Kolja Zydatiss / 13.11.2020 / 10:00 / Foto: Pixabay / 31 / Seite ausdrucken

Ausgestoßene der Woche: Pastor in Seenot

Der erste Ausgestoßene dieser Woche ist der TV-Moderator Elton (bürgerlich Alexander Duszat). Elton ist prominenter Anhänger des FC St. Pauli. Deshalb wollte ihm der Club zum zehnjährigen Jubiläum seiner Sendung „1, 2 oder 3“ (ZDF) gratulieren. Es wurde eine 20-sekündige Videobotschaft produziert, in der u.a. der Torhüter Robin Himmelmann und der Verteidiger Christopher Avevor den Moderator zu seiner Jubiläumsshow beglückwünschen.

Der Zweitligist teilte das Video über Twitter. Laut einem Bericht der Hamburger „Morgenpost“ wurde der Beitrag jedoch nach rund einer Stunde wieder gelöscht. Grund waren kritische Kommentare von St. Pauli-Fans, die sich darüber echauffierten, dass man einem „Sexisten“ gratuliere. Gepostet wurden Bemerkungen wie „Ein Typ, der omnipräsent in der Öffentlichkeit steht und dort mit sexistischen Sprüchen um sich wirft, wird vom Verein gefeiert“ oder „Elton ist nicht witzig. Elton ist mindestens ein Sexist und hat die Werte des #fcsp und seiner Fanszene schon so oft mit Füßen getreten.“

Konkret geht es wohl um Äußerungen Eltons in einer anderen Sendung, die er moderiert: „Schlag den Star“ (Pro Sieben), sowie um die allgemeine Aufmachung dieser Show. Laut dem Bericht der „Morgenpost“ und einem Beitrag von „Promiflash“ kam etwa die jüngste Ausgabe mit Ex-Fußballtorhüter Tim Wiese und Football-Coach Patrick Esume bei einigen Zuschauern nicht gut an. Elton habe die Sendung mit den Worten „1.90 m groß, 100 kg schwer, heute mal wieder echte Kerle. Nach zwei Folgen mit den Frauen können wir endlich wieder über Körpergewicht reden“ anmoderiert. Danach folgten Spiele um Autos erraten, Kabel verlegen oder ein Spiel mit dem Namen „Rein und raus“, die offenbar als „klischeehaft“ männlich oder als zu zotig wahrgenommen wurden.

Mit Motorsägen hantieren

Wie, das war’s jetzt? Nein, nicht ganz. Bereits in vergangenen Jahren zog „Schlag den Star“ negative Aufmerksamkeit auf sich. 2017 warf eine Bento-Autorin Elton Sexismus vor, weil er in einer Folge mit der Sängerin Lena Meyer-Landrut und dem Model Lena Gercke unter dem Vorwand, es gäbe Probleme mit den Mikrofonen, kurz in den Umkleidebereich der beiden Frauen „gegafft“ habe. Außerdem habe der Moderator bei einem Spiel, bei dem die beiden Lenas zwar einen Helm aufhatten aber keinen Schutz vor dem Gesicht, gesagt, bei so schönen Gesichtern müsse „die Sicherheit hinten anstehen“. Die Autorin kritisiert zudem, dass Elton bei einem Spiel, bei dem die beiden Kontrahentinnen mit Motorsägen hantieren mussten, gesagt habe: „Hier wird jeder Fetisch bedient.“ Schlimm findet die Bento-Schreiberin außerdem ein Facebook-Video, in dem der Moderator die beiden Lenas als „super nett und super aussehend“ beschrieben habe.

2019 erschien ein ähnlicher Verriss in der „WAZ“. Hier wird kritisiert, dass in einer Folge mit der Schauspielerin Luna Schweiger und der Sängerin Vanessa Mai die beiden Frauen Modelabels erraten und mit Pick-Up-Trucks durch den Schlamm fahren mussten (letzteres ist offenbar problematisch, weil es „Männerfantasien“ bedient). Außerdem habe eine Assistentin in einem glitzernden, kurzen Kleid Elton immer wieder neue Sakkos gereicht – auch das wurde offenbar als sexistisch bewertet.

