Nach der Niederlage der Deutschen Bahn vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt geht der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) weiter, meldet handelsblatt.com. Die Bahn wolle das Urteil in zweiter Instanz vor dem Landesarbeitsgericht prüfen lassen, habe eine Sprecherin am Donnerstagabend mitgeteilt. Verhandelt werde dort voraussichtlich heute. „Wir waren uns bewusst, dass die Hürden in einem Eilverfahren sehr hoch liegen und dass das Streikrecht in Deutschland mit gutem Grund sehr geschützt ist”, habe die Sprecherin erklärt. „Dennoch sehen wir es als unsere Verantwortung, im Interesse unserer Kunden nichts unversucht zu lassen, den Streik zu beenden.”
Im Regional- und S-Bahnverkehr seien rund 40 Prozent der Züge unterwegs, habe der Konzern am Freitagmorgen mitgeteilt. Aufgrund der unterschiedlichen Streikbeteiligung schwanke das Angebot regional deutlich: Stärkere Einschränkungen könne es - ähnlich wie bei den vergangenen Streiks - in den östlichen Bundesländern und einigen Metropolregionen geben.
Für das Wochenende rechne die Bahn mit einer leichten Ausweitung des Fahrplanangebots im Fernverkehr von 25 auf 30 Prozent. Am Samstag und Sonntag sollten auch Fernzüge zwischen Rostock, Berlin und Dresden unterwegs sein. Fest stehe: Reisende müssten laut Bahn in den kommenden Tagen mit Einschränkungen und vollen Zügen rechnen. Kunden wären daher gut beraten, Reisen zu verschieben.
Bevor das Arbeitsgericht den Antrag der Bahn, den Streik zu untersagen, zurückgewiesen hatte, sei der Versuch des Vorsitzenden Richters Volker Schulze gescheitert, mit einem Vergleich beide Seiten an den Verhandlungstisch zurückzuholen. Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky habe aber das letzte Bahn-Tarifangebot zurückgewiesen, weil es nicht für alle GDL-Mitglieder gelten sollte. Nach seiner Darstellung habe der Staatskonzern verlangt, den Geltungsbereich eines neuen Tarifvertrags wie bislang auf das Fahrpersonal zu begrenzen. „Damit wird klar erkennbar, dass die DB einem Teil der GDL-Mitglieder ihre verfassungsgemäßen Rechte entziehen will”, habe der Gewerkschafter dem „Spiegel” gesagt. Damit drohe eine Spaltung der Gewerkschaft in Mitglieder erster und zweiter Klasse. Weitere Quellen: dw.com und welt.de