
Dass Bewegungen, die sich selbst als progressive verstehen, sich gern an Juden/Israel abarbeiten, hat in Europa eine sehr weit zurückreichende Tradition bis zum katholischen Antijudaismus, dessen Ergebnisse sich in den Judenverfolgungen des Mittelalters widerspiegeln. Dass die Juden sich nicht von neuen Glaubensgemeinschaften einspannen lassen wollten, zog ihnen den Hass der Protestanten zu (Martin Luther ‘Von Juden und ihrer Lügen’), die mit ihrer Vereinigung “Deutsche Christen” in der Nazizeit den arischen Ursprung von Jesus “erforschten”. Richard Wagner berichtet in seiner Schrift “Das Judenthum in der Musik” (in der erweiterten Ausgabe von 1869), dass der Jude zu keiner eigenständigen künstlerischen Leistung fähig sei und selbst die Taufe nicht helfe. Dass die Juden sich nicht nur als Religion, sondern auch als Volk verstehen, dass sie seit langer Zeit schon internationalistisch agieren (mussten) und neuen messianischen Figuren (Proletarier) eher skeptisch gegenüberstehen, zog ihnen den Hass der marxistischen Sozialisten zu und bei den völkischen Sozialisten waren sie als volksfremde Parasiten verurteilt, die zum Niedergang einer einstmals reinen Rasse beitrugen. Jakob Wassermann hat den Zwiespalt seiner Existenz als einer der meistgelesenen Autoren des wilhelminischen Deutschland sehr gut in seinem Buch “Mein Weg als Deutscher und Jude” beschrieben und die Sinnlosigkeit einer wie auch immer gearteten Anpassung erkannt. Letztlich wird der Jude immer als Fremdling scheel angesehen, besonders in Krisenzeiten, wenn es heißt: “Wer ein Jud’ ist, bestimme ich.” (Karl Lueger). Viele andere Beispiele (Karl Marx ‘Zur Judenfrage’, J. P. Sartre ‘Betrachtungen zur Judenfrage’) bezeugen die Aversion in allen Schichten europäischer Völker gegen die Juden und der Kampf gegen den “Judenstaat” (Israel) wird vorweggenommen im 3. Buch, im Abschnitt ‘Der alljüdische Zionismus’ im Werk “Der Mythus des 20. Jahrhunderts” von Afred Rosenberg (hingerichtet 1946). Diese lange Traditionskette steckt in den Köpfen der Deutschen/Europäer und die Grünen beweisen mit ihren Aktionen, wie viele andere Politiker aller Parteien, doch vor allem der Linken und der NPD, dass die Juden für sie etwas Besonderes sind und dass sie niemals als gleichrangig akzeptiert werden. Die völkische Heimatbewegung, die Blut- und Bodenideologie und heutige ökologische Strömungen haben durchaus verwandte Wurzeln, weshalb man auch Alt-Nazis unter den Gründungsvätern der Grünen finden kann. Der Jude/Israel wird also seit vielen Jahrhunderten mit besonderem Maße gemessen und was immer er tut, er macht es falsch und wird verurteilt. Der Jude/Israel hat seine eigenständige Existenz zu begründen und sich für jede seiner Aktionen zu rechtfertigen, während man bei den arabischen “Freiheitskämpfern” schon mal ein Auge zudrückt, solange diese nur Juden oder ihresgleichen umbringen. Dass Grüne/Linke und Neonazis die gleichen Plakaten hochhalten, zum Schutz ihres Mündels Palästina und zur Verurteilung des Juden/Zionisten/Apartheidstaates Israel, sollte also einen klarsichtigen Beobachter dieser Szene nicht verwundern. Dies ist eine Schande, doch leider auch Realität. Ich wundere mich nur, dass die U.S.A. diese Farce von U.N.-Vollversammlung mit ihren exorbitanten Wellen zur Verurteilung Israels, die immer von den offensichtlich dominanten Gruppen islamisch regierter Staaten und traditionellen Judenfeinden ausgehen, in New York dulden. Diese “Staatengemeinschaft” könnte ihren Hauptsitz auch in Riad oder Teheran aufschlagen. Mit freundlichen/traurigen Grüßen, Bernd Hönig
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