Wohl nicht zufällig erschien pünktlich zu Beginn der närrischen Jahreszeit, am 11. November, in der SZ ein Beitrag über "Puritanische Vorurteile jenseits aller Wissenschaft", der mit einem Zweizeiler eingeleitet wurde: "In den USA soll das Geschlecht eines Kindes bald anhand der Genitalien bestimmt werden. Das ist rückwärtsgewandt und vor allem unsinnig."
Viel mehr stand auch im dazugehörigen Text nicht, nur eben ausführlicher. Je dünner der Quark, umso breiter muss er ausgewalzt werden. Die rückwärtsgewandte und vor allem unsinnige Bestimmung der geschlechtlichen Zugehörigkeit eines Kindes anhand der Genitalien ist zwar schon seit Adam und Eva grenzüberschreitend und kulturübergreifend üblich, wird aber, so belehrt uns der Leitende Redakteur im Ressort Wissen der SZ, Werner Bartens, "bald" in den USA zur Regel werden. Ein weiterer Beleg dafür, wozu Trump und seine Truppe imstande sind. Und nur Dank der SZ erfährt die Welt, dass diese Praxis, zwischen Männern und Frauen zu unterscheiden, unwissenschaftlich, rückwärtsgewandt und vor allem unsinnig ist.
Nun ist der Rekurs auf die "Wissenschaftlichkeit" bzw. deren Fehlen mindestens so alt wie das Dualsystem von Stecker und Steckdose. Es ist noch nicht sehr lange her, da galt der physiologische Schwachsinn des Weibes als gesicherte wissenschaftiche Erkenntnis, ebenso wie die Ansichten von Arthur de Gobineau und Houston Stewart Chamberlain. Und nicht vergessen: Auch der Marxismus-Leninismus war eine Wissenschaft. Heute firmieren Gender-Studies unter diesem Label.
Wissenschaftlich gesehen, kann man geteilter Meinung darüber sein, ob die SZ eine Zeitung oder eine Produkt ist, das sich hervorragend zum Auslegen von Katzenklos eignet. Das letzte Wort sollte die Ethikkommission der Bundesregierung haben.

@ Gertraude Wenz Das war vielfach in der Nachkriegszeitund folgend eine der Haushaltspflichten der Kinder (schon damals und diesbezüglich völlig unabhängig von einer Geschlechtszuweisung für den Familiensklaven) , die Zeitung in passende und möglichst gleich große Stücke zu schneiden, dann diese mit einem Loch zu versehen u. im Gemeinschafts- / Etagenklo aufzuhängen, heute undenkbar, weil als verbotene Kinderarbeit klassifiziert und vermutlich strafbewehrt. Vermutlich deshalb hat ein schlauer Kopf die Papierrollen erfunden, die man heute käuflich erwerben kann.
Ich lese die SZ nicht. Ich bewundere (und bedaure) Sie, Herr Broder, dass Sie sich so etwas immer mal wieder antun. Hoffentlich ereilt die SZ das gleiche Schicksal wie die FR. Zum Käfig Auslegen sind beide im Sinne des geistigen Wohls der Tiere völlig ungeeignet.
Vielleicht passt das auch dazu: Ein bekannter münchner Komponist soll einem Kritiker einer seiner Aufführung geschrieben haben: Werter Herr Kritiker, im Augenblick habe ich ihre Kritik noch vor mir, in wenigen Minuten habe ich sie hinter mir.
Dieser Mediziner/Journalist Dr.W. Bartens ;der sich zwar Arzt nennt, aber mW nie als eigen/verantwortlicher Arzt gearbeitet hat; genießt in der praktizierenden Ärzteschaft einen ganz eigenen speziellen "Ruf". Nun ja arbeitet ja auch für die SZ. ; )
Lieber Herr Broder, keine Sorge. Die Genderforscher werden den meist zweibeinigen Wesen schon deutlich machen, welches Geschlecht sie haben. Es soll niemand glauben, dass sich die Jungen unserer Spezies ihr Geschlecht in der Zukunft aussuchen dürfen, wie es ja die Ideologie (nicht Wissenschaft) eigentlich vorsieht. Bei jeder Ideologie setzt sich immer der Zwang durch. Und um Zwangscharaktere handelt es sich ja wohl bei Genderforschern allemal. Totalitäre Gebilde erkennt man immer daran, dass die Leute das für sie vorgesehene freiwillig annehmen. Bis dahin - lang dauert es nimmer - gilt zunächst noch die Kreativität der freien Geschlechter - und Identitätswahl. Das ist auch vor Gericht praktisch. Denn Karl der Käfer ist nicht schuldfähig.
Die armen Katzen, die dann auf die SZ..... Können die sich dabei nicht was holen? Besser man benutzt die SZ zum Anzünden eines welcherart auch immer Feuers.
Ich verstehe diesen Artikel in der SZ glaube ich nicht. Oder meint Dr. B. wirklich allen Ernstes, man solle mit der Bestimmung des Geschlechts tatsächlich warten, bis das mittlerweile x-jährige Neugeborene irgendwann mal herausgefunden hat, was 'es' sein will? Geht doch gar nicht. Soll der Arzt bei der Entbindung denn dann ausrufen 'Es ist ein warten wir mal ab' ?