
Lieber Herr Broder, eigentlich möchte ich Ihnen mit Ihrer Medienschelte ja recht geben. Was heute stellenweise im “Öffentlich-rechtlichen” geboten wird, lässt sich kaum noch von den privaten Sendern unterscheiden. In erster Linie meine ich damit zwar nicht Herrn Krömer, dessen Sendung ich einfach nur uninteressant finde (seine mediale Präsenz ist mir ein absolutes Rätsel), sondern die unsäglich langweiligen und nichtssagenden Talkshows. Aber in solche Momenten erinnere ich mich an einiges, dass mir im privaten TV doch wohl nie präsentiert werden würde. Die Beispiele erheben dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit : * Scobel ( ich kenne keine vergleichbare Sendung bei den Privaten ) * Filme von ausländischen, oder jung- Regisseuren (e.g. : Kim Ki-Duk) * Übertragungen von Opern/Schauspielen von renommierten Häusern * Beispiele: Antigone, Elektra, etc. Nicht jeder mag sich dafür interessieren, aber für die (wenigen) ist dann eben doch das so oft gescholtene “Öffentlich-rechtliche” die willkommene Abwechslung zum Medien-Einheitsbrei. Was ich eher zu bezweifeln wage ist, dass diese, wenigen Unterschiede, die enormen Gebühren rechtfertigen können. Das sollten wir doch alle mit 5 Euro dabei sein. Den Rest gibt’s kostenlos bei Super-RTL.
Normalerweise meide ich das deutsche Fernsehen und insbesondere Talkshows, weil ich diese hündische Unterwürfigkeit des Spiels zwischen Moderator und Gast nicht mag. Die Sendung Krömer mit Ihnen als Gast werde ich mir ansehen. Matussek hat falsch reagiert. Er müsste wissen, dass sich die Schärfe des Wortes nur entwickeln kann, wenn man hart argumentieren muss. Harmonie ist der Tod des Geistes.
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