Wie, das war’s jetzt? Ja, das war’s jetzt. Nein, ich verstehe das Theater auch nicht ganz. Was genau erwarten die Kritiker von einer Spielshow im Privatfernsehen?

Autoritäre Vorstellungen eines akademischen Netzfeminismus

Enttäuschend ist hier vor allem das Vorgehen des Clubs. Die Selbstdarstellung des FC St. Pauli als ungehobelter, nonkonformistischer Underdog war immer ein Stück weit authentisch, aber immer auch ziemlich cleveres Marketing. Trotzdem fand ich den „etwas anderen“ Verein lange irgendwie sympathisch. Das Engagement von St. Pauli gegen Sexismus, Homophobie und insbesondere Rassismus war notwendig und mutig in einer Zeit, in der rechtsextreme Organisationen versuchten, gezielt Fan-Strukturen in ganz Deutschland zu infiltrieren.

Man kann es aber auch übertreiben. Mit dem aktuellen Einknicken gegenüber einem Twitter-Shitstorm lässt der Verein seinen prominenten „Fan“ fallen und beugt sich den ziemlich prüden und autoritären Vorstellungen eines akademischen Netzfeminismus, die natürlich alles andere als bodenständig oder „punk“ sind. Die „Freibeuter der Liga“ scheinen ziemlich konformistisch geworden zu sein. Schade für einen Verein, der einst die Heimat von Hafenarbeitern, Rockern und anderen wirklich ungehobelten und unangepassten Gestalten der Hansestadt Hamburg war.

Ausgestoßen wurde diese Woche auch die britische Journalistin Helen Lewis. Um nicht zu sagen ausradiert oder exorziert. Laut einem Bericht des Branchenmagazins „Kotaku“ soll die Stimme von Lewis beim nächsten Update aus dem Videospiel „Watch Dogs: Legion“ verschwinden. Die Journalistin habe für das Spiel zwei „Podcasts“ eingesprochen, die Spieler sich anhören können, während sie sich durch ein fiktionales, dystopisches Großbritannien bewegen, das sich in einen faschistischen Polizeistaat verwandelt.

Was ist Lewis‘ Verbrechen? Hat sie den Holocaust geleugnet? Nein. Lewis, laut „Kotaku“ eine „linke Feministin“, hatte sich 2017 in einem Meinungsbeitrag in der „Times“ kritisch über die sogenannte „Transgender“-Bewegung geäußert. Sie schrieb „Ein Mann kann nicht einfach sagen, dass er sich in eine Frau verwandelt hat“ und kritisierte ein entsprechendes britisches Gesetzesvorhaben: „Was die Regierung vorschlägt, ist eine radikale Neufassung unseres Verständnisses von Identität. Jetzt ist es eine Frage einer internen Essenz – einer Seele, wenn man so will. […] Ob man ein Mann oder eine Frau ist, das ist jetzt komplett im Kopf.“

Öffentlich Harry-Potter-Bücher verbrennen

Diesen und ähnliche Beiträge der Autorin hat nun offenbar jemand ausgegraben und an die Videospielproduzenten Ubisoft weitergeleitet, die erklären, dass Lewis zwar nur ein fremdverfasstes Skript vorgelesen habe, sie aber verstehen könnten, warum selbst diese Form von Kollaboration mit der Journalistin „verletzend“ erscheinen könnte. Laut „Kotaku“ hat sich die Firma von Lewis‘ Ansichten distanziert, sich für jeden Schmerz entschuldigt, den sie verursacht haben könnte, und gelobt, künftig gründlichere Hintergrundprüfungen bei Personen, die an Spielprojekten beteiligt sind, durchzuführen.

