dass er bei den Tätern nicht in die Tiefen der eigenen Herzen taucht, sondern Judenhass stets nur bei den hinlänglich bekannten und dafür zu recht geächteten Namen verortet.
Michael Blume findet Antisemitismus überall, nur eben nicht in der dunklen Seite des eigenen Herzens. Es fällt auf, dass Blume, obwohl er über das Befeuern alter Verschwörungsmythen in neuen Medien schreibt, kein einziges Wort darüber verliert, dass Martin Schulz eine Rede von Abbas, die fürchterliche Lügen über Juden beinhaltet hatte, via Twitter als „inspirierende Ansprache“ bezeichnet hatte. Am 23. Juni 2016 hielt Mahmud Abbas eine Rede im Europäischen Parlament, in der er wahrheitswidrig behauptete, Rabbiner hätten zur Vergiftung von Brunnen im Nahen Osten aufgerufen. Am Ende der Rede gab das Europäische Parlament stehenden Applaus. Abbas räumte später die Lüge ein, aber da war Schulz' Lob via Twitter schon massenhaft geteilt worden.
Ein ohrenbetäubendes Schweigen
Bei Blume fallen besonders all die Dinge auf, die er verschweigt. Sämtliche judenfeindlichen Morde der letzten fünfzehn Jahre werden in nur einem Nebensatz erwähnt. Auf Seite 28 steht: „In Frankreich, das von antisemitischen Mord- und Terroranschlägen aus islamischen Milieus bereits erschüttert worden war, beschimpften protestierende ‚Gelbwesten‘ den gewählten Präsidenten Macron als ‚Hure der Juden‘.“ In einem Nebensatz zu den Gelbwesten taucht die Barbarei der Judenmorde der letzten Jahre auf, jedoch ohne genaue Spezifizierung. Für ein Buch über den aktuellen Judenhass ein geradezu ohrenbetäubendes Schweigen.
Kein Wort über Ilan Hamimi, der 2006 von einer Gruppe muslimischer Männer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen zu Tode gefoltert wurde, weil er Jude war. Kein Wort über die drei Kinder und den Erwachsenen, die im März 2012 vor einer jüdischen Schule in Toulouse von einem selbsternannten Kämpfer des Islams ermordet wurden, weil sie Juden waren. Kein Wort über die Juden, die im Januar 2015 von einem selbsternannten Kämpfer des Islamischen Staats in einem jüdischen Supermarkt getötet wurden. Kein Wort über die Jüdin Sarah Lucy Halimi, die 2017 abgeschlachtet wurde und kein Wort über Mireille Knoll, die den Holocaust überlebt hatte, aber im Jahr 2018 in Paris abgeschlachtet und verbrannt wurde. Das Wort „Holocaust“ kommt aus dem Altgriechischen (ὁλόκαυστος/ holókaustos) und bedeutet: „Vollständig verbrannt“. Mireille Knoll überlebte den Holocaust, aber im Jahr 2018 wurde sie verbrannt, weil sie Jüdin war.
Warum erwähnt Michael Blume all diese Morde nicht? Vermutlich, weil er so seine These nicht aufrechterhalten könnte, Muslime seien als Semiten selbst Opfer von Antisemitismus. Er müsste stattdessen in die Herzen dieser Religion eintauchen und feststellen, dass dort der Antisemitismus wütet. Manchmal ist das bewusste Weglassen und Verschweigen schlimmer als die Lüge selbst. Michael Blume beweist dies besonders auf Seite 44. Dort betont er die angebliche Friedfertigkeit des Islams, indem er den Koran zitiert, nämlich Sure 5, Vers 32: „Wenn jemand einem Menschen das Leben rettet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit gerettet.“
Ein Religionswissenschaftler wie Blume muss schon ein richtiges Interesse an Fehlinformation haben, um ausgerechnet diese Stelle als Zeugnis des islamischen Friedens anzuführen, denn der zitierte Vers steht in einem besonderen Zusammenhang. Der Koran zitiert hier zwar eine Lehre der Juden, führt jedoch im Anschluss dieses jüdischen Zitats gleich aus, dass von nun an andere Sitten herrschen: Allen, die ein sogenanntes Verderben im Lande anrichten, sollen die Hände und Füße abgehackt werden. So explizit steht es dort. Wer das verschweigt, wie es Blume tut, hat eine Absicht. Blume, der selbst angetreten ist, in die dunklen Seiten der eigenen Herzen zu tauchen, um Verschwörungsmythen zu entlarven, verweigert eben genau dieses Abtauchen und schustert sich stattdessen eine Antisemitismusverschwörung zusammen, in der Christen und Muslime die neuen Juden sind. Und alle, die es wagen, den Judenhass innerhalb dieser Religionen zu kritisieren, sind selbst Antisemiten und stehen auf einer Stufe mit Hitler und Breivik.
