Was mache ich, wenn ich den Leuten das Auto und die individuelle Mobilität verbieten will, mich aber nicht so richtig traue? Ich erlasse technische Vorschriften, die das Auto so verteuern, dass es sich ein normaler Autofahrer nicht mehr leisten kann. Für die, die es sich dennoch weiter leisten können, halbiere ich die Reichweite und reduziere die Zahl der Tankstellen, so dass man dort Schlange stehen muss. Mit diesen zwei einfachen Schritten erledige ich ganz nebenbei eine einstmals florierende Automobilindustrie. Damit niemand widersprechen kann, führe ich als Begründung für das Verfahren die Rettung der Menschheit an. Wer dennoch mault, ist destruktiv und moralisch verkommen, kurz ein Staatsfeind. Das Verfahren klingt eher nach Kuba oder Venezuela. Es wurde aber gestern im Europäischen Parlament beschlossen.
„EU beschließt Abgas-Hammer“ titelt die Bild-Zeitung. Bis 2030 sollen Neuwagen im Schnitt 37,5 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid in die Luft blasen als 2021. Das ist aber mit Verbrennungsmotoren unmöglich. Ein Auto müsste im Schnitt 2,6 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen, das ist technisch nicht machbar, schon gar nicht für größere Fahrzeuge, von denen die deutschen Autohersteller leben. Sind die Werte nicht einhaltbar, was absehbar ist, kommen hohe Strafzahlungen ins Spiel. Für einen Kompaktwagen wie einen Opel Astra oder VW-Golf würden dann Beträge in bis zu fünfstelliger Größenordnung fällig.
Um das Ziel zu erreichen, müssen deshalb bis 2030 – also in etwa zehn Jahren – 40 Prozent aller Autos E-Autos sein. Die sind aber viel teurer und schwerer als die herkömmliche Technik. Eine den Tankstellen vergleichbare schnelle Lade-Infrastruktur ist nicht in Sicht. Ja, es ist noch nicht einmal ein Stromnetz in Sicht, das dies alles verkraften könnte. Ganz im Gegenteil, das Netz wackelt ja jetzt schon.
Das Zerstörungswerk der Energiewende fortsetzen
Was da in Brüssel verabschiedet wurde, läuft in Deutschland unter dem Label „Verkehrswende“ und wird das Zerstörungswerk der „Energiewende“ mit anderen Mitteln fortsetzen. Die Bild-Zeitung hätte für ihren Titel ohne Übertreibung auch das Wort „Vorschlaghammer“ benutzen können. Die Ergebnisse der Energiewende lassen sich ja bereits besichtigen: Das deutsche Stromnetz ist in den letzten Jahren immer volatiler geworden, das Risiko eines Blackouts steigt, der Strom wurde drastisch teurer und die Preise steigen weiter, die einstmals superprofitablen Energieversorger sind ruiniert und streichen zehntausende Stellen von Mitarbeitern. Und obendrein steigen auch noch die Kohlendioxid-Emissionen, das heißt, der Irrsinn ist klimapolitisch auch noch kontraproduktiv, weil wir einen fossilen Parallel-Kraftwerkspark brauchen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, was ja vorkommen soll. Wahlweise gibt’s Atomstrom von den Nachbarn. Und da packt man jetzt noch 40 Prozent Elektroautos oben drauf.
Die von der Autoindustrie eingeforderten Subventionen für Fahrzeuge und Infrastruktur werden gewiss großzügig fließen, das heißt, die Steuerzahler müssen für diesen Wahnsinn aufkommen. Genau wie die Krankenschwester und der Polizist über den Strompreis die Solarzellen auf dem Dach des Architekten-Hauses mitbezahlen, wird es auch diesmal kommen. Die S-Bahnfahrer dürfen den Elektro-Spleen der Besserverdienenden finanzieren, es wird mal wieder reichlich von unten nach oben umverteilt.