Wenn Sie jetzt nur noch Bahnhof verstehen: Das Thema „Transgender“ hat in „progressiven“ angloamerikanischen Kreisen quasi religiöse Bedeutung. 2019 wurde etwa die angesehene Ökonomin Maya Forstater von der britisch-amerikanischen Denkfabrik „Center for Global Development“ entlassen, weil sie ähnliche Ansichten wie Lewis äußerte (die Achgut-Newsredaktion berichtete). Auch die Bestsellerautorin Joanne K. Rowling glaubt nicht, dass sich ein Mann einfach so zur Frau erklären kann. Aufgrund ihres Reichtums kann Rowling nicht „gecancelt“ werden. Also mussten sich Aktivisten damit begnügen, öffentlich ihre Harry-Potter-Bücher zu verbrennen und ihr in den Sozialen Medien den Tod zu wünschen.

Es ist schwer zu sagen, inwieweit dieser zensorische Furor etwas mit echtem Mitgefühl gegenüber denjenigen Menschen zu tun hat, die im „falschem Körper“ geboren wurden und es mit Sicherheit wirklich nicht leicht haben. Oder inwieweit hier einfach eine ultra-progressive Vorhut Vergnügen daran findet, in den Kulturkämpfen eine weitere Front aufzumachen und den Rest der Gesellschaft auf Linie ihres exzentrischen Glaubenssatzes „Geschlechtsidentität hat keinerlei biologische Basis“ zu bringen. Wahrscheinlich ist es ein bisschen von beidem.

Durch die extreme Tabuisierung jeglicher Kritik an der Transgender-Agenda können aber wichtige Probleme nicht offen diskutiert werden. Etwa, dass biologisch männliche Sportler inzwischen dort, wo sie es dürfen, in den Frauensport drängen und diesen für die „echten“ Frauen zerstören. Oder dass viele Frauen sich nicht sicher fühlen, wenn „Trans-Frauen“ (also biologische Männer) Räume wie Frauenumkleiden, -toiletten usw. mit-nutzen. Oder dass vor allem in der angloamerikanischen Welt immer mehr junge Menschen (z.T. nicht älter als 13) von Aktivisten, Internetforen und Ärzten dazu gedrängt werden, eine Geschlechtsumwandlung als die Lösung für ihre psychischen Probleme zu sehen, und mittels Pubertätsblockern und Sexualhormonen schwere und oftmals irreversible Veränderungen an ihrem Körper vorzunehmen.

Kritisch zur Seenotrettung geäußert

In der deutschsprachigen Welt ist das Thema glücklicherweise noch nicht so präsent und moralisch aufgeladen. Einen Geschmack der angloamerikanischen Verhältnisse bekamen wir allerdings vor ein paar Wochen, als zunächst eine transgender-kritische Folge des Achgut-Podcasts „Indubio“ mit der Publizistin Birgit Kelle und wenig später sogar fast alle Folgen der Reihe von der Streaming-Plattform Spotify gelöscht wurden (siehe diese Beitragsreihe). Möglicherweise steht die Löschung von „Indubio“ in Zusammenhang mit einer breiteren Säuberung angeblich „transphober“ Inhalte auf Spotify, ein Thema, bei dem die Unternehmensleitung laut einem aktuellem Bericht von „Business-Insider“ von den eigenen „progressiven“ Mitarbeitern stark unter Druck gesetzt wird.

Es ist wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit, bis auch hierzulande „irgendwie-links“-tickende Kreise „Transgender“ für sich entdecken. Dann werden auch hier die Exorzismen und Hexenverbrennungen richtig losgehen.

Ein weiteres aktuelles Opfer der Cancel Culture ist Matthias Dreher. Der evangelische Geistliche, in einer Gemeinde in Nürnberg-Ziegelstein tätig, hatte sich im Oktober im „Korrespondenzblatt“ des Pfarrer- und Pfarrerinnenvereins kritisch zur Seenotrettung geäußert. In seinem Beitrag mit dem wohl bewusst provokanten Titel „Ein Christ kann ertrinken lassen“ schrieb er u.a.: „Dass diese Menschen sich auf seeuntüchtigen Booten mit Sprit für wenige Seemeilen bewusst in Lebensgefahr bringen, wird ebenso ungern eingestanden wie die Tatsache, dass die Seenotretter zwar nicht mit den Schleppern kooperieren, das wäre Verleumdung, dass man aber voneinander weiß und die jeweiligen Seefahrt-Bewegungen aufeinander abstimmt, wie es vielfach dokumentiert und investigativ berichtet wurde.“ Im Zuge der Zwei-Reiche-Lehre, die operative Strukturpolitik dem Staat überlässt, könne ein Christ „soweit er nicht wie der Samariter einen Sterbenden vor sich sieht, Verantwortung vernachlässigende Migranten ertrinken lassen.“

