Nach längerer Zeit war ich wieder einmal im Gartenmarkt vor den Toren Markkleebergs bei Leipzig. Der erste Eindruck vor dem Eingang machte stutzig. Es fehlte was. Richtig! Viele Jahre stand dort eine kleine Holzlaube, in der Bratwürste, Steaks usw. verkauft wurden. Und jetzt? Weg! Einfach weg, die Bude.
Wo sind die Menschen, die darin ihre wirtschaftliche und soziale Existenz sicherten? Wie viele solcher Existenzen gibt es inzwischen nicht mehr? Tausende? Hunderttausende Einzelschicksale und Familien? Wer interessiert sich überhaupt dafür? Corona-Hysterie sei "Dank": Bratwurststand weg und Fleischkonsum im Keller. Wann gehen diese Menschen auf die Straße? Oder sind sie schon mit dabei in Berlin, Stuttgart, überall?
Die Künstlerwelt ist da besser dran. Sie kann sich noch Gehör verschaffen. Jedenfalls melden sich Haltungskünstler inzwischen zu Wort. Es geht an die Existenz, und die bestimmt das Bewusstsein, soll mal jemand gesagt haben. Haltung macht nicht satt, und Adrenalin kann man nicht essen.
Viele beliebte Ü-60-Schauspieler finden nicht mehr statt. Corona-Hysterie sei ebenfalls "Dank". Um sie zu "schützen", wurden sie ausgemustert und auf Halde gelegt. Reich wurden sie zeitlebens mit ihrer Profession nicht, um ihre Altersarmut machen sich die Helden des Anti-Corona-Kampfes offensichtlich keine Sorgen. Vom 8-Milliarden-Budget des Bundesrundfunks bekommen die jedenfalls nichts mehr ab. Das Geld kann jetzt in zusätzliche Beschulung der Bevölkerung fließen. Stichwort: Verlängerung der Tagesthemen um tägliche fünf Minuten.
Die Idioten hatten recht
Um nicht missverstanden zu werden: Jede bedrohte oder gar vernichtete Existenz geht mir nahe. Im Sinne Voltaires unterscheide ich – anders als viele Haltungskünstler – dabei nicht nach politischer Meinung. Dennoch komme ich nicht umhin festzustellen, dass es zunehmend Mitmenschen trifft, denen je nach vermeintlicher oder tatsächlicher Gesinnung die Existenz ihrer Mitbürger völlig egal ist. Gegen den großen Schnitter Corona inklusive widersprüchlicher und unlogischer Benimmvorschriften ist kein Kraut gewachsen. Die Melange aus Exekutive und sogenannter Vierter Gewalt kann nicht mehr jedem helfen. Selbst das 100-Millionen-Paket gegen rechts hat eine Obergrenze. Es ist wohl doch nicht möglich, alle Bundesbürger zu kaufen. Das alte Rom war da besser dran. Getreide für alle war fassbarer als Geld für alle.
Der große Schnitter Corona-Hysterie macht alle platt – unabhängig vom guten oder bösen Standpunkt. Auch die Alltagskultur, wie die Pommesbude an der Ecke und Kleinkunst, gehen flöten, sogar das Reisen in die weite Welt. Die wird ja jetzt reingeholt und macht den Reisewunsch sozusagen obsolet. Es wird grün und finster. War das Mittelalter nicht so? Andersdenkende sind auch schon Häretiker – selbst das passt zum Mittelalter.
Und jetzt der Hammer. Gesundheitsminister Jens Spahn höchstselbst tat es jüngst kund zu wissen: "Mit dem Wissen von heute hätte der Lockdown nicht so drastisch ausfallen müssen. Friseure und auch Einzelhandel müssten nicht mehr schließen, außerdem würde es auch keine Besuchsverbote in Pflegeeinrichtungen mehr geben …" (Tagesspiegel am Weltfriedenstag 1. September 2020).
Was Jens Spahn und die gesamte Merkelmania samt den vielen RRGs in Deutschland erst jetzt wissen, das wussten die Häretiker um Professor Sucharit Bhakdi bereits vor dem Merkel-Spahn-Söderschen Lockdown. Statt diese Wissenschaftler mit in die Diskussion einzubinden, wurden sie jedoch zu Idioten erklärt. Entschuldigungen sind längst überfällig, Herr Spahn, Frau Merkel, Herr Söder, Herr Lauterbach! Der Windelindustrie halfen sie uneigennützig, noch heute kaufen viele Verängstigte sicherlich ihre wöchentlichen Windelrationen. Knapp wie Toilettenpapier wurden die wohl nicht. Erstaunlich. Als Besitzer mehrerer schwerwiegenden Vorerkrankungen erlaube ich mir diese Sottise.
Seit dem Seebeben vor Fukushima erleben wir immer dasselbe: Angstmache, Hysterie, vermeintliche Rettung durch Frau Merkel. Fehler werden nicht zugegeben, stattdessen erschlägt uns die nächste Rettung. Der Wirtschafts-, Automobil-, Energie- und Forschungsstandort Deutschland wird seit Jahren unter der Kostümierung "Ökologischer Umbau" zielstrebig zerstört. Auch ohne die Corona-Hysterie stürzte die Bundesrepublik nachhaltig ab. Corona gab nur einen weiteren Fangschuss. Das Wild ist bald erlegt und ich denk an die Bundesrepublik Deutschland in der Nacht… .

