Christian Lindner hat auf dem Bundesparteitag der FDP eine Rede gehalten. Für seine Verhältnisse war sie so lala, das kann er besser. „Standing Ovations“ bekam er keine, aber dafür sind wir ja auch die FDP und nicht die KPCDU. In jener netten kleinen Rede sagte Herr Lindner unter anderem folgenden Satz:
„Man kann beim Bäcker in der Schlange nicht unterscheiden, wenn einer mit gebrochenen Deutsch ein Brötchen bestellt, ob das der hochqualifizierte Entwickler Künstlicher Intelligenz aus Indien ist oder eigentlich ein sich bei uns illegal aufhaltender, höchstens geduldeter Ausländer.“
Er hat noch mehr gesagt, aber wie es für die Kultur der offenen Willkommensarme(e) üblich ist, wird dieser eine Satz aus seinem Kontext gerissen. Den Anfang damit hat ein zum Glück bisher außerhalb der FDP unbekanntes Parteimitglied gemacht, das meinte, Christian Lindner habe „in seiner Rede allen Nazis einen Vorwand geliefert dunkelhäutige Menschen zu drangsalieren“ (Satzzeichenfehler übernommen).
Ein Parteikollege hat darauf via Facebook den aufrechten Recken besorgt gefragt, ob er „Lack gesoffen“ hätte. Hat er nicht. Nehme ich an. Denn es kam keine Antwort. Der entsprechende Beliebigerale hat seinen Worten auf vielfachen Wunsch seiner einzelnen Person der Partei nicht nur den (ermahnenden Zeige-?) Finger gezeigt, sondern auch den Rücken und vielleicht auch tiefer liegende Körperteile gekehrt. Bei so viel Körpereinsatz entspricht dieser Verlust für die FDP ungefähr dem Verlust von Lichtenstein für die NATO.
Natürlich gehört schon eine Menge – nennen wir es freundlich „Unbesorgtheit“ – dazu, aus Linders Satz eine Art Rechtfertigung für Lynchjustiz zu lesen, aber, wie gesagt, im Zeitalter der erregten und aufgeregten Lieb-hab-Bären darf ja jeder hören, was er möchte. Erst recht, wenn er beruflich ausländische Akademiker und Facharbeiter an deutsche Betriebe vermittelt. Bei so etwas hängt ja vielleicht auch einmal der eigene Umsatz dran.
Also, Obacht und am Plüschteddy festgehalten
Jetzt hätte es das eher weniger hochgeschätzte Ex-Mitglied dabei bewenden lassen können. So, wie man das eben macht, wenn man zornig die Türe zuschlägt. Blöd wird es allerdings beim Türe zuschlagen, wenn man merkt, dass man die Zigaretten im Raum vergessen hat. Da kannst du ja nicht einfach wieder zurücklatschen und ein zweites Mal die Türe fallen lassen. Daher ging der geringschätzige Geringgeschätzte mit seiner hehren Meinung an die Öffentlichkeit und lies sich flugs vom Deutschlandfunk, T-Online und, man höre und staune, von „Warum-ich-als-heterosexueller-Mann-auf-Analpenetration-stehe“-bento interviewen.
Was hat er denn aber nun tatsächlich mit dem Redebeitrag – neben der Unterstellung, er würde „Nazis einen Vorwand liefern, dunkelhäutige Menschen zu drangsalieren (als ob es keine hellhäutigen Zuwanderer, Flüchtlinge oder High Professionals gäbe) – ausgedrückt, der Christian Lindner?
Nun, den unbesorgten und komplett entrüsteten Bürgern muss man ja immer alles wenigstens zweimal erklären. Also, Obacht, aufgemerkt und am Plüschteddy festgehalten: Warum habe ich mich – weder in der Bäckereischlange, noch an der Bushaltestelle oder im Wartezimmer beim Zahnarzt gefragt, ob mir da ein Krimineller gegenübersitzt oder steht? Weil ich davon überzeugt bin, dass unser Staat dafür sorgt (oder wenigstens so tut), dass Kriminelle, so sie erwischt werden, hinter Schloss und Riegel bei Fernseher und Fitnessstudio eingesperrt werden. Zumindest, wenn sie es übertreiben und sich zu oft haben erwischen lassen oder ihre Rundfunkgebühr nicht bezahlt haben. Deswegen bin ich da entspannt, und es stellt sich mir diese Frage gar nicht. Außer vielleicht in Berlin und Frankfurt. Die haben aufgegeben da.