Wie Spiegel-Online berichtet, ist Dreher nun mit seinem Einverständnis ab dem 15. November zu einem anderen Dienst mit allgemeinkirchlichen Aufgaben abgeordnet worden. Damit ist die Geschichte für den Pfarrer aber wohl noch nicht erledigt. „Die bereits laufende inhaltliche Auseinandersetzung mit ihm geht weiter, ohne den Frieden in der Gemeinde oder ihre Einheit weiter zu gefährden“, hieß es in einer Mitteilung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Sein Kopf musste rollen!

In Großbritannien ist indes der Vorsitzende der „Football Association“ (also des „britischen DFB“), Greg Clarke, zurückgetreten. Sein Vergehen? Clarke hatte in einem Statement vor einem parlamentarischen Ausschuss zum Thema „Diversität“ den Begriff „coloured footballers“ (also „farbige Fußballspieler“) benutzt, was einen Sturm der Entrüstung auslöste.

Wie das Magazin „Spiked“ berichtet, fiel der Begriff, während Clarke sich positiv über schwarze Spieler äußerte und den Rassismus anprangerte, dem diese leider nach wie vor, insbesondere online, ausgesetzt sind. Der Vorwurf, er sei selber rassistisch, ist also vollkommen haltlos. Clarke hat sich laut „Spiked“ sofort entschuldigt, als er darauf hingewiesen wurde, dass seine „veraltete“ Wortwahl als verletzend wahrgenommen werden könnte. Er habe zudem darauf hingewiesen, dass er eine Zeit in den USA gearbeitet habe, wo der offizielle, rechtlich vorgeschriebene Begriff „People of Color“ ist. Deshalb sei ihm der Begriff „coloured“ rausgerutscht. Nützte offenbar alles nichts. Sein Kopf musste rollen!

Schließen möchte ich diese Übersicht mit einem etwas speziellen Fall von Cancel Culture. Ein Leser hat die Achse des Guten per E-Mail auf die Tatsache hingewiesen, dass die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) kürzlich einen Tagungsband zum Thema „False Memory“ zurückgezogen hat.

Die Fachtagung für Psychotherapeuten „Falsche Erinnerungen an sexuellen Missbrauch“ fand im November 2018 in Frankfurt am Main statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von False Memory Deutschland e.V., eine Organisation die sich im Internet als „eingetragener Verein von Privatpersonen“ vorstellt, von denen viele „durch falsche Erinnerungen ihrer Kinder oder naher Angehöriger persönlich betroffen“ seien oder feststellen mussten, dass sie „selbst falsche Erinnerungen hatten“, denen „keine realen Ereignisse zugrunde lagen“.

Bruch mit der Unschuldsvermutung

Offenbar haben einige Menschen an dem erst in diesem Jahr veröffentlichten Sammelband zur Tagung Anstoß genommen, weil sie die Beschäftigung mit dem seit Jahrzenten bekannten und erforschten psychologischen Phänomen der „falschen Erinnerungen“ irgendwie als Leugnung „echten“ sexuellen Missbrauchs interpretieren oder als Missachtung der „echten“ Opfer. Auf ihrer Webseite schreibt die EZW etwas kryptisch:

„Aufgrund kritischer Reaktionen, die die EKD in Bezug auf den EZW-Text 266 ‚False Memory‘ erreicht haben, unterstreichen wir noch einmal: In keinem der darin veröffentlichten Beiträge wird die Tatsache sexualisierter Gewalt oder das Vorhandensein organisierter Täterkreise (z.B. in Gestalt krimineller Kinderpornografie-Ringe) geleugnet oder auch nur infrage gestellt. Bedauerlicherweise ist dieses Missverständnis trotz gegenteiliger Aussagen im Text mehrfach aufgekommen. Um es definitiv auszuschließen, wird der Text daher von der EKD bis auf Weiteres zurückgenommen.“

Der Band ist nun der einzige unter den von der EZW herausgegebenen Themenheften, der nicht mehr bestellbar ist.

