Die australische University of New South Wales hat ihre naturwissenschaftlichen Dozenten offenbar angewiesen, nicht mehr über die Besiedlung des Kontinents durch die australischen Ureinwohner (Aborigines) zu sprechen. Laut einem Bericht der britischen Tageszeitung „Daily Mail“ bekamen die Mitarbeiter einen Brief von der Universitätsleitung, in dem die Nennung konkreter Daten als „unangemessen“ bezeichnet wurde. Anstatt zu unterrichten, dass Australien laut aktuellem Forschungsstand vor circa 50.000 Jahren von den Vorfahren der heutigen Aborigines besiedelt wurde, sollten die Dozenten lieber sagen, dass diese „seit dem Anfang der Traumzeit“ in Australien lebten. Diese Formulierung entspreche den religiösen Vorstellungen der Aborigines. Die Nennung konkreter Siedlungsdaten stütze hingegen „Migrationstheorien und anthropologische Annahmen“, die viele australische Ureinwohner ablehnten.
Die „Traumzeit“ (engl. Dreamtime oder Dreaming) ist ein zentraler Begriff in der Mythologie und Religion der Aborigines. Laut Wikipedia bezeichnet er eine raum- und zeitlose Quelle, aus der „die reale Gegenwart in einem unablässigen Schöpfungsprozess hervorgeht, um ihrerseits wiederum die Traumzeit mit neuen geschichtlichen Vorgängen zu ‚füllen‘“.
