Paul Klemm ist eigentlich kein Mann, vor dem der Bundestag erzittern müsste. Er ist Journalist bei COMPACT, einem Magazin, das man kritisieren kann, es ist aber ein Presseprodukt und steht damit unter dem Schutz des Grundgesetzes. Deshalb ist der Vorgang bemerkenswert. Klemm wurde nach übereinstimmenden Medienberichten die Akkreditierung für den Bundestag verweigert. In dem Schreiben, das diesen Medien vorliegt, ist von begründeten Zweifeln an seiner Zuverlässigkeit die Rede.
Die Begründung fußt nicht auf Gewalttaten, Spionage oder konkrete Störungen im Parlament, sondern auf politischen Zusammenhängen. Seine Tätigkeit für COMPACT, frühere Auftritte im Umfeld der Identitären Bewegung, ein Video aus dem Jahr 2019 und Begriffe wie Remigration sollen eine Rolle spielen. Damit wird aus einer berechtigten Sicherheitsprüfung eine politische Gesinnungsprüfung.
Pressefreiheit ist gerade dort wichtig, wo die Presse unbequem, scharf oder parteiisch agiert. Das Bundesverwaltungsgericht hat schon beim gescheiterten COMPACT-Verbot der damaligen Bundesinnenministerin Nancy Faeser daran erinnert, dass der Schutz von Presse- und Meinungsfreiheit nicht durch einen Verwaltungsakt ausgehebelt werden darf. Der Fall Klemm ist deshalb ein Fall Pressefreiheit und ein gefährlicher Präzedenzfall. Heute trifft es COMPACT morgen könnte es die taz sein. Das Hohe Haus hat es zu ertragen, wenn ihm Medien und Journalisten unangenehm sind. Je unangenehmer, um so besser. So souverän sollte unser Parlament immer noch sein.
Terror vertreibt christliches Café
Das christliche Café Stay in Leipzig Reudnitz ist wie angekündigt nun definitiv geschlossen. Betrieben wurde es von der freikirchlichen Zeal Church. Seit der Eröffnung im September 2023 wurde das Lokal nach Angaben der Betreiber und mehrerer Medien 26-mal angegriffen. Scheiben wurden eingeschlagen, Fassaden beschmiert, Farbe verschüttet, zweimal kam Buttersäure zum Einsatz. Nach einem Angriff in der Weihnachtsnacht blieb der Betrieb wochenlang unmöglich. Allein der Schaden dieses Vorfalls wurde damals mit rund 20.000 Euro beziffert.
Ende Juni zog die Gemeinde die Konsequenz. Pastor René Wagner sprach von einer schweren Entscheidung, die wegen Reparaturkosten, Ausfällen und finanzieller Erschöpfung unausweichlich geworden sei. Nun berichten TAG24 und IDEA, dass das geschlossene Café erneut beschmiert wurde. Die Zahl der Angriffe steht damit bei 27. Die Betreiber des Cafés nehmen auch die Stadt Leipzig in die Verantwortung. Oberbürgermeister Burkhard Jung hat die Angriffe verurteilt und Gespräche geführt. Der Gemeinde reicht das nicht. Das Ordnungsamt einer Stadt ist letztendlich für die öffentliche Ordnung zuständig und hat diese zu gewährleisten.
Das Café Stay wurde so lange zum Ziel gemacht, bis Betrieb, Mitarbeiter und Gemeinde die Luft ausging. Kritiker werfen der Zeal Church konservative Positionen zu Sexualität und Familie vor. Darüber darf man gerne streiten, doch in Deutschland sind das noch immer legitime Positionen. Nun verschwindet ein christlicher Treffpunkt aus dem Stadtteil. Terror vertreibt eine missliebige Weltanschauung aus dem öffentlichen Raum. Das zuzulassen ist ein trauriger Sieg des linken Terrors gegen die Freiheit.