Die EZW zeigt hier eine Rückgratlosigkeit, die mich sprachlos macht. Ich habe den Band nicht gelesen, aber wenn das obige Statement stimmt, hat sie nichts falsch gemacht und weiß das auch. Nirgends wurde die Realität sexuellen Missbrauchs geleugnet oder verharmlost (warum sollte die EZW auch ein Interesse daran haben, so etwas zu tun?) Es gibt also keinerlei Grund, die Publikation zurückzuziehen.

Nun haben die Themen sexueller Missbrauch und sexuelle Belästigung in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen, und sind extrem moralisch aufgeladen worden. In Kreisen, die noch vor wenigen Jahren Ronny aus der Plattenbausiedlung für sein „Todesstrafe für Kinderschänder“-T-Shirt verachtet hätten, gilt es heute als irgendwie „progressiv“, den Behauptungen angeblicher Opfer grundsätzlich Glauben zu schenken.

Ein solches Denken ist natürlich zutiefst problematisch, weil es mit einer der größten zivilisatorischen Errungenschaften, nämlich der Unschuldsvermutung, bricht. Die EZW-Geschichte zeigt, dass es auch Konsequenzen für die akademische Freiheit haben kann. Eine Fachpublikation über ein reales und wichtiges psychologisches Phänomen ist zensiert worden, um einen kruden Moralismus zu befriedigen, der alles, aber auch alles, durch die Brille seines Kampfes für die „Anerkennung“ von Missbrauchsopfern betrachtet. Wie gesagt, es macht mich sprachlos.

Ergänzung: Mir ist mittlerweile zu Kenntnis gelangt, dass der Tagungsband über „False Memory“ offenbar auf Druck des Kirchenamts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aus dem Vertrieb genommen wurde. Die Herausgeberin, die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), ist mit dieser Entscheidung nicht einverstanden, hält den Band nach wie vor für eine solide Darstellung des wissenschaftlichen Forschungsstandes, hat allerdings als sogenannte „unselbstständige Einrichtung“ in der Sache wenig Handhabe.

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Sabine Heinrich / 13.11.2020

@Paul Siemons: Mir geht es ähnlich wie Ihnen! Und ich schäme mich meiner Schadenfreude nicht! Übrigens: Offensichtlich steht inzwischen wohl auch Dieter Nuhr unter Druck - anders kann ich mir seine ausführlichen, regierungskonformen Auslassungen heute bei ONE ab 20.15 Uhr über Leipzig und die Demonstranten nicht erklären. Ach, natürlich ging es auch ausgiebig gegen Trump. Dann kam noch der andere (Trepper?) - und da habe ich dann umgeschaltet. Ich denke mal: Noch ein falsches Wort gegen die beste Regierung mit dem besten Staatsoberhaupt seit ‘45, das wir je hatten - und Herr Nuhr muss vom Ersparten leben. Schade - der Typ war mal wirklich gut und hat gleichmäßig in ALLE Richtungen ausgeteilt. Wie beginnen alle Märchen?

Paul Siemons / 13.11.2020

@sirius bellt Wie friedlich diese Mitbürger* sind, sieht man daran, wie sie reagieren, wenn ihnen eine Meinung nicht passt. - - - Stellen Sie sich doch einmal vor, Sie dürften Ihren hier geäußerten Kommentar nicht schreiben, ohne damit zu rechnen, dass Sie Ihren Job verlieren oder man Sie sonstwie bedroht. Genau das geschieht aber jetzt umgekehrt. So herum in Ordnung? Das meinen Sie nicht im Ernst.

Hans-Peter Dollhopf / 13.11.2020

Herr Kief, Sie schreiben: “Steve Saielr kommentierte im Geist Heinrich Heines: ‘... köntte ... entglische ... dasss ... die die vorfahren ... Leuet ... nuicht ...’”. Was ist nochmal mit dem Geist?

