Heute fand ein bundesweiter Aktionstag gegen „digitale Brandstifter“ statt. Wir gratulieren den Organisatoren dieses Events zu ihrem perfekten Freud’schen Timing: Die Staatsmacht razzierte pünktlich zum 122. Geburtstag von George Orwell.
Wie der Tagesspiegel berichtet, haben Einsatzkräfte der Strafverfolgungsbehörden in allen 16 Bundesländern am Morgen „bei den Razzien bundesweit 65 Durchsuchungsbeschlüsse umgesetzt und zahlreiche Beschuldigte vernommen.“ NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte zu der Aktion: „Digitale Brandstifter dürfen sich nicht hinter ihren Handys oder Computern verstecken können.“ Viele Menschen hätten den Unterschied zwischen Hass und Meinung verlernt.
Razzien sind da ein guter Anfang, um den Unterschied herauszuarbeiten, hilfreich wäre natürlich auch ein „Wahrheitsministerium" wie in George Orwells Roman 1984. Dem Schriftsteller verdanken wir auch das Bonmot: „Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen."
Der Schwerpunkt der Ermittlungsverfahren in den Ländern entfällt, laut „nordbayern.de“, auf "rechtsradikale Äußerungen im Internet". Es ginge vielfach auch um strafbare Beleidigungen gegen Politiker". Das Bundeskriminalamt schreibt auf Instagram, dass „rund zwei Drittel der strafbaren Hasspostings ... dem Bereich der Politisch Motivierten Kriminalität -rechts- zuzuordnen“ sind. Ja, „böser Hass“ kommt stets von rechts. Im Gegensatz zum „guten, wertvollen Hass“. Das wussten vor vierzig Jahren bereits die Genossen aus dem Hause des Menschenrechtsaktivisten Erich Mielke:
„Haß: intensives und tiefes Gefühl, das wesentlich das Handeln von Menschen mitbestimmen kann. ... [Haß kann] wertvoll und erhaben oder kleinlich und niedrig sein ... Haß ist ein wesentlicher bestimmender Bestandteil der tschekistischen Gefühle, eine der entscheidenden Grundlagen für den leidenschaftlichen und unversöhnlichen Kampf gegen den Feind...“ (Aus dem Wörterbuch der Staatssicherheit von 1985)
Ob die Auswahl von George Orwells Geburtstag als Termin für die Großrazzia nun zufällig oder mangels intellektueller Übersicht getroffen wurde, ist leider nicht herauszubekommen. Vielleicht gibt’s im System aber auch einen verkappten Kritiker mit einem besonderen Sinn für Humor.
Stefan Klinkigt, Baujahr 1956, geboren und aufgewachsen in Sachsen, studierte damals Bauingenieurwesen (mit Abschluss als Dipl.-Ing.). Lebt nach 26 Jahren Rheinland seit 2015 wieder in Sachsen und arbeitet als bildender Künstler, Kommunikationsdesigner und Fotograf. Für Achgut als Autor, Lektor und Karikaturist tätig. Streift mehrmals in der Woche mit der Kamera in der Sächsischen Schweiz herum.

Ehrlich, was bin ich froh und dankbar, dass ich noch zu Zeiten der Corona-Paranoia in praktisch allen relevanten Foren (z.B. Telepolis), Social Media (Facebook) und Kommentarseiten der Mainstream-Medien gesperrt worden bin – damals noch ohne nachfolgende uniformierte Hausbesuche. Das hat mich bis zum heutigen Tag davor geschützt, mich mit meiner Meinung öffentlich angreifbar zu machen. Ich kann damit leben, dass ich den Wahn von Meinungsfreiheit als Heuchelei eines proto-faschistischen Überwachungsstaats durchschaut und es mir im Idyll des Biedermeier gemütlich gemacht habe, aus dem heraus ich schadenfroh mitverfolgen werde, wie die ganze deutsche Deppenrepublik sich in absehbarer Zeit selbst abschaffen wird.
@Sam Lowry / 25.06.2025 -
„Wer das nötige Kleingeld hat, sollte nach Singapore auswandern. Sauber und sicher. Mehr kann ich zu dem weltweiten Irrsinn nicht beitragen…“ --- Wenn ich mich nicht täusche, dann gibt es in Singapore grundsätzlich Impfpflicht für alle.
Einauge holt sie alle, die mit dem Mittelfinger den PC quaelen….
@ sybille eden. „Ich stelle mir vor die Nationalsozialisten hätten den Krieg gewonnen, …“ Lesen Sie mal in [Wikipedia: Volksgerichtshof] das Kapitel „Der Volksgerichtshof und die Nachkriegsjustiz“ durch. Da wird ihnen richtig schlecht. Diese Lektüre kann ich übrigens jedem empfehlen
Der Deutschen und seine unterdrückte Genetik des Faschismus. Unterdrückt heisst unter Druck. Unter Druck entstehen die Diamante des Faschismus. Das ist die Erklaärung: Die Regierung will einen Faschismus so hart wie Diamant.
@Sam Lawry: „ Wer das nötige Kleingeld hat, sollte nach Singapore auswandern.“ Nur das Dope zu Hause lassen, ansonsten lernen Sie den örtlichen Henker kennen. 3 Zigaretten aus der angefangenen Packung dürfen se mitbringen, Kaugummis nicht. Und wenn sie eine von den drei Ziggis vor dem Flughafen rauchen und kein lokales Steuerzeichen drauf ist, gibts ein fiskalisches Problem. Deutsche Gründlichkeit, kennt der Chinese auch. Aber ansonsten, sauber und sicher, da hamse recht, und der Regen. Ist wärmer als in TakaTuka Land.
P.S.: Kein Witz: Die Polizei hat mich letztens Zuhause besucht und wollte bei mir eine Gefährderansprache durchführen, was ich dann unter … ach lassen wir das. Aber eben bei mir. Ausgerechnet bei mir. In diesem Land funktioniert sicherheitspolitisch gar nichts mehr.