Die nächste Hiobsbotschaft aus der Automobilindustrie hat nicht lange auf sich warten lassen. Bei Mercedes brechen die Gewinne massiv ein. Der operative Gewinn geht um 70 Prozent zurück. Als Grund dafür gibt der Konzern stark sinkende Absätze in China und hohe Importzölle in die USA an. Das Konzernergebnis ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozent zurück. Das Ergebnis sank von 1,71 Milliarden Euro auf 1,19 Milliarden Euro ab. Dies teilte der Stuttgarter Autobauer mit. Damit sinkt nun auch der Stern über Stuttgart und stellt sich in eine Reihe weiteren deutschen Automobilbauern.
Erst jüngst meldete Porsche einen existenzbedrohenden Gewinneinbruch von 95,9 Prozent. Beim Sportwagenbauer beträgt das Jahresergebnis nur noch 114 Millionen Euro. Noch dramatischer stellte es sich im laufenden Jahr dar. In dem Zeitraum Juli bis September waren sogar rote Zahlen zu melden. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei minus 966 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal war es noch ein Plus von 974 Millionen Euro. Die Kennzahl „Ebit“ ist von Bedeutung, weil sie den Gewinn aus dem Kerngeschäft ohne den Einfluss von Finanzierungskosten und Steuern darstellt und damit die eine faire Vergleichbarkeit von Unternehmen ermöglicht.
Der VW- Konzern meldete ebenfalls einen Einbruch des Gewinns um 36 Prozent im zweiten Quartal 2025. Auch der Stellantis- Konzern, zu dem die Marken Peugeot, Opel und Fiat gehören, steckt in einer Krise. Für das erste Halbjahr 2025 meldete das Unternehmen einen Verlust von 2,3 Milliarden Euro. Der Umsatz ging auf 74 Milliarden Euro zurück, was einen Rückgang um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet. Die Hiobsbotschaften der Automobilhersteller reißen nicht ab. Dabei drücken sich alle Beteiligten darum, den rosa Elefant im Schauraum beim Namen zu nennen: Elektroautos. Keiner will sie und keiner kauft sie. Dennoch halten die Lobbyisten vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und dem Verband der Automobilindustrie in Deutschland (VDA) am E-Auto-Zwang fest. Selbst als der VDA im September das Ende des Verbrenner-Aus forderte, sah er sich noch genötigt, das Hohelied der E-Mobilität zu singen: „Die Elektromobilität bleibt der zentrale und richtige Weg, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Beschäftigung der deutschen Automobilindustrie und ihrer Standorte in der Zukunft zu sichern.“ Wie das aussieht werden die nächsten Quartalszahlen zeigen.
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