Hans-Peter Dollhopf / 13.11.2020

Fußball war früher. Später transformierte sich “FC St. Pauli” in eine “Marke” mit eigener Marketing-Abteilung. Wiki: “Im Jahr 1991 folgte ein Höhepunkt in der nicht-fußballerischen Geschichte des Klubs, als im Rahmen des „Viva St. Pauli-Festivals“ im Millerntorstadion Bands wie Slime und Die Toten Hosen auftraten und Parolen wie „Nazis raus“ und „Deutschland muss sterben“ skandierten ... Laut Praßer entdeckten Teile der Hausbesetzerszene und Sympathisanten der damals in die Vorgänge in der Hafenstraße eingebundenen Personen die Fußballer des FC St. Pauli in den 1980er Jahren eher zufällig für sich ... Als wichtig für die Marke wird der hohe Wiedererkennungswert des Vereinswappens erachtet ... Die Tageszeitung Welt berichtete, dass der Verein um das Jahr 2010 herum weltweit etwa elf Millionen Anhänger sammeln und stetig steigende Absatzzahlen für Fanartikel verbuchen konnte.[131] Begünstigt wurde dies auch unter anderem durch die Ausstrahlung des Films „Sankt Pauli! Rausgehen, Warmmachen, Weghauen“”. TAG24 meldet am 22.11.2018 zum Duschgel des FC St. Pauli: “Auf der Homepage können sich Anhänger ein Duschgel (2,50€) und eine Softcreme (3,50€) mit dem Namen ‘Anti-Fa’ kaufen ... das Düsseldorfer Unternehmen Henkel ... betreibt die Marke ‘Fa’ und sieht sich in Verbindung gebracht. Henkel fürchtet um mögliche Namensverwechslungen und sorgt sich um seinen Ruf.”

Hans-Peter Dollhopf / 13.11.2020

Herr Zydatiss, im Indubio-Podcast #75 von gestern sagt Uwe Tellkamp an Stelle 09:26: “Also gerade hier in Dresden gibt es Journalisten, die schlicht und ergreifend abstreiten, dass es so was wie Cancel Culture gibt, sondern wir sind plural, wir sind eine Demokratie, es gibt keinerlei Probleme, ihr könnt euch äußern, wer hindert euch daran, die Meinungsfreiheit ist gewahrt, ihr könnt im Kulturpalast auftreten und euere Rede sagen, wir können jetzt bei Indubio auftreten und euere Rede sagen, was wollt ihr eigentlich?” Nun betreiben Sie auf Achgut seit ein paar Wochen hier diese Sammelstelle, dieses Dokumentationszentrum ‘Ausgestoßener der Woche’. Nun kann man jedem Leugner der Cancel Culture empfehlen: “Na, dann mach doch den Fuck-Check auf Achgut, du Armleuchter!” Sie haben eine Referenzstelle für die Wahrheit geschaffen, Herr Zydatiss!

JMoennig / 13.11.2020

Auf in ein neues Zeitalter der Hexenverbrennung. Die neuen Religionen die entstanden sind, sind noch jung und wie in den Zeiten als das Christentum zu voller Blüte kam und seine Macht in vollen Zügen genoss, wird auch jetzt wieder Alles was nicht gläubig ist denunziert ,verbrannt, ausgelöscht. Schade, daß die Menschen nie etwas aus ihrer Geschichte lernen, schade, daß die Vernünftigen und Weitsichtigen auch jetzt wieder in der Minderzahl sind.  Immer wieder der gleiche Verlauf.

Paul Siemons / 13.11.2020

Mich überkommt stets eine gar nicht klammheimliche Freude, wenn es Leute erwischt, die dieses perfide Spiel selber mitspielen und dann durch persönliche Erfahrung lernen müssen, dass es unmöglich ist, sich den Forderungen der Sprach-, Moral-, Umwelt- und Genderpolizei stets korrekt zu unterwerfen. Wer ein Fan des Antifa- und Anarchoclubs Sankt Pauli ist oder eine linke Feministin hat bei mir keinen Stein im Brett, wenn die Genossen deren Köpfe fordern. Noch rollen die ja nur im übertragenen Sinne.