Fiese Witze mit Hamza Raya
Der Schweizer Komiker Hamza Raya hat ein Problem mit der Zürcher Justiz. Raya ist Muslim und hat libanesisch-irakische Wurzeln. Er arbeitet seit Jahren mit provokanter Stand-up-Comedy. Nun wurde er von der Kantonspolizei Zürich verhört. Gegen ihn läuft ein Verfahren wegen des Verdachts auf Verletzung der Antirassismus-Strafnorm. Auslöser ist eine Anzeige aus Deutschland.
Auslöser für diese Anzeige ist die Videoreihe „Jude vs. Araber“. Darin sitzt Raya mit Sam Friedman, einem jüdischen Zürcher Israeli und ebenfalls Komiker, vor der Kamera. Beide erzählen einander abwechselnd Witze über Juden und Araber. Das Format ist derb, wer den schwarzen Humor versteht, kommt nach wenigen Minuten aus dem Lachen nicht mehr raus. Die beiden sind dabei entsetzlich albern. Es geht nicht um Lachen über Minderheiten, sondern die Betroffenen selbst nehmen die Vorurteile auf und ziehen sich gegenseitig ins Lächerliche.
Totalitäre haben keinen Humor. Darum hat Raya nun ein Strafverfahren am Hals. Das Bündnis Redefreiheit sammelt Geld für Rayas Verteidigung und spricht von einem Witzverbot. Ja, einige der Witze sind grob, manche sogar geschmacklos, nicht wenige leben allein vom Tabubruch. Aber es ist Comedy und kein Seminar für behördlich geprüfte Empfindsamkeit. Humor funktioniert dort besonders gut, wo Stereotype sichtbar werden, man sie überdreht und gemeinsam darüber lacht. Wenn der Staat beginnt zu prüfen, ob Humor oder Satire erlaubt sind, dann ist die Freiheit nur noch ein schlechter Witz.
Kehrwoche in Gelsenkirchen
In Gelsenkirchen hat der Stadtrat Norbert Emmerich abgewählt. Der AfD Politiker war seit Dezember Zweiter Bürgermeister der Stadt. Gewählt wurde damals in geheimer Abstimmung. Emmerich erhielt damals Stimmen, die nicht aus der eigenen Fraktion stammen konnten. Nun votierten 47 Ratsmitglieder für seine Abberufung, 18 dagegen. Emmerich verlor ein repräsentatives Amt, bleibt aber AfD-Fraktionsvorsitzender im Rat.
Auslöser war das sogenannte Putz-Video aus Ückendorf. Darin ist die AfD Landtagsabgeordnete Enxhi Seli Zacharias mit Parteikollegen, unter anderem Emmerich, zu sehen. Anwohner mit Migrationshintergrund werden in scharfem Ton aufgefordert, Straße und Gehweg zu reinigen. Kritiker sprachen im Zusammenhang mit dem Video von Demütigung und Rassismus. Der katholische Pfarrer Markus Pottbäcker kritisierte die Aktion gegenüber dem WDR als gefährliche Demütigung. Im Rat der Stadt gab es vor der Abwahl Emmerichs keine öffentliche Begründung und keine Aussprache. SPD, CDU, Grüne und FDP hatten den Antrag gestellt, danach erklärten SPD, FDP und Grüne, man akzeptiere keine menschenverachtenden Grenzüberschreitungen. Das Urteil fiel ohne Debatte.
Das Video ist geschmacklos und krawallig. Es zeigt möglicherweise berechtigte Anliegen auf, verarbeitet sie in einer Weise, die man nur als populistisch bezeichnen kann. Nun gilt allerdings, der Politiker, der noch populistisch agiert hat, werfe den ersten Stein. Die Fraktionen von SPD, CDU, Grünen und FDP machten aus einer fragwürdigen Aktion zur Stadtreinigung ein kommunalpolitisches Reinigungsritual. Vielleicht ist die Abwahl eines ehrenamtlichen zweiten Bürgermeisters nach Mitwirkung in einem solchen Video sogar akzeptabel. Die Anliegen des Videos nicht zu diskutieren, ist inakzeptabel.