Es wundert daher nicht, dass Michael Blume im März 2019 eine Frau, die es gewagt hatte, seine Arbeit zu kritisieren, im Internet verbal abstrafte. In einem Artikel, der unter anderem mit dem Massenmörder Adolf Eichmann überschrieben war, nahm er in der Einleitung diese Frau, die als Jüdin und Kämpferin gegen den Antisemitismus schon oft angegriffen wurde, als mahnendes Beispiel für Hass und sogenannte „rechte Trollerei“. Als sich daraufhin ein Mob in den sozialen Medien anschickte, das Jüdischsein dieser Frau in Frage zu stellen, kritisierte Blume, der ebenfalls Antisemitismusbeauftragter des Landes Baden-Württemberg ist, nicht etwa diese Auswüchse, sondern befeuerte diese Verschwörung noch mit dem Verteilen vieler „Gefällt mir“-Klicks und dem Blockieren der Jüdin. Er blockierte ebenfalls viele Journalisten, die es gewagt hatten, darüber kritisch zu berichten. Dies betraf unter anderem Journalisten der WELT, der Jerusalem Post und der Jüdischen Rundschau.
Michael Blume bastelte sich im März 2019 eine Verschwörung, in der er als selbsternannter Semit Opfer von Anti-Semiten wurde. Wie sagte Alexander Roda-Roda einst: „Aus dem Antisemitismus könnte schon was werden, wenn sich nur die Juden seiner annehmen würden.“

Ursprünglich wollte ich mich sachlich mit der Gedankenwelt des Herrn Michael Blume auseinandersetzen. Jetzt frage ich mich nur noch, was der sich so durch die Nase zieht, und warum ich nichts davon abbekomme.
Die staatlichen "Beauftragten für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus" erfüllen vor allem eine Alibi-Funktion: Es soll ein "Kampf gegen Judenhass" vorgetäuscht werden, der in Wahrheit nicht geführt wird - schon gar nicht gegen den muslimischen Antisemitismus. Daher ist Michael Blume der richtige Mann auf dem Posten, jedenfalls im grün-schwarz regierten "Ländle". Denn, das wissen wir doch inzwischen alle: Muslime sind stets nur Opfer und damit die neuen Juden. Orwells "Großer Bruder" läßt grüßen!
Ist es der reine Judenhaß, der Deutsche Islamversteher und s.g. Islamwissenschaftler zur nützlichen Idioten dieser Ideologieverbreiter macht, oder spielt Geld (Korruption) und eigene Dummheit bzw. beides mit? . Der Islam ist eine Menschenverachtende äußerst barbarische Faschistoide Ideologie unter einem “Religionsmäntelchen” die sich explizit als dessen größten Feind, bereits Frühgeschichtlich, die Juden auserwählt hat. Diese unbegründete Judeophobie, und somit absoluter Haß, wird jedem Muslim von Kindesbeinen an bereits mit der Muttermilch vermittelt und in den Medressen wie auch allen Hinterhof- und Großmoscheen der Welt endgültig Eingebimst. Die Islamophobie hingegen ist bzw. wäre bereits aus Ihrer Geschichte und der Gegenwart begründet, nur wird die Gewaltgeschichte des Islams seit dessen Entstehung im 7 Jahrhundert nicht in Westlichen oder Östlichen Ländern gelehrt, und in den letzten 20 Jahren verklärt als unislamisch (?!) oder aus Angst verschwiegen, da sonst uns allen klar wäre, daß der Islam sich auf dem Kriegspfad seit 1400 Jahren gegen jede andere Zivilisation befindet und seit ca. 70 Jahren wieder an Fahrt Weltweit genommen hat.
@ Frau Schönfelder, die Sache mit dem Minderwertigkeitskomplex ist klar. Hinzu kommt: Ismael wird an die Stelle Isaaks gesetzt. Der wahre Erbe wird deshalb gehasst, das ist der Kern des Antisemitismus im Islam.
Frau Schönfelder, jetzt hören's aber auf. Ich werd' hier noch zum Fan und lese Achse hauptsächlich für Ihre Kommentare. Ismael und Isaak, da schaue ich doch direkt nochmal in die Orginalquelle. (Stuttgarter Jubiläumsbibel mit Konkordanz in Altdeutscher Schrift)
" Sich selbst betrügen, ohne daß man es selbst merkt, ist so leicht, wie es schwer ist, andere zu betrügen, ohne daß sie es merken. " ( François VI. Duc de La Rochefoucauld )
Das kann ja wohl nicht wahr sein? Wikipedia: "Er forscht, lehrt und veröffentlicht zu Fragen des christlich-islamischen Dialoges in Deutschland, zum Zusammenhang von Religion und Demografie sowie zur Entwicklung der Neurotheologie." Beispiel Frauenbeauftragte: Der Job ist grundsätzlich und zunächst nicht grundlos so ausgelegt, dass es erlaubt ist, Männer bei Stellenausschreibungen für Frauenbeauftragte wegen des Geschlechts zu diskriminieren. Soweit mir bekannt, gibt es aktuell keinen männlichen Frauenbeauftragten in Deutschland. Nachdem auch in Baden-Würtemberg kein normaler Mann Frauenbeauftragter werden konnte und kann, ist man nun vielleicht einen Schritt weiter: Möglich ist dort offensichtlich ein männlicher Frauenbeauftragter, wenn der mit vier minderjährigen Frauen verheiratet ist!? Schließlich hat der ja auch vier mal mehr mit Frauen zu tun, als der durchschnittliche Mann in Deutschland, ist vier mal mehr Frauenexperte und muss sich als Ehemann und Patriarch jeden Tag vier mal so viele leidige Beschwerden seiner Ehefrauen anhören.