R. Link / 13.11.2020

Diese moderne Form der Inquisition inklusive der teils irreversiblen Schäden, die bei den Betroffenen angerichtet werden, lässt einen nur noch sprach-und fassungslos zurück. Wann hört dieser wohl gut organisierte Wahnsinn endlich wieder auf? Man könnte nur noch schreien oder heulen ob dieses Irrsinns.

Dirk Kern / 13.11.2020

Man glaubt es nicht, mit welcher immer rasender werdenden Geschwindigkeit unsere bisher für deutsche Verhältnisse noch recht freiheitliche Gesellschaft in den Orkus rauscht. Das halten wir wegen unserer schon so verhetzten Mitmenschen nicht mehr auf und mit den heutigen, digitalen Methoden der sozialen Kontrolle wird das unumkehrbar.

roland borho / 13.11.2020

Dafür hat Pauli auch 0:3 gegen den KSC verloren, he he he ...

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Kolja Zydatiss / 22.01.2021 / 11:00 / 16

Ausgestoßene der Woche: Jörg Dahlmann, Andreas Sönnichsen

Der prüde, puritanische Zeitgeist, der nicht selten behauptet, im Namen von Frauen beziehungsweise des Feminismus zu agieren, hat ein neues Opfer gefordert. Wie „TV Digital“…/ mehr

Kolja Zydatiss / 15.01.2021 / 10:00 / 16

Ausgestoßener der Woche: Amed Sherwan, Donald Trump & Parler

Der erste Ausgestoßene der Woche ist Amed Sherwan. Der aus dem kurdischen Teil des Irak stammende Aktivist und Blogger äußerste bereits im Alter von 15…/ mehr

Kolja Zydatiss / 08.01.2021 / 10:00 / 60

Ausgestoßener der Woche: Alles

Seit dem 1. Januar 2021 wendet die britische Medienaufsichtsbehörde „Office of Communications“ (Ofcom) eine neue, erweiterte Definition von „Hassrede“ an. Vor diesem Datum mussten Rundfunkteilnehmer…/ mehr

Kolja Zydatiss / 01.01.2021 / 11:00 / 30

Ausgestoßener der Woche: Jetzt geht’s Odysseus an den Kragen

Das Jahr 2020 ist zu Ende und auch in seiner letzten Woche war die Gedankenpolizei aufmerksam wie eh und je. Der erste Ausgestoßene der Woche ist…/ mehr

Kolja Zydatiss / 25.12.2020 / 06:00 / 19

Ausgestoßener der Woche: Bob Dylan

Der erste Ausgestoßene dieser Woche ist die amerikanische Rock- und Folklegende Bob Dylan. Jacob Siegel vom amerikanischen, jüdischen „Tablet Magazine“ macht darauf aufmerksam, dass das Lied…/ mehr

Kolja Zydatiss / 11.12.2020 / 10:00 / 20

Ausgestoßener der Woche: Marco Rima

Der erste Ausgestoßene dieser Woche ist Marco Rima. Der Schauspieler und Kabarettist hatte sich wiederholt kritisch gegenüber den Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie in seiner…/ mehr

Kolja Zydatiss / 04.12.2020 / 10:00 / 65

Ausgestoßener der Woche: Kay Ray

Das private Schmidt Theater auf Hamburg St. Pauli hat seine Zusammenarbeit mit Kay Ray beendet. Der Kabarettist und Entertainer erhielt vergangene Woche eine Mitteilung des…/ mehr

Kolja Zydatiss / 20.11.2020 / 10:00 / 16

Ausgestoßene der Woche: Der Schwarze Peter

Darf der Nikolaus einen schwarzen Kompagnon haben? Wenn es nach zahlreichen staatlichen niederländischen Bibliotheken geht, nicht (mehr). Wie die britische „Daily Mail“ berichtet, haben Bibliotheken im…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com