Es soll daher bitte keiner behaupten, er sei über die Konsequenzen dieser Politik nicht im Bilde gewesen. Fakt ist: Breite Bevölkerungsschichten werden auf subtile Weise von der individuellen Mobilität abgekoppelt. Das wird insbesondere Menschen auf dem Lande und Pendler betreffen, die dringend auf ihr Auto angewiesen sind. Die Zwangsverteuerung trägt entweder der Kunde, für den Autos zunehmend unerschwinglich werden, oder der Autohersteller, der durch diese Zusatzbelastung nicht mehr rentabel arbeiten kann. Was das für die Arbeitsplätze in diesem Land bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen.
Am Schluss werden deshalb auch die Radfahrer, oder, besser gesagt, alle bezahlen: Die gestern beschlossenen CO2-Werte sind für Deutschland nichts anderes als ein groß angelegtes Armuts-Beschaffungs-Programm. Und eine Immmobilitäts-Wende. Vielleicht teilen die Wähler ihrem Abgeordneten im Europa-Parlament ja bei der kommenden Wahl mit, dass sie das bemerkt haben.
Von Dirk Maxeiner ist in der Achgut-Edition erschienen: „Hilfe, mein Hund überholt mich rechts. Bekenntnisse eines Sonntagsfahrers.“ Ideal für Schwarze, Weiße, Rote, Grüne, Gelbe, Blaue, sämtliche Geschlechtsidentitäten sowie Hundebesitzer und Katzenliebhaber, als Zündkerze für jeden Anlass(er) Portofrei zu beziehen hier.
Beitragsbild: Gostsens CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Es lohnt sich den Kommentar der NZZ "EU will das Autofahren revolutionieren" von heute zu lesen. Demnach müssen ab 2022 fast 30 neue Hightech-Sicherungssystem (zahlreiche zur Ueberwachung des Fahrers) in neue Autos, ab 2024 auch in bestehende Modelle eingebaut werden, ausnahmslos, also auch in Kleinwagen. Laut NZZ werden damit Autos für weniger einkommensstarke Bevölkerungsteile unerschwinglich. Interessanter weise fehlt die Meldung in der deutschen Presse, hier ist lediglich von einzelnen Maßnahmen die Rede.
Die Illusionisten haben schon längst die EU wie Sektierer gekapert. Beifallklatscher wie der BUND und Greenpeace profitieren enorm, eine mächtige Organisation wie der ADAC schweigt bzw. wirbt, völlig abgehoben von ihren Mitgliedern, sogar für E-Mobilität und der Deutsche Automobilverband verpennt seine Chance, Gegenargumente technisch plausibel zu begründen. Zum Beispiel die konsequente Weiterentwicklung bereits vorhandener Automobiltechnik. Der Vorstandschef von VW war vorher bei BMW für die Sparte E-Mobilität verantwortlich, was ja nicht sonderlich vom Käufer honoriert wurde, und das Bundesland, in dem Wolfsburg liegt, hat eine rote Sperrminorität bei VW. Die Roten sind ja bekanntermaßen sehr daran interessiert, unsere nationale Identität abzuschaffen, da kommt denen die Abschaffung des Individualverkehr, quasi als erster Schritt sehr gelegen. Daß sie sich damit vollends von ihrer Ex-Klientel verabschieden, die sich, wenn der idiotische Plan aufgeht, Fortbewegung nur noch mit Bus und Bahn leisten kann, scheint keine Rolle zu spielen. Vielleicht aber wacht der deutsche Michel rechtzeitig auf und jagd die Illusionisten aus dem Tempel der Macht. Das geht bei Wahlen. Spart dreistellige Milliardenbeträge, die man viel sinnvoller zum wirklichen Nutzen der deutschen Bevölkerung einsetzen könnte. Erster Testfall wird die EU-Wahl sein, bei der die Etablierten ganz dringend abgestraft gehören. Ich bin gespannt.