Einschub: Natürlich könnten mir nun die linksdrehenden Willkommensjoghurtkulturellen unterstellen, ich hätte „Ausländer mit Kriminellen“ verglichen. Das wäre zwar der gleiche Blödsinn wie der herbeifabulierte „Lieferschein für das Drangsalieren von Ausländern“, aber noch einmal: jeder hört und liest, was er möchte. Das Sein bestimmt ja stets das Bewusstsein.
Mit einem IQ über der Temperatur von Schmelzwasser
So, wie ich (und viele, sehr viele, andere FDP-Mitglieder mit einem IQ über der Temperatur von Schmelzwasser) Linder verstanden haben, geht es Lindner darum, dass eben KEINE Vorurteile und seltsamen Blicke entstehen, wenn sich der Rechtsstaat an seine eigenen Regeln und Gesetze hält und diejenigen wieder hinauskomplimentiert, die dazu nicht berechtigt sind oder ihr Recht auf Gastfreundschaft verwirkt haben. Eigentlich ganz simpel.
Erst recht, wenn man das ganze Lindner-Zitat liest:
„Machen wir uns klar: Unser Land braucht qualifizierte Zuwanderung. Der Sachverständigenrat hat die Zahlen gerade genannt. In der Zukunft gilt, entweder 500.000 qualifizierte Zuwanderer im Jahr oder Rente mit 70. Das ist die Entscheidung, wovor diese Gesellschaft steht. Ich ahne, dass wir das kombinieren werden. Wir werden aber qualifizierte Einwanderung brauchen und dafür müssen wir ein weltoffenes Land bleiben. Man kann beim Bäcker in der Schlange nicht unterscheiden, wenn einer mit gebrochenen Deutsch ein Brötchen bestellt, ob das der hochqualifizierte Entwickler Künstlicher Intelligenz aus Indien ist oder eigentlich ein sich bei uns illegal aufhaltender, höchstens geduldeter Ausländer.
Damit die Gesellschaft befriedet ist, müssen die anderen, die in der Reihe stehen, damit sie nicht diesen einen schief anschauen, und Angst vor ihm haben, sich alle sicher sein, dass jeder, der sich bei uns aufhält, sich auch legal bei uns aufhält. Die Menschen müssen sich sicher sein, auch wenn jemand anders aussieht und nur gebrochen Deutsch spricht, dass es keine Zweifel an seiner Rechtschaffenheit gibt. Das ist die Aufgabe einer fordernden, liberalen rechtsstaatlichen Einwanderungspolitik. Und dafür müssen, liebe Freundinnen und Freunde, Länder, der Bund und Gemeinden zusammenarbeiten. Da geht es um anderes Recht und besseres Management.“
…und daraus wird dann in der besten aller #Aufschrei-Gesellschaften ein „Vorwand für alle Nazis, dunkelhäutige Menschen zu drangsalieren“. Vielleicht sollte ich den etwas chrysterischen Ex-Parteikollegen doch einmal nach dem Geschmack von Lack fragen…?

Lindner hätte statt der Bäckerei besser ein Chinalokal genannt,denn wer dort als Vorspeise eine "Flühlingslolle" bestellt ist in der Regel kein Brauner,der sich-u den politischen Freunden- gleich auf den Fes getreten fühlt,sondern ein mehr oder weniger qualifizierter Mitbürger mit dem es keine Probleme gibt.