"Um nicht missverstanden zu werden: Jede bedrohte oder gar vernichtete Existenz geht mir nahe." Wenn jemand so etwas schreibt, kann ich ihn beim besten Willen nicht ernst nehmen. Natürlich ist das traurig, wenn Menschen ihren Job verlieren aber geht einem das nahe, ohne sie zu kennen, ohne eine Verbindung zu ihnen zu haben? Heult man sich in den Schlaf, wenn in Indien wieder eine Fähre absäuft? Man hat die Betroffenen nie gesehen, sie nie gehört, sie nie gesprochen. Oder lastet das Unglück der ganzen Welt auf Ihren Schultern? Also wirklich. Und der Vergleich mit dem Mittelalter, na Hallo! Das Mittelalter gebar die Renaissance, Sie erinnern sich? Die Epoche, deren große Werke wir immer noch bewundern und bestaunen. Die Werke eines Leonardo, Michelangelo, DaVinci. Der Vergleich hinkt also wie ein Ochse mit gebrochenen Beinen. Wenn Sie schon vergleichen müssen, dann nehmen Sie die industrieelle Revolution, die die Handarbeit durch Maschinenarbeit ablöste. Die Handwerker, die sich jetzt als Fabrikarbeiter verdingen mußten, weil die industriell gefertigten Waren vom Preis her konkurrenzlos waren. Die hatten wirklich Grund zum Jammern. "Viele beliebte Ü-60-Schauspieler finden nicht mehr statt." Na Gott sei Dank. Hat Corona doch ihr Gutes. Eventuell gibt es genug U-60 Schauspieler, die bereits seit Jahrzehnten warten, endlich nachrücken zu dürfen. So wie Prinz Charles in der Thronfolge. :)
Achwas Coronamittelalter, alles Unsinn. Es gibt ja auch noch keine Armbinden, keine Masken, keine Industrieschredderung, keine Coronahäftlinge, keine Coronadenunzianten für 13€/h, keinen Coronakindesentzug, keine Kleinkinderzwangstestung, keine Coronawassertrinkstrafen auf dem Schulhof. Gibt es alles nicht. Wir sind schon ein paar Spinner.
Ja. Wahlweise frühes Mittelalter oder Steinzeit bzw. unterentwickelte Teile der Welt waehrend der Antike. Passt Alles. Die "interessante" Entwicklung liegt darin, dass sich bei immer besseren Zahlen die Stimmung umgekehrt dazu verhält. Die Verordnung von Merkelsoeder hat sich längst von der Realitaet entkoppelt und verselbststaendigt, was natuerlich auch fuer die anderen Angstmacher gilt. Es gibt quasi Nichts, keine Fakten und keine Argumente, was die Mehrheit von ihrem irrationalen Bedürfnis nach Angst und Rettung befreien wuerde. Es gibt auch Nichts, was neben Corona, Klima und Rassismus noch Platz im Gehirn haette. Die Spirale ist erfolgreich getriggert und funktioniert ad infinitum, selbst wenn 99,99 % der Menschen selbst keine realen Fälle kennen wuerden und nur von Irgendetwas gehört haben. Der Unterschied zu den Bedrohungen des Steinzeitmenschen ist evident, denn der wurde tatsaechlich und ziemlich massiv mit diesen Gefahren konfrontiert, was heutzutage nicht mehr nötig ist, um die Amygdala zu stimulieren. Geschichten von Irgendjemandem, der Jemanden kennt, der davon gehört hat, genügen zum Panikmodus, falls am Anfang zwei, warum auch immer gestapelte, Saerge gezeigt wurden. Drei sind natuerlich noch besser. Den Rest macht die neurotische Verfassung des westlichen Menschen selbst. Die sich von selbst beantwortende Frage ist, warum die MachthaberInnen naheliegenderweise nicht bereits bei frueherem Virenbefall so vorgegangen sind. Ganz offensichtlich haben sie entweder die Herrschaftschance nicht erkannt oder waren zu " edel", sie totalitaer zu missbrauchen. Das hat sich, hierzulande mit Merkel, nun gründlich geändert.
Der Deutsche lässt sich aber auch gerne "retten". Die angebliche Bedrohung der Volksgemeinschaft gebiert Denunzianten, Hysteriker und lässt Vernichtungsphantasien freien Lauf. Corona hat viel faulig Riechendes hochgeschwemmt, auch ethnopsychologischer Natur. Was der Deutsche macht, macht er gründlich. Hauptsache, es machen alle mit.
"Fehler werden nicht zugegeben" Naja, von Spahn eben schon. Daher ist er mir hundertfach sympathischer als diese charaktertlich völlig defizitäre FDJ-Sekretärin (welche nur Kleinigkeiten zuzugeben pflegt).
Zum neuen grün-finsteren Mittelalter passt auch die neue Religion, die wir uns in ehemals liberale und aufgeklärte Haus holen. Sie entmachtet das selbstdenkende Individuum, betet einen alles entscheidenden Gott an und macht allein den Glaubenden zu einem würdigen Menschen. Die Scheiterhaufen sind bereits errichtet.
Kleinkunst könnte sich nun als rettende Live-Gattung herausstellen, so wie einst die kleinen Säugetiere das Armageddon am Ende des Dino-Zeitalters überlebten.