Das EU-Parlament hat nun beschlossen, was im Dezember 2018 zusammen mit der EU-Kommission und den EU-Regierungen vereinbart wurde, nämlich den CO2-Ausstoß von Neu-PKW bis zum Jahr 2030 um 37,5 Prozent per Gesetz zu reduzieren. Ein irrsinniger Beschluss von verantwortungslosen Politikern. Der wäre ohne die Zustimmung Deutschlands nicht zustande gekommen. Entweder hat die deutsche Regierungspolitik einen völlig naiven Glauben an die technische Realisierbarkeit einer immensen Verkehrswende innerhalb von knapp 11 Jahren oder sie hat eine (eher verdeckte) Agenda den Individualverkehr einzuschränken. Wie auch immer, in beiden Fällen wird es zum Niedergang vor allem der deutschen Automobil-Industrie kommen. Man könnte meinen, dass Deutschland von Idioten regiert wird und die Mehrheit des Volkes sich wenig Gedanken um seine Zukunft macht?! Doch zuerst einmal den hervorragenden Artikel bitte weiter verbreiten, so einfach darf man das politische Feld dem irrlichternden Mainstream nicht überlassen.
Gegen ein zurückschrauben des Individualverkehrs hätte ich garnichts einzuwenden wenn wir dafür ein wirklich flächendeckendes Netz eines öffentlichen Nahverkehrs hätten ! Vor allen Dingen ein bezahlbares ! Bei Entfernungen über 50 Km ist aber das eigenneAuto unersetzbar. Im übrigen frage ich mich auch, mit was demnächst die Brummies, alle LKW über 2 tonnen und hundert-tausende von schweren Baumaschinen angetrieben werden sollen??? Was für Batterien sollen das bitte sein und wie werden sie hergestellt? Ich habe gelesen das so eine Batterie dann schwerer wie das Fahrzeug sein würde. Das wird noch mal sehr lustig im Ideologen-Idiotenland!
"Vielleicht teilen die Wähler ihrem Abgeordneten im Europa-Parlament ja bei der kommenden Wahl mit, dass sie das bemerkt haben." Wie ich hier schon öfters bemerkt habe, die , die das nicht wollen, gehen nicht wählen und die, die das wollen, gehen wählen! Ansonsten, produzieren schon heute, alle deutschen Automobilbauer im Ausland, z.B. Ungarn, weil da die Vorschriften und Löhne geringer sind. In 11 Jahren bin ich Rentner, werde einen 2. Wohnsitz oder 2. Staatsbürgerschaft in Europa anmelden bzw. annehmen, dort ein Dieselfahrzeug anmelden und auch möglichst außerhalb D+EU mich aufhalten und fortbewegen! Sollen doch die, die das wollen oder hinnehmen, mitmachen. Übrigens, ein weiterer Gutmensch, hat sich zufällig gerade ne 2. Staatbürgerschaft gesichert (Campino/Großbritannien)!
Wer sich als Partei oder Einzelner gegen diesen Wahnsinn stellt, gilt dem Zeitgeist folgend als Umweltsünder, Klimaleugner oder gleich als Nazi und wird in diesem kranken Land kein Gehör finden. Es ist bequemer, nicht nachdenken zu müssen und sich einfach auf die gute Seite der "Weltretter" zu stellen. Die Folge kann nur ein krasser Wohlstandsverlust sein, aber offensichtlich muss dieser eintreten, ehe die Schlafschafe was merken - nur dann ist es halt zu spät. Eine Wahl wird daran nichts ändern. Gerade der Deutsche wird auch diesen Weg wieder bis zum Ende gehen. Das scheint in seiner Natur zu liegen. Es ist zum verrückt werden.
Die (von mir unterstellte) totalitäre Demobilisierung der (noch mehr oder weniger freien) Bürger nach dem Vorbild Rumäniens ist eines Sache. Die finanziellen Folgen für den Berliner Elfenbeinturm, ehemals Reichstag genannt, eine ganz andere. Wenn dort erst ordentliche Einbrüche der Steuereinnahmen aufgrund massiver Absatzeinbrüche in der Automobilindustrie aufschlagen, wird man sich verdutzt die Augen reiben. Ob man dann noch in Ziegenherden in Afrika (Entwicklungshilfe) gute 20 Mio. im Jahr zu investieren vermag, wage ich zu bezweifeln. Das sich die seit Schröder im Lohndumping sonnenden Deutschen alle auf teure Elektromobil umschwenken, nur weil Honecker Erbe "Visionen" vom, elektrifizierten Trabbi_2.0 hat ebenfalls. Sehr zur Freude unserer Chinesischen Freunde.