"500.000 qualifizierte Zuwanderer pro Jahr"... also ca. eine Stadt wie Dortmund 1. Es ist asozial, woanders ausbilden zu lassen und dann die ausgebildeten Fachkräfte abzuwerben. Gilt sowohl im reinen Binnenverhältnis als auch international. 2. Die Zahl von 500.000 FK pro Jahr als Zuwanderer bedeuten in einer Generation (ca. 25 Jahre) 12,5 Millionen Zuwanderer = 15% der Bevölkerung. Wenn jeder Zuwanderer nur ein einziges Familienmitglied mitbringt, verdoppeln sich die Zahlen bereits, ein Nachkomme pro Zuwandererehepaar und wir sind bei 45%. Aber eine Umv...ung findet selbstverständlich nicht statt! 3. Deutschland hat bereits jetzt eine Bevölkerungsdichte von ca. 220 EW/km², das ist ein Wert in den Top Ten aller Flächenstaaten. Frankreich zum Vergleich hat weniger als die Hälfte. Schon jetzt wird Wohnraum in den Ballungsräumen knapp, wenn keine Wiederansiedlungsprogramme in sterbenden Landstrichen gestartet werden, stellt sich die Frage: wohin mit den Zuwanderern? Die werden als Hochqualifizierte auch entsprechende Ansprüche an Wohnraum und Lebensstandard in der Wohnumgebung haben. Werden dann "die schon länger hier Lebenden" zwangsgeräumt und umgesiedelt? 4. Dürfen wir dann wenigstens die Unqualizierten ohne Bleiberecht, also mehr als die Hälfte der seit 2015 "neu Hinzugekommenen", gegen die Qualifizierten tauschen? 5. Wieso gibt es diese Diskussion (und Forderungen mit diesen Zahlen) nur in Deutschland? Kein anderes europäisches Land schwafelt von "qualifizierter Zuwanderung", höchstens noch die Spi..er in Brüssel, aber die kann sowieso kein Mensch mit "IQ über der Temperatur von Schmelzwasser" ernst nehmen. 6. Wann haben wir unser erfolgreiches und international vorbildliches Ausbildungssystem ruiniert? Erst mit "Bologna"? Oder doch schon früher?
Das interessante an der Aussage von Herrn Lindner ist die Vorstellung , was wohl gewesen wäre , wenn die Kanzlerin exakt die gleiche Bäckerei-Story erzählt hätte , oder wenn Herr Gauland die gleiche Geschichte erzählt hätte. Bei Herrn Lindner waren ja die Reaktionen gemischt, teils pro , teils contra, bei Angela Merkel hätte der Mainstream anerkennend von einem realitätsnahen Beispiel schwadroniert und bei Herrn Gauland wäre natürlich die Büchse der Pandora geöffnet worden, frei nach dem Motto , das ist der letzte Beweis für Rassismus in der AFD.
Zu diesem Hype kann man nur anmerken, dass Frau Hayali den Orden vom Bundespräsident sicher nicht für kritischen Journalismus bekommt. Vermutlich doch eher stellvertretend dafür, dass nahezu eine ganze Gilde Zitate soweit verkürzt, damit sie von Menschen mit einem IQ der unterhalb der Temperatur von Schmelzwasser entsprechend interpretiert werden können. Zum Zweiten die Zuwanderung von 500.000 im Durchschnitt haben wir in den letzten Jahren locker erreicht, allerdings im Wesentlichen von dauerhaft unqualifizierten Kostgängern. D.h. Rente mit 80 für alle GRV Zwangszahler, denn die anderen Ärzte, Anwälte, Journalisten können nicht und Beamte, Politiker und Richter wollen nicht zur Zahlung der Zeche herangezogen werden.
FDP ist nicht automatisch verbunden mit klarem Kopf. Eine frühere Bekannte warf mir neulich das Hetzartikelschreiben in rechtsradikalen Medien vor. Auf meine Rückfrage, ob sie das präzisieren könne, meinte sie "die Achse des Guten etc. p. p." Mit der Achse hatte sie ja recht, die "etc. p. p." ist mir hingegen unbekannt. (Wäre übrigens ein schöner Titel für ein Magazin) Und dann schob sie nach, sie sei keineswegs "grünverseucht" , sondern wähle FDP. Vielleicht ja wegen Herrn Baum. Aber das ist eine andere Geschichte.
Also ich habe mir die Rede auch angetan. Für mich klang dieser Absatz seiner Rede aber zusammenfassend etwas anders. Wir wollen weitere 500 000 Bereicherer jährlich reinlassen, sie müssen nur gefälschte Papiere vorlegen und einen treuherzigen Augenaufschlag beherrschen. Wenn nicht, dann Rente mit 70. Wenn ja, dann verlangt der Sozialstaat die Rente mit 75 ! Im übrigen war die ganze Rede eine Bewerbung Llindners, doch Merkels nächster Bettvorleger zu werden. Die Chance, eine echte Oppositionspartei gegen die vereinigten Merkelparteien zu werden, wurde grandios vertan ! Schade, Herr Lindner, die FDP hätte etwas besseres verdient !
Diesen Beitrag fand ich Spitze.. Nun wird auch bem Unbedarftesten klar, es wird immer nur mit Unterstellungen gearbeitet. Leider lesen diese Unbedarften aber nicht die AchGut Beiträge.. Die Frage ist doch noch immer für mich, wie können diese erreicht werden???