Japanisches wird im Fernsehgarten stereotypisch verhunztes Chinesisch
Andrea Kiewel hat im ZDF-Fernsehgarten einen Satz gesagt, der nun von einer woken Blase skandalisiert wird. In einer Sendung zur Neunzigerjahre Party ging es um Pokémon Karten. Beim Blick auf eine japanisch beschriftete Karte sagte Kiewel zunächst „chinesisch“ und dann jenen lautmalerischen Kinderreim „Ching Chang Chong“, der im Netz sofort als anti-asiatischer Rassismus gewertet wurde. Die Szene wurde geteilt, kommentiert und angeprangert. Das ZDF erklärte pflichtschuldigst, die spontane Äußerung sei der Live-Situation geschuldet und keinesfalls rassistisch gemeint gewesen. Kiewel bedauere ihre Worte und entschuldige sich.
Der Fernsehgarten ist keine Sendung, in der man intellektuelle Höchstleistungen erwarten sollte. Die Moderatorin redet Quark. Man bitte um Entschuldigung. Und das war es. Doch so einfach funktioniert der öffentliche Bußbetrieb nicht mehr. Die Sprachinquisition macht aus jedem Wortpartikel einen Eignungstest für moralische Gegenwartstauglichkeit. Nicht ohne Grund hatte Altmeister Thomas Gottschalk erklärt, er trete genau deswegen nicht mehr im Fernsehen auf. Wer alt genug ist, sich an den Fernsehhumor der neunziger Jahre zu erinnern, muss nun akzeptieren, dass die Vergangenheit zwar als Motto der Sendung taugt, aber nur wenn sie woke kommentiert und kontextualisiert wird.
Kiewel kennt solche Erregungsmechanik. Vor zwei Jahren trug sie im Fernsehgarten eine Israel Kette. Auch daraus wurde ein Politikum. Manchmal ist ein schlechter Witz einfach nur ein schlechter Witz. Aber die Empörungsblase sucht den Skandal und wenn man eine Sendung treffen kann, die das letzte Relikt bürgerlicher Unterhaltung im deutschen Fernsehen ist, dann schlagen die woken Moralwächter um so lieber zu.
Hier endet der allwöchentliche Überblick des Cancelns, Framens, Empörens, Strafens, Umerziehens, Ausstoßens, Zensierens, Denunzierens, Entlassens, Einschüchterns, Moralisierens, Politisierens, Umwälzens und Kulturkämpfens. Wir dürfen damit rechnen, dass es noch lange ungebremst weitergehen wird. Bis nächste Woche!
Ein Archiv der Cancel Culture in Deutschland mit Personenregister finden Sie unter www.cancelculture.de. Um auch weniger prominente Betroffene aufnehmen zu können, sind die Betreiber der Website auf Hinweise angewiesen. Schreiben Sie ihnen gerne unter cancelculture@freiblickinstitut.de
Wenn wir durch GE-Ückendorf fahren, denke ich immer, dass hier über mehr als 30 Jahre Strukturwandel nicht stattgefunden hat oder die Mrd. Fördergelder von EU, Bund, Land und Stadt entweder vergeblich oder gar nicht dort ausgegeben wurden. Vergleichbare Stadtteile gibt es in allen großen Ruhrgebietsstädten. – Die Bewertung des Video durch den Autor ist überhöht. Krawallig sind ganz andere Videos. – Es wird mal wieder der Überbringer der schlechten Nachricht gecancelt vor der alle Augen und Ohren verschlossen werden.
Ich habe mir das Video „Jude vs. Araber“ angetan und musste herzhaft lachen (Araber – Flugzeug – C4 oder die jüdische Nationalhymne oder die Beulen). Herrlicher tiefschwarzer Humor! Aber so etwas geht im total woken, humorlosen Deutschland gar nicht. Witze über Türken? Die durfte damals schon NUR Kaya Yanar machen. Ansonsten waren diese Witze TABU!
