Letzten Mittwoch erschien in der NZZ ein Artikel von Oliver Maksan darüber, wie „die Pandemie das Verhältnis der Deutschen zum Staat derzeit bunt durcheinander" würfelt. Der Text fing mit dem Satz an: „Jeden Tag verliebt sich in Deutschland ein Linker in den starken Staat." Wie es der Zufall will, erschien am selben Tag auf SPIEGEL-Online ein längerer Meinungsbeitrag, der die lustige NZZ-Zeile so genau bestätigte wie eine Koloskopie den Verdacht auf Darmkrebs: Die Denkpest geht um von Sascha Lobo, einem „Autor und Strategieberater mit den Schwerpunkten Internet und digitale Technologien".
Der Text bestätigte einmal mehr eine alte Theorie, die von Erich Fromm und Wilhelm Reich in den 1930er Jahren entwickelt wurde: Man muss nur hinsehen und an der Oberfläche kratzen, um den autoritären Charakter einer Person (oder einer „Bewegung") freizulegen, egal wie sie sich kostümiert hat, als Retter, Beschützer, Verhüter oder Irokese.
Die gefährlichen "Millionen Sympathisierenden"
Der Meinungsbeitrag von Lobo fängt so an: Zehntausende Menschen gehen auf die Straße, vorgeblich gegen Coronamaßnahmen und Impfpflicht. Tatsächlich ist aus „Querdenken“, Esoterik-Gläubigen und Rechtsextremen eine gefährliche Protestbewegung entstanden, ihr kaum verstecktes Ziel ist ein Umsturz. Verschwörungserzählungen dienen als ideologischer Fugenkitt, begleitet von Antisemitismus und autoritär geprägtem Elitenhass. Die meiner Einschätzung nach größte Gefahr geht aber weniger vom harten Kern aus – sondern von den schätzungsweise mehreren Millionen Sympathisierenden mit ihrer Anfälligkeit für Verschwörungserzählungen und ihrer coronabasierten Akzeptanz von Extremismus und Gewalt.
Und so geht es weitet, über Stock und Stein, über braune Wiesen und rote Wälder, kreuz und quer durch einen Biergarten voller Alkis, in dem nur einer nüchtern bleibt, Lobo. Die Denkpest, die das Land befallen hat, ist eine unbewusste Ideologie, wie unangenehmer Körpergeruch, Betroffene sind nicht ohne Weiteres in der Lage, es zu riechen – aber alle anderen leiden darunter. Lobo hat ein feines Näschen, nur den eigenen Körpergeruch nimmt er nicht wahr. Wie kommt so ein cleaner junger Mensch auf einen so schmutzigen Begriff wie Pest? Hat er Albert Camus' Roman gelesen? Weiß er oder weiß er nicht, dass Pest von Ratten verbreitet wird? Und wofür Ratten stehen? Und was würde er mit den Ratten anstellen, wenn man ihn machen ließe?
Der Irokese vom Prenzlauer Berg läuft sich schon mal warm für seine Beförderung zum Entweser. Auf SPON, wo man lange nach einem männlichen Pendant zu der durchgeknallten Margarete Stokowski gesucht und schließlich gefunden hat.
Siehe auch:
Was ist los mit Sascha Lobo, Karl Lauterbach e.a.?

Wurde Der Spiegel nicht gleich 2 x, einmal davon kurz vor Beginn der ‚Pandemie’, von der Bill und Melinda Gates Foundation mit mehreren Millionen Knete zugeschüttet ? Lohnschreiber wie SL freuen sich über die Idioten, die ihr Geseiere für bare Münze nehmen. Alles im „Kampf gegen Rääächts!!!“
„Was mir am anderen missfällt, kann mir zur Selbsterkenntnis dienen.“ – C.G. Jung – Gilt auch für Schreiberlinge der „Bildzeitung für Zahnärzte“.
Ich habe mir angewöhnt, mich nicht mehr gedanklich mit Leuten zu beschäftigen, die Auftragsjournalismus betreiben, sich Influencer nennen oder ihre öffentliche Präsenz ihrem schrillen Outfit verdanken. Diese Figur ist eine Mixtur von allem und ihre Ergüsse landen deshalb ungelesen im Papierkorb.
„Autor und Strategieberater mit den Schwerpunkten Internet und digitale Technologien“ – ist das der Deutsch-Irokese? (oder doch der mittlerweile vom Schicksal wohl ziemlich zerzauste Gerald Hensel?) Zum fraglichen Gestammel des Deutsch-Irokesen sei der Beitrag von Hadmut Danisch, 7.1., allen Lesern mit Nachdruck empfohlen: „Wie man aus Einfalt, Arroganz und Überheblichkeit Hass kocht“. Danisch seziert darin das Gestammel des S.L. zur „Denkpest“ gekonnt und zieht ein treffendes Fazit: „ein unfassbar dummer Text“.
Wenn S.L. nichts weniger als einen Umsturz als verstecktes Ziel irgendwelcher ihm unbekannten Bürger vermutet, dann ist das bereits eine Verschwörungserzählung. Aus der Geschichte sozialistischer Bewegungen oder solchen, die sich dafür hielten/halten und ausgaben/ausgeben, wissen wir, dass es darunter immer Personen gab, die gern autoritäre, obrigkeitsstaatliche und/oder terroristische Macht ausübten: Jakobiner, Sozialdemokraten [Zörgiebel], Stalinisten oder Maoisten. Eins waren/sind diese Leute nie: Linke. Wer kein aufklärerischer, liberaler Humanist ist, ist kein Linker, sondern ein rabiater Linksradikalist [also ein gemeingefährlicher Dummkopf], der die Bürger im Namen des Guten unter seine Knute zwingen will.
„Demokratie heißt dass man gehorcht… Ungeimpfte sind Aasgeier.“ (ehemaliger KBW Mann Kretschmann) Die einstürzenden Relotiusspitzen und Regierungsschwurbler haben panische Angst, dass man ihr Lügengebäude entzaubert. Deshalb wird präventiv draufgehauen. Wenige können das mit einem so stimmigen bösen Blick wie der Hahnenschrei. Plutarch entwickelte eine Theorie des bösen Blicks, die besagt, dass Gefühle wie Neid die Konstitution des Körpers reizen, welcher dann schädliche Ausdünstungen entwickelt. Diese Ausdünstungen sollen vor allem durch die Augen austreten. Seiner Meinung nach empfinden manche Menschen so häufig Neid, dass sie den bösen Blick schon gewissermaßen eingeübt haben.
Habe gehört, alle die keinen rechten Scheitel haben, stehen für Coronaleugner. Deshalb neues Gesetz von Lauterbach geplant. Wird Lobo Perücke tragen? Wird er solidarisch sein? Wird er anfangen zu denken oder gar zu riechen?