Kann sich noch jemand erinnern? Vor vielen Jahren, FJS vs. Spiegel, 1962? Damals musste Strauß als Verteidigungsminister gehen, noch bevor es überhaupt zu einer Hauptverhandlung vor Gericht kam. Heute wird der Vorgang als Stärkung der Pressefreiheit in Deutschland angesehen. In dem anderen „Heute“ (ja, es gibt zwei!) wird von dem Presserat des Deutschen Bundestages einem missliebigen Journalisten, der nicht auf „Regierungslinie“ liegt, die Akkreditierung für die „politisch-parlamentarische Berichterstattung aus den Gebäuden des Deutschen Bundestages“ verweigert. Pressefreiheit 1962 vs. Pressefreiheit 2026!
Vor vielen, vielen Jahren hatte ich mir mal gedacht, daß die Zahl der Zwangsversteigerungen von Immobilien pro 1000 Einwohner ein Maß für den Wohlstand einer Region sein müßte. Ich konnte natürlich nur ein paar Regionen berücksichtigen, aber Gelsenkirchen war ganz oben.
Bürger vorführen, auch verpixelt, gehört nicht zum Amt eines 2.Bürgermeister, dazu die krawallige AfD-Landtagsabgeordnete (Herkunft: Albanien). Das Putz-Video ist zum fremdschämen, da die Landtagsabgeordnete beliebig Personen ansprach, weil sie glaubte, diese gehören zu den Roma.
Das ZDF hat die Musiker Igor Levit und Danger Dan ausgeladen, die in der Sendung „Die Anstalt“ einen Song darbieten wollten, der Grüße an die Mitglieder der linksterroristischen Hammerbande beinhaltet, und dazu aufruft, antfaschistische Zellen zu bilden und „Nazis und Konsorten“ heimlich zu filmen, sie bei ihren Arbeitgebern anzuschwärzen etc.. Zwischen den Zeilen kann man auch noch Drastischeres herauslesen. (Falls jemand den Text googeln möchte: der Song heisst „Keine Angst“.) Jetzt ist man im linken Lager beleidigt. Spannend. Man stelle sich vor, wie die selben Leute reagieren würden, wenn das ZDF einen Song durchgewunken hätte, der wegen Gewaltverbrechen verurteilte Neonazis abgefeiert hätte. Es zeigt mal wieder, dass viele Leute in der linken Szene ein total kaputtes Verhältnis zur Anwendung von Gewalt gegen politische Gegner haben.(Ähnliches soll es auf rechter Seite geben, Stichwort „Stauffenberg“, aber die Bemerkung fiel immerhin nicht in einer von Zwangsgebühren bezahlten Sendung.)
♦Paul Klemm:
Latein „remigrare“ heißt ganz sachlich:
zurückkehren, zurück wandern, zurück marschieren; ausziehen.
Was ist verwerflich daran, wenn man „remigrare“ befürwortet bei Leuten, die unrechtmäßig immigriert sind
→lat. immigrare = einwandern, einziehen
und zur Integration im Zielland unwillig oder unfähig?
→lat. integer = unversehrt, unverletzt, ungeschwächt
→lat. integrare = wiederherstellen, ergänzen, geistig erfrischen, erneuern
♦Café Stay,
das christliche Café mit missionarischen/seelsorgerlichen Ambitionen und „konservativen Positionen zu Sexualität und Familie musste nach 26 Anschlägen – aus dem Quanten-Vakuum? – aufgeben.
♦Shisha Bar Jihad [fiktiver Name],
die muslimische Wohlfühloase hat zum Glück keine Probleme und keine zu befürchten – trotz konservativer Positionen zu Homosexualität und Frauen/Mädchen.
♦Antirassismus-Strafnorm und anti-asiatischer Rassismus:
Ich kann’s nicht mehr hören…
Es gibt keine unterschiedlichen “Rassen„ beim Menschen.
Alle Menschen dieser Welt stammen von der Familie Noah ab: Sem, Ham und Jafet plus Ehefrauen mit Nachkommenschaft, die sich über die ganze Welt verbreitet haben.
Bibelleser wissen mehr!
♦Wenn sich der Besen nur nicht mal umdreht…
Das ist es, wovor die Mächtigen so schreckliche Angst haben.